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  • PODCAST: FOLGE 20

    Könnt ihr euch noch an euren ersten eigenen Computer erinnern? Viele können das und wir natürlich auch! Aber habt ihr diesen auch heute noch? Da sieht es bei uns und wahrscheinlich vielen anderen schon anders aus. Doch für Thiemo Eddiks, den Gast unserer neuen Podcast-Episode, sind sie eine Sammelleidenschaft, die den ersten Stein zur Gründung des Oldenburger Computer Museums legte. Normalerweise denken viele bei einem Museum vermutlich häufig noch immer an prunkvolle Kunstwerke, die völlig stillschweigend betrachtet werden. Klar, soetwas gibt es und das hat definitiv auch seinen ganz persönlichen Reiz + Charme. Doch dass Museum auch völlig anders geht, das beweist Thiemo Eddiks beziehungsweise das Oldenburger Computer-Museum mit einem "Hands On"-Ansatz, wie er im Buche steht. Hier kann man wirklich die Entstehungsgeschichte der Computer, wie sie heute vielfach unsere Leben bestimmen und/oder prägen, live erleben und sitzt dabei sogar noch in authentischer Umgebung. Wie es genau dazu kam, dass wir uns hier in Oldenburg alle über dieses außergewöhnliche Museum freuen dürfen, an dieser Geschichte durften wir in dieser Folge teilhaben und freuen uns darüber sie nun mit euch teilen zu können. Wir wünschen viel Spaß beim Hören! Alle weiteren Infos, auch zu anstehenden Veranstaltungen oder wenn ihr einfach euren Ausflug ins Museum planen möchtet, die findet ihr unter: www.computermuseum-oldenburg.de

  • NICHTS WIE HIN (20)

    Irgendwas ist ja immer. Terminkollisionen und Wetterkapriolen, Wohlergehen und Weltgeschehen. Deswegen verpasst man immer wieder wunderbare Kulturveranstaltungen, die man eigentlich gern gesehen hätte, wenn nicht... nun ja, siehe oben. Am Schlimmsten ist aber vielleicht sogar was anderes: Der fehlende Überblick. Es ist einfach zu viel los! Deshalb gibt's von uns jetzt pro Woche drei Tipps: alle ganz unterschiedlich, aber alle absolut lohnenswert! Eines ist ja mal klar: Am Willen liegt's nicht! Die meisten von uns würden gerne sieben Tage die Woche irgendwas aus der Kultur mitnehmen. Konzert, Theater, Lesung, Kino, Ausstellung, Performance - die Möglichkeiten sind endlos. Und alles und auf ihre Weise interessant, aufregend, mitreißend, provokativ, inspirierend. Und trotzdem bleiben häufig Stühle leer, aber Couches gefüllt. Weil es halt doch nicht so einfach ist, erstmal mitzubekommen, was alles los ist es zu behalten und in den eigenen Kalender einzubauen dann tatsächlich in der Stimmung sein hinzugehen jemanden zu finden, die/der mit dabei ist und dann keinerlei Alltags-Hindernisse zu haben, wie Wetter, Wohlsein, Weltgeschehen. Einfach ausprobieren Deshalb gibt's von uns jede Woche drei Schlaglichter auf Veranstaltungen und Ereignisse, die in der kommenden Woche stattfinden und von denen wir denken: Da könnte man durchaus hingehen! Wie schauen dabei auf eine gute Mischung aus drinnen und draußen, gratis und teuer, traditionell und experimentell. Wir sagen nicht: Da ist für jeden was dabei. Wir sagen: Alles ist für jeden was! Wir sind nämlich überzeugt, dass unsere Tipps sich für alle erschließen lassen, die Lust haben, was zu entdecken. Wenn der Schlagerfan plötzlich zu Freestyle Hip-Hop abgeht, der pensionierte Bungalowbewohner in die Welt des Graffiti eintaucht oder die notorische Schulschwänzerin in der Kunstgalerie die Zeit vergisst, dann ist das genau der Effekt, den wir uns wünschen. Aber genug schwadroniert, hier sind die Tipps für diese Woche:

  • KOLUMNE: VOM VERPASSEN UND VORFREUEN

    Seit Mitte 2020 schreibt Kulturschnacker Thorsten eine monatliche Kolumne für die wunderbare Spielzeitung des Oldenburgischen Staatstheaters. Digital findet ihr sie zum Nachblättern unter www.staatstheater.de. Oder: hier. Und? Wie war Ihr Dezember? Ganz ruhig und besinnlich, ohne viel Stress und Hektik? Oder etwa ganz anders? Mein Tipp lautet: Letzteres. So war es zumindest bei mir - obwohl ich mir fest vorgenommen hatte, das Jahr langsam austrudeln zu lassen. Vielleicht liegt es daran, dass wir alle entstehenden Lücken im Kalender stets zu schließen wissen. Was die persönliche Agenda angeht, leiden wir vermutlich unter einer gewissen Agoraphobie: Leere macht uns irgendwie Angst. Aber wenn dem schon so ist, dann dürfen wir uns freuen, dass wir sie in Oldenburg hochwertig füllen können - mit Kultur. Ob man jetzt - beispielsweise - lieber am 10. Dezember zu den Emo-Punks von Catapults ins Cadillac gegangen ist oder am 11. Dezember zum Weltklasse-Pianisten Igor Levit in die Lambertikirche, spielt gar keine Rolle. Wir dürfen uns freuen, dass die Oldenburger Szene so eine Vielfalt und Qualität erzeugt. Drehen wir die Uhr mal ein Jahr zurück - da wären wir alle froh gewesen, wenn die Kultur überhaupt durch den Winter kommt. Endlich wieder "ausverkauft" Auf der Angebotsseite hat sich die Szene also gut erholt, beziehungsweise sogar mehr als das, weil viele neue Ideen und Initiativen hinzugekommen sind. Aber auch die Nachfrage macht wieder Mut. Natürlich gibt es jene, die sich vieles nicht mehr leisten können. Die Liste der Interessenten bei der wunderbaren KulturTafel wächst jedenfalls kontinuierlich. Solche Entwicklungen spürt die Kultur natürlich. Dennoch habe ich im Dezember mit einer Mischung aus Freude und Frust immer wieder den Begriff "ausverkauft" gesehen. Freude, weil es natürlich schön ist, dass Häuser wieder voll werden. Frust, weil ich deswegen einiges verpasst habe, was ich eigentlich gern gesehen hätte. Aber ist das nicht... genau wie früher? Richtig! Und da wollten wir ja wieder hin! "Verpasst" ist übrigens ein gutes Stichwort. Ich persönlich werde bald wohl eine massive Kultur-Unterversorgung bekommen, höchstwahrscheinlich sogar Entzugserscheinungen. Die ersten drei Monate des Jahres - also schon jetzt, wenn Sie das hier lesen - werde ich mich in einem Miniatur-Sabbatical befinden. So sehr mich das freut und so neugierig ich auch bin, eines ist natürlich klar: Ich werde Oldenburg in dieser Zeit sehr vermissen. Und mit dieser Stadt auch die vielen tollen Menschen aus der Kulturszene, mit denen ich in diesem Jahr gesprochen und geträumt habe. Das ist immer großartig! Therapie der Phobie Auch in den kommenden werde ich also viel verpassen. Zum Beispiel "14 Tage Krieg", ein dokumentarisches Theaterstück, das ab dem 4. Januar im Technical Ballroom zu sehen ist. Lukasz Lawicki war im Frühsommer persönlich in der Ukraine, hat dort mit den Menschen gesprochen und 360-Grad-Filmaufnahmen umgesetzt. Seine Erfahrungen hat er in ein Bühnenprojekt verpackt, das man sich unbedingt ansehen sollte. Am 13. Januar beginnen die 28. Oldenburger Kabarett-Tage. Sie haben sich in den letzten Jahren grunderneuert, sind aktueller, diverser und weiblicher geworden. Ohne, dass vorher irgendwas schlecht war, tut ihnen das gut. Auch Frühjahrs-Klassiker wie die World Press Photo Ausstellung und die internationalen Tanztage werde ich nicht sehen können - auch wenn ich zu alledem schon ausführliche Artikel für den Kulturschnack geschrieben habe. Das tut tatsächlich ein bisschen weh. Aber wissen Sie was? Ich therapiere jetzt einfach meine kalendarische Agoraphobie, lerne die Lücken in meiner Agenda zu schätzen - und freue mich vor auf die Zeit ab April. Dann stürze ich mich wieder voll in die Welt von Kultur und Kolumnen. Bis dahin!

