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- 2 x 2 x 2 TICKETS: NEULAND FESTIVAL
Im letzten Jahr feierte es im Rahmen der Klappstuhltage seine Premiere, in diesen Jahr steht es auf eigenen Füßen: Das Neuland-Festival für zeitgenössische Artistik! Euch erwarten insgesamt fünf Tage kunstvoller Körperbeherrschung und unzählige Momente ungläubigen Staunens. Dabei ist der Name Programm: Solch ein Festival gab es in Oldenburg tatsächlich noch nicht. Bei der Einordnung des Neuland-Festivals stellt sich für alle stets dieselbe Frage: Was ist das nun? Sport? Schließlich wird hier sehr viel mit dem Körper und seinen faszinierenden Fähigkeiten gearbeitet. Oder ist es doch Kunst? Schließlich ist der Körper hier in erster Linie Ausdrucksmittel. Vielleicht passt das Neuland Festival aber auch in gar keine Schublade und fühlt sich wohl mit seinem Platz dazwischen - denn der ist einzigartig. Immerhin: Der Name des Veranstalters - der Verein Kultur-Perspektiven - gibt einen ziemlich deutlichen Hinweis darauf, mit welchen Schwerpunkten hier zu rechnen ist. Die sportliche Komponente der Artistik wird eingebunden in einen klaren künstlerischen Kontext, nicht umgekehrt. Daraus ergibt sich für das Publikum ein sinnlicher Genuss, der sich bei sportlichen Wettkämpfen in dieser Form nicht einstellt. Zudem beschränkt sich das Programm keineswegs auf reine Artistik. Vielmehr lotet es Verbindungen zu anderen Bereichen aus, bindet sie mit ein und sucht mit ihnen nach einer gemeinsamen Sprache. So ergaben sich u.a. Kooperationen mit dem PlattArt-Festival, dem Beats & Liebe-Festival und dem Kabarett K. Wir dürfen nun 2 x 2 x 2 Karten für das Neuland-Festival verlosen. Nein, das ist kein Tippfehler! Es gibt nämlich nicht nur für die Premiere von „A Simple Space“ des Ensembles Gravity and other Myths zweimal zwei Tickets, sondern auch für die erste der beiden StückGut-Shows. Am liebsten hätten wir auch für die weiteren Termine Karten verlost, denn es lohnt sich, dieses Neuland zu entdecken. Aber echte Pioniere forschen ja gerne auf eigene Faust - und sichern sich ihre Zugangsberechtigung im freien Verkauf. 2 x 2 TICKETS FÜR GRAVITY AND OTHER MYTHS „A SIMPLE SPACE“ PREMIERE DONNERSTAG, 30. JUNI 2022, 19 UHR CIRCUSZELT AN DER WESER-EMS-HALLE 2 x 2 TICKETS FÜR STÜCKGUT DREI CIRCUS-KURZSTÜCKE MATTHIAS ROMIR, NATALIE RECKERT, (K)NOT ON HANDS SAMSTAG, 2. JULI 2022, 19 UHR CIRCUSZELT AN DER WESER-EMS-HALLE Was ihr dafür tun müsst? Nicht sehr viel. Nämlich lediglich: Eine E-Mail mit dem Betreff "GEWINNE!!!" an uns schicken. In die Mail schreibt ihr dann einen Satz wie "Ich will zu Gravity!" oder "Ich will zu StückGut!“ - und schon steht ihr mit etwas Glück auf der Gästeliste. Wir drücken die Daumen! Einsendeschluss ist Sonntag, der 26. Juni 2022. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
- ERKENNTNISSE AUS DEM KULTURAUSSCHUSS
Der Kulturausschuss auf ungewohntem Terrain: Die Sitzung am 21. Juni fand nicht im angestammten PFL, sondern im Oldenburgischen Staatstheater statt. Sicherlich ungewohnt, auf jeden Fall aber eine Bereicherung. Denn der großflächig verglaste Raum kreierte eine andere Atmosphäre als der Sitzungssaal des PFL. Nachdem ihr bereits Montag in unserer Ankündigung vorab erfahren konntet, was dieses Mal auf der Tagesordnung stand, war es gestern dann soweit. Wir haben uns das Ganze für euch live angeschaut und fassen hier für euch zusammen, was in der über zweistündigen Sitzung diskutiert wurde. Wie immer: In fünf leichtverdaulichen Erkenntnissen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Schließlich ist dies keim Protokoll. Wer sich das wünscht, schaut im Ratsinformationssystem vorbei! Erkenntnis 1 Veränderung tut gut Im Grunde ging es schon vor dem Eingang los: Entspannte Stimmung, lockerer Talk in der Nachmittasgsonne. Das Ambiente passt. Und das setzte sich im Inneren nahtlos fort. Das Hauptfoyer des Staatstheaters erwies sich nicht nur als tauglich für eine Ausschusssitzung, sondern beinah schon als ideal: Mit einem gut angelegten Gastgeber Tilmann Pröllochs (in Vertretung des reisenden Intendanten), gastronomischer Grundversorgung und einem guten Blick von innen nach außen. Oder von außen nach innen? Im Vergleich zum PFL war dies auf jeden Fall eine neue, angenehme Form der Präsenz und Transparenz. Mutig war Pröllochs offensiver Vorstoß zu den Kosten für die Kultur - mit der Bemerkung, dass Theater zu den größten Kostenpositionen einer Kommune gehören. Doch Oldenburg sei hier gut aufgestellt, da das Staatstheater für vergleichsweise wenig Geld (ca. 6,5 Mio. Euro von einem Gesamtbudget von 32 Mio. Euro) sehr viel Programm liefere. Diese Verhältnis sehe bei vielen städtischen Theatern wie etwa in Osnabrück ganz anders aus. Das Sahnehäubchen der Begrüßungsworte war das Angebot des Verwaltungsleiters, nach der Sitzung einer Probe für die „Götterdämmerung“ des Ring des Nibelungen beizuwohnen. Eine rare Gelegenheit, die sich in diesem Form sonst nicht ergäbe - jedenfalls nicht im PFL. Erkenntnis 2 Begegnungen tun gut Projektleiter Bernd Hubl machte neugierig auf die neueste Ausgabe der „Begegnungen“-Reihe, die zwischen dem 20. September und dem 20. November stattfinden wird. Nach China, Südafrika, Türkei, Polen, United Kingdom ist nun Island an der Reihe. „Warum Island?“, nahm Hubl die drängendste Frage sofort vorweg. Zwei Antworten gab er darauf: Island sei überraschend, denn es habe die höchste Künstler:innendichte Europas. Neben der weltbekannten Musik spiele vor allem die Literatur eine große Rolle, aber auch viele experimentelle Kunstformen. Dabei entspräche die gesamte Einwohnerzahl Islands gerade einmal zwei Oldenburgs. Die zweite Antwort lautet tatsächlich: Glück: Rankings, in denen die Zufriedenheit der Menschen gemessen wird, verorten die kleine Republik immer wieder auf einem der Spitzenplätze. Ein Grund dafür: Die Wellbeing Economy. Sie rückt ab von einer streng kapitalistischen Marktwirtschaft hin zu einer mehr Gemeinwohl-orientierten Form des Wirtschaftens. Das schlägt sich ganz offenbar im Glücksgefühl der Menschen - und vielleicht auch in deren künstlerischer Expression - nieder Wobei diese Korrelation eine reine Mutmaßung ist, die wir nicht belegen können. Interessantes Land also, aber was erwartet