Suchergebnisse
593 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche
- DAS RUNDE KOMMT INS ECKIGE
In diesem Fall ist das Eckige jedoch die Kinoleinwand! Oldenburg ist im Fußball Modus, wenn nicht sogar Rausch. Anders kann man die letzten Tage, Wochen kaum beschreiben. Kaum ist der Aufstieg des VfB Oldenburgs in trockenen Tüchern, zurück in die 3. Liga, da erwartet uns direkt ein weiteres Fußball-Highlight, wenn auch von der etwas anderen Sorte. Denn ab morgen, also vom 09. bis zum 12. Juni findet in zweiter Auflage das Fußballkultur- und FIlmfestival Gegengerade statt. Nachdem bereits das vorherige Jahr ein voller Erfolg war, gibt es dabei auch dieses mal ein reichhaltiges Programm von Filmen, Vorträgen, Lesungen, einer Podiumsdiskussion, einem Fußballkleinfeldturnier sowie ein Fotowettbewerb. Eine Party darf natürlich auch nicht fehlen. Dabei findet ein großer Teil der Veranstaltungen, authentischer könnte es gar nicht sein, direkt im Oldenburger Marschwegstadion statt. Filmvorführen, umgeben von meisterhaftem Aufstiegsflair, der sehr wahrscheinlich noch immer in der Luft liegen wird - da sind wir uns sicher. Das Spannende an der ganzen Sache: hier feiert sich nicht einfach eine Szene blind und beweihräuchert sich selbst, sondern das Gegenteil ist der Fall! Mit kritischem Blick wird hier über den Spielfeldrand hinaus auf einen Bereich unseres Lebens geblickt, der vielleicht nicht jeden von uns interessiert aber doch einen massiven gesellschaftlichen Einfluss hat. Fußball ist eben doch wirklich mehr als einfach nur ein Sport. Er ist nicht nur für den einen Leidenschaft und eine Herzensangelegenheit, sondern für andere auch Geschäft und beinharte, zum Teil skrupellose Politik. Menschenrechte im Fokus Dies möchte man auch, gerade vor dem Hintergrund der anstehenden Fußball Weltmeisterschaft in Katar, thematisieren. Einer der Schwerpunkte ist aus diesem Grund das Thema Menschenrechte. So wird das Festival, nach einem Eröffnungsgrußwort von Oberbügermeister Jürgen Krogmann, morgen um 19 Uhr mit dem Film „The Workers Cup“ eröffnet. Der Film erzählt von den Lebens- und Arbeitsbedingungen afrikanischer und asiatischer Wanderarbeiter in Katar, die dort die Stadien und Einrichtungen bauen, die für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 benötigt werden und davon, wie für die Arbeiter jährlich ein Fußballturnier ausgerichtet wird, das man den Workers Cup nennt. Beim Fußballspielen mit den anderen Gastarbeitern, abseits der glänzenden Fußballstadien hinter ihren staubigen Arbeitslagern, vergessen sie, wenn auch nur zeitweise, ihre Enttäuschung darüber, dass viele von ihnen vor dem Unterzeichnen der Arbeitsverträge von den Anwerbern in ihren Heimatländern getäuscht, mit falschen Versprechungen in das Land gelockt wurden und jetzt für die halben Gehälter arbeiten, die ihnen versprochen wurden und darüber hinaus auch ihr Leben riskieren. Denn bei den Bauarbeiten für die WM 2022 starben lt. ZDF bisher bereits ca. 15.000 Menschen. Fankultur – nur was für Männer? Von wegen! Doch auch weitere Themen werden eine zentrale Rolle spielen. So zeigt die Helene Lange Schule vom 09. bis zum 16. Juni die Ausstellung „Fantastic Females“. Die Ausstellung konfrontiert uns mit der Fragestellung was wissen wir eigentlich über Frauen in den Fanszenen Europas wissen und welche Geschichten sie zu erzählen haben und wie ihre Sicht auf „die schönste Nebensache der Welt“ ist. Denn von Beginn an gab es auch Frauen in den Fußballstadien – oft nicht offiziell, manchmal nicht erwünscht und auch nicht überall sichtbar, aber sie waren schon immer da. Nur dort, wo es Bücher und Interviews über den Fußball oder seine Fans gibt, sind es bis heute selten Frauen, die die Geschichten erzählen. Ebenso stehen weibliche Fans kaum je im Mittelpunkt existierender Fan- oder Fußballlegenden. Das Projekt Fan.Tastic Females – Football Her.Story möchte deshalb die Geschichten fan.tastischer Frauen erzählen – über Ihre Liebe und Leidenschaft für den Sport, über ihren Weg auf die Tribünen, ihre großartigsten, eindrucksvollsten, lustigsten aber auch ihre weniger schönen Momente im Fußball. Wir sagen: ob Fan oder nicht - ein Besuch des Festivals lohnt sich allemal - klare Empfehlung! Das vollständige Programm, alle weiteren Veranstaltungen und Informationen zu den Tickets/Ticketpreisen findet ihr auf der Website des Gegengerade Fußballkultur- und Filmfestivals: www.gegengeradefilmfestival.de
- KOLUMNE: FRISCHLUFTZUFUHR
