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  • 3 x 1 TICKET: SEBASTIAN LEHMANN

    Es gibt tausend gute Gründe, warum man es nicht schafft, jedes kulturelle Kleinod selbst anzuschauen. Manchmal fehlt aber nur eine kleine Motivation. Wie etwa: ein Gratis-Ticket. Deshalb verlosen wir hier in unregelmäßigen Abständen Eintrittskarten für Veranstaltungen, die man sonst vielleicht verpasst hätte. Viel Glück! "Andere Kinder haben auch schöne Eltern" heißt das aktuelle Programm von Sebastian Lehmann. Er gastiert - sozusagen als Nachzügler - im Rahmen der 27. Oldenburger Kabarett-Tage, die in diesem, Frühjahr unter wirdrigsten Umständen stattgefunden haben. Zur Erinnerung: es gab eine Pandemie, die einen gewissen Einfluss auf Kultur-Veranstaltungen hatte. Nun aber soll immer mehr möglich werden und - wer weiß? - vielleicht erreichen wir unsere Plätze im Saal irgendwann wieder ohne Maske? Bis dahin hält man es aber auch mit dem Mundschutz aus, zumal man die Show von Sebastian Lehmann nicht verpassen sollte. Der Titel seines Programms deutet es an: Es geht um Eltern und ihre Kinder - und um Telefonate zwischen diesen beiden höchst unterschiedlichen Menschengruppen. Lehmann ist da Profi: er ist selbst Kind und Elternteil. Zudem läuft auf SWR3 und rbb radioeins seine Radiocomedy „Elternzeit". Keine Frage: der Mann weiß, wovon er spricht. Und er weiß, wie man gut beobachtet und erzählt. Das befand auch die Jury des Kleinkunstpreises Baden-Württemberg, die ihm eben jenen verlieh. Wir verlosen 3 x 1 Ticket für den Auftritt von Sebastian Lehmann "Andere Kinder haben auch schöne Eltern" 12. April 2022, 20.00 Uhr Unikum Was ihr dafür tun müsst? Nicht sehr viel. Nämlich lediglich: Eine E-Mail mit dem Betreff "GEWINNE!!!" an uns schicken. In die Mail schreibt ihr dann einen Satz wie "Ich will zu Sebastian Lehmann" - und schon steht ihr mit etwas Glück auf der Gästeliste. Wir drücken die Daumen! Einsendeschluss ist der 31. März 2022. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

  • KOLUMNE: HALLO, ZWANZIG ZWEIUNDZWANZIG

    Seit Mitte 2020 schreibt Kulturschnacker Thorsten eine monatliche Kolumne für die Spielzeitung des Staatstheaters. Digital findet ihr sie unter www.staatstheater.de. Oder: hier. Endlich ein neues Jahr. Wird jetzt alles gut? Eine Glaskugel. Die stand ganz weit oben auf meiner Weihnachtswunschliste. Was Besseres könnte man sich gerade ja gar nicht wünschen. Ein kurzer Blick – und man wüsste, wer wann und welchen Umständen öffnen darf, wer was unter welchen Vorkehrungen besuchen kann und wie lange diese flüchtigen Aggregatzustände anhalten werden. Das im Voraus zu wissen? Ein Traum! Fast so schön wie ein Leben ganz ohne diese Dinge. Aber daran wagt man ja gar nicht zu denken. Es wird Sie nicht überraschen, dass jene Glaskugel leider nicht unter dem Christbaum lag. Aber so gerne ich auch etwas mehr Präzision hätte, was die Prognosen zur Pandemie angeht, bin ich insgeheim ganz froh, dass ich eben nicht in die Zukunft schauen kann. Sicher würde das einiges erleichtern. Vor allem für die Kulturinstitutionen würde so eine Fähigkeit mehr Planungssicherheit bedeuten. Aber ganz ehrlich: ich habe meinen törichten Optimismus auch ein bisschen liebgewonnen. Ich will gar nicht immer richtig liegen. Ich will stattdessen den Glauben an das Gute nicht verlieren. Auch wenn ich allzu oft eines Besseren belehrt werde. Malade Situation Ich weiß nicht, ob irgendwer inzwischen ein Gespür für diese ganze malade Situation entwickelt hat. Aber zu meiner eigenen Überraschung lag ich im Dezember halbwegs richtig. Viele von uns haben es sicher aus dem Blick verloren und ich verstehe das gut. Schließlich sollte man seine Kontakte reduzieren. Aber: in den Wochen vor Weihnachten gab es durchaus Kultur zu entdecken. Manche Angebote funktionierten sogar bestens, die Theater zum Beispiel waren gut ausgelastet. Andere litten allerdings unter deutlichen Einbußen. Das galt insbesondere für Neues wie z.B. dem Oldenburger Plakatherbst. Ihm wären bei einer zweiten Auflage bessere Bedingungen zu wünschen. Das galt aber auch für die Kinos, die stets als erstes durch Chips, Couch und Binge „ersetzt“ werden. Was ebenfalls fehlte: die Spontanität. Mit der Einführung von 2G+ sank die Flexibilität (und die Freude daran) deutlich ab. Das spürten vor allem die „kleineren“ Angebote. Deshalb ist völlig klar, dass die Stadt die Szene weiterhin unterstützt, z.B. durch eine weitere Strukturbrücke im Frühjahr. Der schwache Trost für den Moment: es gab bisher keinen erneuten Lockdown. Man konnte, wenn man wollte. Allerdings musste man auch wirklich wollen, denn der Einlassvierkampf mit aktuellem Testnachweis, Impfzertifikat, Personalausweis und Luca-Check-In grenzte an kognitiven Leistungssport. This is the new year Und jetzt: Das neue Jahr. Zwanzigzweiundzwanzig. Normalerweise: Ein Moment der Reflektion, der Orientierung und der… Klarheit? Zumindest hofft man darauf. Aber: dieses Gefühl will sich auch dieses Jahr nicht einstellen. Immer wieder erinnere ich mich an einen alten Song von Death Cab For Cutie. Er beginnt mit den Worten: „So this is the new year. And I don't feel any different”. Trotzdem wirkt der Jahreswechsel auf mich besser als der letzte. Klar gibt es Omikron. Klar gibt’s irgendwann auch Kappa, Sigma oder was das griechische Alphabet sonst noch so hergibt. Klar habe ich ein mulmiges Gefühl, was die gesellschaftliche Spaltung angeht. Aber wie gesagt: meinen törichten Optimismus bewahre ich mir. „So this is the new year. And I have no resolutions”, singen Death Cab in der zweiten Strophe. Ich lege mich lieber auch nicht fest. Ich hoffe einfach nur: Alles wird gut! Zum Glück habe ich keine Glaskugel. ´