uns konkret? Ingesamt 34 Veranstaltungen, die zu gegebener Zeit genauer vorgestellt werden. Zwei Projekte hob Bernd hervor: Jon Gnarrs „Hotel Volkswagen“. In Kooperation mit dem Staatstheater ist eine szenische Lesung des Erfolgsstücks geplant, anschließend wird es einen Talk mit dem bekannten Autor geben. Der war übrigens, wie Bernd erzählt, früher ein Comedian und wurde dann Oberbürgermeister von Reykjavik. Das zweite Projekt ist: Björk! Nein, leider kommt die Künstlerin nicht persönlich, aber in Form eines Theatersstücks in Zusammenarbeit mit der Kulturetage und em Schlauen Haus Oldenburg. An einem sehr ungewöhnlichen Ort, wie Bernd gekonnt anteasert, wird es unter dem Titel "Björk meets Timothy - Kunst trifft Philosophie" um einen Email-Austausch zwischen der Sängerin und dem Philosophen Timothy Morton gehen. Diese Konversation erschien erstmals im Kontext zu einer Björk-Retrospektive im New Yorker Museum of Modern Art. Genau unsere Kragenweite! Nummer 3 Musik tut gut Der Leiter der Musikschule Holger Denckmann stellte sein Haus für den - immer noch relative neuen - Kulturausschuss vor. Holger beschrieb dabei die gesamte Demographie seiner Einrichtung - inklusive einer Aufschlüsselung der Nutzer:innen nach Stadtteilen, die manches Klischee bestätigen. Daran entspann sich eine rege Diskussion, wie man Zielgruppen ansprechen könnte, die man normalerweise nicht so leicht erreicht, insbesondere jene mit geringem Einkommen. Ein wichtiges Thema, das sicher fortgesetzt werden dürfte - auf das es aber keine einfachen Antworten gibt. Denn der entscheidende Fakt sei laut Holger nicht etwa das Geld, sondern die Musikalität der Eltern. Und die könne man eben kaum beeinflussen. Auch auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie kommt er ausführlich zu sprechen, Und obwohl die Reaktionen der Musikschule beeindruckend waren und sie sich über Nacht digitalisierte, erspare ich euch die Details an dieser Stelle. Widmen wir uns lieber Holgers Feststellung, dass es 2022 endlich wieder los ging mit den Großveranstaltungen und dass sie häufig sogar ausverkauft seien. Die größte von allen war aber ein externes Format: Jugend Musiziert. Vom 2. bis 9. Juni hat der Bundeswettbewerb in Oldenburg stattgefunden und war aus Sicht des Musikschulleiters ein toller Erfolg. Oldenburg habe sich als wunderbare Gastgeberin präsentiert und sei beim Organisationsteam und bei den Teilnehmenden hervorragend angekommen. 2.300 Kinder und Jugendliche waren vor Ort und haben „wahnsinnige musikalische Leistungen“ vollbracht, von denen man zum Teil gar nicht erwartet habe, dass sie überhaupt möglich seien. Als “musikalisches Höchstniveau“ bezeichnet Holger das - und dem können wir nur zustimmen. Auch die Bevölkerung war dabei: Insbesondere übers Pfingstwochenende waren die Veranstaltungen sehr gut besucht. Für den Musikschulleiter war diese Großveranstaltung eine ideale Verbindung von Bildung und Kultur - und für die Stadt ein Riesengewinn. Nummer 4 Geld tut gut Leiterin Paula von Sydow berichtet für das Kulturbüro über die städtische Kulturförderung. Sie klärt darüber auf, dass in diesem Jahr 127.000 Euro für Projektförderungen zur Verfügung stellen, 37 Anträge lägen bisher vor, 33 wurden bereits bewilligt, die Quote liege also sehr hoch. Für Projekte der Kulturellen Bildung stünden 15.000,- Euro zur Verfügung, die maximal Förderhöhe liege bei 500,- Euro pro Projekt, hier lägen 13 Anträge vor. Auch in diesem Jahr gibt es eine Strulturbrücke. Institutionen haben die Gelegenhit, bis zu acht Prozent ihren üblichen Fördervolumens beantragen, insgesamt 140.000 Euro. Für freie Kulturschaffende und Solokünstler:innen stehen 124.000 Euro zur Verfügung, Anträge können eine Höhe von bis zu 3.500 Euro haben. Das letzte Förderinstrument ist Mach|Werk, der Fonds für innovative Kulturprojekte, der 80.000 Euro vorsieht. Er wird ab dem 22. Juni ausgeschrieben und läuft bis zum 31. August. Daneben gebe es, so Paula weiter, die institutionelle Kulturförderung, die den 22 geförderten Einrichtungen jährlich einen festen Zuschuss garantiert. Aktuell läuft ein Prozess zu einer Neuausrichtung dieser Förderung, um verschiedene - von der Kulturpolitik in der letzten Legislaturperiode formulierten - Zielsetzungen besser erreichen zu können. Dazu braucht es allerlei Kriterien, Strukturen und Formalien, sprich: sehr viel Vorarbeit. Das zeigte auch die anschließende Diskussion, die offen legte, dass die Corona-Pandemie womöglich diverse Neuüberlegungen nötig macht. Natürlich ist es profan, den direkten Kontext zwischen Geld und Kultur herzustellen. Doch seien wir ehrlich: Ohne Förderung würde vieles, was wir schätzen oder sogar lieben, nicht passieren. Ohne Förderung wären auch Theaterkarten unerschwinglich. Deshalb ist dieser Bereich des Kulturbetriebs zwar vergleichsweise unglamourös, aber umso bedeutender. Nummer 5 Diskutieren tut gut Bei allen Tagesordnungspunkten, nicht zuletzt auch bei den Anträgen der Fraktionen, zeigte sich, wie sinnvoll und anregend es sein kann, sich über Themen aktiv auszutauschen. Bei den Anträgen ging es zunächst um ein Gedenkobjekt für Paulis Urdze. Den kennst du nicht? Wir gestehen: wir auch nicht. Der bereits 1985 verstorbene Oldenburger Pastor gehörte zu den Mitbegründern der Gemeinnützigen Werkstätten, die wir heute alle kennen und schätzen und der Gemeinwesenarbeit, die mittlerweile unter dem Dach der Verwaltung ihre wichtige Arbeit macht. Eine Initiative würde Urdze gerne ein Gedenkobjekt widmen, idealerweise beim Kulturzentrum Rennplatz, wo er seine Hauptwirkungsstätte hatte - und bei dessen Gründung er ebenfalls mitwirkte. Knapper, aber trotzdem ebenfalls konstruktiv, waren die kurzen Diskussionen über die Sanierung der Kulturhalle und einem neuen Standort für das Wandbild eines Turmspringers, das früher am Hallenbad Berliner Platz prangte und seit dessen Abriss eingelagert ist. Zwar verhinderte die bevorstehende „Götterdämmerung“ einen tieferen inhaltlichen Einstieg - aber nach zwei Stunden Diskussion war das vielleicht auch kein schlechter dramaturgischer Kniff. Wobei festzuhalten bleibt, dass die Luft im Theaterfoyer nach 120 Minuten nicht halb so verbraucht wirkte wie im PFL. Grund genug, auch in Zukunft mal wieder auf Reisen zu gehen.