  • NICHTS WIE HIN (19)

    Irgendwas ist ja immer. Terminkollisionen und Wetterkapriolen, Wohlergehen und Weltgeschehen. Deswegen verpasst man immer wieder wunderbare Kulturveranstaltungen, die man eigentlich gern gesehen hätte, wenn nicht... nun ja, siehe oben. Am Schlimmsten ist aber vielleicht sogar was anderes: Der fehlende Überblick. Es ist einfach zu viel los! Deshalb gibt's von uns pro Woche drei Tipps: alle ganz unterschiedlich, aber alle absolut lohnenswert! Eines ist ja mal klar: Am Willen liegt's nicht! Die meisten von uns würden gerne sieben Tage die Woche irgendwas aus der Kultur mitnehmen. Konzert, Theater, Lesung, Kino, Ausstellung, Performance - die Möglichkeiten sind endlos. Und alles und auf ihre Weise interessant, aufregend, mitreißend, provokativ, inspirierend. Und trotzdem bleiben häufig Stühle leer, aber Couches gefüllt. Weil es halt doch nicht so einfach ist, erstmal mitzubekommen, was alles los ist es zu behalten und in den eigenen Kalender einzubauen dann tatsächlich in der Stimmung sein hinzugehen jemanden zu finden, die/der mit dabei ist und dann keinerlei Alltags-Hindernisse zu haben, wie Wetter, Wohlsein, Weltgeschehen. Einfach ausprobieren Deshalb gibt's von uns jede Woche drei Schlaglichter auf Veranstaltungen und Ereignisse, die in der kommenden Woche stattfinden und von denen wir denken: Da könnte man durchaus hingehen! Wie schauen dabei auf eine gute Mischung aus drinnen und draußen, gratis und teuer, traditionell und experimentell. Wir sagen nicht: Da ist für jeden was dabei. Wir sagen: Alles ist für jeden was! Wir sind nämlich überzeugt, dass unsere Tipps sich für alle erschließen lassen, die Lust haben, was zu entdecken. Wenn der Schlagerfan plötzlich zu Freestyle Hip-Hop abgeht, der pensionierte Bungalowbewohner in die Welt des Graffiti eintaucht oder die notorische Schulschwänzerin in der Kunstgalerie die Zeit vergisst, dann ist das genau der Effekt, den wir uns wünschen. Aber genug schwadroniert, hier sind die Tipps für diese Woche:

  • NICHTS WIE HIN (18)

    Irgendwas ist ja immer. Terminkollisionen und Wetterkapriolen, Wohlergehen und Weltgeschehen. Deswegen verpasst man immer wieder wunderbare Kulturveranstaltungen, die man eigentlich gern gesehen hätte, wenn nicht... nun ja, siehe oben. Am Schlimmsten ist aber vielleicht sogar was anderes: Der fehlende Überblick. Es ist einfach zu viel los! Deshalb gibt's von uns pro Woche drei Tipps: alle ganz unterschiedlich, aber alle absolut lohnenswert! Eines ist ja mal klar: Am Willen liegt's nicht! Die meisten von uns würden gerne sieben Tage die Woche irgendwas aus der Kultur mitnehmen. Konzert, Theater, Lesung, Kino, Ausstellung, Performance - die Möglichkeiten sind endlos. Und alles und auf ihre Weise interessant, aufregend, mitreißend, provokativ, inspirierend. Und trotzdem bleiben häufig Stühle leer, aber Couches gefüllt. Weil es halt doch nicht so einfach ist, erstmal mitzubekommen, was alles los ist es zu behalten und in den eigenen Kalender einzubauen dann tatsächlich in der Stimmung sein hinzugehen jemanden zu finden, die/der mit dabei ist und dann keinerlei Alltags-Hindernisse zu haben, wie Wetter, Wohlsein, Weltgeschehen. Einfach ausprobieren Deshalb gibt's von uns jede Woche drei Schlaglichter auf Veranstaltungen und Ereignisse, die in der kommenden Woche stattfinden und von denen wir denken: Da könnte man durchaus hingehen! Wie schauen dabei auf eine gute Mischung aus drinnen und draußen, gratis und teuer, traditionell und experimentell. Wir sagen nicht: Da ist für jeden was dabei. Wir sagen: Alles ist für jeden was! Wir sind nämlich überzeugt, dass unsere Tipps sich für alle erschließen lassen, die Lust haben, was zu entdecken. Wenn der Schlagerfan plötzlich zu Freestyle Hip-Hop abgeht, der pensionierte Bungalowbewohner in die Welt des Graffiti eintaucht oder die notorische Schulschwänzerin in der Kunstgalerie die Zeit vergisst, dann ist das genau der Effekt, den wir uns wünschen. Aber genug schwadroniert, hier sind die Tipps für diese Woche:

  • MEHR ALS GENUG?