  • KOLUMNE: YAY! DIE KULTUR IST ZURÜCK!

    Seit Mitte 2020 schreibt Kulturschnacker Thorsten eine Kolumne für die Spielzeitung des Staatstheaters. Was dieses Mal drin steht? Lest ihr aus der Website des Staatstheaters - ihr hier. Was macht eigentlich das Publikum? Und? Wie geht es Ihnen mit den neuen Freiheiten? Haben Sie schon einen Zweitwohnsitz im Staatstheater beantragt? Begrüßt Sie der Intendant mit einer High-Five? Sind Sie mit dem Garderobenpersonal längst per Du? Oder: gilt nichts von alledem? Das wäre zwar schade, aber mehr als verständlich. Die neue Normalität ist zwar normal, aber eben auch neu. Man muss sich erst an sie gewöhnen, auch wenn man sie noch von früher kennt. Das ist nicht anders als bei alten Bekannten, die man lange nicht gesehen hat. Auch da heißt es: Erstmal eingrooven. Zum Glück haben viele Menschen die Gelegenheit ergriffen und sind wieder eingetaucht in die Welt der Bühnen und des Rampenlichts. Darunter natürlich viele eigefleischte Szenekenner, für die all das oben genannte schon lange gilt. Aber erfreulicherweise sind auch viele neue Gesichter unter den Gästen. Menschen, die Kultur paradoxerweise noch mehr schätzen gelernt haben, als sie nicht verfügbar war. Obwohl ich mich frage: ist das tatsächlich ein Paradoxon? Schließlich sagt man: You don’t know what you’ve got till it’s gone. Du weißt nicht zu schätzen, was du hast – bis es nicht mehr da ist. Wieder auf Betriebstemperatur Klar, nicht jede Vorstellung ist ausverkauft. Aber das waren sie früher auch nicht. Wichtiger ist: es herrscht auch keine Leere. Und selbst wenn, dann gähnt sie nicht. Es ist ein spürbares Grundrauschen da, eine zurückgekehrte Lebendigkeit. Zwar ist es oft noch ein Herantasten und Eingewöhnen. Natürlich, wie könnte es auch anders sein? Aber: die vielen Spielstätten sind wieder auf Betriebstemperatur – und das Publikum allmählich auch. Alles weitere muss wachsen. Zusätzliche Angebote werden offene Lücken schließen. Gewachsene Zuversicht wird leere Plätze füllen. Schritt für Schritt – oder Sitz für Sitz – werden wir zu der Situation zurückkehren, an die wir uns erinnern, wenn wir denken, dass irgendwas (noch) nicht stimmt. Dazu tragen alle bei: vor allem die Kulturschaffenden, deren Spiel- und Gestaltungsfreude ansteckender sein kann als jedes Virus. Das beweisen auch die aktuellen Programme von Staatstheater, Laboratorium, Hof/19, wrede+, Kulturetage, Wilhelm13 und all den anderen Häusern, Bühnen und Clubs. Halten Sie die Augen offen oder lesen Sie aufmerksam diese Zeitung – sonst verpassen Sie was! Wichtig waren – und sind – auch die verschiedenen öffentlichen und privaten Geldgeber, die in den letzten Monaten viele neue Förder-Formate geschaffen haben, was so manches entschärft, erleichtert oder ermöglicht hat. Auch die Stadt Oldenburg hat mit den Strukturbrücken wichtige Hilfe geleistet – so selbstbewusst darf man an dieser Stelle sicher mal sein. Wenn das Licht ausgeht Aber: was wäre das alles ohne Sie, liebes Publikum? Wie viel Spaß würde es machen, in leeren Hallen und Sälen zu spielen? Wie viel Sinn würde es ergeben, so etwas zu fördern? Nein, ohne Menschen, die zusehen und zuhören, die still genießen oder laut mitsingen, geht es einfach nicht. Sie sind elementare Bestandteile des ganzen Spektakels – nicht wegzudenken, ohne dass der Rest seinen Sinn verlöre. Deshalb sind wir alle dankbar – und ich denke hier mal die Szene mit – dass so viele schon wieder mit dabei sind. Und deshalb hoffe ich, dass meine Eingangsfragen das nächste Mal einen Hauch weniger absurd erscheinen. Vielleicht wird man nicht gleich ein Stammgast mit Namensplakette am Lieblingssitz. Aber wenn man ab und zu wieder in einem Saal sitzt, wenn das Licht ausgeht, dann wäre das viel wert. Vor allem: für Sie selbst. Also: Sehen wir uns? Gerne auch mit High-Five und per Du.