- THAT'S N!CE: POETRY SLAM
Sie gehören längst zum Sortiment jeder gut ausgestatteten Kulturszene: die Poetry Slams. Inzwischen geht es häufig um besonders kreative oder spezialisierte Formate an bestimmten Orten oder zu bestimmten Themen. In Oldenburg fand sogar der welterste Foto-Slam statt. Bei „N!CE“ geht es nun um einen Bereich, der trotz allem bislang eher unterrepräsentiert war: Die Rolle der Frau. Was das angeht, ist die Sache klar: „Wir müssen reden.“ Es ist mucksmäuschenstill. Man konnte die berühmte Stecknadel fallen hören. Das Publikum ist vollkommen paralysiert vom Satz-Stakkato, das sie in der letzten Minute intellektuell und emotional durchgeschüttelt hat. Wie ein Sog entwickelte sich zuvor die Macht der Worte, zog alle mit, entführt sie in neue Gedankenwelten und ließ sie bewegt zurück. Nun also die rhetorische Kunstpause. Und dann beginnt es von Neuem, die Sätze fliegen dem Publikum nur so um die Ohren, bauen isch auf und stürzen wieder ein, immer wenn man ein Muster erkennt, folgt schon die nächste Überraschung. Nur eins ist sicher: Nichts. Das ist Poetry Slam! Er fasziniert, er überrascht und er... thematisiert! Denn er greift immer wieder gesellschaftlich relevante Themen auf. Die Künstler:innen auf der Bühne erklären, berühren, provozieren und treiben dadurch Denken und Diskurs an. So wird es auch am Wochenende vom 1. bis 3. Juli sein, wenn bei „N!CE“ erneut die Frauen in der Kulturszene im Mittelpunkt stehen. Ihnen wird nicht nur ein Slam gewidmet, sondern ein ganzer Abend: Der Female Slam! Er findet statt im Rahmen von „NICE - Access all areas“, dem Sommerprogramms des kreativ:LABORs. Es bespielt alle gängigen Formate zeitgemäßer Urban Art: Am Premierenwochenende ging es um DJ- und Clubkultur, eine Woche später folgte Graffiti, nun geht es um Poetry Slams, demnächst um Literatur. Die Stärke des Formats Zwei Dinge sind dabei besonders: Erstens steht die Frau im Fokus. Das ist nicht nur beim Female Slam so, das wird auch bei den weiteren Programmpunkten so sein. Das heißt nicht, dass Männer als Gäste nicht willkommen sein, wie uns Koordinatorin Susan Mertineit im Interview verriet. Thematisch im Fokus stehen aber die Frauen: Die Herausforderungen, denen sie innerhalb der Kulturszene begegnen - und die Möglichkeiten, die sie haben, um die Situation zu verbessern. Und dazu gehört die zweite Besonderheit: das Empowerment, also die (Selbst-)Ermächtigung. Bei allen Programmpunkten von „N!CE“ geht es nicht nur um Veranstaltungen, es gibt immer auch Workshops, in denen Frauen die Dinge lernen können, die man sonst nur als Zuschauer:in beobachtet. Das ist die große Stärke des Formats. Denn je mehr Frauen die Urban Arts selbst beherrschen, desto selbstverständlicher und selbstbewusster wird ihre Rolle innerhalb der Szene. Und sowieso: In Zeiten eines Generationenwechsels und einer postpandemischen Agonie ist es wichtiger denn je, Menschen dafür zu begeistern, Kultur aktiv zu gestalten. Wir werden viele von ihnen brauchen. “Poetry slam is the competitive art of performance poetry. Established in the mid-80s as a means to heighten public interest in poetry readings, slam has evolved into an international art form emphasizing audience involvement and poetic excellence.” (Marc Smith) Dafür werden an diesem Wochenende Weichen gestellt. Denn neben dem Female Slam gibt es einen dreitägigen Workshop mit Poetry Slam-Legende Annika Blanke, in dem man das nötige Hand- oder besser gesagt Mundwerkszeug lernt, um später auf der Bühne zu berühren und vielleicht sogar zu brillieren. Zum Programm gehört auch eine Präsentation der Workshopergebenisse. Wer weiß, vielleicht können wir dort schon die nächste Legende sehen? The Platz to be Stattfinden wird das Ganze auf dem Kulturplatz hinter der Kulturetage. Den kennst du noch gar nicht? Kein Wunder. Er ist erst in den letzten (Corona-)Jahren aus einem langen Dornröschen-Schlaf erwacht. Das Potenzial war immer da, ideale Nutzungsformate waren jedoch rar. Das hat sich geändert, seitdem das Cine k den Platz mit einem Open Air Kino bespielt und sich daran weitere Veranstaltungen andockten. Inzwischen ist das versteckte Areal ebenso etabliert wir gleich nebenan das Einfach Kultur-Gelände. Die Idee zu N!CE entstand aübrugens us der Plattform fem:POWER heraus. Dabei handelt es sich um eine Gruppe engagierter Frauen* aus unterschiedlichen Professionen, Alters- und Lebensphasen, die sich für Empowerment, Vernetzung und Austausch einsetzen. Die feministische Perspektive ist dabei nicht etwa einschränkend, sondern das genau Gegenteil: sie öffnet unsere Sichtweise und ermöglicht neue, andere Perspektiven. Das ist die Kunst! Viel wurde schon geschrieben über die Macht der Worte. Seit der Antike ist bekannt, wie man mit den Mitteln der Rhetorik Menschen überzeugen kann - und bis heute spielen Reden in der Politik eine herausragende Rolle. Die Poetry Slams übersetzen diese „Macht“ in ein attraktives Format, das einerseits die Sprache und ihre Möglichkeiten feiert, das andererseits aber auch das Publikum im Blick hat. Die Gedanken der Slammer sind häufig welche, die man selber gern gedacht hätte, wenn man darauf gekommen wäre. Sie stellen eine intellektuelle oder emotionale Bereicherung da - und das ist die Kunst! Nun hat man die Gelegenheit, echte Expertinnen zu einem spannenden und wichtigen Thema zu hören. Und darüber hinaus die Möglichkeit, selbst zu lernen, wie das eigentlich geht. Nice!
- FRAUEN*SACHE!
Eine herrlich selbstbewusste Forderung. Klare Ansage, Ausrufezeichen. Allerdings auch eine, die nach wie vor mehr als nötig ist. Noch immer sind viel mehr Angelegenheiten ex- oder implizit „Männersache“ als andersrum. In der Kulturhalle am Pferdemarkt dreht sich nun alles um die Frage, wie wir das gemeinsam ändern können. Eine spannende und wichtige Veranstaltung - gefördert vom MACH|WERK Fonds für innovative Kulturprojekte. Ob Zufall oder nicht: Die Rolle der Frau(en) im Kultursektor ist in diesen Wochen ein allgegenwärtiges Thema in Oldenburg. Den Anfang machten drei Aufführungen der „Sheroes“, im Bahnhofsviertel geht „N!CE - Access all areas“ an diesem Wochenende ebenfalls in die dritte Runde - und jetzt folgt „Frauen*sache!“ in der Kulturhalle am Pferdemarkt. Trotz der ähnlichen inhaltlichen Grundausrichtung unterscheiden sich die Veranstaltungen aber deutlich voneinander. Der größere Kontext Bei Sheroes standen Information und spielerische Aufklärung im Mittelpunkt, bei N!CE das Empowerment und damit das direkte, konkrete Machen. Frauen*sache! setzt einen Schritt früher an. Der Untertitel „Kunst. Macht. Raum.“ deutet den größeren Kontext an. Es geht dabei um die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Frage, welchen Einfluss Räume und deren Nutzungsmöglichkeiten auf uns und unsere persönliche Entfaltung haben - mit Fokus auf Kunst und Wissenschaft. Spoiler Alert: Eine wesentliche Erkenntnis dürfte sein, dass Männer auch bei Raum-Fragen privilegisiert sind und nach wie vor von Generationen der Vorherrschaft profitieren. Gut, dass an diesen alten - und vermeintlichen - Gesetzmäßigkeiten nun vermehrt gerüttelt wird und dass die Kultur sich dabei nicht nur als Mittel zum Zweck begreift, sondern als Teil des Problems und Teil der Lösung. Initiatorin Annika Lisa Richter hat zusammen mit ihrem Team ein sparten- und kulturübergreifendes Line-Up an Mitwirkenden zusammengestellt, dass bereits im Vorfeld neugierig auf die Veranstaltung macht. Und neugierig dürfen auch Männer sein. Zwar wird die „Frauen*sache“ ihrem Namen gerecht und ist ein Format „von und mit Frauen und genderqueeren Personen“, aber es richtet sich explizit an alle. Und genau das muss es auch. Denn „alle“ ist die Gruppe an Menschen, die von der Ergebnissen und Erkenntnissen des Workshops betroffen sind. Je mehr von Anfang an dabei sind, desto größer dürften die Effekte sein. Das Programm findet ihr hier. Das vollständige Bild Und was ist all das nun? Künstlerische Forschung? Oder forschende Kunst? Ganz egal, wer den Hut letztlich aufsetzt - wichtig ist nur, dass sich zwei unterschiedliche Herangehensweise ergänzen und befruchten. Ratio und emotio widersprechen sich nämlich nicht, sie ergeben zusammen erst ein vollständiges Bild. Wem es gelingt, beides miteinander zu vereinen, bekommt die besten Ergebnisse. Und genau darum geht es auch bei „Frauen*sache!“ Wie schon beim Freiraum-Projekt von Raum auf Zeit steht also erneut die Frage nach unserem Umgang mit vorhanden - oder eben nicht vorhandenen - Räumlichkeiten im Mittelpunkt. Die Diskussion um die Nutzung der Stadt ist in vollem Gange; je mehr sich daran beteiligen, desto präziser und detaillierter ermitteln wir die Bedürfnisse. Meldet euch also noch schnell für die „Frauen*sache!“ an - denn trotz des Namens betrifft sie uns alle.