Seit Mitte 2020 schreibt Kulturschnacker Thorsten eine monatliche Kolumne für die Spielzeitung des Staatstheaters. Digital findet ihr sie unter www.staatstheater.de. Oder: hier. Auch dieses Jahr: Programm statt Pause Normalerweise bin ich kein Freund von Kitsch und Klischees, aber manchmal muss es sein. Zum Beispiel jetzt. Denn während ich diesen Text schreibe, steigt gerade die Sonne an den Himmel. Strahlend taucht sie Oldenburg in dieses einzigartige Licht, das der Stadt die harten Konturen nimmt und sie noch besser aussehen lässt als sonst. Intuitiv fragt man sich, welche Termine sich vielleicht nach draußen verlegen lassen, um möglichst viele warme Strahlen abzubekommen und diese frühsommerliche Leichtigkeit zu genießen. Denn auch wenn ich in einem wirklich wunderbar gestalteten Innenraum sitze, ist die Frischluftzufuhr samt dem dazugehörigen Lebensgefühl durch nichts zu ersetzen. Warum der Kitsch? Weil ich damit direkt beim Punkt bin: Nachdem erste Versuche in den letzten Monaten noch an den Temperaturen scheiterten, startet die Frischluftkultur jetzt richtig durch. Und für sie gilt das gleich wie für meinen Arbeitstag: Grundsätzlich ist drinnen alles ganz wunderbar, aber im Sommer muss man auch mal raus. Diesen Schritt haben einige Institutionen längst getan. Mitte Mai feierte bereits die Theaterinsel einen angenehm entspannten Auftakt, kurz danach hatte das spontan nach Oldenburg verlegte Aquanautik Festival mit dem GleisPark zumindest eine Open Air Location (diese Veranstaltung ist letztlich leider ausgefallen, Anm. d. Red.). Diese Events erreichten zwei Dinge: Erstens gaben sie den inoffiziellen Startschuss für die Sommersaison. Und zweitens verursachten sie viel Vorfreude auf das, was noch kommt. Hochsaison statt Sommerruhe Was das Staatstheater an der frischen Luft anbietet, lest ihr in dieser Beilage. Ich freue mich zum Beispiel sehr auf „Sheroes“. Aber da kommt natürlich noch mehr! Zum Bespiel der Klassiker schlechthin, der Kultursommer. Das Programm ist wie gewohnt vielfältig, international und attraktiv, am wichtigsten ist aber vielleicht etwas anderes: die Rückkehr auf den Schlossplatz und damit zu voller Kapazität. Es wird also ein „richtiger“ Kultursommer stattfinden, wie Oldenburg ihn seit vierzig Jahren liebt. Und noch eine Rückkehr gibt es: der Gang hinter der Lambertikirche wird in diesem Jahr wieder bespielt und bietet nach den Konzerten feine After Hours mit DJs und Drinks. Eine Art zweiter Kultursommer findet nun schon im dritten Jahr im Bahnhofviertel statt. Das Cine k veranstaltet auf dem Platz hinter der Kulturetage wiederum den – folgerichtig betitelten - „Kulturplatz“. Neben der bewährten Mischung aus Open Air Kino und Musik gibt es dieses Mal eine Neuerung: das kreativ:LABOR ist mit seinem Sommerprogramm „Nice – access all areas“ dabei und bietet in Zusammenarbeit mit fem:POWER Workshops, Lesungen, Poetry Slams und vieles mehr. Direkt nebenan wird auch dieses Jahr „Einfach Kultur“ stattfinden und urbanes Lebensgefühl mit angesagten Sounds verbinden. Das sollte man sich mal angesehen (und angehört!) haben. Auf dem Utkiek finden dieses Jahr zwar keine Picknick-Konzerte statt, dafür aber Mitte August das kleine „Grüne Wiese“-Festival. Am gleichen Wochenende lohnt sich auch ein Besuch am Bundesbahnweg; dort findet ein Urban Art Festival mit Graffitikunst und einer Martha Cooper-Ausstellung statt. Am besten schon mal dick im Kalender markieren. Und für alle Techno- und Elektrofans wartet Anfang September noch die zweite Auflage von „Ein außergewöhnliches Ereignis“. Und so weiter, und so fort. Drinnen: Genauso gut Ein wenig muss ich meine Aussagen von eben an dieser Stelle aber relativieren. Ja, es stimmt, draußen geht es jetzt ab. Aber: nicht nur. Zeitgleich findet in den Hallen und Sälen weiterhin ein höchst attraktives Programm statt, das man eigentlich genauso wenig verpassen sollte – und will – wie die Draußen-Events. Wiederum zählt auch hier das Staatstheater zu den Aktivposten, das Programm bis zur Spielpause ist nämlich keineswegs ein Austrudeln, sondern vielmehr ein intakter Spannungsbogen bis zum Ende. Aber auch die anderen Häuser bringen noch einiges auf die Bühne. Und dann wäre da noch das Hidden Art Project. Das Künstler:innenkollektiv bespielt einen weiteren Leerstand in der Innenstadt. Dieses Mal das ehemalige „The Sting“ in der Achternstraße, eine spektakulär große Immobilie. Mehr dazu und zu den meisten dieser Events lesen und hören Sie übrigens auf dem Kulturschnack – dem Magazin und Podcast für die Oldenburger Kultur. Drinnen werden übrigens auch die meisten Veranstaltungen von „Jugend musiziert“ stattfinden, sehen und spüren wird man den Bundeswettbewerb des Deutschen Kulturrats aber überall in der Stadt. Mit über zweitausend Teilnehmer*innen und insgesamt etwa zehntausend Gästen wird er Oldenburg in der ersten Juniwochenende extrem prägen. Diese Zahlen sind übrigens so groß, dass die lokale Gastronomie vorgewarnt werden muss, ihre Lagerbestände zu erhöhen. Wenn Sie demnächst also unzählige junge Menschen mit Instrumenten durch die Stadt laufen sehen, wissen Sie warum. Mein Tipp: Nutzen Sie das aus und hören Sie sich möglichst viele dieser hochtalentierten jungen Künstler:innen an. Die Website von Jugend musiziert bietet eine gute Übersicht, was wann und wo passiert. Werfen wir nochmal einen Blick aus dem Fenster: die Sonne steht noch ein wenig höher, sie strahlt noch ein wenig stärker. Der Tag verspricht formidabel zu werden. So ein Wetter im Sommer, dann werden wir Monate voll großer Kultur-Momente erleben. Bevor ich bei dieser Vorstellung noch einmal kitschig werde, beende ich diesen Tagtraum aber lieber wieder. Warten wir’s einfach ab. Und das tun wir in der guten Gewissheit, dass die Kultur alle Weichen gestellt hat und – wieder einmal – ein ganz starkes Sommer- und Outdoor-Programm anbietet. Dieses Mal sogar: ohne große Einschränkungen. Freuen wir uns auf die Frischluftzufuhr durch Frischluftkultur.