  • KOLUMNE: HAUPTSACHE KULTUR

    Seitz Mitte 2020 schreibt Kulturschnacker Thorsten eine monatliche Kolumne für die Spielzeitung des Staatstheaters. Digital findet ihr sie unter www.staatstheater.de. Oder: hier. Es bleibt kompliziert. Aber besser so als gar nicht. Eigentlich hatte ich eine andere Kolumne schreiben wollen. Beginnen wollte ich mit einer Frage für Philosophen: Wenn ich einen Ort verlasse und nach einer gewissen Zeit zurückkehre, ist es dann noch derselbe Ort? Oder hat die Zwischenzeit ihn zu einem anderen gemacht? Wahrscheinlich, hätte ich dann vermutet, und so ähnlich könnte es auch mit der Normalität sein. Sie haben wir im März 2020 verlassen. Trotz vierter Welle befinden wir uns insgesamt auf dem langen Weg zurück. Aber wohin eigentlich? Ist es noch dieselbe Normalität? Oder eine andere? Eigentlich. Kleines Wort, großes Aber. Denn der rote Faden des letzten Absatzes ist der Konjunktiv. Ich habe die erwähnte Kolumne zwar geschrieben, aber wieder gelöscht. Denn auch wenn meine Antwort auf die Frage nach der Normalität “eine andere” gewesen wäre, erscheint es momentan doch ziemlich absurd, dieses Wort überhaupt nur in den Mund zu nehmen. Aktuell wirkt es so, als hätten wir auf der Autobahn Richtung Alltag die Abfahrt verpasst und unser Ziel deswegen meilenweit verfehlt. “Bitte wenden!”, würde das Navigationsgerät in diesem Moment fordern. Ja, gerne, aber wie? Optimismus oder Naivität Was also jetzt? Wieder ins Corona-Lamento einsteigen? Meine Antwort ist ein klares: Nein! Für mich fühlt sich schon der Gedanke daran zersetzend an. Er demotiviert. Auch wenn ich weiß, dass es für viele Akteure gerade wieder zum traurigen Alltag gehört, "Was wäre wenn”-Szenarien durchzuspielen, will ich keine weiteren Zeilen an das Virus verschwenden. Dazu vielleicht ein kurzer Hinweis: Wer sich ein wenig mit den Gesetzmäßigkeiten von Printmedien auskennt, weiß: dieser Text wurde nicht gestern Abend geschrieben. Die Produktion braucht Vorlaufzeit. Deswegen weiß ich leider nicht, ob es aktuell Diskussionen um Einschränkungen im Kulturbetrieb gibt. Ich gehe einfach mal davon aus, dass alle Veranstaltungen weiterhin möglich sind. Und ich hoffe, dass dieser Optimismus nicht als Naivität enttarnt wird. Machen wir einfach etwas Konstruktives: Schauen wir mal kurz auf den Kalender. Im Dezember sehe ich etliche Konzerte in großen Hallen und kleinen Clubs, einige Ausstellungen in Kunsthäusern und Museen sowie viel Programm auf den Theaterbühnen. Unter den Veranstaltungen sind sogar echte Knaller wie der Oldenburger Plakatherbst, der noch bis Mitte Dezember zu sehen ist (und ein starkes Rahmenprogramm bietet). Auch die Performance-Ausstellung des Künstlerduos BOSMOS sollte man gesehen haben. Und wer das Stadtmuseum schon schmerzlich vermisst, muss unbedingt den Projektraum_2 in der Innenstadt besuchen. Ist das so viel wie früher? Wahrscheinlich nicht. Aber wenn man die Umstände bedenkt, dann muss man den Dezember eindeutig als einen attraktiven Kulturmonat einordnen. Und ein kleiner Tipp am Rande: weil Teile des Publikums nach wie vor zurückhaltend sind, ergeben sich immer wieder Gelegenheiten, Veranstaltungen zu besuchen, die normalerweise ausverkauft gewesen wären. Nach dem Abendessen spontan ins Laboratorium? Früher undenkbar, aktuell aber durchaus möglich. Hingehen, Dabeisein Ich bin ich kein Philosoph. Die Frage, in welcher Normalität wir aktuell leben, müssen andere beantworten. Oder ich versuche es in der nächsten Kolumne, wenn wir hoffentlich auf eine heftige, aber überraschend kurze vierte Welle zurückblicken. Unabhängig davon weiß ich aber: Kultur ist ein Lebenselixier. Vielleicht nicht in einem biologischen, aber ganz sicher in einem emotionalen Sinne. Deshalb lautet meine Empfehlung: Gehen Sie hin, seien Sie dabei, wann und wo auch immer es geht. Und kümmern Sie sich nicht um die Frage, ob die Normalität ist oder nicht. Hauptsache: Kultur! Und das wäre auch der Schlusssatz meiner ursprünglichen Kolumne gewesen. Insofern war sie nicht umsonst.