- WER MACHT, GEWINNT
Zum bereits fünften Mal schreibt die Stadt Oldenburg „MACH|WERK“ aus - den Fonds für innovative Kulturprojekte. Insgesamt 80.000,- Euro stehen für Experimente und Erprobungen zur Verfügung. Eine bemerkenswerte Summe für eine Stadt dieser Größe. Und ein klares Signal an die junge Szene: Wir vertrauen euch - macht einfach! Manchmal reichen einige Sätze, um den Spirit einer Idee klar zu um umreißen und für jeden schnell verständlich zu machen. Beim MACH|WERK-Fonds ist das ziemlich gut gelungen - nachzulesen auf den Plakaten, die in den kommenden Wochen in der Stadt hängen werden: „Die Stadt ist dein Terrain, Probieren ist deine Methode, Neugier ist dein Antrieb? Perfekt! Denn MACH|WERK geht in die fünfte Runde. Auch in diesem Jahr stehen 80.000 Euro für Unbekanntes, Unverbrauchtes, Ungewohntes zur Verfügung. Klingt gut für dich? Dann her mit deiner Projektidee!“ So steht es dort und so wir es auch verstanden. Eins ist sofort klar: Hier geht es nicht um komplexe Anträge, centgenaue Kalkulationen und elaborierte Antragsprosa. Hier geht es um gute Ideen! Der Gedanke muss greifbar sein, er sollte begeistern, mitreißen und spürbar machen, warum Oldenburg genau dieses Projekt braucht. Je plastischer und spannender die Geschichte hinter dem Projekt erzählt ist, desto besser. Am Ende steht aber immer die Idee selbst. Ihrer Einzigartigkeit, Besonderheit, ihre Strahlkraft. Und so kam es in der Vergangenheit schon dazu, dass eilig gemailte Projektskizzen erfolgreich waren, penibelst durchkalkulierte Anträge aber nicht Was ist innovativ? Um es in Anlehnung an Andy Warhol zu sagen: Innovativ ist alles, solange man damit durchkommt. In der Tat war der Innovationsgrad der Anträge in den letzten Jahren sehr unterschiedlich. Von einzigartigen Premieren bis zum x-beliebigen Projekt war alles dabei. Man erhöht seine Chancen aber signifikant, wenn man sich bemüht, neue Ansätze zu finden. Das kann einerseits die Idee selbst betreffen, die idealerweise noch nie zuvor jemand hatte. So etwas ist aber selten. Infrage kommen deshalb auch veränderte Blickwinkel, ungewöhnliche Orte und Settings, neue visuelle Ansätze oder Variationen von Bekanntem wie Konzerten, Theaterstücken, Performances und so weiter. Wichtig ist, dass die Projekte nicht einfach nur "ein weiteres" sind, das sich in den Veranstaltungskalender einreiht, sondern dass es herausragt. Venture Capital für junge Kultur Einige erfolgreiche und etablierte Akteure bzw. Formate haben ihr erste Anschubfinanzierung einst über MACH|WERK erhalten. Das intime filmische Stadtportrait "Wer ist Oldenburg?" des Vasudeva Vereins wurde u.a. durch die bisher höchste Förderung des Fonds ermöglicht. Das Hidden Art Project konnte seine erste Ausstellung im ehemaligen HEMA nur dank einer Innovations-Förderung umsetzen, ebenso die Open Air Ausstellung "Kunst statt Kommerz" im Jahr darauf. Die außerordentlich beliebte Stadtrundfahrt-Variation "Kulturelli" ist ebenfalls ein MACH|WERK. Und wenn im August das Urban Arts Festival MEMUR startet, hatte der Innovationsfonds ebenfalls die Hände im Spiel. Und das sind nur einige Beispiele für mittlerweile 28 geförderte Projekte in einem Gesamtvolumen von 207.000,- Euro. Aber was ist das nun? Spielgeld für Spaßvögel? Oder Seed Money für Kultur-Startups? Die Antwort ist klar: Letzteres. So ist es zumindest gedacht. Dass manchmal auch ersteres zu letzterem führt, ist dabei berücksichtigt. Sinn und Zweck soll aber sein, dass junge Menschen die Kultur dauerhaft als ihr Aktionsfeld entdecken. Dass sie spüren, dass Support von Seiten der Stadt kommt., Und dass sie ermutigt werden, nach dem ersten Projekt auch ein zweites und drittes zu machen. Denn reden wir nicht drumherum: in der Oldenburger Kulturszene steht ein Generationswechsel an. Viele Aktivposten steuern auf das Rentenalter zu. Deshalb brauchen wir Young Spirit, um unsere Szene aktiv und attraktiv zu erhalten. Maximales Return on Invest Mach|Werk wird eine wichtige Rolle dabei spielen. Schließlich richtet es sich ganz bewusst an eine junge Zielgruppe und ermöglicht ihr Spielräume und Testfelder. Wenn man ganz konkret werden möchte, dann lassen sich drei wesentliche Vorteile an diesem Format identifizieren. DIE AKTEURE HABEN ETWAS DAVON Sie erhalten ohne große Hürden finanzielle Unterstützung durch die Stadt Oldenburg. Das Geld ermöglichst ausdrücklich auch Experimente und Wagnisse. Das heißt: Die jungen Künstler:innen können erste Ideen verwirklichen, ohne finanzielle Unsicherheit zu haben. Das gibt ihnen hoffentlich den Mut und die Möglichkeiten, sie so umzusetzen, wie sie gedacht sind - ohne sie durch viele Kompromisse zu verwässern. DIE BEVÖLKERUNG HAT ETWAS DAVON Unsere etablierte Kulturszene hat eine enorme Bedeutung für die Stadt. Und sie ist selbst auch innovativ. Trotzdem braucht ein Standort immer wieder neue Impulse, um dauerhaft lebendig zu bleiben. Sie sind auch für das Publikum attraktiv, da es spürbar mehr viel Vielfalt bekommt und zudem auch ganz neue Formate erlebt. Ein großstädtisches Kulturangebot muss nicht nur gut sein, um zu überzeugen - es muss sich auch ständig weiter entwickeln. Dann bleiben die Besucher:innen neugierig. DIE STADT HAT ETWAS DAVON Jede Stadt muss sich fragen: Was wollen wir sein? Es gibt da verschiedene Standpunkte, aber einer hat sich noch nie als falsch erwiesen: Ein Ort, der jungen Menschen Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet. Vielmehr ist das in der heutigen Zeit das Kriterium schlechthin, um sich zukunftsorientiert zu positionieren. Und das betrifft nicht nur Karrieren, das betrifft auch Kunst und Kultur. Und die ganz besonders. Denn im Gegensatz zu manchen Office Jobs hat bei Entfaltungsmöglichkeiten für Kulturschaffende auch die Allgemeinheit etwas davon, wenn sie vorhanden sind. Ein Format wie MACH|WERK ist in diesem Kontext ein starkes Signal. Es ist also sehr eindeutig: MACH|WERK kostet zwar Geld. Genauer gesagt: 80.000 Euro pro Jahr. Aber diese Summe ist außerordenrtlich gut investiert, weil sie sowohl auf die Gegenwart als auch auf die Zukunft Oldenburgs einzahlt. Wenn wir uns im Jahr 2030 oder 2040 über eine weiterhin starke Kulturszene freuen - dann können wir das wahrscheinlich auch dank des Innovationsfonds tun. Das nächste Einhorn? Nun ist also die Ausschreibungsphase für die fünfte MACH|WERK-Auflage gestartet. Insgesamt etwa zehn Wochen, vom 22. Juni bis zum 31. August ist jetzt Zeit, um geniale neue Ideen oder clevere Variationen von Bekanntem zu kreieren. Das kann allein im stillen Kämmerlein passieren, das kann aber auch gemeinsam mit anderen in einem Netzwerk geschehen. Wichtig ist, dass die Akteure das richtige Mindset behalten. Und das führt uns direkt zurück zum Eingangszitat. Denn es geht schlicht und einfach darum, die eigene Neugier in ein Experimentieren und Ausprobieren zu verwandeln - und das in der Stadt umzusetzen bzw. auszuleben. Insofern wäre eine MACH|WERK-Förderung zwar kein Spielgeld, Oldenburg darf man aber sehr wohl als die ganz persönliche Spielwiese für die Projekte verstehen. Denn jeder weiß: im Spiel sind die Grenzen deutlich weiter gesteckt als bei allen anderen Aktivitäten. Also los: Raus mit euren Projektideen. Oldenburg braucht eure Mach|Werke. Und wer macht, gewinnt! Alles weitere: hier!