- LAUTER BLOCKBUSTER
Schaut ihr euch hin und wieder einen Trailer an? Klar, jeder tut das. In kompakter Form verraten sie Grundzüge der Storyline, lassen aber genug offen, um Spannung und Vorfreude steigen zu lassen. Was ihr vielleicht nicht wisst: Was man aus Kino und TV kennt, funktioniert auch mit einem Bühnenprogramm. Das Oldenburgische Staatstheater hat am 2. Juni das Programm für die kommende Spielzeit vorgestellt - und dabei eine Art Trailershow mitgeliefert. Der Effekt ist ebenfalls derselbe: Spannung und Vorfreude! Es ist eine spezielle Konstellation an diesem frühsommerlichen Donnerstagmittag im Hauptfoyer des Staatstheaters. Draußen müht sich die Sonne, die morgendliche Kälte zu vertreiben, drinnen strahlen die Gesichter umso wärmer: Dem bestens aufgelegten Generalintendanten Christian Firmbach ist die große Lust auf die kommende Spielzeit ebenso anzumerken wie den Spartenleiter:innen, die neben ihm auf dem Podium sitzen. Die Laune ist gut, die Spannung steigt. Keine Kompromisse Es gibt gleich mehrere gute Gründe für die entspannte Stimmung. Zum einen natürlich das ambitionierte Programm, das hier im Mittelpunkt stehen wird. Firmbach und sein Team beschreiben es mit Begeisterung, begleitet von zwei Screens, die Plakatentwürfe zu den Programmpunkten zeigen. Das wirkt im Zusammenspiel - genau! - wie eine Trailershow. Zum anderen sorgt aber auch die Ausgangslage für Entspannung: Zum ersten Mal seit zwei Jahren herrscht eine weitgehend ungetrübte Aufbruchstimmung im Hause. Musste man die Programme für die Spielzeiten 20/21 und 21/22 noch mit angezogener Handbremse planen und für alle (un-)denkbaren Eventualitäten gewappnet sein, kann man nun halbwegs optimistisch sein. Zwar war Firmbachs Feststellung, die Pandemie sei nun offiziell beendet, eine bewusst pointierte Übertreibung. Alle Akteure sind sich bewusst, dass dem nicht so ist. Jedoch schöpfen sie erstmals seit langem wieder Mut und Hoffnung. Und das tun wir mit ihnen. Inhaltlich ist man dabei nicht der Versuchung erlegen, ein beschwingtes Programm allergrößter Leichtigkeit zu kreieren. Nach all den Frustrationen und Strapazen der Corona-Jahre wäre das nur verständlich gewesen. Mit den Ansprüchen des Staatstheaters ist dieser Gedanke allerdings unvereinbar. Beziehungsweise: mit den Anliegen. Spürbar wird bei Firmbachs Erläuterungen ein ums andere Mal, dass es ein großes Bedürfnis aller Beteiligten ist, die großen Themen dieser Welt zu beleuchten. Genau das wird auch in der kommenden Spielzeit passieren. Das gute Stück: Das Spielzeitheft für die Saison 22/23 (Bilder: Oldenburgisches Staatstheater) Es gibt kein großes Motto oder Leitmotiv, stellt der Generalintendant fest, aber dennoch hat sich eine politische Haltung herauskristallisiert. Kein Wunder: Das vergangene Jahr hat unsere Gesellschaft stark gefordert: Die Pandemie hat ihre Spuren hinterlassen, demokratische Grundwerte sind weiter unter Druck geraten, die Auswirkungen des Klimawandels wurden in Deutschland zunehmend spürbar und der Krieg in der Ukraine hat in Europa zur größten Fluchtbewegung nach dem Zweiten Weltkrieg geführt. Das alles findet - auf die eine oder andere Weise - Widerhall im Spielplan, ebenso wie die 90-jährige Wiederkehr der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933. Endlich wieder! Wie besonders die kommende Spielzeit für den Generalintendanten und sein Haus ist, zeigt sich auch an einer sprachlichen Auffälligkeit. Ein Wort hört man an diesem Tag nämlich deutlich häufiger als alle anderen: „Wieder“. Nach einer langen Durststrecke kehren viele beliebte und bedeutende Elemente zurück in das Programm und mit ihnen die lang vermisste Leichtigkeit im eigenen Schaffen. Und das ist mehr als nur eine Formalie, das ist die Luft, die Kunst zum Atmen braucht. Dass zum Start der Spielzeit die Säle sofort wieder rappelvoll sein werden, glaubt Firmbach indes nicht. „Da ist zweifellos etwas gerissen“, ist er sich mit Blick auf die Bindung zwischen Theater und Publikum bewusst. Viele ehemalige Stammgäste kehren erst zögerlich wieder zurück. Aber: sie kehren zurück. „Das ist vergleichbar mit manchen Vorstellungen“, stellt der Generalintendant fest. „Da haben zunächst alle noch ihre Masken auf. Im Laufe des Stücks fallen sie aber nach und nach, es kommt ein Gefühl der Befreiung auf.“ Das heißt: Gelingt erstmal der "Wiedereinstieg" in den Kulturgenuss, dann stellt sich auch schnell wieder die Freude ein, die wir vor der Pandemie empfunden haben. Die Situation ist also definitiv anders und wird es vorerst bleiben. Eine mittelfristige Rückkehr in die Welt von 2019 erscheint aber zumindest nicht ausgeschlossen. Große Hoffnungen ruhen dabei auf den Abonnements, die in der kommenden Spielzeit wieder das Rückgrat der Nachfrage bilden sollen. Durch sie entstehe auch wieder ein „Grundrauschen“ in der Stadt, so Firmbach, es werde wieder mehr über die Stücke gesporchen. Klar sei aber, dass man weiterhin um das Publikum werben müsse. Deshalb werden zahlreiche „extracurriculare“ Aktivitäten bleiben - zum Beispiel die beliebte Theaterinsel, der Tanz im Glashaus und die Blicke hinter der Kulissen. Einige Stränge des Fadens zwischen Theater und Publikum mögen gerissen sein. Möglicherweise sind beide in der Folge aber stärker verknüpft als zuvor. Dazu passt, dass die Ensembles in den Proben bereits vor Spielfreude sprühen. „Insbesondere das Orchester übertrifft sich bereits selbst“, ist Christian Firmbach begeistert. Gelingt es, diesen Spirit über den Sommer zum retten, erwartet die Oldenburger:innen ein echtes Glanzstück. Plakative Trailer-Show Und worauf darf man nun gespannt sein? Zurückhaltend ausgedrückt: auf so einiges. In jeder Sparte gibt es gleiche mehrere herausragende Programmpunkte, so dass man leicht in Versuchung gerät, gleich das gesamte Spielheft abzubilden. Aber Halt, das kann sich jeder im Theaterfoyer abholen oder online lesen. An dieser Stelle deshalb nur