  • SCHNACK AUF ACHSE

    Digitalität und Kultur: widerspricht sich das oder passt das zusammen? Und was hat die Corona-Krise damit zu tun? Um diese Fragen - und einige weitere - ging es am 9. März im digitalen Diskussions-Format "Auf Achse" der Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg (IHJO), der Stadt Oldenburg und dem Schlauen Haus Oldenburg (SHO). Eine Woche vor dem offiziellen Start waren wir auch dabei und durften erklären, wieso weshalb warum. Dabei mussten wir etwas ausholen, denn: mit Digitalität, ihren Auswirkungen und Chancen beschäftigt sich das Kulturbüro zwar schon seit Jahren. Die Corona-Pandemie wirkte jedoch wie ein Katalysator, der vieles verdichtet und beschleunigt hat. Das meinte auch der Titel der Veranstaltung: „Kreativ in der Krise". Mit Joystick oder Laserpointer Für die Kulturverwaltung stellte sich noch (mindestens) eine weitere Frage: Welche Formen der Förderung braucht es eigentlich? Geld ist in den meisten Fällen hilfreich, aber was ist eigentlich, wenn man mit seinem Projekt gar nicht mehr sichtbar ist und zu seiner Zielgruppe nicht durchdringt? Natürlich führten unsere Erklärungen und Argumentationen zu einem zwangsläufigen Resultat, nämlich dass Oldenburg eine digitale Plattform wie den Kulturschnack gut gebrauchen könnte. Genaueres zu unserer Genese erfahrt ihr, wenn ihr euch das Video anschaut. Spannend waren aber vor allem die Beiträge der anderen Akteure, die sich ebenso wie wir mit den Möglichkeiten und Grenzen der Digitalisierung auseinandergesetzt haben. Dabei gab es einige Unterschiede, vor allem aber große Gemeinsamkeiten. Letztlich spielte es keine so große Rolle, ob man eine "Hands on"-Mentalität pflegt wie Thiemo Eddiks oder ob man das Thema eher akademisch betrachtet wie Martin Butler. Deutlich wurde, dass Digitalität heutzutage Teil der kulturellen DNA ist - mal als Kanal, mal als Medium, mal als Thema, mal als Tool. Und manchmal auch: als Format für zeitlose Geniestreiche wie diesem. Prognose: Fortsetzung folgt Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmer*innen für Input und Insights. Wir haben viel von dort mitgenommen und wir sind sicher, wir werden das Thema hier immer wieder mal spielen, gerne wieder gemeinsam mit den Beteiligten. Das wären Thiemo Eddiks vom Oldenburger Computermuseum Jonas Hennicke vom Oldenburgischen Staatstheater Holger Denckmann von der Musikschule der Stadt Oldenburg Prof. Dr. Martin Butler von der Carl von Ossietzky Universität das Orga-Team um Malte Schulz und Timo Kasselmann von der IHJO Moderator Jürgen Boese und die Zuhörer*innen, unter denen zum Glück viele Frauen waren, um die arg maskuline Referentenliste etwas auszugleichen Ihr wollt ebenfalls wissen, wie die Oldenburger Szene auf die Krise reagiert (bzw. in der Krise agiert) hat? Und wie sie zur Digitalisierung steht? Dann schaut euch das Video der Veranstaltung an, das freundlicherweise vom Schlauen Haus veröffentlicht wurde:

  • NICHT NUR SCHNACKEN

    Aufmerksame Leser*innen haben schon nachgezählt: Die Anzahl der männlichen Redakteure beim Kulturschnack liegt bei 2, die der weiblichen bei 0. Ganz klar: ein Missverhältnis. Wir versichern an dieser Stelle ausdrücklich, dass es sich um einen Zufall handelt. Die Genese des Schnack haben wir ja an anderer Stelle schon erzählt. Kevin hätte also eine Katharina sein können, Thorsten eine Tanja - und alles wäre genauso gut gewesen. Aber: es ist, wie es ist. Und das bringt eben Verpflichtungen mit. Hätten wir es uns wünschen dürfen, dann wäre das Geschlechterverhältnis natürlich mindestens ausgeglichen. Wir verstehen uns beide als Feministen. Nicht in der Form, dass wir es als Attitüde vor uns her tragen. Auch nicht in der Form, dass wir von uns glauben, alles richtig zu machen. Das ist definitiv nicht der Fall, weil auch wir uns all unserer männlichen Privilegien nicht vollends bewusst sind. Aber: "Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass eigentlich gar nichts ohne Frauen gut funktioniert. Kommune, Konzerne, Kultur - ganz egal, wir können uns nichts davon auch nur ansatzweise ohne sie vorstellen. Und den Rest der Welt auch nicht." Doch die Feststellung allein reicht nicht. Wir leben nach wir vor in patriachalischen Strukturen. Männer haben sich gegenseitig jahrhundertelang bevorteilt. Frauen müssen mehr kämpfen und mehr leisten, um ihren Weg zu gehen - um dann immer noch schlechter bezahlt und behandelt zu werden. Insofern haben wir (im Sinne von: alle Männer) eine Pflicht, Frauen all die Wege zu ebnen, die wir schon immer gehen konnten. Das ist viel mehr als eine Geste des guten Willens. Wir haben da sehr viel aufzuholen. Das betrifft auch den Kulturschnack. Wie gesagt: wir haben da ein gewisses Missverhältnis. Deshalb legen wir uns schon heute fest, dass jede zukünftige personelle Veränderung möglichst weiblich sein muss. Auch wir können davon nur profitieren. Alles andere hat Adam Yauch schon 1994 gesagt: "I want to say a little something that's long overdue The disrespect to women has got to be through To all the mothers and the sisters and the wives and friends I want to offer my love and respect to the end."

  • ZAHLTAG: STAATSTHEATER

    577 Sitzplätze hat das Staatstheater im Großen Haus bei maximaler Auslastung. Hinzu kommen 50 Stehplätze für die „Hooligans“. Je nach Nutzung sind manchmal auch nur etwas weniger Plätze verfügbar. Aber als Richtgröße: Volles Haus bedeutet ungefähr 600 Menschen. Und die weiteren Häuser? Haben etwas weniger Platz. Das Kleine Haus kommt auf 350 Plätze, die Exerzierhalle auf 100 Plätze pro Bühne, insgesamt also 200. Am kleinsten ist der nachtschwarze Spielraum in den Katakomben des Haupthauses. Dort finden maximal 80 Menschen Platz. Passend für eher experimentelle Stoffe.