- SITZUNG AM 21.06.2022
Es ist mal wieder Zeit für den Kulturausschuss! Doch dieses Mal findet er nicht, wie sonst üblich im PFL Kulturzentrum statt, sondern sogar im Oldenburgischen Staatstheater, das seine Einrichtung auch vorstellen wird. Darüber hinaus geht es diesmal, unter anderem, um die bevorstehende Begegnungen-Reihe und auch die Musikschule wird zum Bundeswettbewerb Jugend musiziert ihr Resumee ziehen. Also einfach mal hin da und vorbeischauen. Es ist ein wiederkehrendes Ritual: Am dritten Dienstag im Monat kommt der Kulturausschuss zusammen, um sich mit aktuellen Entwicklungen und Entscheidungen im Kultursektor zu beschäftigen. Was auf dem Papier zunächst nicht unbedingt hochgradig spannend klingt, hat es aber häufig in sich. Denn letztlich hat alles, was hier besprochen wird, einen Einfluss auf unsere Kulturlandschaft. Sowohl auf die Akteur:innen als auch auf die Konsumenten:innen. SITZUNG DES KULTURAUSSCHUSSES DIENSTAG, 21. JUNI 2022, 17 UHR OLDENBURGISCHES STAATSTHEATER FOYER (PARKETTGESCHOSS) THEATERWALL 28 26122 OLDENBURG WAS IST DRAN? Die ersten drei Tagesordnungspunkte sind mehr oder weniger Formalien, sie werden meistens in wenigen Sekunden abgehakt. Die Einwohnerstunde kann spannend sein, weil sie der Bevölkerung die Gelegenheit bietet, eigene Impulse in die Kulturentwicklung einzubringen. Im Anschluss geht's in die Themen - und die sind dieses Mal alles andere als klein. Wer an dieser Stelle immer noch nicht genug hat und noch tiefer in die Welt des Kulturausschusses eintauchen möchte, hat dazu Gelegenheit im städtischen Ratsinformationssystem. Es erscheint zunächst etwas unübersichtlich, erweist sich nach etwas Ausprobieren aber als hilfreiches Tool, um den Überblick über die politischen Prozesse in Oldenburg zu bewahren.
- ACHTUNG, SINTFLUT!
Nennen wir das Kind mal beim Namen: Die Welt geht unter. „Leider“ tut sie das aber nicht plötzlich und unerwartet, sondern ganz langsam und mit Ansage. Warum wir trotzdem nichts tun? Weil uns die Dramatik fehlt. Wir sind nicht in der Lage, die Dringlichkeit zu erfassen. Trotz aller Appelle und Alarme bleibt deshalb das meiste, wie es immer war. Vielleicht braucht es mal einen ganz anderen Ansatz als Daten und Fakten, Skalen und Statistiken, um uns unsere Lage bewusst zu machen. Zum Beispiel: Theater! Diese Gedanken dürften auch beim Oldenburger Universitätstheater (OUT) gespielt haben, als man sich für die Realisierung des Stücks „Vor mir die Sintflut“ entschieden hat. Zwar hat Theater schon immer den Finger am Puls der Zeit gehabt. Es ist unser Seismograph, unser Spiegel, und manchmal unser Korrektiv. Auch das Thema Nachhaltigkeit findet immer wieder seinen Weg auf die Spielpläne oder wird Gegenstand der einen oder anderen Ausstellung. Das OUT komprimiert die Klimakrise nun aber auf einen KlimaTheaterabend, in dem informiert und analysiert, aber auch postuliert und fabuliert wird. Dabei handelt das OUT nicht allein. Es kooperiert mit dem Fachdienst Klimaschutz der Stadt Oldenburg, der sich ansonsten eher nicht durch große Theatralik auszeichnet. Eine ungewöhnliche - aber durchaus vielversprechende - Zusammenarbeit. Zeit für Panik Tagtäglich strömen Meldungen auf uns ein, die in großer Unterschiedlichkeit letztlich alle nur dasselbe sagen: Stop! So geht's nicht weiter! Das allerdings tun diese Meldungen im Grunde schon seit 1972, als der Club of Rome die Grenzen des Wachstums unmissverständlich darstellte. So klar die Fakten zur Kliamkrise auch sind, sie scheinen uns nicht genug aufzurütteln. Selbst Feuer und Fluten sorgen nur kurzfristig für Amplituden der Aufmerksamkeit - bevor wir uns wieder von unseren Gewohnheiten einlullen lassen. Wie kommt man da raus? Das OUT zeigt einen Weg. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht die reinen Informationen. Wir wissen ja sowieso alle Bescheid. Deshalb geht das Ensemble direkt zum Kern des Problems: Unsere Emotionen - oder der Mangel daran. Zwar erhebt hier niemand den moralischen Zeigefinger, doch die Zielrichtung ist klar: Das Publikum soll zum (Um-)Denken bewegt werden. Ein durchaus ambitionierteres Vorhaben in einer Welt, die sich nicht einmal von einer der besten Reden zu diesem Thema nachhaltig berühren lässt. Zum Glück hat das Theater andere Mittel als die Wissenschaft. Wo dort akribisch auf Methodik und Validität geachtet werden muss, ist das Schauspiel viel freier und agiler, hat Raum zur Intervention und Provokation. Das zahlt sich aus. Denn so bleibt das Problem nicht abstrakt, es kommt uns ganz nah, es berührt uns, ob wir wollen oder der nicht. „VOR MIR DIE SINTFLUT“ KLIMATHEATER FREITAG, 17. JUNI 2022, 20:30 UHR SAMSTAG, 18. JUNI 2022, 20:30 UHR SONNTAG, 26. JUNI 2022, 20:30 UHR MONTAG, 27. JUNI 2022, 19:00 UHR GLEISPARK OLDENBURG BUNDESBAHNWEG 26122 OLDENBURG MONTAG, 20. JUNI 2022, 19:30 UHR RE:CLAIM KULTURFESTIVAL ACHTERNSTRASSE 15/16 26122 OLDENBURG EINTRITT FREI! City statt Campus Das gilt auch für die Fragen, die sich das Ensemble stellt. Die kommen uns nämlich nicht nur emotional, sondern auch geografisch ganz nah: Wird Oldenburg zum sonnigen Küstenstädtchen? Wird die Arche Noah II am Yachthafen festmachen? Oder werden hier irgendwann Eisbären heimisch? Und über allem die Frage: Wir blickt man auf Dinge, die man noch nicht sehen kann? Antworten gibt es gleich fünf Mal in den kommenden Tagen, und das stets bei freiem Eintritt. Dabei bleibt das OUT nicht etwa auf dem Campus, sondern kommt in die City. Zwar ist und bleibt die Heimat des OUT das Unikum, die studentische Bühne am Campus Haarentor. Es ist aber klar erkennbar, dass der Rest der Stadt zunehmend in den Fokus rückt. Gut so, denn auf diese Weise erfahren noch mehr Menschen von den Produktionen der engagierten Truppe - und haben noch mehr Gelegenheiten, sie auch zu sehen. Zumal „Vor uns die Sintflut“ mit dem GleisPark und dem Re:Claim Festival gleich zwei der angesagtesten Spots der Stadt im Sortiment hat. In ersterem dockt es zudem an die National Geographic-Ausstellung „Planet or Plastic“ an und setzt das Thema Nachhaltigkeit mit anderen künstlerischen Mitteln fort. Well played. Das Ende der Klimakrise Und was überwiegt nun bei „Vor mir die Sintflut“? Unterhaltung? Aufklärung? Emotionalisierung? Am ehesten ist es eine Mischung aus alledem, weil sämtliche Effekte eng miteinander verzahnt sind. Das Ende der Klimakrise werden wir auch nach den Aufführungen nicht ausrufen können. Schade. Aber wir dürfen uns darauf freuen, auf andere Weise von diesem Thema getriggert zu werden als durch komplexe Excel Sheets. Wenn die/der eine oder andere danach etwas mehr von der Dramatik und Dringlichkeit dieses Themas spürt, dann hätte sich das KlimaTheater vollends gelohnt. Und ganz nebenbei wurde man auch noch bestens unterhalten. Das können keine Daten und Fakten, keine Skalen und Statistiken. Das kann nur Theater!
