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- BILDUNG IN DER NOT
Zurzeit kommen viele Geflüchtete aus der Ukraine in Oldenburg an. Über 600 Menschen waren in der 12. KW bereits registriert. Zunächst geht es darum, ihnen eine Unterkunft zu stellen und sie in unsere Versorgungsstrukturen aufzunehmen. Doch was kommt dann? Wie gelingt das Ankommen? Eine wichtige Rolle spielt dabei die kulturelle Bildung. Normalerweise findet kulturelle Bildung in Kitas, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen statt. Dort leistet sie unverzichtbare Beiträge für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Im Brennpunkt des Tagesgeschehens befindet sie sich eher selten. Doch nun ist sie ausgerechnet dort angekommen: durch ihre aktive Rolle bei der Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine. Das hat viel zu tun mit Vivien Ritter. Die 34-jährige Abenteuer- und Erlebnispädagogin koordiniert das Engagement des Kulturbüros: „Momentan fahre ich dreigleisig," berichtet sie vom enormen Aufwand, mit dem sie es aktuell zu tun hat. „Vor allem versuche ich, Kontakte zu verschiedenen Kooperationspartnern zu knüpfen und ein gutes Angebot daraus zu stricken.“ Das erste Gleis: Koordination Seit kurzem unterstützt Vivien die städtische Koordinierungsgruppe auf der Arbeitsebene. Für das kleine Kernteam um Stadträtin Dagmar Sachse - zu dem Vivien nicht direkt gehört - gibt es viel zu tun: Unterkünfte müssen vorbereitet, Gastfamilien kontaktiert und Dolmetscher für Ukrainisch gefunden werden. Vivien kümmert sich in der Folge darum, die Angebote von Künstler*innen und Bildungspartner*innen rund um die kulturelle Bildung für Geflüchtete zu koordinieren. Einige Akteure haben bereits ihre Bereitschaft signalisiert, sich zu engagieren. Weitere dürfen gerne folgen. „Unser Ziel ist es, so vielen Menschen wie möglich ein Angebot zu machen“, beschreibt die 34-jährige die Anspruchshaltung. Es gehe dabei um die Frage, wie man die Menschen gut erreicht und wie man ihnen bedarfsgerechte Angebote zur Verfügung stellt. Dabei spielen auch Begegnungen eine wichtige Rolle: „Wir wollen die Kinder und Jugendlichen in Oldenburg zusammen bringen. Wir wollen Gemeinschaft fördern und Erlebtes gemeinsam verarbeiten.“ Das zweite Gleis: Kreation Zum einem zentralen Angebot führt auch das zweite Gleis, das Vivien zurzeit befährt. Die Tanzschule „Maniac Dance Center“ ist an sie herangetreten. Die Schule ist bereit, eine Teil ihrer Räumlichkeiten an der Emsstraße für Angebote der kulturellen Bildung zugunsten von Geflüchteten aus der Ukraine zur Verfügung zu stellen. “Wir möchten in Oldenburg kreativ etwas bewegen“ erklärt die Leiterin Natalie Baron ihre Initiative. „Kunst spricht eine universelle Sprache und genau diese soll Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine in der ungewissen und traumatischen Zeit helfen und wieder etwas Licht ins Dunkel bringen.“ Der Clou: im Team der Tanzschule sprechen einige Russisch oder Ukrainisch. Wäre die Lage nicht so ernst, würde man diese Konstellation wahrscheinlich als Idealfall bejubeln. Gemeinsam mit dem Dance Center stellt Vivien einen Projektantrag bei der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) - und bereits positive Signale erhalten. Dort gibt es ein positives Beispiel bundesdeutscher Bürokratiekultur: Das Förderprogramm „Startklar in die Zukunft“ war ursprünglich als Reaktion auf die Corona-Krise gedacht. Nun dürften die Mittel aber auch für Maßnahmen für Geflüchtete aus der Ukraine eingesetzt werden, solange auch andere Kinder teilnehmen können. „Wir entwickeln gerade einen Wochenplan: Was bieten wir an? Und wann?“, berichtet Vivien aus ihrem Alltag. Für den Antrag brauche es eine Basis, ansonsten sei das Programm aber flexibel: „Die Angebote hängen ja auch vom Alter und Interessen der Kinder ab", weiß sie. Sprachkurse gehörten ebenso dazu wie Theater, Musik oder Tanz. Ein ganz besonderer Programmpunkt stehe aber bereits fest: „Unter den Geflüchteten war eine Yoga-Trainerin und Sprachlehrerin. Sie war sofort bereit, bei unserem Angebot mitzumachen und wird dort Kurse geben", freut sich die Pädagogin. Auch für die Eltern - bisher ausschließlich Mütter - soll das Angebot eine Wirkung entfalten. „Wegen einer Altersbegrenzung können sie leider nicht selber mitmachen“, erklärt Vivien. „Aber wenn sie die Zeit für eine kleine Verschnaufpause nutzen, ist das auch ein wichtiger Effekt.“ Was es bedeute, allein mit zwei oder drei Kindern vor einem Krieg im Heimatland zu flüchten, könne niemand ermessen. An Erholung werde dabei oft nicht gedacht. Doch auch dies gehöre zum Ankommen dazu. Das Programm wird bereits zum Beginn der Osterferien am 11. April starten. Ob der ehrgeizige Zeitplan aufgeht, welche Angebote gemacht werden und wie viele Teilnehmer*innen möglich sind: all das lässt sich bald beantworten. Wie bei fast allen Aufgaben der Koordinierungsstelle handelt es sich auch hier um „Work in Progress“: Die Reaktionen auf bestimmte Aufgaben werden nicht ausführlich geplant, sie ergeben sich beim Handeln selbst. Das dritte Gleis: Kommunikation Neben der Arbeit in der Koordinierungsgruppe und dem Aufbau des Projekts in der Tanzschule spielen für Vivien auch Kontakte zu privaten Initiativen wie „Oldenburg hilft der Ukraine“ eine wichtige Rolle. Angesichts ihres Programms kommt dies aktuell aber noch zu kurz, wie sie zugibt. „Wir sind aber schon in Kontakt“, betont sie und blickt nach vorn: „Wir wollen schauen, ob wir gemeinsam etwas gestalten können. Schließlich wollen alle dasselbe: das Beste für die Menschen aus der Ukraine.“ Bei der Unterstützung der Geflüchteten aus der Ukraine sind Spontanität, Kreativität, und Flexibilität gefragt, vor allem aber: Engagement. Das zeigt sich tagtäglich in der Koordinierungsstelle der Stadt Oldenburg - und bei vielen anderen Akteuren, sie sich für die Geflüchteten aus der Ukraine einsetzen. Auch die Kulturszene lässt keinen Zweifel, wie wichtig ihr dieses Thema ist. Sie gibt sich nicht damit zufrieden, „nur“ Anteil zu nehmen und Mitgefühl zu zeigen. Sie will aktiv sein, etwas bewegen und bewirken. Und das gilt in diesem Fall: für fast die ganze Stadt.
- KUNST, DIE BALLERT!?