  • ERÖFFNUNG EINES TESTZENTRUMS

    Premieren sind und bleiben ganz besondere Momente des kulturellen Lebens. Doch auch sie unterliegen einem gewissen Wandel. Neu sind in diesen Zeiten nicht mehr länger nur Stücke, Programme - sondern auch die Mittel zum Zweck. "Eröffnung eines Testzentrums" - diese Meldung kam heute über den Ticker. Früher, ante 2020, hätte man das Geschehen in Gewerbegebieten oder Forschungs-einrichtungen verortet. Aber in der Kultur? Eher nicht. Höchstens als Titel eines ironisch-provokanten Theater-Experiments zu gesellschaftlichen Fehl-Entwicklungen. Aber: wir schreiben das Jahr 2021. Ironie ist schwieriger geworden, seitdem die Realität die Grenzen des vermeintlich Vernünftigen immer öfter überschreitet. Wie soll man persiflieren, was sich schon im Geschehen selbst revidiert? Eine Unmöglichkeit. Und deshalb gibt es bei dieser Meldung keine Meta-Ebene, keinen doppelten Boden. Die "Eröffnung eines Testzentrums" kommentiert gar nichts, es ist einfach eine solche. Corona und so. Trotz allem ist es eine gute Nachricht. Das Testzentrum an der Kulturetage bedeutet vor allem eines: Erleichterung. Und je einfacher es ist, Kultur weiterhin wahrzunehmen, desto besser. Und dabei denken wir nicht nur an Kulturinstitutionen und -akteure. An die natürlich auch. An dieser Stelle aber auch an das Publikum selbst. Wir sind felsenfest überzeugt davon, dass Kultur den Menschen gerade jetzt gut tut. Umso wichtiger ist es, dass man ihm über die (nötigen) Schwellen hinweghilft so gut es eben geht. Wenn man so will: Barrierefreiheit neu gedacht. Ein Testzentrum beseitigt keine Pandemie und verhindert keine Krankheiten. Sein künstlerischer Mehrwert ist begrenzt. Aber es gibt uns gewisse Gewissheiten und eröffnet uns manche Möglichkeiten. Ich hätte zwar gerne ein ironisch-provokantes Stück mit diesem Titel gesehen. Aber ich freue mich auch über so eine profane Meldung. Weil sie nötig ist, um alles andere erst möglich zu machen.

  • ZAHLTAG: KULTURAUSSCHUSS

    11 Mitglieder hat der Kulturausschuss der Stadt Oldenburg: 4 x Bündnis 90/Die Grünen, 3 x SPD, 2 x CDU, 1 x FDP/Volt und 1 x Die Linke/Piraten. Und wie kommt es, dass manchmal trotzdem mehr Personen anwesend sind? Ganz einfach: der Oberbürgermeister ist in den Ausschüssen qua Amt der "Jack of all Trades". Er kann an allen Sitzungen teilnehmen. Zudem gibt es die sogenannten Grundmandate. Sie dienen der Repräsentation von Minderheiten, die nach dem regulären Verteilungsschlüssel gemäß des Wahlergebnisses keinen Platz im Ausschuss bekommen hätten. Diese Vertreter*innen haben kein Stimmrecht. Letzteres gilt auch für die beratenden Mitglieder. Sie werden von den Fraktionen benannt. Sie nehmen an den Sitzungen teil, wirken aber - wie der Name schon sagt - beratend, nicht entscheidend. Und wer sind die "MdKA", also die Mitglieder des Kulturausschusses? Das verraten wir euch in einer eigenen Serie in den kommenden Wochen. Stay tuned!