- PODCAST: FOLGE 08
Die Stadt wieder für sich beanspruchen! Eine waschechte Ansage, doch nicht weniger (eher mehr) als das haben sich Hauke Beck und Sven Müller vom The Hidden Art Project mit ihrem bevorstehenden Kunst- und Kulturfestival RE:CLAIM als Ziel gesteckt. Für uns der perfekte Anlass mit den beiden zu sprechen und mehr über das Festival, ihre bisherigen Projekte und die Entstehung des Kollektivs zu erfahren. RE:CLAIM KUNST- UND KULTURFESTIVAL ACHTERNSTRAßE 15-16 26122 OLDENBURG 17. BIS 26. JUNI 2022 12:00 BIS 24:00 UHR DAS PROGRAMM Bereits anhand ihres Open Calls zum RE:CLAIM Festival konnte man erkennen: das wird eine richtig große Sache! Auch im allerwahrsten Sinne des Wortes. Denn inmitten dieser großen Sache, nämlich einem ehemaligen Store direkt in der Oldenburger Innenstadt auf deutlich über 1.000 Quadratmetern, konnten wir die neue Folge Kulturschnack für euch aufzeichnen. Die richtige Atmosphäre schwingt also direkt mit! Natürlich sprechen wir über das bevorstehende Festival selbst, das mit durchgehenden Highlights gespickte Programm und erhalten Einblick, welch ein Kraftakt hinter einem solchen Aufgebot steckt. Auch werfen wir einen Blick auf bereits zurückliegende Projekte, doch sprechen wir vor allem über die beiden Personen hinter der Hidden Art. Wir klären, was die ursprüngliche Idee ihrer gemeinsamen Arbeit war und was sich aus dieser entwickelte, wie und warum sie überhaupt zur Kunst und Kultur gekommen sind, welchen Ansatz sie mit dieser verfolgen und warum sich Wissenschaft und Kunst auf keinen Fall gegenseitig ausschließen müssen. Wie immer wünschen wir: viel Spaß beim Hören!
- UNGEHÖRT TALENTIERT
Aus dem kleinen Ovelgönne in der Wesermarsch hinaus in die Metropolen Europas! Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte zeigt aktuell und noch bis 28. August die weltweit erste Retrospektive des gehörlosen Künstlers Wolfgang Heimbach im Augusteum. Es ist absolut merkwürdig. Manchmal scheinen unfassbares Talent, noch so große und bedeutende Kunstwerke trotzdem nichts daran ändern zu können, dass manche Künstlerinnen und Künstler über die Jahrhunderte doch in den Unweiten der Geschichte verloren gehen und leider in Vergessenheit geraten. So erging es leider auch lange Zeit dem Werk des Künstlers Wolfang Heimbach und das obwohl er eigentlich zu den bedeutendsten norddeutschen Malern des 17. Jahrhunderts gehört und sein Leben heute als Filmvorlage für die nächste Produktion eines großen Streamingdienstes herhalten könnte. Denn es erzählt eine Geschichte, die aus der beschaulichen Wesermarsch hinaus in die Welt und dabei entgegen aller Widrigkeiten des Lebens trotzdem zum Erfolg führte und dabei noch heute Menschen Mut machen kann. Entgegen aller Erwartungen Denn Heimbach selbst war sein Leben lang gehörlos und gerade zur damaligen Zeit des 17. Jahrhunderts war eine Behinderung meist bereits das gesprochene Urteil für ein Leben in Armut und Ausgrenzung, da so gut wie keine Erwerbsmöglichkeiten vorhanden waren und auch was die Bildungsmöglichkeiten betraf, kaum Rücksicht genommen wurde. Doch das künstlerische Talent Heimbachs begeisterte Auftraggeberinnen und Auftraggeber der bedeutendsten Höfe Europas und führte ihn von Neapel, Rom und Florenz bis zum dänischen König, dem Grafen von Oldenburg und dem Fürstbischof von Münster. WOLFANG HEIMBACH - UNGEHÖRT 21. MAI - 28. AUGUST 2022 AUGUSTEUM ELISABETHSTRAßE 1 26135 OLDENBURG Eine Weltpremiere Erstmalig gibt es nun die Möglichkeit im Augusteum des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg rund 50 Gemälde aus allen Schaffensphasen des Künstlers zu betrachten, die somit einen Querschnitt durch das faszinierende Gesamtwerk Heimbachs abbilden. Die Gehörlosigkeit wirkte sich dabei auch auf Heimbachs künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema des Andersseins aus: Während Kranke oder Menschen mit einer Behinderung zur Belustigung und mit einem gewissen Grad an Voyeurismus und Abscheu abgebildet wurden, wählte Heimbach in seinen Bildern eine empathische Darstellung des Andersseins. Kunst im Kontext der Inklusion Auch die Ausstellung selbst sowie das zugehörige Begleitprogramm greifen die Thematik auf. Ein buntes Vermittlungsprogramm aus Führungen (natürlich auch in Deutscher Gebärdensprache) und Workshops verhandeln das Thema Gehörlosigkeit in der heutigen Zeit. Zudem bietet das Museum einen kostenfreien Multimediaguide für das eigene Smartphone an. Der Guide ist in Deutsch und Deutscher Gebärdensprache verfügbar und über die Website des Landesmuseums abrufbar. Wir waren auch bereits vor Ort und lassen euch hier noch an ein paar unserer Eindrücke teilhaben. Unser Fazit: unbedingt selbst anschauen!