An diesem Wochenende zeigt das niederländisch-deutsche Künstlerduo BOSMOS seine neue Installation „Arcade“. Der Titel erinnert an die 80er, an Zigarettenqualm in der Spielhalle, an Floppydisk und Datasette. Damals feierte das Gaming seinen Durchbruch – und eine wichtige Rolle spielten dabei die Shoot’em ups bzw. Ballerspiele. Was kann man von einer Ausstellung erwarten, die so einen Titel trägt? Wir haben nachgefragt. Frogger, Pong, Defender: die Urväter der Computerspiele sind heute allesamt Legenden. Das liegt natürlich an nostalgischen Verklärungen und an diversen Retro-Bewegungen, die sie immer wieder zutage fördern. Aber da ist noch mehr. Aufgrund technischer Limitationen waren die Schöpfer der Spiele grundsätzlich dazu gezwungen, das Minimax-Prinzip anzuwenden: aus möglichst wenig möglichst viel herauszuholen. Das führte zu einer eigenen Kunst: nämlich der Reduktion des Spielprinzips auf das Wesentliche. Dadurch gelangten sie zu puristischen Formen, Designs und Mechanismen, die in dieser Einfachheit und Klarheit auch heute noch einen großen Reiz ausüben. Vorhang auf für: BOSMOS. Der Komponist Wilco Alkema und der Oldenburger Szenograph Lars Unger haben nach der Carousel-Installation, die im letzten Winter in der Baumgartenstraße 6 zu sehen war, ein weiteres Kunstprojekt realisiert. Während damals Bezüge zur Schausteller- und Jahrmarkts-Ästhetik im Mittelpunkt standen, ließen sie sich nun von der bunten Pixelwelt der Arcade Games inspirieren. Wobei es nicht nur um Design und Grafik geht, sondern auch um Licht und Sound. Über zwei Mischpulte können die Gäste - mit der intuitiven Steuerung der Automaten-Klassiker - eine computergestützte Licht-Sound-Skulptur selbst bespielen und eigene Kompositionen kreieren. Die Mitwirkung der Besucher:innen ist sogar essentiell, denn erst durch sie wird die Installation überhaupt erst zum Leben erweckt. Ob das nun ein Konzert ohne Musiker:innen ist, Theater ohne Schauspieler:innen oder Bildende Kunst in einer neuen Form? Das können die Gäste selbst entscheiden. Und vielleicht kommen sie dabei zu dem Ergebnis, das alles auf einmal zutrifft - und sie selbst dabei die wichtigste Rolle spielen. BOSMOS – ARCADE FREITAG, 8. APRIL, 16 - 20 UHR SAMSTAG, 9. APRIL, 11 - 20 UHR SONNTAG, 10. APRIL, 11 - 20 UHR TEEPAVILLON IM SCHLOSSGARTEN GARTENSTR. 37 26122 OLDENBURG Und wie sehen es die Künstler selbst? Mitten im Endspurt vor der Ausstellungseröffnung konnten wir Lars Unger noch einige Fragen stellen. Was das Duo inspiriert hat, wie so eine Ausstellung entsteht und warum sie nur ein Wochenende läuft - lest ihr hier! Lars, den Begriff "Arcade" kennen viele aus der Zeit der Ballerspiele in den Spielhallen der 80er. Wieso dieser Titel? Ballert eure Installation? Auf jeden Fall! Aber natürlich anders als ein Ballerspiel. Der Titel „Arcade“ bezieht sich auf die Form der Installation: Bei den Arcade-Spielen der 80er Jahre ging es um kurzweilige, spontane Spiel-Sessions. Durch die damals geringeren technischen Möglichkeiten sind diese Spiele besonders einfach und unkompliziert aufgebaut. Diese einfache Bedienung, der schneller Spaß, die unkomplizierte Kommunikation: damit spielt die Installation. Bei euch geht’s aber in ein Teehaus statt in die Spielothek. Das klingt nach einem großen Kontrast. Wie kam es dazu? Wir lieben Brüche! Die digitale Kunstinstallation im botanischen Frühlings-Flair bringt einen spannenden Kontrast in die Atmosphäre. BOSMOS bespielt schon immer gerne spezielle Theater- und Ausstellungsorte und der Teepavillon ist so einer. Ihr verbindet unterschiedliche Bereiche miteinander: Produktdesign, Klanginstallation, Bühnenbild. Was war zuerst da, was zuletzt? Und spielt der Ort eine Rolle? Als Allererstes war das Theater da. Wir haben uns bei einer Theaterprobe kennengelernt – Wilco als Theatermusiker, Lars als Bühnenbildner – und dort Ideen für ein Theaterstück ohne Darsteller:innen gesponnen. Daraus ist vor 13 Jahren BOSMOS entstanden. Dabei gehören Sound, Licht, Skulptur und Bühnenbild für uns immer zusammen! Genauso wie der Ort, der nicht wegzugucken ist und immer eine Rolle spielt: Das Licht fällt auf die Wände, der Sound hallt im Raum. Eurer Publikum bindet ihr aktiv ein. Wie wichtig ist euch diese elementare Interaktion? Die Interaktion ist für uns zentral: Jedes künstlerische Werk interagiert auf besondere Weise im Zuschauer. Bei „Arcade“ wird das Publikum nun aktiv an der Produktion beteiligt: die Gäste steuern die Installation mit Licht und Sound und stellen so die Aufführung mit her. Das ist eine besondere Art der Interaktivität, die wir so zum ersten Mal ausprobieren. Zwischen euch gibt es eine Landesgrenze. Ist das für eure Zusammenarbeit gut, schlecht oder ganz egal? Am Anfang gab es die Landesgrenze nicht – wir haben beide in Holland studiert und dort BOSMOS gegründet. Wilco ist geblieben, ich bin wieder nach Deutschland gezogen. Manchmal ist es logistisch schwierig an gemeinsamen Werken zu arbeiten. Für die Kommunikation aber spielt das keine Rolle. Übrigens: BOSMOS ist holländisch und heißt so viel wie „Waldmoos“! Der einzige Haken: die "Arcade"-Installation ist nur drei Tage zugänglich. Warum denn so kurz? Wir fragten uns: wird etwas besser, wenn es länger dauert? Wir wollten es diesmal kurz und kompakt halten! Außerdem zieht „Arcade“ danach noch weiter: Am 26.04. sind wir in Hamburg beim „bunkersalon“ des resonanzraums dabei, und im Mai kann man die Installation zusammen mit anderen BOSMOS-Arbeiten im haus6 in Worpswede sehen – in Kooperation mit der KW/Randlage und den Künstler:innenhäusern Worpswede. „Arcade“ goes überregional. Eins steht fest: Bei den Installationen von Bosmos sollte man unbedingt etwas mitbringen: Neben der Neugier auch eine spielerische Lust am Probieren und Perspektivwechsel. Nicht alles ergibt sofort einen Sinn, nicht alles lässt sich klar interpretieren. Die Kunsterfahrung wird selbst zu einem Spiel: Was denke und was fühle ich? Oder lässt mich das vollkommen unberührt? Dann hilft nur eins: einfach mal den Trigger Button drücken. Schließlich ist "Arcade" Kunst, die ballert.
- BLAUSCHIMMEL ON THE ROAD
Hoppla! Der in Oldenburg bestens bekannte Blauschimmel des gleichnamigen Ateliers war zuletzt nicht (nur) in der norddeutschen Tiefebene anzutreffen, sondern an der Atlantikküste. Wir haben bei Geschäftsführerin Jessica Leffers nachgefragt, was er dort macht - und wo es als nächstes hingeht. Jessica, in den sozialen Medien sieht man gerade ein ungewohntes Bild: Der Blauschimmel trabt nicht durch Oldenburg, sondern durch Lissabon. Wie ist er denn da hingekommen? Ja, wir sind gerade viel unterwegs, und da kommt unser Blauschimmel natürlich auch immer sehr gerne mit! ;-) In Lissabon waren wir im Rahmen des EU-Projekts „CRAFT:IN“. Dabei geht es vereinfacht gesagt um den Austausch von Akteuren, die sich mit inklusiven Angeboten beschäftigen. Im Mittelpunkt stehen Innovationen und Positivbeispiele. An dem Projekt sind neben uns noch das UPSET-Theater aus Kroatien, die University of Atypical aus Nordirland, Zavod Tri aus Slowenien und Guerreiro & Silveira, Lda. aus Portugal beteiligt. Alles Einrichtungen, die auf künstlerische Art und Weise mit marginalisierten Gruppen arbeiten. In dem Projekt geht es darum, dass wir unsere Handfertigkeiten, die wir in der Arbeit mit unseren Teilnehmenden einsetzen, austauschen und uns gegenseitig weiterbilden. Bei jedem Projektpartner gibt es daher einen einwöchigen Workshop, in dem wir die Arbeit des jeweiligen Partners und die Einrichtung kennenlernen, und natürlich auch gemeinsam andere Dinge unternehmen, uns austauschen und Land und Leute kennenlernen. Bei uns findet Mitte Mai ein Maskenbau-Workshop statt und wir freuen uns schon sehr, unsere Partner hier in Oldenburg begrüßen zu dürfen. Und was genau passiert vor Ort? Woran arbeitet ihr mit den anderen Teilnehmer*innen? In Lissabon z.B. haben wir Fliesen bemalt, gewebt sowie an einem Makramee- und einem Siebdruck-Workshop teilgenommen. Es sind tolle Jute-Beutel, Taschen und Untersetzer entstanden, die dann im wunderschönen Alentejo Palace ausgestellt wurden. Darüber hinaus wurde - wie ich gehört habe, leider war ich nicht selber dabei - die leckeren portugiesischen Natas und der gute Galao genossen und die Stadt kennengelernt. So ein Austausch über Grenzen hinweg, ist ja was Besonderes. Was versprecht Ihr Euch davon? Was schätzt ihr daran? Es ist natürlich total spannend zu hören und zu sehen, wie die anderen Einrichtungen arbeiten, wie sie sich finanzieren, wie sie funktionieren. Wir bekommen dann auch immer wieder Formate mit, bei denen man dann denkt: „Hmm, wäre das nicht auch mal was für uns, was wir in unsere Arbeit integrieren können, was wir bei uns umsetzen können?“ Es erweitert auf jeden Fall ungemein den Horizont. Und dann ist es auch einfach ein total netter und sympathischer Austausch mit vielen supernetten Menschen! Überhaupt geht es bei Blauschimmel zurzeit sehr international zu. Gerade habt ihr das EU-Projekt „Urban Survival Kits“ angekündigt, bei dem es ins nordirische Belfast geht. Was hat es denn damit auf sich? Ja genau, auch ein sehr schönes Projekt mit engagierten Partnern aus Polen, Kroatien, Nordirland und der Türkei. Die Idee kommt von unserem Projektpartner, der University of Atypical aus Belfast. In dem Projekt geht es um die Frage, was es eigentlich zum Reisen braucht. Insbesondere Menschen mit Beeinträchtigungen werden beim Reisen immer wieder mit vielen Barrieren konfrontiert. In dem Projekt wollen wir mit den Teilnehmenden herausarbeiten, was sie ganz individuell bräuchten, um sich beim Reisen zurecht zu finden und sich wohl zu fühlen. Auf künstlerische Art und Weise sollen ganz persönliche Survival Kits entstehen, die dann auch an den unterschiedlichen Orten und online ausgestellt werden sollen. Wir werden hier vor Ort arbeiten, aber es sind auch zwei Workshops in Belfast geplant. Und wir haben auch noch Plätze frei. Insofern freuen wir uns über Menschen, die Lust haben, bei dem Projekt mitzumachen! Aber Oldenburg muss sich keine Sorgen machen? Das Blauschimmel Atelier bleibt in unserer Stadt? Nein, nein, wir sind sehr gerne hier in Oldenburg und haben auch hier vor Ort noch viel vor! So freuen wir uns gerade sehr auf die anstehende Inklusionswoche, für die wir ein ganz besonderes Programm zusammengestellt haben, mit viel kreativem Protest. Nächstes Jahr feiern wir dann schon unser 25-jähriges Bestehen. Dies wollen wir zum Anlass nehmen, ein mehrtägiges inklusives Festival in Oldenburg auszurichten. Und vielleicht können wir dafür auch die ein oder andere Produktion unserer EU-Partner nach Oldenburg holen.
