AUF DIE FREUNDSCHAFT!

Wir alle wissen: gute Freundschaften sind einfach unbezahlbar. Das gilt nicht nur für jeden von uns privat, sondern auch für eine kulturelle Einrichtung wie das Horst-Janssen-Museum. So finden viele der Museen in Deutschland Unterstützung durch jeweils eigene Fördervereine und Freundeskreise, die das Programm und Angebot an Ausstellungen in seiner letztlichen Form so erst für die Besucherinnen und Besucher ermöglichen. Im Horst-Janssen-Museum feiert man nun das 25-jährige Bestehen des Fördervereins mit einer eigenen Ausstellung.

Eingang der Ausstellung "Eine Sache der Freundschaft" vom Horst-Janssen-Museum.
Die Geschichte und Arbeit des Fördervereins lässt sich nun in einer eigenen Ausstellung im Horst-Janssen-Museum nachvollziehen. Foto: Kulturschnack
 

EINE SACHE DER FREUNDSCHAFT


BIS 17. JULI 2022

DI - SO 10:00 - 18:00 UHR


HORST-JANSSEN-MUSEUM

AM STADTMUSEUM 4-8

26121 OLDENBURG

 

Was bedeutet eigentlich Freundschaft? Wenn man das Wort einmal fix in die Google Suchleiste reintickert, erhält man als erstes Ergebnis den zugehörigen Wikipedia Artikel, der da im ersten Satz als grundlegende Definition angibt:

"Freundschaft bezeichnet ein auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander, das sich durch Sympathie und Vertrauen auszeichnet."

Doch während sich diese Definition auf einzelne Menschen begrenzt, lässt sich der Begriff auch mindestens im bildlichen Sinne auf Einrichtungen, Institutionen und vieles weiteres übertragen. Denn für eine große Anzahl an Museen in Deutschland ist Freundschaft vor allem im Sinne der steten Unterstützung zu verstehen, die die sogenannten Fördervereine und Freundeskreise übernehmen. Allein dem Bundesverband der Fördervereine deutscher Museen für bildende Kunst, einer Dachorganisation, die gebündelt auf überregionaler Ebene ihre Interessen vertritt, gehören inzwischen 86 Museen an, der hierdurch über 120.000 Mitglieder vertritt.


Eine Wand an der diverse Plakate von Ausstellungen des Horst Janssen Museums hängen
Eine Wand, die eine lange und erfolgreiche gemeinsame Beziehung abbildet! Foto: Horst-Janssen-Museum

Wir vom Kulturschnack dachten uns: Zeit, euch das Konzept und die Idee hinter diesen Vereinen einmal vorzustellen. Gerade und vor allem dann, wenn es hierzu einen wunderbaren, aktuellen Anlass gibt: Der Freunde und Förderer des Horst-Janssen-Museums Oldenburg e.V. feiert sein 25-jähriges Bestehen!


Von Beginn an essenziell


„Das Museum und seinen Verein verbindet eine langjährige Beziehung. Hier geht und ging es nicht nur um flankierende Maßnahmen, sondern eben schon vor 25 Jahren um eine Initialzündung, die ganz wesentlich dazu beigetragen hat, dass es dieses Horst-Janssen-Museum in Oldenburg gibt.“, sagt Museumsleiterin Dr. Jutta Moster-Hoos über die besondere Beziehung.


Denn bereits am 3. Juni 1997 wurde der Verein gegründet, mit dem Ziel, den Bau eines Museums für den großen norddeutschen Zeichner, Grafiker, Autor und Ehrenbürger der Stadt Oldenburg zu unterstützen. Drei Jahre später, im November 2000, war es dann soweit: Das Horst-Janssen-Museum wurde eröffnet. „Seitdem unterstützt der Freundeskreis auf vielfältige Weise und mit außerordentlichem Engagement die Arbeit und die Weiterentwicklung des Horst-Janssen-Museums. Mit dieser Ausstellung möchten wir uns bei unserem Förderverein bedanken; gleichzeitig ist sie auch für uns ein schöner Rückblick auf die vergangenen 25 Jahre“, sagt Christiane Cordes, die Leiterin des Amtes für Kultur, Museen und Sport der Stadt Oldenburg.