    Im Grunde ist es das banalste Prinzip der Welt: Der Mensch muss essen, um zu leben. Doch ganz so einfach ist es nicht. Denn was wir essen, wie viel davon und auf welche Weise wir es produzieren, wirft allerhand ethische, moralische und gesundheitliche Fragen auf. Wie man Antworten darauf findet? Am besten mit Kreativität, wie die Oldenburger Kunstschule mit ihrer neuen Ausstellung „ÜberSatt - Mehr als genug?“ im CORE zeigt. Man muss erstmal umdenken. Zu den Ausstellungen der Kunstschule ging es normalerweise immer geradewegs in die Kulturhalle am Pferdemarkt. Dieses Mal ist der Weg ein anderer und führt uns in die Heiligengeiststraße. Das Kunst-Schul-Projekt 2023 „ÜberSatt“ für 8- bis 14-Jährige ist nämlich im Coworking-Space CORE zu sehen. Und es ist zu hoffen, dass dieser neue Standort für noch mehr Laufpublikum sorgt - schließlich geht es bei der Ausstellung um eines der größten Themen unserer Zeit. Kurzer Praxischeck: Was tun wir morgens? Frühstücken. Mittags? Lunchen. Abends? Dinieren. Dazwischen? Snacken. Wie auch immer man es nennt, Essen prägt unseren Alltag wie nichts sonst. Kein Wunder dass wir alle uns hin und wieder Gedanken darüber machen: Was esse ich? Ist das gesund? Macht das dick? Wie wurde es produziert? Doch obwohl uns die Bedeutung dieser Fragen bewusst ist, finden wir selten eine Antwort. In der Praxis siegen Einfachheit und Geschmack häufig über Qualität und Nachhaltigkeit. Wie kann man das nur ändern? Wie kann man besser essen? OLDENBURGER KUNSTSCHULE KUNST.SCHUL.PROJEKT 2023: „ÜBERSATT - MEHR ALS GENUG?“ 25. APRIL BIS 6. MAI 2023 DIENSTAG-SAMSTAG, 12 - 18 UHR CORE MALL HEILIGENGEISTSTRASSE 6-8 26122 OLDENBURG Störgefühl im Kopf Es gibt einen Begriff dafür, sich wider besseren Wissens falsch zu verhalten: Kognitive Dissonanz. Sie hinterlässt ein Störgefühl in uns, weil uns eigentlich klar ist, dass unsere Ernährung alles andere als optimal ist. Wir essen ungesund, unbewusst und übermäßig - und bei der Herstellung unserer Lebensmittel sieht es noch schlechter aus. Trotzdem bewegen wir uns auf unseren gewohnten Pfaden und tun uns schwer, etwas zu verändern. Erinnert uns das nicht an was? Ach ja: den Klimawandel. Umso wichtiger ist es, eine bewusste, intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Ernährung anzustoßen. Genau das tut die Oldenburger Kunstschule in Kooperation mit dem Ernährungsrat Oldenburg. Sie haben in den beteiligten Schulen für eine vielfältige Beschäftigung mit Lebensmitteln gesorgt. Die Kombination aus Küchenwissen, Kochkursen und Kunstprojekt war eine multisensorische Erfahrung, die das Gelernte sehr viel tiefer verankert als jeder Frontalunterricht - und somit vielleicht auch Veränderungen anstößt. Kunst als Katalysator Die Kunstschule setzt also nicht erst in dem Moment an, wo die Kunst entsteht, also bei den Handfertigkeiten, sondern viel früher. Sie sensibilisiert für gesellschaftliche relevante Themen und eröffnet die Möglichkeit, sie mit den Mitteln der Kunst zu interpretieren. Man kann die Bedeutung dieses Ansatzes gar nicht oft und stark genug betonen. Darüber hinaus gibt es einen weiteren spannenden Effekt: Die Schüler:innen arbeiten mit echten Künstler:innen zusammen. Sie sehen, wie sie denken und arbeiten. Sie erleben, wie Kreativität und Kunst neue Wege der Wahrnehmung und der Verarbeitung eröffnen. Das ist nicht nur interessant, es öffnet auch die Denkhorizonte - und das ist ein weiterer Effekt, der nicht zu unterschätzen ist. Vielfältige Umsetzung Wer mit etwas Muße durch die Ausstellung in der CORE Mall wandert, kann sehr viel entdecken. Allein die Zahl der unterschiedlichen Herangehensweisen ist enorm. Malerei, Collage, Plastik, Text - alles dabei. Auffällig ist auch die intensive Farbgebung: Vieles leuchtet und glänzt. Das liegt zum einen daran, dass Verpackungsmertialien verarbeitet wurden, die darauf ausgelegt sind, unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen. Das hat zum anderen aber auch damit zu tun, dass ein gewisser Überschwang zu spüren ist. Wenn man jemals einer Ausstellung den Enthusiasmus bei ihrer Entstehung angemerkt hat, dann dieser! „Es ist eine total gelungene Ausstellung, unglaublich eindrucksvoll, nicht nur durch die Kreativität, sondern auch durch die Botschaft! Großes Lob an die Kunstschule, die Kinder mit Künstler:innen zusammenbringt und es ihnen ermöglicht, das Beste aus sich herauszuholen.“ Christine Wolff, Bürgermeisterin Das passt zu Eindrücken von der Eröffnung. Neben der erwartbaren, aber wunderbar authentischen Freude der Bürgermeisterin äußerten sich nämlich auch etliche Jugendliche zu ihrem Werk. In kurzen Zwiegesprächen bekam man mit, wie sie sich bei den Künstler:innen für die Zusammenarbeit bedankten. Sehr artig, vor allem aber spürbar aufrichtig. Pflichttermin für Kunstkenner? Ist in der Ausstellung nun der nächste Superstar der Kunstszene zu sehen? Könnte eines der Werke demnächst in Nationalgalerie, Louvre oder MoMA hängen? Ohne allzu pessimistisch zu sein, gehen wir nicht davon aus. Aber darum geht es auch nicht. Gut erkennbar ist nämlich vielmehr, wie sehr die Schüler:innen die Kunst als Form der Auseinandersetzung verinnerlicht haben - und welch eindrucksvoll die Ergebnisse sein können. Es geht dabei nämlich nicht allein um die künstlerischen Fähigkeiten, sondern auch um Wahrnehmungen oder Assoziationen. Und von ihnen findet man reichlich. Interessant ist das wohlgemerkt nicht nur für die Eltern der beteiligten Kinder. Man muss nicht verwandt sein, um das Schöne in den Werken zu sehen. Und sowieso: Was gibt es Schöneres, als Kinder und Jugendliche dabei zu beobachten - und sei es nur im Ergebnis - wie sie sich mit großen gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen? Wie sie sich eine Meinung bilden und eine Haltung entwicklen? Und sie künstlerisch inszenieren und kommunizieren? Davon haben wir keineswegs „mehr als genug“, denn davon kann es niemals genug geben. Und deshalb dürfen wir allen Beteiligten - von der Kunstschule und dem Ernährungsrat über die Künstler:innen bis zu den Kollegien und vor allem den Kindern - dankbar dafür sein, dass sie diese Impulse geben. Niemals genug Sind wir „übersatt“? Haben wir längst „mehr als genug“ Das Kunst.Schul.Projekt 2023 visualisiert die mutigen, kreativen Antworten junger Menschen auf diese Fragen. Nimmt man dies zum Maßstab, dürfen wir Hoffnung schöpfen, dass zumindest jüngere Generationen das Offensichtliche nicht mehr länger ignorieren. Deshalb sei auch allen anderen, vor allem den Erwachsenen, ans Herz gelegt, den Weg ins CORE zu gehen, sich inspirieren zu lassen und vielleicht etwas bewusster einzukaufen und zu essen. Das Leitmotiv der Ausstellung lässt sich jedenfalls zweiteilen: Was die Lebensmittel betrifft, sind wir tatsächlich "ÜberSatt“. Doch was die inhaltliche Arbeit der Kunstschule und solche Ausstellungen betrifft, lautet das Urteil anders. Von ihnen können wir gar nicht genug kriegen, an den Ergebnissen können wir uns kaum sattsehen. In diesem Sinne: Wohl bekomm's!