ein Experiment: eine Trailer-Show nur anhand der Plakate und der Titel. Mal sehen, was euch triggert - Schauspiel oder Oper? Jugendtheater oder Ballett? Niederdeutsch oder Sparte 7? Lasst euch darauf ein, bleibt neugierig! Trailer-Show: Allein die Plakate machen schon neugierig - selbst wenn man gar nicht weiß, worum es geht. (Bilder: Oldenburgisches Staatstheater) Darüber hinaus Das Staatstheater wäre nicht das Staatstheater, wenn es sich auf das reguläre Programm beschränken würde - auch wenn das bereits mehr wäre, als die größten Theaterenthusaist*innen konsumieren könnten. Aber wie immer gilt der Satz: Da ist noch mehr. Auch in diesem Bereich gibt es „Rückkehrer“. Zum Beispiel die Tanztage, die 2021 ausgefallen waren und 2022 nicht nachgeholt wurden. Das Programm von vor zwei Jahren konnte im Großen und Ganzen in die Gegenwart übertragen werden, was in der schnelllebigen Tanzszene an ein kleines Wunder grenzt; vor allem in Zeiten der Pandemie. Umso mehr dürften sich die Oldenburger:innen auf die ersten Tanztage seit 2019 freuen. Ebenfalls zurückkehren werden die Jugendtheatertage und der Opernball. Etwas ganz Neues gibt es aber auch: den Technical Ballroom, das Theater der Digital Natives. Dieses aufregende neue Format wird in der Exerzierhalle beheimatet sein und dort digitale und analoge Elemente miteinander verschmelzen (und versöhnen?). Dabei wird es um die Chancen, aber auch um die Risiken der Digitalität gehen Das digitale High-Tech-Bühnenbild wandelt je nach Projekt seine Gestalt und Funktion, die Möglichkeiten von Big Data, Gamification und KI werden integriert, das Publikum wird über Pads und Apps interaktiv eingebunden. Das klingt spannend, ist für euch aber noch nicht konkret genug? Macht nichts, wir werden das Projekt demnächst ausführlich auf dem Kulturschnack vorstellen. Ein guter Trailer, so haben wir es Eingang bereits erwähnt, verrät die Grundzüge einer Storyline, lässt aber genug offen, um Spannung und Vorfreude steigen zu lassen. Genau das ist es, was bei der Programmvorstellung im Foyer des Staatstheaters passiert ist. Nichts gegen Netflix, Prime und Apple+. Ab dem 25. August sollte man das Binge-Watching aber lieber in die reale Welt verlegen. Denn auch dort gibt es lauter Blockbuster.
- EIN GANZ NORMALER TAG?
„Was machen wir eigentlich zum Diversity Day?" - Diese Frage ist bei den Redaktionsmeetings des Kulturschnack nicht gestellt worden. Warum eigentlich nicht? Unaufmerksamkeit? Desinteresse? Ignoranz? Oder steckt etwas anderes dahinter? Ihr ahnt es: Genau das ist der Fall. Ende Mai bricht in vielen deutschen Marketingabteilungen leichte Hektik aus: „Was machen wir eigentlich zum Diversity Day?“. Alle, die irgendwie open-minded und auf keinen Fall outdated wirken wollen, denken sich öffentlichkeitswirksame Aktionen aus, mit denen sie demonstrieren, wie tolerant und integrativ sie sind. Das ist wunderbar, solange eine Ernsthaftigkeit dahintersteckt, die über den Tag hinausgeht. Diversity ist schließlich kein Marketing Stunt, sondern einen Haltung. Aber warum gab es am 31. Mai keine große Aktion vom Kulturschnack? Wo bleiben Konfetti und Fanfaren, mit denen wir Diversität feiern? Ganz einfach: Weil wir die Szene in Szene setzen, nicht uns selbst. Und sie, diese Szene, lebt und feiert Diversität besser als wir es je könnten. Der gestrige Artikel „We can be Sheroes“ ist vielleicht der beste Beweis. Alltag als Optimum Wir stellen immer wieder fest: Die Kultur ist in vielen großen Fragen unseres Zusammenlebens weiter als die Gesamtgesellschaft. Kein Wunder: Kunst ist eine Anziehungspunkt für innovative, neugierige, kreative, progressive Menschen. Die Welt kann für sie gar nicht groß und abwechslungsreich genug sein. Diversität gehört für sie deshalb nicht nur zu den Stoffen für das nächste Stück, nicht nur zu den Themen für den nächsten Social Media Post. Diversität gehört für die Kultur zu ihrem Alltag. Und was hier jetzt ganz klein klingt, ist in Wahrheit das genaue Gegenteil, nämlich das Größte. Aber machen wir uns nichts vor: Wir sollten - und müssen - das Thema Diversität noch weiterhin offensiv bespielen. Nicht zuletzt deswegen gibt es entgegen aller Beteuerungen unsererseits nun doch diesen Artikel. Und deswegen begrüßen wir jede einzelne Aktion einer Marketingabteilung, die gestern gelaufen ist. Aber: Wenn wir uns vorstellen, wohin wir wollen, was also als Ergebnis als dieser Posts und Postulate stein soll - dann ist es eine Welt, die unsere Kultur jetzt schon lebt. Erst gestern haben wir im besagten „Sheroes“-Artikel geschrieben, dass die Kultur gesellschaftliche Normen und Konventionen gerne hinterfragt. Und wir haben angedeutet, dass sie dabei häufig richtig liegt. Das Thema Diversität ist ein weiteres Beispiel dafür, und zwar für beides. Wenn man so will, dann ist die Kulturszene in vielen Bereichen eine Utopie, die von der Restgesellschaft erst noch erreicht werden will. Die Akteure sind gewissermaßen Pioniere, denen es sich zu folgen lohnt. Denn eines ist sicher: Sie haben sich Gedanken zu Fragen gemacht, die sich viele andere nicht einmal gestellt haben. Und sie sind zu Antworten gelangt. Bühne frei für die Szene Zu viele Lorbeeren? Mag sein. Gelegentlich neigen wir zu Übertreibungen. Aber es bleibt dabei: Die Kultur wirkt im Vergleich zu unserer gesamten Gesellschaft wie eine Ausnahmeerscheinung. Aber das vor allem deshalb, weil sie sich zu leben traut, wozu viele andere noch nicht bereit sind. Weil sie bei vielen inhaltlichen Themen schlicht weiter ist als der „Rest“. Genau deshalb gab es auch keine bunte Aktion vom Kulturschnack zum Diversity Day, sondern einfach nur einen Artikel, der dieses Thema streift. Mit der Kultur bewegen wir uns in einer Welt, die Diversität bereits lebt, schätzt und feiert. Und die ihrerseits genau weiß, wie man dieses Thema bespielt und inszeniert. Deshalb: Bühne frei für die Szene - wir halten uns zurück. Bis auf diesen Text.