Ein Vierteljahrhundert tolle Zusammenarbeit


Kuratorin Antje Tietken liest in der Sitzecke in einer der vom Verein geförderten Publikationen.
In unterschiedlichen Publikationen kann bei einem Besuch gestöbert werden, dank einer gemütlichen Sitzecke innerhalb der Ausstellung. Foto: Horst-Janssen-Museum

Die Ausstellung soll nun zu einer Zeitreise durch die vergangenen 25 Jahre einladen. „Rund 500 Werke von Horst Janssen hat der Verein über die Jahre angekauft oder als Schenkung erhalten und dem Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt“, sagt Antje Tietken, die die Ausstellung kuratiert hat. „Wir zeigen ein Best of von rund 60 Werken, darunter Selbstporträts, die Radierzyklen Nigromontanus und Caspar David Friedrich, Lithografien und Zeichnungen.“ Auch in seiner Forschungs- und Dokumentationsarbeit wird das Museum vom Verein unterstützt, so zum Beispiel beim Projekt „Zeitzeugen“, für das 35 Weggefährten von Horst Janssen interviewt wurden. In den Videos, von denen eine Auswahl in der Ausstellung gezeigt wird, kommen unter anderem der Galerist Hans Brockstedt, Horst Janssens Frau Verena Janssen und der ehemalige Vorsitzende des Oldenburger Kunstvereins Dr. Dr. Ummo Francksen zu Wort.

Künstlerin und Stipendiatin Aline Helmcke beim Ausstellungsaufbau.
Künstlerin und Stipendiatin Aline Helmcke. Foto: Horst-Janssen-Museum

Jüngster Coup der Freunde und Förderer ist ein Forschungsstipendium, das er gemeinsam mit dem Museum ins Leben gerufen hat. Die erste Stipendiatin Aline Helmcke hat im Januar ihre neunmonatige Residenz in Oldenburg angetreten. Sie forscht nicht nur am Horst-Janssen-Museum, sondern ist selbst Künstlerin und bereichert die Jubiläumsausstellung mit einem Einblick in ihre Forschungsaktivitäten sowie eigenen Arbeiten, die während ihrer Beschäftigung mit Janssens Frühwerk entstanden sind.


WIE UNTERSTÜTZT DER VEREIN DAS HORST-JANSSEN-MUSEUM KONKRET?

  • Er ermöglicht wichtige Ankäuf- ... Erunterstützt bei Ausstellungen

  • ... fördert die Aufarbeitung des Nachlasses von Horst Janssen

  • ... stellt Mittel für die Museumspädagogik zur Verfügung

  • ... lädt Expertinnen und Experten zu öffentlichen Vorträgen ein

  • ... betreibt engagierte Lobby-Arbeit

Berechtigterweise mag man sich in diesem Zuge die Frage stellen, wie der Verein das finanziell packt. Die Antwort: Mitgliedsbeiträge, die sich jährlich auf etwa 20.000 Euro belaufen und durch weitere Einzelspenden aufgestockt werden, die durchaus im fünfstelligen Bereich liegen können. Das sind natürlich Summen, die bei der Herausforderung das Werk Janssens Stück für Stück immer weiter innerhalb des Museums zu bündeln, einen substanziellen Unterschied machen.


Dieses Engagement der Mitglieder bleibt natürlich nicht ohne gewisse Vorzüge und Vorteile. Wer sich dem Förderverein anschließt hat freien Eintritt ins Horst-Janssen-Museum, das Stadtmuseum Oldenburg und das Edith-Russ-Haus, aber auch ins Groninger Museum und in die Kunsthallen Bremen und Emden. Hinzu kommen Einladungen zu Previews und gemeinsame Ausflüge.


„In den letzten 25 Jahren haben wir für und gemeinsam mit dem Horst-Janssen-Museum viel erreicht“, resümiert Vereinsvorsitzende Inge von Danckelman und fährt fort: „Der Förderverein wird das Museum auch weiterhin bei wichtigen Zukunftsfragen in vielerlei Hinsicht unterstützen und die kulturelle Bedeutung des Museums ins öffentliche Bewusstsein rücken. Und dafür hoffen wir auf viele weitere aktive Mitglieder."


Wer sich also für Kunst, Kultur und die Arbeit von Museen interessiert, der wird in den Fördervereinen sicher viele Gleichgesinnte und, wer weiß, neue Freunde finden. Da bleibt uns nur noch zu schreiben: auf die Freundschaft und noch viele weitere wunderbare Jubiläen!

 

Wer nun selbst Interesse an einer Mitgliedschaft im Freunde und Förderer des Horst-Janssen-Museums e.V. hat und in den Genuss der Vorteile kommen möchte, die eine solche mit sich bringt, der findet hier weitere Informationen: horst-janssen-freunde.de