- DIE KULTUR ZEIGT FLAGGE
Schon gesehen? In Solidarität mit den Menschen in der Ukraine und in Verurteilung des Angriffskrieges von Wladimir Putin erstrahlt das PFL derzeit in den Farben Blau und Gelb. Mit dieser symbolischen Aktion ist das Kulturbüro aber nicht allein. Ganz im Gegenteil, die Kulturszene ist zu einem Aktivposten der Ukraine-Hilfe geworden. Wenn die Oldenburger Kulturszene etwas ganz schlecht aushalten kann, dann ist es das Gefühl, nichts tun zu können. Das war in den letzten Jahren bei den Lockdowns zu und führte zeitweise zu wahren Explosionen der Kreativität. Und das war auch nun wieder so, als Wladimir Putin den Krieg in der Ukraine begann. Die Akteure geben sich nicht damit zufrieden, „nur“ Anteil zu nehmen und Mitgefühl zu zeigen. Sie wollen aktiv sein, etwas bewegen und bewirken. Und es gelingt ihnen - wieder einmal. Oldenburg hilft Eine starke Verbindung aus Kultur und konkreter Unterstützung war der Spendenabend „Oldenburg hilft“ im Staatstheater am 16. März. Innerhalb kürzester Zeit haben Intendant Christian Firmbach und sein Ensemble ein Programm mit Beiträgen aus beinahe allen Sparten des Hauses zusammengstellt: Oper, Tanz, Lesung - in ebenso kurzweiligen wie hochkarätigen Beiträgen demonstrierte das Staatstheater über zwei Stunden hinweg die positive Kraft der Kultur. Besonders eindrucksvoll: der Auftritt der ukrainischen Flötistin Rimma Malynovska, die erst kurz zuvor mit ihren beiden Kindern ein vorübergehendes Zuhause in Oldenburg gefunden hat. An dieser Stelle rückte der Konflikt plötzlich ganz nah. Der Eintrittspreis war mit 5,- Euro eher symbolischer Natur; dafür kamen über Spenden mehr als 10.000,- Euro zusammen. Die Erlöse teilen sich die Initiativen “Oldenburg hilft der Ukraine“ von Maike Günther und „Wir lassen euch nicht allein“ der Nordwest-Zeitung. Einen guten Eindruck vom Abend, bekommt man durch die Beiträge vom NDR. Play for Peace Noch deutlich früher dran war Play for Peace auf dem Schlossplatz, nämlich schon am 6. März. Viele Anwesende rätselten, wie es Stadtfest-Organisator Reinke Haar gelungen sein könnte, nur eine Woche nach Beginn des Krieges ein echtes Festival auf die Beine zu stellen. Sowohl das Entstehen dieser Idee also auch die große Unterstützung der beteiligten Künstler*innen waren ein Beispiel für die enorme Hilfsbereitschaft in unserer Stadt. Auch das Publikum machte mit: der Schlossplatz war durchweg gut gefüllt, insgesamt 8.000 Zuschauer*innen zählten die Veranstalter. Die Stimmung bewegte sich zwischen gelöst und bewegt. Höhepunkt war auch hier der Auftritt einer Ukrainerin, in diesem Fall der nur acht Jahre alten Zlata. Sie sang ein Lied aus ihrer Heimat, das niemanden unberührt ließ. Aber auch sonst konnte sich das spontane-Line-up sehen lassen und bot wunderbare Kontraste. Wann erlebt man schon Sinatra-Klassiker, Punkrock-Hymnen und eine Schweigeminute - in genau dieser Reihenfolge? Und das Beste: hier kamen ca. 22.000 Euro für die Ukraine zusammen. Solidarisches Kino Im Stadtbild weniger auffällig, inhaltlich aber umso stärker war zudem der Schwerpunkte Ukraine in der Reihe „Solidarisches Kino“ des Cine k. Das Programmkino zeigte im März die ukrainischen Dokumentar-Filme „Women* - What are we fighting for?“ und „Maidan“, beide bei freiem Eintritt. Spenden waren natürlich erwünscht und gingen an „Kharkiv Pride“ beziehungsweise „International Coalition for Filmmakers at Risk“. Das heißt: jeder Kinobesuch erweitert nicht nur den persönlichen Horizont, sondern auch die Handlungsmöglichkeiten dieser Organisationen. Ein klassischer Fall von Win-win. Statement der Museen Am 28. März hissten die Oldenburger Museen auf all ihren Profilen die gelb-blaue Flagge der Ukraine. Gleichzeitig veröffentlichen alle beteiligten Häuser eine gleichlautenden Erklärung, in der sie den Krieg in der Ukraine mit klaren Worten verurteilen. Außerdem unterstützen sie eine Initiative der World Heritage Watch. Die Organisation ruft auf zum Schutz des kulturellen Erbes in der Ukraine, das ebenfalls stark unter dem Krieg zu leiden hat. Gebäude sind vor Bomben und Raketen leider kaum zu schützen, aber die vielen ukrainischen Kunstschätze können vor Raum und Zerstörung gerettet werden. Die Oldenburger Museen unterstützen dieses Vorhaben und leisten gemeinsam einen finanziellen Beitrag dazu. Beides - das Engagement und die Gemeinschaftlichkeit der Aktion - ist ein starkes Zeichen in einer schwierigen Zeit, nicht nur für Menschen, sondern auch für die Kunst. Beteiligt waren: Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Edith-Ruß-Haus für Medienkunst Horst-Janssen-Museum Landesmuseum für Natur und Mensch Stadtmuseum Benefiz-Abende von theater hof/19 und theater wrede+ Freie Theater sind finanziell in der Regel selbst nicht auf Rosen gebettet. Da machen die Oldenburger Häuser keine große Ausnahme. Dennoch war es für das theater hof/19 und für theater wrede+ selbstverständlich, dass auch sie sich für die Menschen in der Ukraine engagieren. Am 2. April fand im kleinen Theater in der Bahnhofstraße 19 eine Benefiz-Aufführung des Klassikers "Alter Whisky, junge Liebe" statt. Das Ergebnis war ein "wunderbarer Abend im Zeichen des Friedens", wie das Team des Theaters bilanziert. "Es ist ein kraftvolles, gutes Zeichen, sich über die Musik und Kultur verbunden zu fühlen und damit auch noch helfen zu können", heißt es bei Instagram weiter. Dem rundheru gelungenen Abend setzte die Spendensumme noch eine strahlende Krone auf: 5.600,- Euro kamen an diesem Abend zusammen und gehen direkt an die Aktion "Deutschland hilft". Tags darauf konnte man in der Klävemannstraße einen ähnlichen Effekt erleben, auch wenn er zunächst ganz anders aussah. Es gibt nicht um Whisky, sondern um Wasser, und der Beginn war am Nachmittag statt am Abend. Kein Wunder: Das wrede-Ensemble zeigte nämlich das neue Stück "Regen riechen" für alle Menschen ab zwei Jahren. Sämtliche Erlöse gingen dabei an "Oldenburg hilft der Ukraine". Ausgerechnet einen umsatzstarken Sonntag eine Woche nach der Premiere für eine Benefizveranstaltung zu nutzen, zeugt von der Haltung hinter diesem Engagement. Auch wenn die vielen kleinen Gäste den Kontext zum Krieg in der Ukraine - zum Glück - noch nicht herstellen konnten, war auch diese Veranstaltung eine ganz besondere für das Publikum. Denn auch hier gab es neben der guten Sache auch eine gefühlte Gemeinschaft. Neben weiteren 810,- Euro für die Menschen aus der Ukraine ist das ein zusätzlicher Effekt hier vor Ort, der - ebenso wie bei hof/19 - hoffentlich noch lange nachhallen wird. Dies sind nur einige von vielen starken Aktionen des Oldenburger Kulturszene in diesen dramatischen Wochen. Kein Zweifel: Die Szene ist aktiv, sie bewegt und bewirkt etwas. Und wahrscheinlich haben wir noch viel vergessen. Wer mag, kann uns gerne darauf hinweisen, dann erweitern wir diesen Artikel gerne. Selber helfen? Hier geht's lang!
- STATIST:INNEN GESUCHT!
Das Staatstheater ist eine Institution. Wer es dort auf die Bühne schafft, hat viel Talent und/oder große Erfahrung. Für alle anderen bleibt es ein Traum. Oder? Nein, nicht unbedingt. Das Theater sucht Statisten für den "Ring" : Bühnenerfahrung ist ein Kann, kein Muss. Das heißt: Da ist die Chance, einmal selbst auf den Brettern zu stehen, die in Oldenburg die Welt bedeuten. Die meisten Oldenburger*innen haben das Staatstheater schon von innen gesehen; manche sogar so oft, dass sie sich dort fast zuhause fühlen. Die Perspektive ist aber immer dieselbe: von den Zuschauerplätzen in Richtung Bühne. Nun endlich kommt eine Gelegenheit, dieses Verhältnis einmal umzukehren und selbst im Rampenlicht zu stehen. Für den 1. Oldenburger Ring (aus dem übrigens auch die obige Szene stammt) sucht das Oldenburgische Staatstheater aktuell vor allem männliche Statisten. Die Bewerbung ist denkbar einfach: es genügt eine kurze E-Mail an Philipp Westerhof, den Leiter der Statisterie. Einfacher geht es kaum. Und als wäre die einzigartige Erfahrung einmal auf der Bühne des Staatstheaters zu stehen, nicht genug, kommt noch ein angenehmes Detail hinzu: Die Auftritte werden vergütet Über Kultur nicht nur schnacken, sie nicht nur konsumieren, sondern selber kreieren? Unter Anleitung echter Profis? Inmitten eines epischen Stücks? Keine Frage: Diese Gelegenheit sollte man nutzen. Zumindest dann, wenn man sich schon immer gefragt hat, wie es sich anfühlt, nicht vom Zuschauerraum auf die Bühne zu schauen - sondern in die andere Richtung.