  • ZUKUNFTSTAG: EIN BEBEN DER MACHT

    Der 27. April ist ganz dick im Kulturschnack-Kalender markiert. Aber nicht etwa wegen eines fantastischen Kulturprojekts, sondern wegen des Zukunftstags. Nachdem letztes Jahr Juan bei uns zu Gast war, haben wir jetzt Besuch von den beiden Podcast-Fans Moritz und Rune bekommen. Was die beiden bei uns erlebt haben? Lest - und hört - ihr hier! Tock, tock! Als es um Punkt neun Uhr an unserer Tür klopfte, hörten wir schon am Klang, dass dort keine schüchternen Jungs stehen würden. Und dieser erste Eindruck hat sich im Laufe des Tages auch bestätigt: Moritz (12) und Rune (13) von der Graf Anton Günther Schule sind nicht gerade auf den Mund gefallen. Keine Frage: Das sind zukünftige Podcaster - wie sich auch später noch zeigen sollte. Tatsächlich hatten die beiden mal Pläne, einen eigenen Podcast zu produzieren. Das Thema stand auch schon fest: Star Wars. Da bestand natürlich die reale Gefahr, sich schon beim Kennenlernen in Fachsimpeleien über Repulsorantriebe und Disruptorkanonen zu verlieren. Das ist schließlich auch (Populär-) Kultur! Da die beiden aber durchaus schon die eine oder andere Erfahrung in Sachen Kultur hatten - z.B. etliche Museumsbesuche - konnten wir thematisch letztendlich doch in unserem Sonnensystem bleiben. Puh! Nicht lang schnacken Zukunftstag beim Kulturschnack heißt natürlich vor allem eines: knallharte Arbeit! Nach unserem intergalaktischen Warmup ging es nämlich direkt ans Eingemachte. Wir haben Moritz und Rune zunächst erklärt, wozu es den Kulturschnack überhaupt gibt und welche Rolle ein Podcast dabei spielt. Der stand dann gleich im Mittelpunkt des Interesses: Wie läuft die Vorbereitung? Welches Equipment benutzen wir für die Aufzeichnung? Wie funktioniert die Postproduktion? Doch halt! Wir sind ja immerhin ein Kulturpodcast, da sollte dieses Thema schon eine gewisse Rolle spielen. Und was liegt für eine Begegnung mit der Materie - im wahrsten Sinne des Wortes - näher als die aktuelle Ausstellung „From above, an Island“ im Edith-Russ-Haus? Und das nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich. Immerhin bietet die videolastige Medienkunst viele mögliche Ansatzpunkte für Menschen jeden Alters - aber vor allem für jüngere. Besuch auf der Insel Zugegeben: Nicht alles ist für Schüler:innen voll interpretationsfähig. Aber auch das gehört ja zur Kulturerfahrung: Zu akzeptieren, das man nicht alles versteht oder teilt - und dass dies vollkommen in Ordnung ist. Moritz und Rune folgten interessiert den Erklärungen von ERH-Mitarbeiter Carlo Bas Sancho (Danke nochmals für die Sonderöffnung!), sahen sich die großdimensionalen Filmsequenzen an - stellten aber auch fest, dass sie nicht alles nachvollziehen konnten. Spannend: Die Ausstellung im Edith-Russ-Haus ist eine intensive Erfahrung (Bilder: Kulturschnack) Wir können das verstehen. Zwar sind wir große Fans des Edith-Russ-Hauses und seiner Ausstellungen. Es gibt nur wenig, das den Geist mehr triggert als ein Besuch dort. Klar ist aber auch, dass die Exponate und deren Kontexte nicht immer selbsterklärend sind - oder dass sie uns viel Interpretationsarbeit abverlangen. Es ist in etwa so, als betrete man eine andere Welt oder parallele Dimension. Alles ist etwas anders als sonst - oder, wie es Moritz ausdrückte, „etwas seltsam“. Dennoch waren die beiden begeistert von dem, was sie dort sahen, und waren spätestes ab diesem Besuch voll auf Kultur eingestellt. Bald schon Podcast-Profis Das passte perfekt. denn schließlich stand ja noch ein wichtiger Tagesordnungspunkt an: Ein eigener Podcast mitsamt Gast - und zwar der Leiterin des städtischen Kulturbüros, Paula von Sydow. Sie wollten wir schon immer mal zum Gespräch einladen, weil die Struktur und die Aufgaben des Kulturbüros für Außenstehende schwer zu überblicken sind. Und vielleicht ist es genau deswegen richtig, auch Außenstehende - wie Moritz und Rune - die Fragen stellen zu lassen? Klare Antwort: Ja, das war es. Genau das haben die beiden nämlich getan - und zwar mit Bravour. Vollkommen furchtlos und weitgehend frei von Nervosität legten sie los und entlockten Paula viele interessante Antworten. Im Gespräch erfahrt ihr unter anderem, wie man sich überhaupt den ganzen Tag mit Kultur beschäftigen kann, welche anderen Interessen Paula hat und ob sie womöglich einem alten Adelsgeschlecht entstammt. Die neue Sonderfolge ist jetzt überall verfügbar. Wie die Profis: Moritz und Rune schlugen sich beim Podcast hervorragend (Bilder: Kulturschnack) Dass die beiden viel Talent mitbringen, hört man dabei sofort. Vielleicht ist das sogar schon die nächste Generation Kulturschnacker? Es war auf jeden Fall: ein Beben der (Podcast-) Macht. Mission accomplished Doch damit nicht genug: Nach der Aufnahme ging es an die Postproduktion und hier waren Moritz und Rune kaum noch zu bremsen. Wie dieser Text hier im CMS entsteht? Vollkommen uninteressant! Viel spannender war das Cubase-Tonstudio. Natürlich durften die beiden selbst ihre wenigen Versprecher und Kunstpausen löschen, damit die Fragen noch flüssiger klangen als sie es sowieso schon waren. Auch hier waren die beiden frei von übertriebener Zurückhaltung. Wie schon beim letzten Mal war auch dieser Zukunftstag eine richtig coole Sache - wohlgemerkt nicht nur für uns, sondern auch für Moritz und Rune. Ob die beiden jetzt inspiriert sind und ihr Star Wars-Podcast tatsächlich noch kommt? Darauf wollten sie sich nicht festlegen. Aber dass sie das könnten - das haben sie heute bewiesen. Für ihre persönliche Zukunft wünsche wie den beiden jedenfalls das einzige, was an dieser Stelle angemessen ist: Möge die Macht mit euch sein! Ihr wollt jetzt endlich das Ergebnis hören? Aber gerne! Hier könnt ihr das Ganze mal auf euch wirken lassen. Den Wechsel von den älteren Herrschaft am Beginn zum Nachwuchsteam merkt man kaum; und wenn dann positiv!