- ALLE SIND ANDERS
Normal: ein schnödes Wort, weitgehend emotionsfrei, aber trotzdem tagtäglich zigfach gebraucht. Aber wofür steht es eigentlich genau? Was ist normal? Und was ist, wenn's anders ist? Unnormal, abnormal? Ihr merkt es sicher auch: Diese Begriffe klingen eher negativ. Ist es etwa falsch, nicht normal zu sein? In ihrer neuesten Produktion haben sich das Blauschimmel Atelier, Jugendkulturarbeit, das Jugendtheater Rollentausch und die Theater-AG der IGS Kreyenbrück gemeinsam mit diesen Frage beschäftigt. Viele von uns tun es im Alltag völlig unbewusst: Wir richten uns an einer Mehrheit aus, folgen bekannten Pfaden, versuchen uns anzupassen, mit dem Strom zu schwimmen. Das mag ein innerer Herdentrieb sein oder das Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Jedenfalls ist dieses Verhalten unübersehbar. Aber was ist eigentlich, wenn man keine Wahl hat? Wenn man auf eine Weise "anders" ist, die sich nicht mit einem angepassten Verhalten kaschieren oder korrigieren lässt? Wenn man also keine Chance hat, auf eine Weise zur Mehrheit zu gehören, die für viele andere ganz normal (sic!) ist? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich das Blauschimmel Atelier Tag für Tag. Im Haus in der Klävemannstraße 16 treffen viele unterschiedliche Menschen zusammen, für die ganz unterschiedliche Normalitäten existieren. Die einen leben ein Leben ohne Einschränkungen, die anderen haben Beeinträchtigungen oder Eigenschaften, die sie auf den ersten - oder zweiten - Blick von der Mehrheit unterscheiden. Dabei beweist das Atelier, wie positiv man diese Andersartigkeiten interpretieren kann und und wie sehr sie zur Vielfalt unserer Gesellschaft beitragen. Auch im kulturellen Bereich. „NORM_MAL_ANDERS - FERPEKTE_MORFEN“ THEATER-TANZ-MUSIK-PERFORMANCE PREMIERE SONNTAG, 12. JUNI 2022, 19.30 UHR THEATER WREDE + KLÄVEMANNSTRASSE 16 26122 OLDENBURG JUGENDTHEATERTAGE 7. JULI 2022, 18 UHR EXERZIERHALLE AM PFERDEMARKT (TICKETS HIER) Vier gewinnt Immer wieder kooperiert das Blauschimmel Atelier dabei mit anderen Gruppen und Akteuren. Besonders bewährt - weil besonders produktiv - ist die Zusammenarbeit mit der Jugendkulturarbeit, der Jugendtheatergruppe „Rollentausch“ und der Theater-AG der IGS Kreyenbrück. In dieser Konstellation kommt es immer wieder zu bemerkenswerten Ergebnissen, die nicht nur für Jugendliche sehenswert sind, sondern auch für Erwachsene. Anders ausgedrückt: Für alle, die Freude daran haben, sich selbst und unsere Gesellschaft zu hinterfragen - und sich zu Gedankenspielen inspirieren zu lassen. In seiner neuesten Produktion „NORM_MAL_ANDERS - FERPEKTE_MORFEN“ macht das Quartett die Unterschiede selbst zum Thema. Schon der Titel stellt klar, dass wir es hier nicht mit einem vielfach inszenierten Klassiker zu tun haben. Im Gegenteil: Hier war Raum für Experimente. Mit Mitteln von Theater, Tanz und Musik wurden zahlreiche eigene Erfahrungen und Blickwinkel der beteiligten 15 jungen und 15 erwachsenen Menschen bearbeitet und zu einem Stück verwoben. Euch erwarten berührende Texte, dynamischen Bewegungs-Choreographien und schräge experimentelle Klänge - so abwechslungsreich und emotional wie all die Aufs und Abs in unserem Alltag. Was euch dagegen nicht erwartet, sind klare Festlegungen. Was ist normal? Und wer ist normal? Wann gehört etwas oder jemand dazu? Wann nicht? Welches Bild wird mir vermittelt in der Werbung, den sozialen Medien, auf der Bühne oder im Film vom perfekten Körper, der richtigen Form, dem idealen Aussehen? Wie soll sich Musik anhören, wie Tanz aussehen? Diese Fragen werden auch in diesem Stück nicht beantwortet. Vielmehr erschaffen die Teilnehmer*innen ihre eigene verrückte, imperfekte Welt, indem sie alles um sich herum auf den Kopf stellen. Absolut sehenswert! Klare Antworten sind aber auch nicht nötig, denn die Normalität ist letztlich nur ein gedachter Querschnitt durch die Bevölkerung. Wir alle weichen davon ab, die einen weniger, die anderen mehr. Aber es gibt vermutlich niemanden, der den Durchschnitt von allen exakt bildet. Und wenn doch, stünde im Raum noch die Frage, ob das ein erstrebenswertes Ziel sein kann - oder ob wir unsere Individualität nicht lieber feiern sollten. Zum Beispiel mit einem Theaterstück. Das Salz in der Suppe Unterschiede, so viel ist klar, sind keine Nachteile. Auch dann nicht, wenn sie einen Gegensatz zur sogenannten „Normalität“ bilden. Sie sind vielmehr diejenigen Bestandteile unserer Gesellschaft, die sie bunt, vielfältig und abwechslungsreich machen. Man könnte auch sagen: Sie sind das Salz in der Suppe unseres Zusammenlebens. Denn wer würde in einer Welt leben wollen, in der alles normal und nichts anders ist? Wie langweilig! Freuen wir uns also über all unsere kleinen Ecken und Kanten. Und freuen wir uns darüber, dass uns das Blauschimmel Atelier, die Jugendkukturarbeit, das Jugendtheater Rollentausch und die Theater-AG der IGS Kreyenbrück Gedanken zu diesem Thema als Theater-Tanz-Musik-Performance servieren. Einmal mehr stellen diese vier Akteure unter Beweis, dass sie ein großes Gespür für relevante Themen besitzen - und dass sie bei der Umsetzung die richtigen Tönen treffen. Nutzt vor allem die Jugendtheatertage vom 2. bis 10. Juli, um euch das Stück anzusehen - und am besten noch viele weitere. Danach könnt ihr natürlich weiterhin bekannte Wege gehen und mit dem Strom schwimmen. Doch ihr wisst: Es ist auch gut, wenn's nicht so ist.
- DAS HEIMLICHE MEGA-EVENT
Als wir vor einigen Monaten erstmals davon hörten, dass das Bundesfinale des Musikwettbewerbs "Jugend musiziert“ in diesem Jahr in Oldenburg stattfindet, hielt sich unsere Aufregung zunächst noch in Grenzen. Einige Musikschüler*innen kommen zum Vorspielen, das kann ja nicht so dramatisch sein. Schnell stellte sich jedoch heraus: Falscher hätten wir gar nicht liegen können. Vielleicht lag diese fundamentale Fehleinschätzung am Titel „Jugend musiziert“. Er klingt sehr nach der Zeit, in der dieser Wettbewerb erdacht wurde, nämlich nach den 1960er Jahren. Würde er heute einen Namen bekommen, hätte er vermutlich einen anderen Sound. „Young Sounds - Clash of the Best“ oder etwas in der Art. Man kann diesen Umstand aber auch anders interpretieren: Der Wettbewerb hat es nicht nötig, sich zu verbiegen. Sein Kern ist zeitlos stark - und das schließt den Namen eben mit ein. Sämtliche Vermutungen, der Wettbewerb könnte verstaubt sein, sind sowieso sofort weggewischt, wenn man sich mit Ulrike Lehmann, der zuständigen Projektleiterin des Deutschen Musikrats, und Holger Denckmann, dem Leiter der Musikschule Oldenburg, unterhält. Beide sprühen vor Begeisterung und Faszination, schwelgen als ehemalige Teilnehmer:innen aber auch in Erinnerungen. Keine Frage: Hier sprechen zwei, die den Wettbewerb sehr genau kennen - und die wissen, welche Wirkung er hat. Nicht nur für die Teilnehmer:innen, sondern auch für die Standorte. Ungeahnte Ausmaße Besonders deutlich wird das anhand einer Anekdote, die Holger erzählt. „Ich war damals in Villingen-Schwenningen dabei. Als wir in der Mittagspause was essen gehen wollten, stellten wir fest: Es gab nichts mehr. Sämtliche Restaurants waren ausverkauft, selbst die Fast Food-Ketten!