- EIN OLDENBURGER DOPPEL
Es war eine lange Schlange an wartenden Menschen, die bis hinaus aus dem Kulturzentrum PFL reichte, als gestern Jochen Schimmang, auf Einladung des Literaturhauses Oldenburg, seinen neuen Roman „Laborschläfer“ vorstellte. Doch: die Schlange war absolut berechtigt und auch das Warten sollte sich defintiv lohnen, denn die Gäste wurden am gestrigen Mittwochabend nicht nur mit einem, sondern gleich zwei der berühmtesten Autoren belohnt, die unsere Stadt zu bieten hat! Kein geringerer als Klaus Modick himself, Autor von Büchern wie „Konzert ohne Dichter“, übernahm kurzfristig die Rolle des Moderators, da er ohnehin als Gast im Publikum gesessen hätte und so entstand ein waschechtes Doppel der Oldenburger Literaturgrößen. Dass dabei zwei Schriftstellerkollegen auf der Bühne saßen, merkte man der entspannten und gut gelaunten Atmosphäre von Beginn an, die sich auch durch den gesamten, restlichen Abend ziehen sollte. Kollektive Erinnerungen Einerseits entsteht so an diesem Abend ein Gespräch, das immer wieder rund um die Frage der Erinnerungen kreist, da es auch eines der zentralen Themen innerhalb Schimmangs aktuellstem Werk bildet: Wieviel der eigenen Erinnerungen gehören einem wirklich ganz selbst und welche teilen wir uns mit bestimmten gesellschaftlichen Gruppen? Und was hat unser Schlaf damit zutun? Denn Schimmangs Protagonist Rainer Roloff schläft. Viel. Er führt ein zurückgezogenes Leben und fragte man ihn nach seiner Erwerbsbiografie, so würde er sich als Privatgelehrter bezeichnen. Struktur bekommt sein Leben dank einer Langzeitstudie zum Einfluss des Schlafs auf das Gedächtnis, an der er als Proband teilnimmt. Dafür reist er regelmäßig von Köln nach Düsseldorf, selbst in Zeiten der Pandemie, um im Labor seine an das Aufwachen anschließenden Gedanken zu Protokoll zu geben. Roloff, ein Jahr älter als die Bundesrepublik, ist ein idealer und ergiebiger Proband, mit einem Elefantengedächtnis und Aufmerksamkeit für den Zusammenhang zwischen dem kollektivem Unbewussten und der individuellen Erinnerung. Dr. Meissner, der die Studie leitet, findet überwiegend sehr gelungen, was sein Proband ihm in einer Mischung aus zeitgeschichtlicher und persönlicher Erinnerung und spielerisch-absurder Noch-Traum-Logik erzählt. Doch dann gerät das Gedächtnis des Schlafforschers selbst aus dem Gleichgewicht. Ist man als Autor immer autobiographisch? Andererseits stellte sich anhand der zahlreichen Erinnerungen des Protagonisten an vergangene Zeiten der „alten BRD“, wie man so schön zu sagen pflegt, auch für Moderator Modick immer wieder die Frage nach dem Verhältnis von Autobiographischem und der bloßen Fiktion. Ist man nicht letztlich immer bis zu einem gewissen Grad autobiographisch, weil Literatur immer eng mit der eigenen, persönlichen Geschichte verknüpft ist? Gerade Schimmang gelingt es hier immer wieder die Grenzen genau dieser Beziehung aufs neue auszuloten und nie ganz klar zu machen, wo der Autor Schimmang aufhört und die Figur Rainer Roloff beginnt. Was wir aber wissen: Jochen Schimmang selbst lebt als freier Schriftsteller und Übersetzer in Oldenburg. 2010 erhielt er für seinen Roman „Das Beste, was wir hatten“ den Rheingau Literatur Preis und 2012 den Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar für „Neue Mitte“. 2019 wurde er mit dem erstmals verliehenen Walter Kempowski Preis für biografische Literatur des Landes Niedersachsen ausgezeichnet und 2021 erhielt er den Italo-Svevo-Preis für sein Lebenswerk Jochen Schimmang - Laborschläfer Edition Nautilus, Hamburg. 328 Seiten, 24 Euro. ISBN 978-3-96054-278-0 Lust auf Literatur & diese Veranstaltung verpasst? Gar kein ein Problem! Das Literaturhaus Oldenburg bietet auch in den kommenden Wochen & Monaten ein vielfältiges und reichhaltiges Programm. Eine Kostprobe:
- DURCH RAUM UND ZEIT
Leerstand gehört zum Immobiliengeschäft. Jahrzehntelang galt dieses Prinzip, ohne dass sich jemand größere Gedanken über den ungenutzten Raum gemacht hätte. Das hat sich zuletzt deutlich geändert. Leerstehende Ladengeschäfte und andere Gebäude rücken zunehmend in den Fokus der Kultur. Sie bieten mehr als einfach nur Platz, nämlich auch ihre charakteristische Atmosphäre und neue Möglichkeiten. Aus diesem Grunde existiert in Oldenburg seit 2020 die Vermittlungsagentur „Raum auf Zeit“. Sie hat es sich zum Ziel gemacht, ungenutzte Immobilien an Kulturakteure zu vermitteln. Die Anregung dazu kam vom Kulturausschuss, aufgebaut wurde sie von Michael Hagemeister. Seit einiger Zeit komplettieren Pia Wienholt und Verena Schweicher das Team. Wenn Sie demnächst also drei Personen in der Innenstadt antreffen, die sich einen Leerstand besonders genau anschauen, besteht kein Grund zur Sorge. Es handelt sich nicht etwa um die Gesandtschaft eines Immobilienhais, sondern um das Team von Raum auf Zeit - auf der Suche nach dem nächsten Kulturort mit Verfallsdatum. Aber wie funktioniert das eigentlich ganz genau? Wie findet die Kultur ihre Quadratmeter? Darüber haben wir uns mit Michael ausführlich unterhalten. Was er gesagt hat, hört ihr in FOLGE 02 unseres Podcasts - oder lest ihr hier. Fäden ziehen statt Saiten zupfen Was Ihr im Podcast nicht hören könnt: Wie es sich anfühlt, die Agentur im Poly-Haus am Rande der Innenstadt zu besuchen. Ein Gedanke drängt sich dabei sofort auf: Der Ort passt. Dort, wo „Raum auf Zeit“ seinen Sitz hat, wurde jahrelang die Frage gestellt, was man mit dem Areal anfangen könnte. Das galt sowohl für das Gebäude selbst, als auch für die Grundstücke daneben, die bestenfalls den Charme eines Hinterhofs hatten. Heute ist das Poly-Haus längst etabliert, rechts davon schließen sich allmählich die Lücken, eines der größten und bekanntesten Street Art Kunstwerke Oldenburgs hat an diesem Ort seinen Platz. Keine Frage: Die Stadt verändert sich hier, demnächst ja auch direkt gegenüber - und das hat Symbolcharakter für das Team von „Raum auf Zeit“. Michael ist hauptberuflich Kontrabassist im Orchester des Oldenburgischen Staatstheaters, daneben aber auch umtriebiger und bestens vernetzter Kulturmanager. Sein Name taucht zwar nicht überall auf, wo etwas Besonderes passiert - aber doch sehr oft. Und nun also: bei Raum auf Zeit. Wie kam es dazu? Welche Talente bringt er mit? „Die Fähigkeiten am Bass waren es jedenfalls nicht“, lacht er. „In anderen Städten kümmern sich häufig Architekten um dieses Thema. Bei mir war wohl entscheidend, dass ich mit vielen Akteuren gut vernetzt bin - und dass ich ein Konzept eingereicht habe, das überzeugen konnte.“ Hilfreich sei zudem, wenn man ein Händchen für die Kulturszene habe. Dann könne man besser spüren, was jemand für sein Projekt brauche. Kulturwissenschaftlerin Pia und Theaterpädagogin Verena profitieren ebenfalls von ihrer kulturellen DNA, bringen aber eigene Kompetenzen und Überzeugungen mit. Pia möchte Menschen dabei helfen, ihre Utopien zu verwirklichen und mehr Beteiligung und Miteinander möglich machen. Für Verena ist die Nutzung von Räumen auch eine Form des Auslebens. Sie ist sicher: „Für Ideen brauchen wir Räume und Orte unterschiedlichster Art - weil auch die Menschen unterschiedlichste Visionen haben.“ Eine Idee setzt sich durch Der Name „Raum auf Zeit“ war eigentlich nur ein Arbeitstitel. „Die Suche sollte noch weitergehen“, erinnert sich Michael zurück. Aber bekanntlich hält nichts so lange wie ein gutes Provisorium: „Irgendwann haben wir gemerkt: etwas Besseres finden wir gar nicht.