  • NOT ZUR TUGEND

    Wie bespielt man ein Museum, das geschlossen hat? Wie erreicht man Besucher:innen, die nicht kommen können? Die Unmöglichkeit dieser Situation hat in Oldenburg nicht etwa zu Frustration geführt, sondern zu einem wahren Ausbruch an Kreativität. Das Stadtmuseum ist in einer Zeit, in der es vollständig aus dem Blickfeld hätte verschwinden können, präsent wie nie zuvor. Die Not wurde hier tatsächlich zur Tugend gemacht. „Moment Mal. Irgendwas ist anders.“ Wer die Räumlichkeiten in der Achternstraße 22 von früher kannte, ist beim Betreten irritiert. War es hier früher nicht düster und dicht gedrängt? Davon ist nichts mehr zu sehen. Nun flutet das Tageslicht den ganzen Raum und verändert die Atmosphäre grundlegend. In Zusammenspiel mit dem rohen Betonfußboden ist ein charakterstarker Ort entstanden. Ideale Voraussetzungen für den Projektraum_04 des Stadtmuseum Oldenburg. Hinter dem etwas kryptischen Namen steht im Kern ein Ort der Begegnung. Zum einen mit dem Museum selbst, das aktuell keine Heimat hat, weil der Altbau abgerissen wurde und der Neubau noch nicht steht. Zum anderen aber auch mit den Stadtteilen Oldenburgs, denn sie und ihren Eigenschaften (bzw.-arten) sind hier Thema. Und sie eröffnen Blicke auf bisher Unbekanntes, Verstecktes oder Übersehenes - in diesem Fall aus Osternburg. Und ohne zu viel vorwegzunehmen: Ein Besuch - bzw. eine Begegnung - lohnt sich aus beiden Gründen. STADTMUSEUM OLDENBURG PROJEKTRAUM_04 THEMEN: WOHNEN / OSTERNBURG SAMSTAG, 22. APRIL - SAMSTAG, 1. JULI MO - FR 12.30 - 18 UHR SA 10 - 18 UHR ACHTERNSTRASSE 22 26122 OLDENBURG Raum auf Zeit Es ist sofort spürbar: Mit den neuen Räumlichkeiten ist das Museumsteam sehr zufrieden. Tatsächlich sind sie eine gute Lösung - und das nicht nur geographisch und räumlich, sondern auch historisch. Schließlich hat das Gebäude, in dem das Stadtmuseum zu Gast ist, eine eigene Geschichte: Im Zuge des Abrisses des hinreißend schönen Modehauses Gehrels in den 1960er-Jahren (heute: H&M) ersetzte es nämlich das Stammhaus des Kürschnermeisters Carl Willers, der an dieser Stelle noch bis zur Jahrtausendwende Pelze verkaufte. „Es ist immer eine Herausforderung, eine geeignete Immobilie zu finden“, erzählt Dr. Steffen Wiegmann, Leiter des Stadtmuseums. Darin liege aber auch ein gewisser Reiz. „In diesem Fall fand die Schlüsselgabe erst drei Wochen vor der Eröffnung statt“, deutet er einen gewissen Zeitdruck an. In dieser kurzen Spanne musste die Ausstellung konzipiert und realisiert werden - eine Herausforderung, denn „Konzeption“ bedeutet hier, die vielen Gespräche aus den Stadtteilen auszuwerten, sie visuell oder plastisch umzusetzen und in den Raum einzubauen. In einem intensiven Prozess gelingt dies aber immer wieder - und so auch hier. „Die Projekträume sind wichtige Bestandteile unserer Schließzeit“, ordnet Steffen die Wertigkeit ein. Sie seien etwas anderes als etwa die Pop-Up-Ausstellung in der Lambertistraße, nämlich „das Ergebnis einer partizipativen und kooperativen Arbeit von über hundert Beteiligten.“ Mit dem Entdecken und Kennenlernen der Stadtteile gäben die Projekträume zudem schon einen gewissen Vorgeschmack auf die neue Dauerausstellung, denn dort werden Stadtteile und Partizipation ebenfalls präsent sein. Doppelte Stadtbürgerschaft Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, aber weiterhin bemerkenswert: Was ein Problem für das Stadtmuseum hätte werden können - nämlich die lange Schließzeit wegen des Neubaus - ist mittlerweile zu einem Vorteil gereift. Es klingt beinahe absurd, aber ohne eigene Räumlichkeiten erreicht das Museum eine größere Präsenz als in vielen Phasen früherer Jahrzehnte. Das ist freilich kein Zufall oder Automatismus, sondern das Ergebnis kluger kreativer Vorarbeit und einer engagierten Umsetzung. Respekt an dieser Stelle an das Team des Museums, das diese große Aufgabe mit spürbarer Lust und Leidenschaft meistert. Zu den vielen guten Ideen für die Schließzeit gehört zweifellos die Erkundung der Stadtteile. In Oldenburg gibt es nämlich nach wie vor eine „doppelte Stadtbürgerschaft“: Natürlich fühlen sich alle als Oldenburger:innen, aber eben auch als Bewohner:innen von Eversten, Kreyenbrück oder Ofenerdiek. Das Stadtmuseum respektiert diese Verbundenheit zum Stadtteil, indem es sie selbst genauer untersucht. Und das funktioniert am allerbesten im Gespräch mit den Menschen. Mit hohem Zeitaufwand haben Projektkoordinatorin Sandrine Teuber und Gesa Soetbeer viele Gespräche geführt und dabei den Stadtteil erfühlt. Die Ergebnisse dieser intimen Forschungsarbeit sind zum Teil in der Ausstellung zu hören und zu sehen. Spiegelbild der Zeit Hilfreich war dabei die große Offenheit der Gesprächspartner:innen, die gern über ihr Leben in Osternburg erzählt haben. „Es war wirklich ein Genuss, bei ihnen zu Gast zu sein“, schwärmt Sandrine noch heute von den Besuchen. Dabei sind die individuellen, persönlichen Geschichten gleichzeitig viel mehr als das. Denn was in den Wohnungen von Osternburg geschah, wie sie aussahen und ausgestattet waren - das repräsentiert manchmal ganze Epochen und Entwicklungen. In diesem Fall eine, die in der Residenz- und Beamtenstadt Oldenburg eher untergeordnet war, nämlich die Industrialisierung. In Osternburg gab es mit der Glashütte eine größere Fabrik, die ihren Mitarbeiter:innen sogar Wohnrechte anbot. „Die erloschen jedoch sofort, wenn das Arbeitsverhältnis endete“, erinnert Steffen an die strengen Gesetzmäßigkeiten jener Zeit. Dennoch haben sich mit der Glashüttensiedlung - und etwas später auch mit der Siedlung Breslauer Straße - sehr charakteristische Wohnformen herauskristallisiert, die einerseits einzigartig sind, andererseits aber auch ein Spiegelbild ihrer Zeit sind. Ein Kuriosum sind etwa die winzigen Badezimmer mit einer Fläche von 2,34 Quadratmetern - da wurde bereits der morgendliche Toilettengang zu einem akrobatischen Kabinettstück. Und das ist nur ein Beispiel für viele kleine Kuriositäten und Anekdoten, die in ihrer Summe ein stimmungsvolles Portrait des Lebens in Osternburg ergeben. Wohnen im Wandel Das Besondere der Ausstellung: Wenn man über das Wohnen spricht, geht es immer auch um mehr. Etwa um gesellschaftliche Veränderungen, technische Entwicklungen, aber auch um Lebensentwürfe und -gefühle. Und auch hier waren die Menschen überaus einfallsreich und haben vielfach - genau - die Not zur Tugend gemacht. Das gilt aber nicht nur für die Geschichte, sondern auch für die Gegenwart, in der es um die zeitgemäße Weiternutzung der Gebäude geht. Inspirierend dabei: Die Genossenschaft HunteWoGen, die bereits 17 der 27 Gebäude in der Siedlung Breslauer Straße erworben hat und diese in Gemeinschaftsarbeit saniert und repariert, hegt und pflegt. Ein Idealtypus des nachbarschaftlichen Engagements, der sich stets über den Austausch mit Interessierten aus anderen Stadtteilen freut. Eigeninitiative ist aber auch in der Ausstellung selbst möglich. So gibt es dort die „Osternburger Fensterblicke", bei denen es sich - wie der Name andeutet - um einfache Aufnahmen handelt, die von den Bewohner:innen selbst gemacht wurden. Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Aussichten bilden zusammen ein interessantes visuelles Portrait des Stadtteils. Und das ist sogar erweiterbar: Wer sich inspiriert fühlt, kann einen eigenen Fensterblick einreichen, so dass am Ende ein Archiv der gesamten Stadt entstehen könnte, das auch Veränderungen zeigt. Eine spannende Vision! Neues vom Alten Der Projektraum_04 des Stadtmuseums wäre aber kein Projektraum, würde er nicht auch etwas über das Museum selbst erzählen. Einen roter Faden bilden dabei die ehrwürdigen Villen entlang der Raiffeisenstraße. Sie sind ebenfalls Teil des Stadtmuseums und werden derzeit aufwändig saniert. In Zukunft wird dabei sehr viel mehr zu sehen sein als bisher - und die Projekträume geben einen leichten Vorgeschmack. Dieses Mal erhält man einen Einblick in die Entstehung der Innenarchitektur. Auf Tapeten und Stoffbahnen wurden die originalen Entwürfe des Architekturbüros au den Zeiten um die Jahrhundertwende gedruckt. So ergibt sich die ziemlich einmalige Gelegenheit, durch einen Raum zu schreiten, der zwar historisch belegt ist, der so aber nie entstand, weil sich Eigentümer Theodor Francksen für eine andere Wandfarbe entschied - nämlich Grün statt Rot. „Wie weitere Farben wirken würden, können die Besucher:innen übrigens selbst ausprobieren“, erklärt Melanie Robinet, die für diesen Teil des Projektraumes verantwortlich ist. Stifte und Papier liegen bereit, es fehlen nur noch Fantasie und Fingerfertigkeit. Bei der Begehung stellt sich übrigens ein spannender Nebeneffekt ein: Man schreitet gewissermaßen von der Arbeitersiedlung in aristokratisch anmutende Räumlichkeiten. „Das ist ein starker Kontrast: Hier der luxuriöse Überfluss, dort das Wohnen für alle“, stellt Melanie fest. Das führe sehr gut vor Augen, wie stark sich die Lebensrealitäten innerhalb der Bevölkerung unterschieden, denn sie stammen allesamt aus einer ähnlichen Zeit. Ob das heute so vollkommen anders ist, sei aber mal dahingestellt. Viel mehr als eine Notlösung Kein Zweifel: Die Projekträume des Stadtmuseums sind mehr als eine Notlösung. Sie sind tatsächlich Orte der Begegnung - und das wie erwähnt in einem doppelten Sinne. Natürlich erzielen sie nicht jene Wirkung, die das neue Stadtmuseum mit seiner Dauerausstellung ab 2025 erreichen wird. Wie könnten sie auch? Gleichzeitig sind sie aber viel mehr als eine Notlösung, denn was man in ihnen zu sehen bekommt, sind spannende Puzzlestücke unserer Stadt, ihrer Menschen und ihrer Geschichte. Und genau das sollte ein Stadtmuseum ja auch bieten. Hier wurde also tatsächlich die Not zur Tugend gemacht.