- IRIS WOLFF: EIN LANDGANG
Welchen Einfluss eine Reise auf die Entstehung eines literarischen Werkes haben kann? Das könnt ihr diesen Sonntag um 11 Uhr im Kulturzentrum PFL erfahren, wenn die Autorin Iris Wolff ihren neuen Text „Ankündigung einer Reise“ präsentiert, der im Zuge des Landgang-Reisestipendiums des Literaturhauses Oldenburg entstand. Spuren der Vergangenheit Mit W.G. Sebald, dem „großen Reisenden der Literatur“, teilt Iris Wolff die Überzeugung, dass es „neben der linearen Abfolge der Ereignisse“ eine „vertikale Perspektive in die Tiefe der Zeit“ gebe. Bei einem Besuch im Museumsdorf Cloppenburg erinnert sich die Schriftstellerin an ihre eigene Kindheit im Banat. Bilder in einer Veröffentlichung zu griechischen Migranten lassen sie in Delmenhorst an die Fotoalben ihrer Familie denken. Und die falsche Aussprache des Stadtnamens Jever, die sie vor Ort als Nichteinheimische verrät, lässt die Autorin generelle Gedanken über Zugehörigkeit und Fremdsein anstellen, die ebenfalls in Erfahrungen ihrer Familie grundiert sind. So führt die Reise durchs Oldenburger Land die Gedanken der Schriftstellerin in den persönlichsten Passagen ihres Textes in die eigene Vergangenheit zurück. Generelle Überlegungen zum Reisen verbindet sie zudem mit konkreten Erfahrungen der Tour, die sie als Stipendiatin unternahm. Das Oldenburger Land als Quelle der Inspiration Das Landgang-Stipendium wird seit 2015 jährlich an hochkarätige deutschsprachige Schriftsteller vergeben. Deshalb liest sich Liste der bisherigen Stipendiatinnen und Stipendiaten auch wie ein waschechtes Who-is-Who: unter anderem fiel die Wahl bereits auf Judith Hermann, Mirko Bonné, Jan Brandt und natürlich auf Iris Wolff. Die Begrifflichkeit des Landgangs ist hierbei wirklich wörtlich zu verstehen: wie vom Literaturhaus selbst beschrieben, bereisen die Ausgewählten jedes Jahr im Herbst das Oldenburger Land im Nordwesten Niedersachsens. Sie treffen dabei auf Stadtlandschaften verschiedensten Charakters, auf Kultur- und Agrarlandschaften und auf sehr viel Natur. Sie sehen sich um, sie lassen sich ein auf die ganz oben links an der Peripherie gelegene Region zwischen der Nordseeinsel Wangerooge und den Dammer Bergen, zwischen der Weser und Ostfriesland. Ihre Beobachtungen lassen sie dann jeweils in einen Text einfließen. Fünf eben dieser Texte fanden inzwischen sogar unter dem Titel 5 Landgänge als Sammelband im Wallstein Verlag eine Veröffentlichung. IRIS WOLFF - ANKÜNDIGUNG EINER REISE SONNTAG, 22. MAI 2022 - 11 UHR KULTURZENTRUM PFL PETERSTRAßE 3 26121 OLDENBURG Weiter geht's im Podcast Wer übrigens noch mehr über die Arbeit des Literaturhauses erfahren möchte, dem können wir unsere Podcast Episode mit Monika Eden und Sina Lührs wärmstens empfehlen. Neben der Entstehungsgeschichte, sprechen wir unter anderem über die vielfältigen Veranstaltungsreihen, die durch die zumeist moderierten Gespräche fernab bloßer Lesungen, eigenständige Erlebnisse werden, die jeder Besucherin und jedem Besucher einen individuellen Zugang zum vorgestellten Buch ermöglichen. Wie die beiden dabei auch immer wieder das junge Publikum in den Blick nehmen und abholen möchten, ist ebenso Thema wie die Bedeutung von Literatur auf die Entwicklung unseres gesellschaftlichen Lebens.