  • KOLUMNE: TICKETS BEHALTEN IHRE GÜLTIGKEIT

    Seit Mitte 2020 schreibt Kulturschnacker Thorsten eine monatliche Kolumne für die Spielzeitung des Staatstheaters. Digital findet ihr sie unter www.staatstheater.de. Oder: hier. Schwierigkeiten bei der Meinungsbildung Wer ist eigentlich der heimliche Star der letzten zwei Jahre? Die FFP2-Maske? Ganz weit vorne. Der QR-Code? Auch nicht schlecht. Aber der wahre Champ ist der Konjunktiv. Beinahe jede Konversation mäandert zwischen hätte, müsste, könnte, würde, wäre. Egal, ob es um die Vergangenheit geht, die Gegenwart oder die Zukunft: Die große Befangenheit ist immer mit dabei. Das Leben passierte oft nur in den Möglichkeiten, nicht in den Realitäten. Der Veranstaltungskalender war mal ein Orientierungspunkt. Er kündigte an, was passieren wird – und wir konnten uns dazu verhalten. Also: hingehen oder wegbleiben. Fertig. Und jetzt? Fällt es schwer genug, sich überhaupt erstmal eine Meinung zu bilden. Und wenn man sich Überzeugung und Optimismus erkämpft hat, vielleicht sogar ein kleines bisschen Vorfreude, dann grätscht uns die Pandemie böse von hinten um: Nichts da, fällt aus, wird verschoben, Tickets behalten ihre Gültigkeit. Einmal zahlen, viermal Vorfreude Notorische Optimisten haben natürlich viele Gründe zum Jubeln. Schließlich verlängert und vervielfacht sich die Vorfreude aufs Konzert – Monate statt Wochen, mehrfach statt einmal. Aber leider gelingt mir so ein Gedanken-Stunt nicht, ich stelle das Gegenteil fest: Mit jeder Verlegung sinkt der Enthusiasmus. Ich fühle weniger statt mehr. Und ganz ehrlich: Das nervt! "Aber was soll man machen? Die Psyche hat gelernt, sich selbst zu schützen. Und ihre Erfahrung der letzten Jahre lautet: Wenn man sich auf irgendwas freut, gibt es am Ende meist eine Enttäuschung." Nur ein Beispiel von vielen ist Olli Schulz in der Kulturetage. Der Titel seiner Tour - „Eigentlich wollte ich da nicht mehr hin“ – war ursprünglich mal ironisch gemeint. Ein schöner Gruß an alle B-Städte von Reutlingen über Darmstadt bis, ja, Oldenburg. Doch mittlerweile ist er bittere Realität. Erster Termin für das Konzert: der 29.4.2020. Keine Chance. Neues Datum: 8.9.2020. Hätte fast geklappt! Dann vielleicht am 17.2.2021? Nope, Lockdown. Und jetzt? Steht der 12.3.2022 im Kalender. Nimmt jemand Wetten an? Und trotzdem: Gute Nachrichten Längst sind wir bei Nachholterminen von Nachholterminen von Nachholterminen. Ob damit dann das Ende erreicht ist? Ungewiss. Zumindest, solange die Veranstaltungen von Herbst bis Frühling stattfinden. Aber irgendwie ist die zigfach verlegte Aussicht auf irgendwas immer noch besser als die Alternative, nämlich die endgültige Absage. An dieser Stelle leicht frustrierte Grüße an Fatoni. Immerhin findet durchaus etwas statt. Auf unsere Theater ist Verlass, wenn sie spielen können, dann spielen sie auch. Genauso schön: Einige Lesungen und Poetry Slams des Literaturhauses waren zuletzt sogar ausverkauft. Einige freie Plätze gibt es hingegen bei den 27. Oldenburger Kabarett-Tagen. Ich finde es richtig stark, dass die Veranstalter sie nicht abgesagt haben. Leider macht sich der Mut nur bedingt bezahlt. Programme und Reaktionen sind großartig, aber die Auslastung könnte höher sein. "Deshalb an dieser Stelle mein Appell: Bewahren Sie Ihren Enthusiasmus und gehen Sie hin! Das lohnt sich immer!" Es gibt sie also, die guten Nachrichten. Doch insgesamt bleibt es eine schwierige Zeit. Was also tun? Werfen wir einfach einen furchtlosen Blick nach vorn: Was wäre, wenn sich jetzt alle positiven Vorzeichen als wahr erweisen würden, Omikron also tatsächlich die Variante wäre, die das Coronavirus in eine „kontrollierbare“ Krankheit verwandelt? Dann hätten wir das Schlimmste hinter uns. Dann könnten wir im nächsten Winter tatsächlich zu einer Art Alltag zurückkehren. Zumindest würden dann nicht die ganzen Konzerte ausfallen. Aber da ist er wieder, der heimliche Star der Pandemie: der Konjunktiv.