“ Inzwischen ist auch die Abkürzung längst etabliert: RaZ. Das war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht geplant, erstmal sollte sich der volle Name etablieren. Aber: Spitznamen lassen sich eben nicht planen. Und wenn man einen hat, bedeutet das meist: Man ist angekommen. Aber was macht Raum auf Zeit denn ganz konkret? Michael schafft es, die komplexe Aufgabe in einen einzigen Satz zu verpacken: "Wir vermitteln leerstehende Räume für eine kurze Zeit an Kulturschaffende, damit sie dort ihre Projekte realisieren können." Ziel sei es dabei, die Stadt zu beleben und zu entwickeln. Klingt simpel, doch man ahnt, dass diese Beschreibung maximal verknappt ist. ZWISCHENNUTZUNG IN SECHS EINFACHEN SCHRITTEN ENTWICKELT EURE IDEE GEHT AUF DIE WEBSITE WWW.RAZ-OL.DE KLICKT AUF "MENÜ", DANN AUF "RÄUME SUCHEN" FÜLLT DAS FORMULAR AUS WARTET DIE RÜCKMELDUNG AB SEID VORBEREITET UND FLEXIBEL Eine Schwierigkeit besteht bereits darin, überhaupt Zugriff auf Räume zu bekommen. Dabei ist nicht etwa das Finden das Problem: "Wir gehen einfach durch die Innenstadt und schauen nach", beschreibt Michael den Prozess. So standen im März 2022 vierzig bis fünfzig Leerstände in der Innenstadt auf der RaZ-Liste. Manche werden für Nachmieter aufbereitet, andere warten auf die Genehmigung einer Nutzungsänderung oder eines Bauantrags. "Wir versuchen, in diese Lücken zu stoßen. Da, wo es uns gelungen ist, konnten wir die Räume meist drei Monate lang für Zwischennutzung gewinnen", erklärt der Kulturmanager. Bis es soweit ist, braucht es aber viel Überzeugungsarbeit. Schließlich kann man von den Zwischennutzer*innen nur geringe Nutzungsentgelte erwarten, keine Mietzahlungen in den üblichen Größenordnungen. Daran müssen sich viele Eigentümer*innen erst gewöhnen. Aber wie ist die grundsätzliche Entwicklung? Setzt sich die Idee in Oldenburg durch? „Das würde ich schon sagen“, bilanziert Michael. „Wir stehen in erster Linie in Kontakt mit Maklern. Da gibt es immer mehr, die uns kennen und die sagen: ‘Coole Sache! Wir finden gut, dass ihr das macht.‘ Auf die setzen wir bisher und hoffen, dass es noch mehr werden.“ Auch die Reaktionen der Eigentümer seien größtenteils positiv. Trotzdem gebe es noch Luft nach oben: „Ab und zu hören wir von den Maklern auch ‘Machen wir nicht‘. Die scheuen meist den Aufwand. Aber da versuchen wir, hartnäckig zu bleiben.“ Schließlich habe die Idee der Zwischennutzung für alle nur Vorteile. Besuchermagnet Zwischennutzung Genau das wurde auch deutlich bei „nutzen - Tag der kreativen Zwischennutzung“ am 25. Februar 2022: die erste Veranstaltung ihrer Art war ein voller Erfolg. „Wir waren richtig gut besucht. Bei den Vorträgen zum Thema war ein ganz junges Publikum - das man als Musiker im Staatstheater nicht so oft sieht“, erzählt Michael mit einem Schmunzeln. Kein Wunder: das Programm war hochkarätig und attraktiv, mit Gästen und Referenten aus München, Bremen und Hannover. Eine zentrale Rolle spielten aber auch reale Beispiele aus Oldenburg, wie etwa „Ein außergewöhnliche Ereignis“, das Freizeitlärm e.V. im September 2021 realisiert hat und das in der Techno-Szene einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Zu den Spielorten des Events gehörte neben der Langen Straße 74 auch die Staustraße 16, in Oldenburg besser bekannt als Photo Dose. „Dafür hat sich spontan das junge Künstlerkollektiv „einfach.nein“ zusammengefunden, Die haben sich dort einmal richtig ausgetobt“, berichtet Michael. Eine Frage drängt sich auf: Kann es sein, dass diese Räume bei den Nutzer*innen etwas triggern? Dass sie Neues überhaupt erst möglich machen? Und dass sie weniger eine Spielfläche sind, sondern vielmehr Teil des Kunstwerks werden? „Ja, auf jeden Fall“, ist Michael fest überzeugt. „Darauf lag unser Fokus anfangs gar nicht, es ging eher um den Platz an sich. Aber das ist ohne Zweifel immer wichtiger geworden.“ Aus Räumen werden Orte Das Paradebeispiel dafür sei „Die Loge“ von Clara Kaiser und Mathilda Kochan. In allen Projekten, die sie bisher realisiert haben, hat der jeweilige Räume eine entscheidende Rolle gespielt. Für Hagemeister ist das eine Stärke der Zwischennutzung: Sie bietet eben nicht nur Fläche, sondern auch Möglichkeiten, mit der vorhandenen Situation in Interaktionen zu treten. Häufig werden die Räumlichkeiten Teil der künstlerischen Arbeit - und manchmal schmieden sich dabei neue Allianzen. So war es bereits im Sommer 2020, als The Hidden Art Project seine erste Ausstellung im ehemaligen HEMA in der Haarenstraße realisierte. Idee und Initiative kamen damals von Sven Müller, Unterstützung bekam er zunächst nur von MACHWERK, dem Fonds für innovative Kulturprojekte. Doch das Projekt wuchs und kreierte trotz Corona eine enorme Sogwirkung. Heute ist „Hidden Art“ ein Aktivposten der Szene mit eigener Galerie im Lambertihof. Ganz klar: Ein Idealfall. Beispiele wie dieses bestärken Michael, Pia und Verena in ihrer Überzeugung: „Die Gestaltung von Räumen, die Aufwertung von leerstehenden Ladenlokalen, wo Menschen einfach reinkommen und unerwartete Dinge erleben können, die sie im Alltag sonst nicht sehen - das kann ganz groß werden.“ Neu definiert: Der öffentliche Raum Zu den Gedankenspielen um Zwischennutzung gehört auch das ‘Placemaking', also die Gestaltung des öffentlichen Raumes. Früher waren damit die tatsächlich frei zugänglichen Bereiche gemeint. „Heute geht die Interpretation weiter“, weiß Michael. Die Erdgeschosse der Fußgängerzonen werden dazugezählt, weil sie dank ihrer Glasfassaden eben eine Erweiterung der öffentlichen Raumes sind. Das bringe auch die Aufgabe mit sich, diese Bereiche anders zu bespielen. Das berücksichtigt auch „Raum auf Zeit“: „In der Zwischennutzung Lange Straße 74 haben wir regelmäßig Laufpublikum, das einfach mal reinschauen will“, zeigt Michael das Potenzial auf. „Es ist nicht so, dass alle immer nur von Shop A zu Shop B laufen. Die Leute flanieren und sind durchaus offen für Neues.“ Und diesen Momenten vielleicht sogar mehr als irgendwann sonst. „Wir versuchen, solche Orte als öffentlichen Raum zu denken, wo man sich ohne Eintritt und ohne Konsum aufhalten kann“, sieht der Kulturmanager auch eine soziale Komponente. „Wir erleben immer wieder, welchen Wert das für die Leute hat: etwas entdecken zu können, was sie nicht erwartet haben.“ Die Rolle der Räume sei dabei nicht zu unterschätzen. Sie bieten nicht nur den nötigen Platz, sie inspirieren auch die Künstler*innen und lassen neue Kooperationen und Netzwerke entstehen. Etwas Entscheidendes käme noch dazu, weiß Michael: „Die Orte verändern sich, wenn Leute sich dort treffen. Dadurch, dass man dort was tut - und was man dort tut - verändert man den Raum. Dadurch wird er tatsächlich zu einem neuen Treffpunkt.“ Eine konkrete Vorstellung, wie die Stadt in Zukunft aussehen soll, existiert bei Raum auf Zeit jedoch nicht. „Man spricht ja davon, dass eine Stadt sich entwickelt. Ich glaube, dass wir alle dazu beitragen.“ Dass man die Gestaltung von Quartieren und Stadtteilen detailliert vorausplanen könne, glaubt er dagegen nicht. „Wir haben uns aber durchaus mit Ideen und Theorien der Stadtentwicklung beschäftigt und finden den Begriff der „kreativen Stadt“ sehr spannend. Für Menschen ist es wichtig, Orte zu haben, an denen es eine Kultur auf Augenhöhe gibt, also Street Level Culture.“ Ein zweites Schanzenviertel könne man in Oldenburg aber nicht einfach kreieren. Das müsse langfristig wachsen - und es gehöre auch dazu, dass sich die Kultur ihre Räume erobert. Orte bereitstellen funktioniere meist nicht, denn dann fehle es an Authentizität und Originalität. BEISPIELE BAUMGARTENSTRAßE 6 GASTSTRAßE 16 KAISERSTRAßE 12 KURWICKSTRAßE 11 KURWICKSTRAßE 31 LANGE STRAßE 74 SCHLOSSHÖFE STAUSTRAßE 16 Zwischennutzung als Dauerlösung Zwischennutzung, so viel ist schnell klar, ist mehr als das Füllen leerer Flächen, die Rolle der Kultur geht über die eines Lückenbüßers weit hinaus. Zumindest dann, wenn man es richtig anfängt. Genau das ist mit der Agentur „Raum auf Zeit“ gelungen. Michael, Pia und Verena übernehmen das mühevolle Suchen, Verhandeln, Vermitteln. Das hat zwar durchaus mal den Charme einer urbanen Schatzsuche, bedeutet aber meist viel Recherche und Organisation. Die Kultur profitiert enorm von diesen zusätzlichen Möglichkeiten - und auch die Bevölkerung beginnt die Qualitäten der neuen Orte zu spüren. Paradoxerweise - oder folgerichtig? - war der Gang durch die Innenstadt nie abwechslungsreicher als jetzt, wo die Einkaufsmachine Innenstadt in einer Krise steckt. Doch solche Phasen waren schon immer Katalysatoren für Veränderungen und neue Möglichkeiten. Räume auf Zeit sind eine davon - und sie gehört zweifellos zu den attraktivsten. Jeder Podcast-Gast darf bei uns einen Song zu unserer Playlist Die Mische beisteuern. Michael hat sich „I Wish I would know how“ von Ida Sand ausgesucht. Wahrscheinlich hat er den Titel häufig im Kopf, wenn er vor einer leerstehenden Immobilie steht, dessen Eigentümer*in unbekannt ist. Wie er klingt? Hört ihr hier:
- ALLES ANDERE ALS ABSTELLGLEIS
Man nehme: eine alte, baufällige Halle unweit des Hauptbahnhofs, ein paar tausend Quadratmeter urbane Steppe, acht Bahngleise direkt nebenan und eine Großbaustelle gegenüber. Was ergibt das? Eine Schrottimmobilie – oder ein subkulturelles Kleinod namens „Gleispark"? Für Claus Spitzer-Ewersmann, den Macher hinter der World Press Photo Ausstellung in Oldenburg und Initiator des Gleisparks, ist die Sache klar: Hier schläft ein Dornröschen. Tatsächlich ist das Areal am Bundesbahnweg zwar verfallen und verwildert, aber hat man sich an den rauen Charme erstmal gewöhnt, drängen sich die Potenziale geradezu auf. Vor allem die ehemalige Paketpost-Halle mit ihrer Gesamtlänge von über hundert Metern verlangt geradezu nach einer kulturellen Nutzung. Und die Bereiche drum herum? Sind zwar Ödland, aber gleichzeitig eine Projektionsfläche für kulturelle Träumerei. Eine Lesung oder ein Konzert in der Abendsonne? Hier unkompliziert vorstellbar. Die Atmosphäre des Areals erinnert an erfolgreiche Zwischennutzungen wie das Platzprojekt in Hannover oder den Klybeckquai in Basel, doch die Kulisse ist hundert Prozent Oldenburg . Neben dem benachbarten Hauptbahnhof und dem alten Ringlokschuppen fallen vor allem die ehemaligen Kasernen am Pferdemarkt auf. Und außerdem: die Rückseite von Donnerschwee. Ja, die Umgebung ist tendenziell schroff, eben ein „Lost Place", wie er im Buche steht. Aber all das ist eingebettet in das Herz der Stadt. Geheimtipp: Offene Augen Wie findet man so eine staubige Perle? Und woher bekommt den Mut, so ein Projekt anzugehen? Spitzer-Ewersmann zuckt mit den Schultern, als sei das alles selbstverständlich - wohl wissend, dass dem nicht so ist. „Es fängt damit an, dass man eine Ausstellungsfläche sucht. Und dann fährt man eben mit offenen Augen durch die Stadt.“ Der erste Versuch bei einer anderen Halle scheitert, der zweite – bei eben dieser – erwies sich aber als Volltreffer. „Der Tipp kam von Thiemo Eddiks (Betreiber des benachbarten Computermuseums, Anm. d. Red.). Wir haben uns dann mit dem Hausmeister unterhalten, der hat den Kontakt zum Eigentümer hergestellt“, erzählt Spitzer-Ewersmann. Dabei handelte es sich nicht etwa um die Deutsche Bahn, sondern um eine Privatperson. Die Gespräche verliefen konstruktiv, der Eigentümer sagte sogar die Sanierung der Halle auf eigene Kosten zu. Spitzer-Ewersmann bot im Gegenzug etwas anderes: Ideen. Ein Fall für drei Daran mangelt es dem Kommunikations-Experten wahrlich nicht: „Wenn man das Potenzial hier sieht – oder fühlt –, ist es eh zu spät. Dann will man hier auch was umsetzen. Weil man tief im Inneren schon fest überzeugt ist, dass es funktionieren kann.“ Das sahen auch andere so, denn inzwischen gibt es einer Betreibergesellschaft für den Gleispark. Neben Spitzer-Ewersmann und seiner Agentur Mediavanti gehören dazu Bernd Feeken, der als Kopf der umBAUbar seine gastronomische Erfahrung einbringen wird, und Matthias Wulf, Geschäftsführer einer Firma für Veranstaltungstechnik. Schaut man auf dieses Personaltableau, fällt schnell auf: entscheidende Elemente der Wertschöpfungskette von Veranstaltungen sind damit bereits abgedeckt. Vielversprechend ist auch die Laufzeit der Verträge, die das Trio mit dem Eigentümer des Areals abgeschlossen hat: fünf Jahre – plus Option auf weitere fünf. Es sieht ganz so aus, als käme der Gleispark, um zu bleiben. Mit dem Bagger in den dritten Stock Lässt man den Blick über das Gelände schweifen, ist jedoch eines schnell klar: Bevor hier irgendjemand ein Bild aufhängt oder einen Akkord anschlägt, ist noch einiges zu tun. Zum Beispiel wollen hunderte Kubikmeter Sand bewegt werden - und diese Aufgabe beginnt bereits mit der Fragestellung, wie man einen Bagger überhaupt an seinen Arbeitsplatz viereinhalb Meter oberhalb der Straße bekommt. Dann wäre da noch die Halle selbst. Dach, Wände, Rolltore - fast alles muss neu. „Natürlich ist es eine große Herausforderung, in so kurzer Zeit diese große Fläche und die Halle betriebsbereit zu machen", weiß Architekt Feeken. Das Außengelände muss umfangreich umgestaltet und mit einer funktionierenden Gastronomie samt technischer Infrastruktur auszustatten werden. Ohne Wasser, Abwasser, Strom und Telefon geht eben nichts. Trotzdem herrscht Zuversicht: „Zum Glück ziehen alle an einem Strang, vom Bauamt bis zum Vermieter." Deshalb ist er sicher: „Oldenburg darf sich auf eine riesige multifunktionale Freifläche samt Biergarten freuen - und auf eine Halle mit 1.500 qm Nutzfläche. Das wird eine Bereicherung für Stadt und Kultur.“ Noch ist das Team aber auf der Suche nach Sponsoren und weiteren tatkräftigen Helfer*innen, die den Umbau gerne unterstützen möchten. Feekens Leitmotiv für die verbleibenden Wochen bis zur Eröffnung lautet: „Es ist noch viel zu tun.“ Frisch fixiert: Erste Hochkaräter Aber was wird überhaupt auf dem Gelände passieren? Den Anfang macht eine echte Deutschlandpremiere, nämlich die Ausstellung „Planet or Plastic?“. Seit einigen Jahren bezieht das Magazin National Geographic Stellung gegen die Umweltverschmutzung durch Plastikmüll. Die Ausstellung dokumentiert sowohl das Problem selbst als auch die Initiativen dagegen. Mehr zu der Ausstellung, die das Landesmuseum für Natur und Mensch zusammen mit Mediavanti realisiert, erfahrt ihr schon bald an dieser Stelle. „Die Ideen im Team sprudeln natürlich“, berichtet Spitzer-Ewersmann weiter. „Egal, wer hierherkommt: alle haben sofort eine Vision im Kopf.“ Allzu viel will er zwar noch nicht verraten, doch eine Information gibt er noch Preis: „Wir haben gerade einen echten Top-Star verpflichtet“, erklärt er feierlich - um dann schmunzelnd fortzufahren: „Zumindest für alle unter zehn Jahren. Es ist Christoph Biemann von der Sendung mit der Maus!“ Der habe kürzlich in Trier vor fast tausend kleinen Fans gespielt. Gibt es Bedenken, ob der Gleispark genügend Platz bietet? Immerhin sind ja auch viele Eltern im Schlepptau. „Wir werden das hinkriegen“, ist der erfahrene Ausstellung-Macher sicher. „In Oldenburg gibt es ja jetzt eine Menge Klappstühle!“ Noch viel zu tun: Das Areal des Gleisparks (Bildergalerie: Thorsten Lange) Kontakte gab es darüber hinaus mit den Graffiti-Spezialisten von „Die Jungs". Das Kollektiv plant bereits seit längerem, die Betonwand direkt unterhalb des Gleisparks zu einer „Wall of Fame“ für Graffiti-Kunst zu entwickeln. In diesem Zusammenhang soll in diesem Jahr u.a. ein Urban Art Festival stattfinden, das durch den städtischen MACHWERK-Fonds für innovative Kulturprojekte gefördert wird. Es spricht also noch mehr dafür, dass dort - in dieser unscheinbaren Ecke Oldenburgs - ein neuer „Place to be“ entstehen wird. Schrottimmobilie mit Perpektive Zurzeit ist der Gleispark eine Mischung aus städtischer Ödnis und baulichem Verfall. Dem verheißungsvollen Namen muss das Areal erst noch gerecht werden. Und nein, man kann ihn nicht mit der riesigen Münchener Paketposthalle vergleichen, die mehr als dreizehn Mal so groß ist. Trotzdem versteht man sofort, warum Spitzer-Ewersmann, Feeken und Wulf all das nicht als Brache ansehen, sondern als Chance. Es besteht kaum ein Zweifel daran, dass am Oldenburger Hauptbahnhof eine charakterstarke Location entsteht. Das Potenzial ist gerade wegen der urbanen Umgebung greifbar, zudem scheint die Fantasie der Akteure unbegrenzt. Und das Gute ist: der Termin für die Eröffnung steht bereits fest. „Planet or Plastic?“ startet am 30. April 2022. Für die Betreibergesellschaft bedeutet das zwar Hochdruck, die Bevölkerung darf sich jedoch auf einen konkreten Termin freuen - und dann selbst entscheiden: Schrottimmobilie oder subkulturelles Kleinod?