- OPEN CALL: RE:CLAIM
The Hidden Art Project hat große Pläne und ihr könnt Teil dieser werden! Alle Kunst-, und Kulturschaffenden, Kreative oder Menschen, die sich für die Umsetzung von Projekten begeistern haben noch bis diesen Sonntag, den 29. Mai, die Chance Teil des re:claim Kulturfestivals vom 17. bis 26. Juni in der Innenstadt Oldenburgs zu werden, daran mitzuwirken und dabei die Stadt neu für sich zu beanspruchen. Wer den Kulturschnack aufmerksam verfolgt, der weiß bereits, dass sich das Team des Hidden Art Projects den ganz großen Themen verschreibt. So war die letzte Ausstellung, Traced by Plastic, als eine Mischung aus interaktiver Kunstinstallation und empirischer Sozialforschung, bereits Thema bei uns und führte auf einprägsame Art und Weise vor Augen wie sehr wir doch von Plastik umgeben sind. Zurückerobern Nun steht das nächste große Projekt vor der Tür: das re:claim Kulturfestival. Und auch hier setzt man bereits beim Motto Partizipieren, zurückerobern und revitalisieren ein eindeutiges Statement für den eigenen Anspruch an das Ganze. Aber was genau soll denn zurückerobert werden? Nicht weniger als die Innenstadt als ursprüngliches Zentrum städtischen Lebens und dabei ein Zeichen für Demokratie Meinungsvielfalt und Freiheit in Zeiten von Krieg zu setzen, Minoritäten sichtbar zu machen und das eigene Leben wiederzuentdecken, das unter mehreren Jahren Pandemie begraben war. Deine Chance Doch wie stelllt man das an? Inmitten der Oldenburger Innenstadt soll auf rund 1500qm² Kunst in absolut jeder Ausdrucksform ihren Platz finden. Und diesen Platz könnt ihr füllen! Denn The Hidden Art Project ruft mit seinem Open Call zur Partizipation am Projekt auf! Also am besten direkt die Bewerbung fertig machen und losschicken. Wir haben euch hier nochmal kurz die 4 einzelnen Kategorien, an denen ihr euch beteiligen könnt, zusammengestellt. Die ausführlichen Informationen und Formulare für die Bewerbung findet ihr dann jeweils immer über den angegebenen Link auf den Seiten des Hidden Art Projects.
- ZAHLTAG: ARTOTHEK
Was bekommt man heute noch für 20 Euro? Bei den aktuell immer weiter steigenden Preisen für so gut wie alle Bereiche, wird die Auswahl leider zusehends kleiner. Doch wir hätten da einen Vorschlag! In der Artothek Oldenburg könnt ihr hierfür ein ganzes Jahr lang zeitgenössische Kunst ausleihen und dabei aus einer riesigen Auswahl an Werken schöpfen. Kaum zu glauben, oder? Ist aber wirklich so. Artotheken sind deshalb eine tolle Alternative und Möglichkeit für alle Menschen, die sich für Kunst begeistern und interessieren, doch diese nicht zwangsläufig selbst käuflich erwerben möchten oder auch können. Denn tolle Kunst hat schließlich auch, völlig zu Recht, ihren Preis. Die Artothek hier in Oldenburg wurde 1982 ins Leben gerufen, richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt und fördert auch durch den Ankauf, die Präsentation und den Verleih schwerpunktmäßig regionale Künstlerinnen und Künstler. Eine Leihkarte können alle abschließen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Die bereits bestehende Sammlung kann sich dabei wirklich sehen lassen, da zum Sammlungsbestand inzwischen über 2000 Werke gehören und die Sammlung wächst durch regelmäßigen Neuankauf sogar weiterhin. ARTOTHEK OLDENBURG PETERSTRAßE 1 26121 OLDENBURG ÖFFNUNGSZEITEN: MONTAG & DONNERSTAG 15:00 - 19:00 UHR Neben der reinen Kunstausleihe, die es einem ermöglicht auch in den eigenen vier Wänden in den Genuss toller Kunstobjekte zu kommen, ist die Artothek aber ebenso Bildungseinrichtung und bietet immer wieder unterschiedliche Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Denn Kunst ist schließlich nicht nur dekorativ, sondern auch inspirierend! Sich mit den Werken wirklich beschäftigen und auseinandersetzen zu können, das erfordert auch Ruhe. Und wo könnte man diese besser finden als in seinem eigenen zu Hause. Aber auch in ihren eigenen Räumlichkeiten innerhalb des alten Palazzogebäudes an der Peterstraße 1 ist die Artothek ein Ort zum Anfassen, an dem jede Form der falschen Scham fehl am Platze ist. Die Skulpturen dürfen angefasst, in die Hand genommen und genau betrachtet werden und auch in den Bilderstapeln darf frei geblättert werden. Und es wird sogar noch besser: für Auszubildende, Studierende, Arbeitslose, Sozialhilfebezieher, Wehr- und Zivildienstleistende gilt sogar noch ein ermäßigter Betrag von 10 Euro pro Jahr. Also, wenn hier nicht das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, dann wissen wir es auch nicht.
- PODCAST: FOLGE 06
Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, draußen blüht es. Es liegt förmlich in der Luft: der Kultursommer der Oldenburger Kulturetage steht vor der Tür! Bettina Stiller war hierzu bei uns zu Gast und hat uns bereits exklusiv vorab einen Einblick in das Programm gegeben, auf das wir uns dieses Jahr alle freuen dürfen. Auch verrät sie uns ihre ganz persönlichen Highlights. Darüber hinaus konnten wir auch über die Kulturetage selbst sprechen, darüber wie sie ihre Arbeit versteht, wie die einzelnen Bereiche bespielt werden und ob & wie sie versucht, sich selbst dabei immer wieder neu zu erfinden. Dabei kommen auch Projekte zur Sprache, die explizit gesellschaftsrelevante Thematiken aufgreifen und sich mit unserer Geschichte und unserem historischen Erbe auseinandersetzen. Welche Rolle dabei der Ortsteil Bookholzberg der Gemeinde Ganderkesee spielt, das erfahrt ihr in dieser Folge! Es lohnt sich. Wir wünschen viel Spaß beim Hören! Alle weiteren Informationen und Details zum Kultursommer findet ihr ab Kalenderwoche 21 unter: www.kultursommer-oldenburg.de
- SITZUNG AM 17.05.2022
Keine Frage: Die Kultur ist frei. Trotzdem haben Politik und Verwaltung einigen Einfluss. Sie diskutieren und formulieren kulturpolitische Ziele, entscheiden über Projektzuschüsse, institutionelle Förderung oder Strukturbrücken und setzen auch eigene inhaltliche Akzente, z.B. über die Begegnungen-Reihe, den Carl-von-Ossietzky-Preis oder den Kulturschnack. Deswegen gilt für den Kulturausschuss: nicht verpassen! Es ist ein wiederkehrendes Ritual: Am dritten Dienstag im Monat kommt der Kulturausschuss zusammen, um sich mit aktuellen Entwicklungen und Entscheidungen im Kultursektor zu beschäftigen. Was auf dem Papier zunächst nicht unbedingt hochgradig spannend klingt, hat es aber häufig in sich. Denn letztlich hat alles, was hier besprochen wird, einen Einfluss auf unsere Kulturlandschaft. Sowohl auf die Akteur:innen als auch auf die Konsumenten:innen. SITZUNG DES KULTURAUSSCHUSSES DIENSTAG, 17. MAI 2022, 17 UHR KULTURZENTRUM PFL PETERSTRASSE 1 26135 OLDENBURG WAS IST DRAN? Die ersten drei Tagesordnungspunkte sind mehr oder weniger Formalien, sie werden meiste in wenigen Sekunden abgehakt. Die Einwohnerstunde kann spannend sein, weil sie der Bevölkerung die Gelegenheit bietet, eigene Impulse in die Kulturentwicklung einzubringen. Im Anschluss geht's in die Themen - und die sind dieses Mal alles andere als klein. Wer an dieser Stelle immer noch nicht genug hat und noch tiefer in die Welt des Kulturausschusses eintauchen möchte, hat dazu Gelegenheit im städtischen Ratsinformationssystem. Er erscheint zunächst etwas unübersichtlich, erweist sich nach etwas Ausprobieren aber als hilfreiches Tool, um den Überblick über die politischen Prozesse in Oldenburg zu bewahren. Und das ist ja nicht das Unwichtigste, was man mit seiner Zeit anfangen kann.