“ Die lokalen Gastronomen hatten schlicht nicht mit dem enormen Andrang durch „Jugend musiziert“ gerechnet. Seitdem werden sie vom Organisationsteam rechtzeitig vorgewarnt, damit die Lager zum Start des Wettbewerbs gut gefüllt sind. Aber wie ist das möglich, fragt ihr euch? Wie können ein paar Musikschüler:innen es schaffen, dass selbst die Systemgastronomie kapituliert? Ganz einfach: Weil es sich eben nicht um „ein paar“ Musikschüler:innen handelt. Insgesamt 2.300 Teilnehmer:innen sind in diesen Tagen in Oldenburg. Mit ihnen kommen in der Regel noch einige Begleitpersonen, so dass insgesamt rund 10.000 Gäste zu erwarten sind. Viele werden auch in Oldenburg übernachten, so dass die Hotelkapazitäten schnell ausgereizt waren. Zeit für eine weitere Anekdote: „Die Mutter eines Teilnehmers hat vor einigen Wochen bei uns angerufen“, erzählt Ulrike schmunzelnd. „Sie berichtete, dass zum Zeitpunkt des Wettbewerbs in Oldenburg irgendetwas Großes los sein müsse, sie finde nämlich kein Hotelzimmer. Dabei war der Bundeswettbewerb der Grund dafür. Wir sind das ‘Große‘!" >>> 1.500 WERTUNGSSPIELE >>> 2.300 TEILNEHMER:INNEN >>> 10.000 GÄSTE Letztlich ließ Holger Denckmann seine Kontakte vor Ort spielen, die Stadtverwaltung rief zudem dazu auf, Teilnehmer:innen in Privatunterkünften aufzunehmen, so dass am Ende niemand auf dem Rasen vor dem PFL kampieren musste. Die Dimensionen werden aber auch anhand der Belegungen deutlich. „Jugend musiziert“ ist in beinahe allen Veranstaltungsräumen der Stadt präsent. "Wir sind eigentlich überall“, lacht Ulrike, „Es gibt kein Entkommen.“ Der Kern befindet sich im Kulturzentrum PFL, das vollständig vom Bundeswettbewerb belegt ist. Daneben werden aber auch Räumlichkeiten im Alten Landtag, dem Oldenburgischen Staatstheater, der Carl von Ossietzky Universität, der Kulturetage, dem Theater Hof/19, den Weser-Ems-Hallen sowie in etlichen Schulen genutzt. Sogar im Co-Working-Space CORE ist „Jugend musiziert“ präsent: Das Orga-Team hat hier sein temporäres Office gebucht und für ordentlich Betriebe gesorgt. Keine verschlossenen Türen Wenn hier ständig von einem Wettbewerb die Rede ist, dann ist das zwar völlig korrekt, aber gleichzeitig irreführend. Zwar geht es darum, dass eine Jury die Leistungen der jungen Musiker:innen bewertet. Aber: Das passiert nicht hinter verschlossenen Türen. „Jedes Wertungsspiel ist öffentlich - und das Oldenburger Publikum ist ganz herzlich eingeladen“, erklärt Ulrike. Nun fragt ihr euch vielleicht: wieso soll ich mir die schiefen Klänge von Jugendlichen anhören? Die Antwort lautet: weil es keine schiefen Klänge geben wird! Beim Finale des Bundeswettbewerbs spielt die Creme de la Creme des deutschen Musiknachwuchses. Alle Teilnehmer:innen haben sich über Regional- und Länderentscheide für Oldenburg qualifiziert und werden hier allerhöchstes Niveau bieten, das von vielen Profis kaum zu unterscheiden ist. Um es einmal auf das Wesentliche zu reduzieren: Hier gibt großartige Musikerlebnisse - und das völlig gratis. Sämtliche 1.500 Wertungsspiele sind öffentlich und kosten keinen Eintritt. Vielfältiger und günstiger wird es vermutlich nicht mehr, musikalische Exzellenz live zu erleben. Wer an dieser Stelle noch etwas überfordert von der Frage ist, was wann wo zu sehen ist, muss nicht verzweifeln. Die Website von Jugend musiziert bietet nützliche Übersichten mit praktischen Filter-Möglichkeiten. Du interessierst dich für Oboe, kannst aber nur am Wochenende in der Nähe der Innenstadt? Kein Problem, dann sei am 5. Juni um 12:30 Uhr in der Aula der Graf Anton Günther Schule. Der Rest ist Genuss. Das gilt auch für das umfangreiche Rahmenprogramm. Man kann nicht nur tagsüber einen minutiös getakteten Musikfahrplan nach persönlichem Geschmack orchestrieren, nein, man kann auch noch Workshops und Konzerte besuchen. Letztere kosten dann zwar Eintritt - aber der ist mit 15,- Euro moderat und bietet einen ausführlicheren Musikgenuss als die vergleichsweise kurzen Häppchen in den Wertungsspielen. Endlich wieder live Nachdem der Wettbewerb 2020 ausfallen musste und 2021 größtenteils online stattfand, sind alle Beteiligten besonders froh, den Bundeswettbewerb endlich wieder so durchführen zu können, wie er gedacht war: persönlich, nahbar, live. Man spürt bei allen Beteiligten eine Mischung aus Erleichterung, Freude und Feuereifer - eine mitreißende Kombination. „Dass der Bundeswettbewerb hier in Oldenburg stattfindet, ist wirklich was Besonderes“, resümiert Holger. „Für die Teilnehmer:innen bietet er einen Vergleich mit den Besten und die Möglichkeit, sich was abzuschauen und dazuzulernen.“ Und sogar noch mehr: „Auch für die persönliche Entwicklung bringt die Teilnahme enorm viel. Ich hab damals extrem viel mitgenommen - und habe heute noch Kontakte aus der Zeit.“ 2020 >>> ABSAGE 2021 >>> ONLINE 2022 >>> OLDENBURG Ulrike erging es ebenso: „Als ich zum ersten Mal teilgenommen habe, dachte ich noch: an der Blockflöte macht mir niemand was vor. Ich hab dann aber ganz schnell festgestellt, dass andere noch viel besser sind.“ Das habe geholfen, den eigenen Weg zu finden und zu gehen - und der führte sie letztlich zurück zum Wettbewerb. Aber auch der Standort Oldenburg profitiert von der Durchführung des Bundeswettbewerbs. Acht Tage lang wird die Stadt mit noch mehr Leben gefüllt sein als sonst und förmlich pulsieren vor lauter Musikalität. Junge Menschen mit Instrumentenkoffern werden das Stadtbild prägen - mal voller Aufregung, weil ihr Wertungsspiel ansteht, mal ganz ausgelassen, weil eben jenes erfolgreich absolviert ist. So oder so wird es eine besondere Stimmung sein, in die man am besten eintaucht, indem man möglichst viele der Wertungsspiele und Konzerte besucht. Mittendrin im Ausnahmezustand Seit fast sechzig Jahren gibt es den Bundeswettbewerb. Und, ja, der Titel „Jugend musiziert“ kann nicht verbergen, dass er aus einer anderen Zeit stammt. Aber warum sollte er? So lange die Inhalte so viel Substanz haben, der Wettbewerb weiterhin Qualitätsmaßstäbe setzt und die Organisation mit so viel Herzblut durchgeführt wird, kann alles bleiben, wie es ist. Zumal alles andere sowieso auf der Höhe der Zeit ist. Deswegen sollten die Oldenburger:innen die Gelegenheit nutzen und den jungen Musiker:innen so oft wie möglich zuhören . Wenn die Stadt schon im Ausnahmezustand ist, dann gibt es nur einen sinnvollen Ort, an dem man sich befinden sollte: Mittendrin. Wenn ihr (noch) mehr über den Bundeswettbewerb, seine Hintergründe, die Geschichte(n) von Ulrike und Holger oder das ganze Drumherum wissen wollt, dann hört unbedingt unseren Podcast zu diesem Thema an. Dort sorgen wir für lückenlose Aufklärung.
- PODCAST: FOLGE 07
Ab morgen wird es musikalisch in ganz Oldenburg! Vom 02. bis 09. Juni spielt die Creme de la Creme des musikalischen Nachwuchses auf und auch ihr könnt in den Genuss kommen - sogar so gut wie immer vollkommen gratis. Wie sehr der Bundeswettbewerb Jugend musiziert in den kommenden Tagen unsere Stadt prägen und mit Leben füllen wird und warum sich ein Besuch auf jeden Fall lohnt, erfahrt ihr in unserer neuen Folge Kulturschnack. Dazu ist diese Folge noch eine absolute Premiere. Denn zum ersten mal haben wir eine Folge nicht in Präsenz, sondern räumlich getrennt voneinander aufgezeichnet, also „Remote“, wie es heute so schön heißt. Unsere beiden Gäste, Ulrike Lehmann, Projektleiterin Jugend musiziert und Holger Denckmann, Fachdienstleiter der Musikschule der Stadt Oldenburg, konnten uns zum einen genauen Einblick in das spektakuläre musikalische Angebot geben, das uns in den kommenden Tagen erwartet und welche organisatorischen Herausforderungen damit einhergehen. Doch da die beiden auch selbst Musikerin und Musiker sind und eine tiefe, persönliche Verbundenheit zum Wettbewerb miteinander teilen, ebenfalls dort als Jugendliche spielten, können Sie auch einen Einblick darin geben, wie es sich anfühlt wirklich Teil des Geschehens zu sein und wie sehr es einen für das weitere Leben prägt. Das Beste? Ihr könnt euch euer ganz persönliches Musikprogramm ganz individuell unter www.jugend-musiziert.org frei zusammenstellen, je nachdem für welche Instrumente ihr euch interessiert oder an welchen Tagen ihr beispielsweise Zeit habt.