- ES SUMMT AUF DER THEATERBÜHNE
In ihrem neuen Stück zeigt die Kindertheatergruppe „Freeze" des Vereins Jugendkulturarbeit, wie wertvoll die kleinen, doch eigentlich so unscheinbaren Insekten für unsere Welt sind. Wie schafft man gerade bei den Jüngsten unserer Gesellschaft ein Bewusstsein für und das Interesse an ernsten Themen wie dem Klimawandel oder dem fortschreitenden Artensterben der Bienen? Eine schwierige und trotzdem wichtige Frage, da gerade diese Generation unmittelbar von den Folgen betroffen sein wird. Der Verein Jugendkulturarbeit hat hierbei mit seiner Kindertheatergruppe „Freeze“ einen Zugang gefunden, der einen Beitrag zur nachhaltigen Bildung leistet und mit sehr viel Spaß und Spielfreude Kindern die Chance der eigenen Auseinandersetzung mit Themen der uns umgebenen Umwelt bietet. Intensive Vorbereitungen Über Jahre beschäftigte sich die Gruppe, bestehend aus 5 Jungen und 4 Mädchen, im Alter zwischen 5 und 9 Jahren mit dem Leben und Wirken der Bienen. Nach einem ersten Besuch beim Imker entwickelte die Gruppe, unter der Leitung von Schauspielerin und Theaterpädagogin Sabine von Rothkirch sowie gemeinsam mit den Assistenten Nic, aus Büchern, Artikeln und Fragen an weitere Expertinnen und Experten eine bunte Mischung aus Fakten und Fiktion, aus der letztlich das Stück entstand. Nachdem die gestrige Premiere am 22.März bereits im Vorfeld vollkommen ausgebucht war, gibt es für alle, die das Kindertheaterstück noch erleben möchten Anfang kommender Woche eine weitere Gelegenheit: __________________________________________________________________________ WAS BIENEN UND HORNISSEN WISSEN 29.MÄRZ 2022 – 17 UHR JUGENDKULTURARBEIT E.V. HALLE DES INTERNATIONALEN JUGENDPROJEKTEHAUSES WEIßE ROSE 1 26123 OLDENBURG ___________________________________________________________________ Und worum geht es nun genau? Da wollen wir natürlich noch nicht alles verraten! Doch so viel sei gesagt: Nachdem Dr. Drolex Honigmeier den Bienenkindern alles über die Insekten- und die Menschenwelt erklärt hat, plant er einen Ausflug mit den Bienen. Doch bei diesem Ausflug geht so einiges schief. Denn die frechen Bienenkinder Api und Flapi wollen lieber auf eigene Faust die Welt erkunden, verstecken sich in einer Blüte und es kommt wie es kommen muss: sie geraten in Gefahr. Als Dr. Honigmeier mit Api dann sogar noch in das Netz der Spinne Poison Polly geraten wird es wirklich Ernst. Doch das mutige Schmetterlingsmädchen Lana und Dr. Alfred Biolecker, Lehrer für Verteidigung gegen gefährliche Insekten, eilen bereits zur Hilfe! Es bleibt also spannend!
- BUCHTIPP: JOHN VON DÜFFEL
Ausgerechnet Corona! John von Düffels neustes Werk "Die Wütenden und die Schuldigen" beschäftigt sich mit dem vielleicht überstrapaziertesten Thema aller Zeiten. Kann man da noch etwas Neues erzählen? Und ob! Der 55-jährige von Düffel gehört zu den produktivsten Autoren der Deutschen Literaturszene. Es ist keine Überraschung, dass ausgerechnet er zu den ersten gehört, die einen großen Roman über diese Zeit schreiben. „Das Buch könnte aktueller kaum sein“, erklärt Monika Eden vom Literaturhaus Oldenburg. „Die Handlung setzt im März 2020 an, also genau zu Beginn der Corona-Pandemie.“ Im Zentrum der Handlung steht aber weniger das Virus selbst, sondern dessen Auswirkungen auf unsere Zwischenmenschlichkeit. Und darüber hinaus die beiden ganz großen Themen: Leben und Tod. Komplexes Ensemble Es geht um einen protestantischen Pfarrer aus der Uckermark, der seine letzten Tage vor sich hat, und um dessen prominente Sterbebegleitung. Um eine Anästhesistin der Charité, die mit einem Rabbi zusammen in Quarantäne gerät. Um einen Kunststudenten, der heillos in seine Professorin verliebt ist. Und um Selma, die Enkelin, Tochter und Schwester der Genannten, die diese Familie irgendwie zusammenhalten soll. „Wahrlich keine leichte Aufgabe, wenn Distanz zur Tugend wird und Nähe zum Problem“, gibt Monika Eden zu bedenken. „Von Düffel nutzt Corona als Brennglas. Sein Blick auf diese Familie zwischen Leben und Tod, zwischen Einsamkeit und Gemeinschaft, wird dadurch noch schärfer, seine Analyse noch kritischer.“ Literatur trifft Medizin Von Düffel hat seine literarische Familienaufstellung „Die Wütenden und die Schuldigen“ im Oktober 2021 in der „Konstellationen“-Reihe des Literaturhauses vorgestellt. Er sprach im Rahmen der Lesung auch mit Prof. Dr. Dr. René Hurlemann, Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der European Medical School, zu deren Schwerpunkten die Bewältigung von Lebenskrisen gehört. Diese „Konstellation“ erwies sich als Volltreffer und bot spannende neue Einblick – auch auf das überstrapazierteste Thema aller Zeiten. Dumont Verlag, Köln. 314 Seiten, 22 Euro. ISBN 978-3-8321-7108-7 Über John von Düffel Der Schriftsteller und Dramaturg John von Düffel wurde 1966 in Göttingen geboren. Nach Auslandsaufenthalten in Irland und den USA legte er sein Abitur 1985 in Oldenburg ab. Nach einem Studium der Philosophie und Volkswirtschaft sowie einer Promotion über Erkenntnistheorie war er in der Spielzeit 1995-1996 Dramaturg am Oldenburgischen Staatstheater, später auch am Deutschen Theater in Berlin. Neben seinen Veröffentlichungen beschäftigt sich von Düffel intensiv mit der Frage, wie Literatur überhaupt entsteht. Dazu hat er verschiedene Texte verfasst und Vorträge gehalten. Professuren für Poetik und Szenisches Schreiben hatte er in Bamberg, Berlin, Göttingen und Duisburg inne.