- MUSEUMSREIF!
Erste Assoziationen bei diesem Titel: betagt, altmodisch, out of date. Man kann ihn aber auch ganz anders lesen. Denn was ins Museum kommt, ist vielleicht alt. Aber es ist ganz sicher etwas anderes: spannend, außergewöhnlich, relevant. Glaubt ihr nicht? Es ist aber so. Und das kann man zu keinem anderen Zeitpunkt besser nachprüfen als zum Internationalen Museumstag - dieses Jahr am 15. Mai! Kurze Rückblende: Erinnert ihr euch an euren letzten Museumsbesuch? An den Moment, als ihr vor dem Gebäude standet? Vielleicht war es das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, sprich: das Schloss, vielleicht war es auch der Oldenburger Kunstverein. Welches auch immer es war: Es hatte eine gewisse Aura, oder? Etwas, das man bei den meisten anderen Gebäuden nicht sieht oder spürt. Entweder altehrwürdig und erhaben - oder hochmodern, puristisch, aufs Wesentliche konzentriert. Es scheint eine ungeschriebene Regel zu geben: Museen befinden sich entweder in prächtigen Altbauten mit großem Eingangsbereich, vielleicht sogar einigen Säulen oder Skulpturen entlang der Treppenstufen. Oder Museen befinden sich in architektonisch spektakulären Gebäuden, die mit klaren Linien einen kontrastierenden Rahmen für die Kunstwerke bieten. In jedem Fall sind diese Orte nicht: alltäglich und austauschbar. Orte der Erinnerungen Warum? Ganz einfach: Weil die Museen selbst nicht alltäglich und austauschbar sind. Sie sind nicht etwa Abstellkammern für olles Zeug, sie sind nicht hoffnungslos veraltet und unmodern. Selbst auf das simpelste Museum der Welt träfe all das nicht zu. Denn: Sie bewahren die Erinnerungen unserer Gesellschaft. Und mit ihnen ist es genauso wie mit unseren eigenen: sie sind prägend, lehrreich, oft sogar bedeutend. Es ist wichtig, dass wir sie haben. Aber: wenn wir andere daran teilhaben lassen wollen, kommt es darauf, wie man davon erzählt. Wie bei jeder guten Geschichte zählen Blickwinkel, Storyline und Spannungsbögen. Stimmt alles, dann haben wir etwas davon. Bei uns selbst - und im Museum. Der Internationale Museumstag lädt uns alle dazu ein, diese These selbst nachzuprüfen. Denn geben wir zu: Im Alltag gibt es kleinere Hemmschwellen, die verhindern, dass wir den eingangs erwähnten Moment vor dem Museum häufig erleben. Da ist zum einen der Preis, auch wenn er bei den Oldenburger Häusern insgesamt als sehr moderat einzustufen ist. Die großen Kunsthäuser in den Metropolen rufen jedenfalls andere Tarife auf. Zum anderen fehlt häufig der konkrete Anlass. Also der Zeitpunkt, an dem man zu sich sagt: Jetzt aber! Endlich ein Anlass Der Museumstag löst beide Probleme. Zum einen bieten die Oldenburger Häuser allesamt freien Eintritt. Das heißt also: Man kann völlig kostenfrei auf Entdeckungsreise gehen. Und weil eben alle dieses Angebot haben, ist auch ein Anlass da: Man sollte diese Gelegenheit einfach nutzen. Denn wie gesagt bedeutet sie nicht etwa, in altem Krempel nach Brauchbarem zu suchen. Sie bedeutet etwas ganz anderes: nämlich Eintauchen in andere Zeiten, Themen, Kontexte. Das Schöne entdecken in Dingen und Informationen, für die man sich im Alltag kaum Zeit nimmt. Dazulernen durch sinnliche Erfahrung statt Online-Schulung oder Frontalunterricht. Auf alle Besucher:innen wartet eine inspirierende, lehrreiche Erfahrung - und das ohne große Kosten und Mühen. Ohne Mühen? Ja, richtig. Denn wir fassen hier zusammen, welche Museen am Internationalen Museumstag teilnehmen, ob es spezielle Angebote gibt und haben sogar einen Routenvorschlag für euch. Das klingt gut? Na, dann los.