  • DER VERLORENE ZUG

    Filmpremieren sind beim Kulturschnack eher selten ein Thema. Wir sind einfach zu Oldenburg-fixiert! Wenn nun aber ein wichtiges Thema aufgriffen wird, der Blickwinkel dabei ungewöhnlich ist, die Drehorte zum Teil in Niedersachsen lagen und (mittelbar) auch noch eine gebürtige Oldenburgerin involviert ist - dann machen wir einfach mal eine Ausnahme. Zumal es auch noch was zu Gewinnen gibt! Das Casablanca Kino ist - ebenso wie das Cine k - bekannt für seine besondere Programmauswahl. Hier gibt es nicht bzw. nicht nur, was uns Hollywood gerade kredenzt, sondern sehr viel mehr. Nämlich: ambitionierte internationale Filmkunst und hochwertige Werke aus deutscher Produktion. Und letzteres ist auch am 20. April der Fall. Dann nämlich feiert „Der verlorene Zug“ seine niedersächsische Premiere, eine Woche vor dem offiziellen Kinostart am 27. April. Neunzig Jahre nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten widmet sich das Werk der Regisseurin Saskia Diesing dem Zweiten Weltkrieg. Das aber nicht etwa - wie zuletzt „Im Westen nichts Neues“ - in Form epischer Schlachten oder hautnaher Grabenkämpfe. Hier steht die menschliche Ebene im Mittelpunkt; genauer gesagt: die weibliche! NIEDERSACHSEN-PREMIERE „DER VERLORENE ZUG“ ZU GAST: HAUPTDARSTELLERIN ANNA BACHMANN DONNERSTAG, 20. APRIL, 19:30 UHR (TICKETS) CASABLANCA KINO JOHANNISSTRAßE 17 26121 OLDENBURG Warum fiel die Wahl auf Oldenburg? „Einen direkten Bezug gibt es leider nicht“, zerstreut Milena Baumgart vom Kölner Verleiher W-Film etwaige Hoffnungen auf Wiedererkennungseffekte. Der Film sei zwar zum Teil in Niedersachsen gedreht worden; allerdings nahe der niederländischen Grenze, nicht an der Hunte. „Oldenburg gilt aber als gutes Pflaster für Premieren. Hier gibt es eine echte Kinoleidenschaft“, betont Milena. Und da widersprechen wir natürlich nicht. Kein Halt, nirgendwo Zu Beginn des Films ist nur eines klar: Nichts. Wir befinden uns inmitten der Wirren eines endenden Krieges. Kaum irgendwann ist die gesellschaftliche Ordnung so sehr aufgehoben wie in diesem schicksalhaften Momenten - und mit ihren auch jede Orientierung. Das spüren auch die niederländische Jüdin Simone, die russische Scharfschützin Vera und das deutsche Mädchen Winnie. Sie alle sind auf denkbar unterschiedliche Weise vom Kriegsende betroffen: Für die eine ist es Befreiung, für die anderen Sieg bzw. Niederlage. Eine Sache haben die Frauen aber gemeinsam: Sie müssen sich einer Extremsituation stellen, die mutige Entscheidungen nötig macht. Entgegen jeder Wahrscheinlichkeit führt sie dies letztlich zusammen. Die weibliche Perspektive Inspiriert durch wahre Begebenheiten rund um einen befreiten Deportationszug liefert Regisseurin Saskia Diesing eine bisher ungekannte weibliche Perspektive auf das Ende des Zweiten Weltkriegs: Die drei Frauen setzen sich über ihre unterschiedlichen Gesinnungen hinweg, um in einer Extremsituation zusammenzuhalten. Das Ergebnis ist eine Hommage an die Widerstandsfähigkeit der Frauen sowie eine zeitlose Geschichte über Menschlichkeit und Vergebung. In der Tat stellt man während des Film häufig fest, wie ungewohnt der weibliche Blick auf den Zweiten Weltkrieg ist und wie sehr er bisher gefehlt hat. Unabhängig davon, ob einem Ästhetik und Dramaturgie von „Der verlorene Zug“ gefallen, ist dieser Akzent ein großer Gewinn, zu dem man die Beteiligten nur beglückwünschen kann. Das gilt auch für einen weiteren, nämlich die Sprache. Niederländer:innen sprechen Niederländisch, Russ:innen sprechen Russisch. Das sorgt für Authentizität. Ab auf die Gästeliste! Zur Premiere wird Hauptdarstellerin Anna Bachmann anwesend sein und im Anschluss an die Vorführung für eine Fragerunde zur Verfügung stehen. Unsere Empfehlung lautet wie immer: Nutzt das aus und löchert sie mit euren Fragen! Es bereichert ungemein, wenn man einen Film nicht nur konsumiert, sondern ihn auch in seinen Kontexten versteht - und Anna Bachmann wird dafür eine gute Ansprechpartnerin sein. „Saskia Diesing wäre ebenfalls gerne gekommen“, berichtet Milena. „Sie dreht derzeit aber in Spanien.“ Der Trip ins „gute Pflaster“ Oldenburg sei deswegen leider nicht möglich gewesen. Ihr wollt bei dieser Niedersachsen-Premiere dabei sein? Kein Problem! Entweder kauft ihr ein Ticket - oder ihr macht bei unserem Gewinnspiel mit! Wie das geht? Schreibt einfach eine Email mit dem Betreff „Der verlorene Zug“ an kulturschnack(at)stadt-oldenburg.de - und mit etwas Glück bekommt ihr zwei Plätze auf der Gästeliste. Aber seid schnell: Die Premiere ist bereits am Donnerstag - und wir schließen die Teilnahme am Dienstag um 15 Uhr!

  • NICHTS WIE HIN (17)

    Irgendwas ist ja immer. Terminkollisionen und Wetterkapriolen, Wohlergehen und Weltgeschehen. Deswegen verpasst man immer wieder wunderbare Kulturveranstaltungen, die man eigentlich gern gesehen hätte, wenn nicht... nun ja, siehe oben. Am Schlimmsten ist aber vielleicht sogar was anderes: Der fehlende Überblick. Es ist einfach zu viel los! Deshalb gibt's von uns jetzt pro Woche drei Tipps: alle ganz unterschiedlich, aber alle absolut lohnenswert! Eines ist ja mal klar: Am Willen liegt's nicht! Die meisten von uns würden gerne sieben Tage die Woche irgendwas aus der Kultur mitnehmen. Konzert, Theater, Lesung, Kino, Ausstellung, Performance - die Möglichkeiten sind endlos. Und alles und auf ihre Weise interessant, aufregend, mitreißend, provokativ, inspirierend. Und trotzdem bleiben häufig Stühle leer, aber Couches gefüllt. Weil es halt doch nicht so einfach ist, erstmal mitzubekommen, was alles los ist es zu behalten und in den eigenen Kalender einzubauen dann tatsächlich in der Stimmung sein hinzugehen jemanden zu finden, die/der mit dabei ist und dann keinerlei Alltags-Hindernisse zu haben, wie Wetter, Wohlsein, Weltgeschehen. Einfach ausprobieren Deshalb gibt's von uns jede Woche drei Schlaglichter auf Veranstaltungen und Ereignisse, die in der kommenden Woche stattfinden und von denen wir denken: Da könnte man durchaus hingehen! Wie schauen dabei auf eine gute Mischung aus drinnen und draußen, gratis und teuer, traditionell und experimentell. Wir sagen nicht: Da ist für jeden was dabei. Wir sagen: Alles ist für jeden was! Wir sind nämlich überzeugt, dass unsere Tipps sich für alle erschließen lassen, die Lust haben, was zu entdecken. Wenn der Schlagerfan plötzlich zu Freestyle Hip-Hop abgeht, der pensionierte Bungalowbewohner in die Welt des Graffiti eintaucht oder die notorische Schulschwänzerin in der Kunstgalerie die Zeit vergisst, dann ist das genau der Effekt, den wir uns wünschen. Aber genug schwadroniert, hier sind die Tipps für diese Woche:

  • DAS EIGENE REICH

    Eine einsame Insel, nur für sich allein, Rückzug, Ruhe oder doch soziale Isolation? Auch die Grenzen zwischen dieser zuerst freiheitlich anmutenden Utopie und veraltetem, kolonialistischem Gedankengut liegen viel näher aneinander, als wir uns das wahrscheinlich eingestehen wollen. James Newitt nimmt sich, unter anderem, diesem Thema in seiner Ausstellung "From above, an Island" an, die aktuell im Edith-Russ-Haus zu sehen ist. JAMES NEWITT - FROM ABOVE, AN ISLAND VOM 20. APRIL BIS 11. JUNI 2023 EDITH-RUSS-HAUS KATHARINENSTRASSE 23 ÖFFNUNGSZEITEN: DI. - FR. 14:00 - 18:00 UHR SA. & SO. 11:00 - 18:00 UHR James Newitt ist ein Künstler und Filmemacher, dessen Arbeiten sich mit sozialen und kulturellen Beziehungen befassen, inklusive ihrer Wandelbarkeiten und Paradoxien. Die Geschichten, die er erzählt, lassen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion miteinander verschmelzen. Sie enthalten zum einen klassische Anteile einer Dokumentation: ausführliche Recherchen, das Zusammentragen diverser Materialien, die der Realität entspringen und somit auf Tatsachen beruhen. Doch wo der dokumentarische Part endet, beginnt der künstlerische Akt. Aus diesen, der Realität entspringenden, bestehenden Fragmenten spinnt Newitt Kunstprojekte, die filmischer, aber auch fotografischer, textlicher oder skulpturaler Natur sein können. Willkommen zur Spurensuche Wenn man nun also so durch eine neue Ausstellung wie diese streift, dann fragt man sich natürlich die ganze Zeit, was der Künstler einem sagen möchte und versucht die Themen zu finden, die ihn prägen und herauszufinden was sein Motiv ist, was ihn antreibt. Wie ein Nachwuchsdetektiv ist man auf der Suche nach Indizien, Zeichen und möchte unbedingt die eine Spur finden, die einem die entscheidende Information verrät. Deshalb möchten wir euch heute in diesem Artikel gar nicht allzu viel über die einzelnen, ausgestellten Werke vorab verraten, sondern satteln das Pferd heute mal von der anderen Seite auf. Wir lassen euch heute also an dem teilhaben, was die "Detektei Kulturschnack" an Motiven in der Ausstellung erkennen konnte, damit ihr bei eurem Besuch selbst für euch prüfen könnt: seht ihr das auch so? Deutet ihr die Inhalte, die Hinweise und Verweise so wie wir? Fangen wir mal an: ... MOTIV 1: Die Insel Die romantisierten Vorstellungen, die die Gesellschaft häufig mit dem Leben auf und in gewisser Hinsicht auch der "Eroberung" einer verlassenen Insel, dem bewussten Rückzug in die Einsamkeit und sozialer Isolation verbindet, die stechen deutlich aus den Arbeiten Newitts heraus. Und seien wir mal kurz ehrlich zu uns selbst: natürlich klingt das erstmal verlockend! Hatte nicht jeder schon mal - zumindest ganz, ganz kurz - den Gedanken, wie es wohl wäre sich einfach aus der Gesellschaft auszuklinken und nur für sich zu sein? Quasi eine Art Fluchtreflex auf die ständige und andauernde Reizüberflutung der Mediengesellschaft in der immer etwas passiert und wir eine Meinung zu irgendetwas haben müssen. Aber, da ist natürlich auch immer die Kehrseite der Medaille: denn etwas ganz für sich alleine zu beanspruchen, das exkludiert in der Natur der Sache bereits alle anderen, die nicht zu diesem jeweiligen Unterfangen gehören. Und wie sehr können wir uns wirklich noch isolieren in der heutigen Welt, die vernetzter ist als jemals zuvor, in der eigentlich kein Fleck der Erde noch unbekannt scheint. Sind wir zudem wirklich bereit alle Konsequenzen, die mit diesem Rückzug einhergehen vollständig selbst zu tragen? Newitt selbst weiß beim Thema "Insel" genau wovon er spricht, denn er stammt gebürtig aus Tasmanien, einem Teil Australiens, der vollständig vom restlichen Festland abgetrennt und vor allem für seine großen Naturschutzgebiete bekannt und von diesen auch somit landschaftlich geprägt ist - pulsierendes Leben findet also eher woanders statt. So erlebt Newitt also auch die gegenteilige Erfahrung der Isolation und des abgeschottet seins auf einer Insel als etwas Negatives, dem man durch die "Flucht" in bspw. Metropolen und größere Städte entkommen muss. Die einsame Insel als gedankliches Modell und Faszination begleitet den Künstler also im wahrsten Sinne bereits von Kindesbeinen an und zieht sich wie der berühmte rote Faden durch sein weiteres Leben. Während seiner Zeit an der Universität plante er beispielsweise völlig im Geheimen ein Projekt, bei dem er das Konzept der Insel auf die Spitze trieb und sich ohne Ankündigung für 3 Wochen auf ein winziges Floß mit einem Zelt drauf zurückzog und sich völlig isolierte. Muss man auch erstmal machen - und sich trauen. MOTIV 2: Zerfall Wir können es auch gerne etwas konkreter formulieren, nämlich Zerfall unserer Selbst oder dessen, was unser Selbst ausmacht und ermöglicht: das Gehirn. Es zieht sich durch mehrere Werke, mal ganz bewusst gewählt, mal fast eher durch den Zufall entstanden (so scheint es) und doch ist das absolut Faszinierende an der ganzen Sache, dass die gezeigte Kunst nicht einfach nur das Thema abhandelt und davon berichtet. Nein, man hat das Gefühl, dass die Werke selbst im Inbegriff sind in sich selbst zu zerfallen und zu dem beschriebenen Zustand werden. Das gibt dem künstlerischen Handeln von James Newitt nochmal eine ganz andere Ebene in der Betrachtung von Außen. Denn natürlich könnte man es einfach als rein künstlerisch freien Akt betrachten, dass er dokumentarische Elemente aufgreift und dann fiktional weitererzählt und müsste das gar nicht weiter hinterfragen, könnte es einfach als gegeben hinnehmen. Doch genau so gut könnte man das künstlerische Handeln und die Wahl der der erzählerischen Elemente als Teil des Kunstwerkes betrachten. Gleiches gilt, wenn sich einem das Werk nicht vollständig in seiner Gänze sofort und unmittelbar erschließt, weil es vielleicht unfertig, fragmentiert, ja sogar unschlüssig und verwirrt wirkt. Vielleicht trägt auch hier dieser Zustand des Werkes zur eigentlichen Erzählung und der Dramaturgie ganz wesentlich mit bei. Denn vielleicht hat die erzählte Geschichte irgendwann selbst vergessen, was wahr ist und was nicht der Realität entspricht. Vielleicht weiß die Geschichte selbst nicht mehr, wo die Grenzen von "echt" und "fake" verlaufen. ... Hiermit schließt "Detektei Kulturschnack" ihre Ermittlungen ab - case closed. Zu welcher finalen Einschätzung wir kommen? Dass in den kommenden Wochen, in denen "From above, an Island" im Edith-Russ-Haus zu sehen sein wird, das Erzählen einer Geschichte, sei sie wahr oder nicht, von James Newitt auf ein völlig neues Level gehoben wird. Lasst euch also definitiv drauf ein und schaut vorbei, denn wir sind schon mehr als gespannt, was eure persönliche Betrachtung des Falls ... äh ... der Werke ergeben wird und zu welchen Schlussfolgerungen sie euch führen werden. Ihr möchtet noch weitere Informationen? Kein Problem. Schaut einfach auf der Website des Edith-Russ-Hauses vorbei, dort werdet ihr fündig: www.edith-russ-haus.de Oder, falls ihr euch fragt, was das Haus für Medienkunst eigentlich so ist oder wer Edith Russ war, dem können wir unsere Podcastepisode mit dem Leitungsduo des Hauses, Marcel und Edit, wärmstens empfehlen:

  • EIN DONNERSTAG IM APRIL

    Es gibt Tage, an denen einfach nichts los ist. Und es gibt Tage wie den 20. April. An diesem Donnerstag zeigt Oldenburg, wie vielfältig und ambitioniert die Kulturszene ist, welch spannende Projekte es gibt und dass für wirklich jeden was dabei ist. Der Haken daran: Es gibt viel zu sehen, aber nur wenig Zeit - denn auch dieser Tag hat nur 24 Stunden. Ihr habt also: Die Qual der Wahl! Und auch bei diesem Artikel gibt es einen kleinen Haken. Wenn ihr heute nicht zufällig Urlaub habt und/oder die Kunst beherrscht, an mehreren Orten gleichzeitig zu sein, wird er ein negatives Gefühl bei euch auslösen: Ihr verpasst was! Das ist niemals schön, aber seht das Gute daran: Verpassen kann man nur, was auch stattfindet. Und dass heute - und überhaupt - viel los ist in Oldenburg, ist doch ein ziemlich gutes Zeichen, oder? In diesem Sinne - here we go! 10.15 Uhr Exhalle Der Technical Ballroom ist das Theater der Digital Natives und der Treffpunkt für alle, die sich für die Zukunft des Theaters interessieren. Eröffnet wurde die Spielzeit im letzten Herbst von dem Stück "Offline", das die Immersion von Digital und Analog vielleicht am deutlichsten zeigt - und das nun wieder zu sehen ist. 14.00 Uhr Edith-Russ-Haus Die neue Ausstellung "From above, an island" des tasmanischen Künstlers James Newitt öffnet ihre Pforten für das Publikum. Wir waren vorab schon drin und haben ein wenig gesneaked: Man begibt sich dreidimensional in eine überaus spannende, beinahe kuriose und letztlich philosophische Geschichte. Das lohnt sich sehr! 17.30 Uhr Hermann-Ehlers-Straße/Altburgstraße Wenn kein Museum da ist, wird die Stadt halt selber eins! Mit dieser Haltung setzt das Stadtmuseum Oldenburg seine Exkursionen auf dem Fahrrad fort. Dieses Mal geht's durch Osternburg. Entdeckt den Stadtteil einfach nochmal neu! 18.00 Uhr Soul Kitchen Die kommenden vier Tage stehen ganz im Zeichen des Metropoly Klubfestivals. Was ihr euch darunter vorzustellen habt, haben wir hier erklärt. Bevor es aber ins Metro oder Poly geht, steht die Eröffnung an. Und zwar in einer neuen Location in Oldenburg, nämlich der Soul Kitchen im Alten Stadthafen. Ab 19 Uhr gibt's den Film "Rocker, Popper, Discogänger" über die Oldenburger Klubkultur der letzten Jahrzehnte, ab 20:30 Uhr wird aufgelegt! 18.00 Uhr Werkschule Nein, die Werkschule ist nicht nur da, um selbst etwas zu lernen. Im Kunstforum im Erdgeschoss werden immer wieder spannende Ausstellungen regionaler Künstler:innen gezeigt. Heute findet die Eröffnung für "Dialog 2" von Ute Naue-Müller und Ingo Kraft statt. 18.15 Uhr Libretto Tanja Küddelsmann hat den Roman "Land aus Schnee und Asche" von Petra Rautiainen aus dem Finnischen übersetzt. Sie wird über ihre Übersetzungsarbeit und die Zusammenarbeit mit der Autorin berichten. Ein Muss für Skandinavien-Fans. 19.00 Uhr Theater k Eine echte Premiere wartet auf euch! Erstmals ist heute die "Eingeschlossene Gesellschaft" von Jan Weiler zu sehen. Manche von euch kennen wahrscheinlich die Verfilmung von Sönke Wortmann, die letztes Jahr in die Kinos kam. Live wirkt das Kammerspiel aber natürlich nochmal näher und plastischer. 19.30 Uhr Casablanca Kino Eine Woche vor dem offiziellen Kinostart steht hier die Niedersachsen-Premiere von "Der verlorene Zug" an, der die Wirren am Ende des Zweiten Weltkrieges aus weiblicher Perspektive erzählt. Was das Besondere daran ist, haben wir hier erklärt. Bonus: Hauptdarstellerin Anna Bachmann ist vor Ort und beantwortet eure Fragen! 20.00 Uhr Exerzierhalle Beim Diskursgewitter der Sparte 7 des Oldenburgischen Staatstheaters ist der Publizist und Lyriker Max Czollek zu Gast. Damit ist der gute Mann aber noch unzureichend beschrieben, denn interessant an ihm sind nicht zuletzt seine blitzgescheiten Gegenwartsanalysen, die unsere Gewohnheiten allzu gerne hinterfragen und mit denen er immer wieder polarisiert. Czollek liest aus seinem neuen Buch "Versöhnungstheater" und unterhält sich anschließend gern mit euch darüber! Noch mehr Infos? Haben wir hier für euch! 20.00 Uhr Flänzburch Grillmaster Flash gibt sich die Ehre! Nicht zum ersten Mal, aber trotzdem (oder gerade deswegen?) wird die Bude rappelvoll, das Konzert ist leider schon ausverkauft. Schade, eine Möglichkeit weniger an diesem ganz normalen Donnerstag im April. Aber vielleicht ist das auch gut so: Weniger Wahlqual. 20.00 Uhr Wilhelm13 Es war noch nicht das Passende dabei? Ihr habt irgendwie mehr Lust auf Jazz? Dann seit ihr in der Leo-Trepp-Straße richtig, denn dort wird heute wieder gejammt. Fun Fact: Erst gestern hab ich gelesen das Dave Grohl (Nirvana, Foo Fighters) in einem ähnlichen Rahmen seinen ersten Live-Auftritt hatte. Vielleicht entdeckt ihr den nächsten Rock- (oder Jazz-) Superstar im Wilhelm13? Und das ist längst noch nicht alles. Es gibt ja noch laufende Ausstellungen wie zum Beispiel Bernhard Fuchs' "Ahorn" im Oldenburger Kunstverein (zu der ihr hier mehr erfahrt) oder "Wundern und Staunen" zum 100-jährigen Jubiläum des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte. Aber wir wollen auch nicht noch mehr heraus- oder sogar überfordern. Schließlich verpasst man (zwangsläufig) schon genug. Wie wissen nicht, wie ihr das seht, aber unsere Interpretation des Veranstaltungskalenders ist eindeutig; Mehr geht nicht! Die Menge und Vielfalt der Veranstaltungen hätte in Bremen oder Hannover auch ganz ordentlich ausgesehen. Für eine Stadt der Größe Oldenburgs ist sie geradezu sensationell. Und doch ist dieser Tag letztlich nur: ein Donnerstag im April.

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