- DER VERSCHIEBE-BAHNHOF
Die zwei Corona Jahre von März 2020 bis März 2022 waren vor allem eines: unvorhersehbar. Das bekamen ausnahmslos alle zu spüren, vor allem aber die Kultur- und Veranstaltungsbranche. Die Zahl der verlegten Veranstaltungen war immens. Aber wie hat sich das alles angefühlt? Die Kulturetage gehört zu den größten Kulturakteuren in Oldenburg. Jährlich finden dort bis zu 150 Veranstaltungen statt: Konzerte, Theater, Kabarett, Lesungen, Comedy - die gesamte Bandbreite. Und wie ist die Lage seit März 2020? Definitiv anders, wie uns Pressesprecherin Bettina Stiller im Gespräch berichtet hat. Bettina, vor einigen Wochen verschickte die Etage eine Email mit dem Betreff „Leider schon wieder Verschiebebahnhof“. Fühlt man sich tatsächlich so? Als würde man nur rangieren, aber käme nirgendwo an? Ja, schon. Das bringt auch eine gewisse Unerfahrenheit über Pandemien so mit sich. Corona war definitiv meine erste Pandemie. Und eine Ausbildung als Epidemiologe habe ich ebenfalls keine, auch keine eingebildete. Anfangs denkt man noch: „Naja, in 2-3 Monaten wird sich das Ganze schon wieder beruhigt haben.“ Doch Mitte 2020 wurde doch langsam klar, dass es nicht so schnell vorbei sein würde mit der Pandemie wie gedacht. Und viele Veranstaltungen wurden bis zu vier Mal verschoben. Nein, es war alles andere als schnell vorbei. Weißt du, wie viele Veranstaltungen insgesamt verschoben werden mussten seit dem März 2020? Unzählige. Gefühlt eine Million. Das Frühjahr und der Herbst sind unsere veranstaltungsstärksten Monate. Da war in 2020 jeweils ein Lockdown. Auch 2021 war unter den Auflagen kein normales Veranstalten möglich und viele Agenturen haben die Touren ihrer Künstler*innen auch abgesagt oder verschoben. Manche Veranstaltung kann man einfach unter Corona-Auflagen nicht machen, manche nicht aus ökonomischen Gründen, andere wegen atmosphärischen Gesichtspunkten. Wieder andere hatten gesundheitliche Bedenken. Die Situation war für alle Beteiligten schwierig. Aber was hat das für euch bedeutet? Atmosphärisch und wirtschaftlich? Wir dürfen nicht mehr das machen, wofür wir eigentlich brennen: Ein (hoffentlich) nachhaltig wirkendes kulturelles Erlebnis zu veranstalten. Menschen zu berühren, sie zu begeistern, sie zum Staunen, zum Weinen, zum Lachen zu bringen mit unserem Programm. Sie als Gäste in unserem Haus einfach willkommen zu heißen, ohne sie in Kategorien einteilen zu müssen und jede*n am Eingang in eine Einbahnstraße zu schleusen und penibel auf Abstände und Masken zu achten. Bitte nicht falsch verstehen, wir nehmen die Auflagen sehr ernst und sind am gesundheitlichen Wohlergehen aller in unserer Gesellschaft mehr als interessiert, aber aus Gastgebersicht, war das Veranstalten unter diesen Auflagen eine Qual. Natürlich hat uns das Ganze auch wirtschaftlich geschadet, aber wem in unserer Branche denn nicht? Und was ist mit den Künstler*innen und dem Publikum? Bekommt ihr da was mit? Auch für die Künstler*innen war das eine lange Durststrecke, die für viele auch zur existenziellen Bedrohung wurde. Viele staatliche Hilfen haben, grade für soloselbstständige Kulturschaffende, gar nicht, zu spät oder zu wenig gegriffen. Hier wurde viel zu spät erst nachgebessert. Unser Publikum war einfach großartig. Wir haben so viel Rückendeckung und Solidarität erfahren. Das hat ganz oft, ganz viel geholfen, diese Pandemie durchzustehen. Wie nimmst du die Szene in Oldenburg generell wahr? Gibt es immer noch Kampfgeist? Oder eher Frust? Ich glaube schon, dass alle Kultur-schaffenden in den zwei Jahren Pandemie irgendwann der Frust gepackt hat. Den einen mehr, den anderen weniger. Aber Kampfgeist und den Mut weiterzumachen, haben alle gehabt. Zumindest ist das mein Eindruck. Was alleine letzten Sommer auf die Beine gestellt wurde, war ein Feuerwerk der Kultur. Es gab so viele neue Ideen und viele neue Formate, die das kulturelle Leben der Stadt bereichert haben. Hier sei nur als Beispiel „Die Loge“, „Künstler von hier“ oder „Die Klappstuhltage“ genannt. Es gibt so viele tolle und inspirierende Kulturakteure in Oldenburg und ich hoffe, es bleibt auch nach der Pandemie so. Und selber? Macht es noch Spaß? So langsam kommt es wieder. Zwischendurch hat es mir keinen Spaß mehr gemacht. Zum Abschluss etwas Positives: Woraus schöpfst du Hoffnung? Das Prinzip Hoffnung funktioniert beim Menschen doch immer gut. Klar, ich denke, dass Menschen sich weiterhin treffen wollen, um etwas miteinander zu erleben. Wir sind soziale Wesen und wir wollen uns begegnen, miteinander in Kontakt kommen. Wo kann man das schöner als auf einer kulturellen Veranstaltung? Lauter Gleichgesinnte unter sich, die eine gute Zeit verbringen wollen. Das kommt wieder. Davon bin ich überzeugt.
- FAHRRADGESCHICHTE ZUM ANFASSEN
Oldenburg ist Fahrradstadt! Wie es dazu kam zeigt die neue Pop-Up Ausstellung des Stadtmuseums in der ehemaligen Werkstatt Hilmers und macht somit diesen Teil Oldenburger Geschichte innerhalb einer Kulisse greifbar, die authentischer kaum sein könnte. Von außen ist es kaum auf den ersten Blick zu erkennen. Wenn man es nicht wüsste, würde man dran vorbeifahren und es womöglich für ein gewöhnliches Wohnhaus halten, das unter der Adresse Lambertistraße 65 zu finden ist. Doch der genaue Blick lässt erkennen: hier gibt es mehr zu entdecken! Ganz besonders aktuell, denn diesen kommenden Samstag eröffnet das Stadtmuseum getreu dem bereits bekannten und innerhalb Oldenburgs prominent platzierten Mottos „Museum findet Stadt“ unter genau dieser Adresse eine Pop-Up Ausstellung der besonderen Art: „Die Werkstatt“. Willkommen in einer Zeitkapsel Die Fahrradwerkstatt von Geerd Hilmers existiert seit fast 90 Jahren und versorgte die Stadt und das Umland mit Fahrrädern und Ersatzteilen. Zwar ist sie nun seit einigen Jahren geschlossen, doch verbleibt sie als Zeitzeugnis einer jahrzentelangen Leidenschaft für das Fahrrad. Tritt man durch den Eingang, an dem noch immer die alte „Continental“-Leuchtreklame des Vaters von Geerd Hilmers hängt, fühlt es sich an als werfe es einen in vergangene Zeiten zurück und das obwohl alles so wirkt, als sei hier erst gestern noch fleißig an den letzten Rädern geschraubt worden. Bis zu Decke reichen Holzregale und stehen Möbel, die Vintage-Möbeln Liebhabern Freudentränen in die Augen treiben würden. Alles ist noch vorhanden: Schrauben, Ersatzteile und Accessoires in Hülle und Fülle, der riesige Massivholzschreibtisch im Kontor und längst veraltete Technik, die den damaligen Beginn der Digitalisierung bereits erahnen lässt. Eine einmalige Gelegenheit In dieser historischen Atmosphäre beleuchtet das Stadtmuseum verschiedene Aspekte der Oldenburger Fahrradgeschichte. „Die Werkstatt von Geerd Hilmers ist wie eine Wunderkammer“, erklärt Claudius Mertins. Als der Kurator der Ausstellung von der Möglichkeit erfuhr, die Räumlichkeiten nutzen zu können, wusste er sofort, dass es sich hier um eine womöglich einmalige Gelegenheit handelt. „Auf jedem Quadratmeter finden sich zahlreiche Verweise auf die Geschichte des Fahrrads.“ Seine eigene Begeisterung rund um das Thema Fahrrad kam ihm dabei natürlich zu Gute und so stürzte er sich die vergangenen Monate über in die Recherche. Es entstand eine Ausstellung, die von den Anfängen der Oldenburger Fahrradbegeisterung, von verschiedenen Radsportereignissen, von Fahrradhandel und –industrie sowie von der Geschichte eines leidenschaftlichen Fahrradschraubers und seiner Werkstatt erzählt. Der Ort selbst wurde genauso belassen, wie er ist und die Ausstellungsinhalte in diese Atmosphäre integriert. ______________________________________________________________________ „DIE WERKSTATT" 26. MÄRZ - 29. MAI 2022 ÖFFNUNGSZEITEN: FREITAG: 14 -18 UHR SAMTAG/SONNTAG: 10 -18 UHR EHEMALIGE FAHRRADWERKSTATT HILMERS LAMBERTISTRAßE 65 26123 OLDENBURG EINTRITT FREI! ______________________________________________________________________ Die Geschichte einer Fahrradstadt Die Ausstellung greift die vielfältigen Stränge der Fahrradbegeisterung mit Blick auf die Stadtgeschichte auf und zeigt, wie Oldenburg zu einer Fahrradstadt wurde. Die Liebe für das Thema Fahrrad ist hierbei beinahe so alt, wie seine Existenz. Es steht für Mobilität, Freizeitgestaltung, Sport und Nachhaltigkeit und hat sowohl historisch als auch gegenwärtig eine hohe kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung. Denn nachdem das Fahrrad, in seiner damaligen Form, vorerst ein relativ exklusives Gut war, das sich nicht alle Menschen leisten konnten, steht es heute für eine kostengünstige, niedrigschwellige und CO²-neutrale Verkehrsalternative, die in immer mehr Städten zunehmend das Straßenbild ändert und prägt. Auch über den Radrennsport in Oldenburg können die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung einiges erfahren, der bis in die frühen 1930er Jahre unter anderem in Bloherfelde und Nadorst betrieben und durch ein lebendiges Vereinswesen begleitet wurde. Dazu gehören beispielsweise Radrennsportereignisse wie die ‚Internationale Afri-Cola Rundfahrt‘, eine Vorgängerin der heutigen Deutschland Tour, die 1962 unter anderem durch Oldenburg gefahren wurde. Der Mann hinter dem Laden Das Leben und Wirken des Werkstattbesitzer Geerd Hilmers ist ebenfalls Teil der Ausstellung. Zwei Ausstellungsräume widmen sich seinem Leben zwischen Werkbank und Schreibtisch, der Werkstattgeschichte, den Radrennen in seiner Jugend und seiner Familiengeschichte, in der das Fahrrad schon immer eine große Rolle spielte. Ein besonderes Highlight: während der Vorbereitungen wurden Audioaufzeichnungen von Geerd Hilmers in der Werkstatt gefunden, die er für sich anfertigte. Diese werden innerhalb der Ausstellungsräume eine Geräuschkulisse bilden und diese so zum Leben erwecken. „Durch sie wird ein Teil der Person Geerd Hilmers für die Besucherinnen und Besucher erfahrbar.“, erläutert Melanie Robinet, zuständig für die Ausstellungsvermittlung. Wer also abtauchen möchte in die Welt und Geschichte des Fahrrads, der wird in der Lambertistraße 65 auf jeden Fall ab dem 26. März mehr als fündig werden.