- EVERYDAY HUSTLE
Ihr kennt das: Im Alltag gibt es nicht immer nur die coolen Jobs und die großen Projekte. Es gibt da auch ganz viel Kleinkram, den niemand sieht, der aber trotzdem getan werden muss und manchmal richtig viel Zeit kostet. Das ist beim Kulturschnack nicht anders. Und bei uns geht das schon los, wenn man einfach nur was fragen will. Wir könnten eine sehr lange Geschichte erzählen, wie es dazu kam, dass Kevin in einem Kämmerlein im PFL sitzt und Thorsten an einem Flex Desk im Core. Warum schon zig andere Optionen durchgesprochen wurden, aber bisher keine funktionierte. Doch das ersparen wir euch - wichtig ist nur, dass es so ist. Denn das bedeutet: kein gemeinsames Büro, keine Schreibtische gegenüber, kein kurzes Zurufen, kein schnelles Abschnacken. Die Folge: Dutzende Mails, Shared Docs, schnelle Telefonate. Am besten ist aber was anderes: eben mal rüberlaufen, vom Core ins PFL oder umgekehrt. Dauer: ungefähr sieben Minuten pro Richtung. Das ist natürlich eine krasse, völlig ineffiziente Zeitverschwendung. Aber wir haben festgestellt: man sollte sich das gönnen. Denn die Post-Covid-Lehre schlechthin ist ja: Analog ist besser. Nur dann gibt es Vibes, Atmo, Feeling. Außerdem trifft man draußen selbst auf dem kurzen Weg von der Heiligengeist- zur Peterstraße immer wieder spannende Leute. Schöne Grüße an Sven und Hauke vom Hidden Art Project, die wir zuletzt zu jeder möglichen Tageszeit getroffen haben. Kein Wunder: Mitte Juni kredenzen sie uns ja ein Großprojekt. Stay tuned. Unser Traum bleibt zwar ein gemeinsames Büro, Schreibtische gegenüber, kurzes Zurufen, schnelles Abschnacken. Bis es soweit ist, findern wir die aktuelle Situation aber auch ganz nice. Erstens ist das Core ein sehr inspirierendes Kontrastprogramm zum Kulturcampus rund ums PFL. Und zweitens muss man einfach nur das Beste aus allem machen. In diesem Fall: sich ab und zu sieben Minuten Zeit nehmen, anstatt sieben Mails hin und her zu schicken. Klar ist so etwas Kleinkram, den niemand sieht, der aber trotzdem getan werden muss und manchmal richtig viel Zeit kostet. Der Everday Hustle eben. Aber: für euch immer gerne!
- GRATIS COMIC TAG 2022
Ja, ihr lest richtig! Die Stadtbibliothek Oldenburg spendiert euch diesen Samstag nicht nur Comics zur Lektüre, sondern noch einiges mehr und bietet dabei ein buntes Rahmenprogramm für die kleinen aber auch die großen Besucherinnen und Besucher. Man merkt Hannes Meiners und Regina Peters von der Stadtbibliothek an, dass sie sich freuen, denn mit dem Gratis Comic Tag steht die erste große Veranstaltung in diesem Jahr an: „Bereits in den vergangenen Jahren sorgten die Gratis-Comic-Tage für Furore. In diesem Jahr wollen wir zudem auf das spannende KIBUM-Motto vom 12. bis 22. November 2022 einstimmen." Dabei könnte die Veranstaltung am Samstag kaum ein besserer Teaser sein, um auf das was die Besucherinnen und Besucher Ende diesen Jahres bei der KIBUM erwartet schon jetzt einzustimmen, denn in diesem Jahr wird diese ganz unter dem Motto „Mehr als krach & bumm! KIBUM, Comics und Graphic Novels.“ stehen. GRATIS COMIC TAG 2022 SAMSTAG, 14. MAI 2022 - AB 11 UHR PFL KULTURZENTRUM PETERSTRASSE 3 26121 OLDENBURG Comics, Comics, Comics ... Wer sich fragt, wieviele Comics es denn genau geben wird, dem sei schon vorab versichert: es sind VIELE! Sehr viele. Denn wie immer hält die Stadtbibliothek speziell für diesen Tag gedruckte, limitierte Comics für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum Mitnehmen bereit – darunter Titel wie „90 Jahre Goofy“, „Fantasy Entenhausen“, „Nika, Lotte, Mangold“, „Batman“, „Doctor Strange“ oder „Star Wars“. Wer sich also nur im Entferntesten für das Universum der Comics interessiert, wird ganz sicher für jeden Geschmack das passende Heft finden. Das Rahmenprogramm Doch auch abseits der bloßen Comics gibt es an diesem Tag einiges zu Erleben mit einem Rahmenprogramm, das sich schon für Kinder ab 6 Jahren bestens eignet. So wird Comic-Künstler Thomas Wellmann von 11:30 bis 12:20 Uhr nicht nur aus seiner Kinder-Comic-Reihe „Nika, Lotte, Mangold“ (erschienen im Rotopol Verlag), rund um drei Freundinnen, die gemeinsam Abenteuer erleben, vorlesen, sondern darüber hinaus auch die Illustrationen seines Comics im Großformat präsentieren und zusätzlich live zeichnen. Wer würde schließlich nicht liebend gerne mal sehen, wie seine Lieblingscomics beziehungsweise die Comics seiner eigenen Jugend handwerklich entstanden sind? Hier bietet sich die Möglichkeit diese Fähigkeiten live erleben zu können. Denn Wellmann ist absoluter Experte seines Fachs. Der in Münster lebende Künstler und Autor zeichnet Illustrationen für die „ZEIT“ und arbeitet an internationalen Produktionen des Cartoon Network mit. Wellmann ist Dozent für Visual Storytelling an Designhochschulen in Düsseldorf und Münster und arbeitet als Storyboard-Designer für große US-Firmen. Und auch er teilt die Vorfreude und Begeisterung: „Wie schön, dass wir zum Gratis-Comic-Tag und dann im November zur KIBUM gemeinsam in Oldenburg Comics feiern wollen. Kinder-Comics eignen sich hervorragend für einen vergnüglichen Einstieg in Lesewelten.“ Wem das noch nicht reicht und nicht sowieso schon längst überzeugt ist: Von 11 bis 14 Uhr wird zusätzlich am selben Tag die Künstlerin Yingshu Shi kostenfreie Schnellportraits von allen Interessierten erstellen. Also: Samstag geht's auf zum PFL und abgetaucht in die Welt der Comics, denn es gibt schließlich viel zu sehen und zu lesen. Wir sagen: Viel Spaß!