  • KOLUMNE: SAME SAME BUT DIFFERENT

    Seit Mitte 2020 schreibt Kulturschnacker Thorsten eine monatliche Kolumne für die Spielzeitung des Staatstheaters. Digital findet ihr sie unter www.staatstheater.de. Oder: hier. Öffnungen? Kennen wir schon. Aber diese sind anders. Es mag ein furchtbar banaler Einstieg sein, aber ich denke gerade nur an das eine: Frühling! Es gibt ja wahrlich genügend Gründe, diese wunderbare Jahreszeit nach allen Regeln der Kunst zu feiern. In diesem Jahr kommt aber noch einer dazu: viele Einschränkungen für den Kulturbetrieb werden in den kommenden Wochen fallen. Das heißt: Wir haben die Chance auf die Rückkehr zu einer Art Alltag und auf einen unbeschwerten Sommer. Ist das nicht absolut großartig? Ja, das ist es, aber: Haben Sie auch gerade ein Deja vu? Gab es sowas nicht schon mal in den letzten vierundzwanzig Monaten? Im Sommer 2020? Oder im Sommer 2021? Die Erleichterung, die Hoffnung, die Vorfreude – all das kommt mir sehr bekannt vor. Wiederholt sich die Geschichte etwa noch einmal? Oder ist dieses Mal alles anders, weil sich die Vorzeichen verändert haben? Ganz ehrlich: Ich habe nicht die geringste Ahnung. Aber das macht es immerhin leicht, sich auf die Gegenwart zu konzentrieren. Und die sieht nun einmal – siehe oben – nicht so schlecht aus. Kultur ohne Unsicherheiten Zwar geht ohne Maske weiterhin nichts. Sie bleibt das Accessoire dieser Frühlingssaison. Die Gefühlslage ist dennoch eine andere – bessere – als bei den letzten Öffnungen. Same same but different. Warum? Zum einen startet die Kultur nicht aus einem Lockdown heraus. Konzerte waren eher die Ausnahme, vieles andere fand aber statt – „im Rahmen des Möglichen“, wie es so schön heißt. Wir konnten ins Theater, zu Lesungen, in Ausstellungen. Das heißt: weder Akteure noch Publikum sind völlig aus der Übung. Zum anderen registriere ich ein großes Bedürfnis nach Kultur ohne all die Unsicherheiten, die in den letzten Jahren wie Spaßbremsen wirkten – und eine große Vorfreude auf Kultur mit all den Gefühlen, die damit (und nur damit!) einhergehen. Ich bin dankbar (und halte es nicht für selbstverständlich!), dass dieser Monat der Öffnungen mehr ist als nur Symbolik. Dank unserer Szene ist die Öffnung nicht theoretischer Natur, sie bedeutet ganz konkrete Möglichkeiten. Unermüdlich wurden Stücke geschrieben und geprobt, Programme entwickelt und Aufführungen terminiert, abgesagt, neu geplant, wieder geändert und nun – vielleicht endgültig? – fixiert. Respekt für dieses Durchhaltevermögen! Jetzt ist das Publikum an der Reihe. Und das heißt: Hingehen, ansehen, aufsaugen, fühlen, schwelgen, genießen. Allein mit Ausstellungen könnte man den Monat schon füllen (und wahrscheinlich übersehe ich dabei noch welche): Im Kunstverein läuft die Schau von Viktoria Binschtok, im Staublau sind Werke von Arjo Passchier und Bernard Divendal zu sehen, die VHS zeigt Bilder von Anke Ibe, Clara Jo ist mit „Mirror Touch“ noch bis Ende des Monats im Edith-Ruß-Haus zu Gast und im Augusteum sollte man die Sammlung Hupertz nicht verpassen. Auch die World Press Photo Ausstellung läuft noch ein paar Tage und hat wie immer ein starkes Rahmenprogramm, aber das muss man ja kaum noch bewerben. Der Frühling: seriös zu kalkulieren Ab Mitte des Monats wartet übrigens noch ein kleines Schmankerl auf die Oldenburger Kulturszene. Ich will an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Nur eines steht fest: es wird bald deutlich mehr über Kultur geschnackt als zuvor. Mehr dazu demnächst an dieser Stelle. Der Einstieg in diese Kolumne mag tatsächlich banal gewesen sein, aber immerhin ist die Eintrittswahrscheinlichkeit des Frühlings einigermaßen seriös zu kalkulieren. Für den Rest des Jahres sind die Prognosen schwieriger. Vielleicht erleben wir im Herbst schon das nächste Deja Vu und alles beginnt von vorn: Auslastungsgrenze, Schachbrettmuster, Verschiebebahnhof. Deshalb: Genießen wir den Moment, genießen wir den Frühling. Es gibt ja wahrlich genügend Gründe, diese wunderbare Jahreszeit zu feiern. Und in diesem Jahr kommt noch einer dazu. Same same but different.

  • THEATRE TO GO

    Vielleicht hat es sich schon herumgesprochen: Die Inszenierung von Friedrich Schillers "Maria Stuart" ist ein Muss. Die Kombination aus Theater und Graphic Novel wäre schon interessant, wenn sie nicht gelungen wäre. Ist sie aber! Um alle Bedenken vorweg zu zerstreuen: Nein, die Verbindung erschöpft sich nicht darin, dass der Protagonist in einem Comicheft blättert. Die grafischen Elemente wurden nicht eingestreut oder eingebunden, sind sind elementare Bestandteile der Inszenierung, denn: sie sind das Bühnenbild. Und das heißt: Dier Schauspieler*innen agieren in einer Graphic Novel. Schwer vorstellbar? Da hilft nur eins: anschauen! Das geht in dieser Spielzeit noch zweimal: am 19. März und am 24. März. Hurry up! Anschauen - das gilt aber auch für etwas anderes. Zur Inszenierung von "Maria Stuart" ist nämlich eine eigene Graphic Novel erschienen. Dieses Mal wirklich: als Heft, in dem man Blättern kann. Darin findet man diejenigen Elemente wieder, die man zuvor auf der Bühne gesehen hat. Eine grandiose Idee, denn so kann man die wunderbaren Impressionen aus dem Theater nach Hause mitnehmen. Theatre to go. Wann war das jemals möglich? "Maria Stuart" ist als Graphic Novel im Theatercafé erhältlich. Kosten: 5,- Euro. Unser Fazit: Lohnt sich!

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