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  • DIGITALOG LIVE: GAMIFICATION

    Wir alle lieben Spiele, oder? Deshalb ist auch das Phänomen der "Gamification" allgegenwärtig. Bonuskarten in unserem Portemonnaie oder Apps, die uns mit Prämien dazu motivieren wollen weiterzumachen. Doch was geschieht eigentlich mit uns als Menschheit, wenn alles zu einem Spiel wird und wo liegen die Schattenseiten dieser gesellschaftlichen Entwicklung? Darum geht es in dieser neuen Folge vom Digitalog, aufgezeichnet am 07. März im Oldenburger Computer-Museum. Es ist unbestreitbar, dass Spiele sowie die damit verbundene Herausforderung und Versprechung für meine Leistungen belohnt zu werden, starke Motivationsquellen sein können, die sich vor allem in der Welt des Marketings größter Beliebtheit erfreuen. Von Fitness-Apps, die uns dazu bringen, uns mehr zu bewegen, bis hin zu Bildungsplattformen, die Lernen zu einem Spiel machen, hat Gamification das Potenzial, positive Verhaltensänderungen zu fördern. Doch diese scheinbar harmlosen Spielmechaniken können schneller unliebsame Wendungen nehmen, als es uns recht ist. Was ist, wenn man plötzlich seine Krankenversicherung verliert, weil man nicht genügend Punkte gesammelt und Sport betrieben hat? Was, wenn die kontinuierliche Überbetonung von Belohnung und Bestrafung in gamifizierten Systemen dazu führt, dass unsere eigene, intrinsische Motivation und unser Streben nach persönlichem Wachstum völlig vernachlässigt werden? Menschen könnten anfangen, nur noch für die Belohnung zu handeln, anstatt aus echtem Interesse oder Überzeugung. Auch bei einem Blick auf das chinesische Social Credit System (deutsch: Sozialkredit-System) wird klar, wie schnell dystopische Kontrollmechanismen blanke Realität werden können. DIGITALOG LIVE DAS TALKFORMAT IM OLDENBURGER COMPUTER-MUSEUM Ihr interessiert euch für Digitalität, habt Lust Näheres über unterschiedliche Aspekte der Thematik in entspanntem Wohnzimmer Ambiente zu erfahren und im Anschluss sogar noch eine Runde an Computern, Telespielen sowie Arcade-Automaten der 1970er, 80er und 90er zu zocken? Dann schaut gerne bei unseren nächsten Live-Terminen vorbei: 06. Juni '24 - 19 Uhr 05. September '24 - 19 Uhr 05. Dezember '24 - 19 Uhr - Eintritt frei! - Gemeinsam mit Prof. Dr. Martin Butler, Professor für „Amerikanistik: Literatur und Kultur“ und Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums „Genealogie der Gegenwart“ an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg besprechen wir zu jedem Termin ein neues, spannendes Thema - lasst euch überraschen! Butler forscht und publiziert insbesondere zu populären Kulturen im nord- und interamerikanischen Kontext. Dabei gelingt es ihm, seine Erkenntnisse anhand plastischer, alltagsnaher Beispiele gut verständlich zu vermitteln. Deshalb wollten wir mehr zu diesem Thema und all seinen Facetten erfahren und haben uns nicht nur wie in den bisherigen Folgen mit Prof. Dr. Martin Butler, sondern darüber hinaus auch mit Carolin Becklas von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg getroffen. Sie ist Doktorandin und Mitbegründerin von "oldengame", einem Forschungskollektiv für den Bereich der Game Studies. Gemeinsam sprechen wir jedoch nicht nur über Gamification im Allgemeinen, sondern werfen ebenso einen Blick auf Carolins konkrete Forschung, die sich damit auseinandersetzt inwiefern Spiele im Zusammenhang mit dem Klimawandel genutzt werden und welche Wirkung sie erzielen. Können neue, technologische Entwicklungen, dazu beitragen, dass wir endlich schneller und effizienter in diesem Bereich handeln? Hört am besten in die Folge und findet es heraus. Viel Spaß! Falls ihr die bisherigen Folgen des Podcasts verpasst haben solltet und wissen möchtet, was bisher geschah, dann findet ihr hier auch eine Playlist, die alle Folgen für euch bereit hält:

  • PODCAST: FOLGE 29

    Der Oldenburger Kunstverein setzt sich bereits seit - haltet euch fest - 1843 für die Kunst ein, also seit fast 200 Jahren. Das ist mal eine richtige Ansage! Wie ihm das bis heute gelingt, das hat uns Inge von Danckelman, Vorständin für Vermittlung und Öffentlichkeitsarbeit des Vereins in dieser neuen Episode vom Kulturschnack Podcast verraten! Wir vom Kulturschnack, wir lieben Kunst und Kultur, das versteht sich ja von selbst - darum gibt es uns als Magazin schließlich. Doch da sind wir selbstverständlich nicht die einzigen und mit wirklich ausdrücklich sehr weitem Abstand nicht die ersten. Denn bereits vor fast 200 Jahren gründeten Bürgerinnen und Bürger der Stadt Oldenburg einen Verein, der sich die „Belehrung über Kunstgegenstände und Förderung des Kunstsinns“ zur Aufgabe machte und somit einer der ältesten Kunstvereine überhaupt in Deutschland ist. Über all' diese Zeit existierte der Verein, entwickelte sich fortwährend und ist trotzdem auch heute noch das, wofür er auch damals ursprünglich gegründet wurde: ein Verein für zeitgenössische Kunst, der immer wieder Künstlerinnen und Künstlern eine Fläche zur Präsentation ihres Schaffens bot und allen Interessierten einen Zugang zu eben dieser ermöglichen wollte. Eine Vielzahl derer, die über die Jahre hinweg im Oldenburger Kunstverein zum Teil ihre ersten Ausstellungen überhaupt umsetzen konnten, entwickelten sich im späteren Verlauf zu echten Koryphäen des Kunstbetriebes. Deshalb wurde es aller höchste Zeit, dass wir etwas mehr über die Arbeit des Vereins erfahren. Mit Inge von Danckelman sprechen wir, unter anderem, über die damalige Gründung, die zahlreichen Ausstellungen sowie vor allem über die unterschiedlichen Vermittlungsangebote. Denn wer bisher damit haderte, beispielsweise an einem der Gratis-Samstage , die der Verein an jedem 4. Samstag im Monat anbietet, einfach mal im Ausstellungshaus vorbeizuschauen, aus Angst "etwas falsch zu machen" oder die gezeigte Kunst "nicht zu verstehen", dem können wir definitiv versprechen: Nach dem Hören dieser Folge werden euch diese Sorgen genommen sein und ihr könnt euch auf beeindruckende Werke und ein schönes Erlebnis freuen! Wir wünschen euch wie immer viel Spaß beim Hören der Folge. Weitere Informationen rund um den Oldenburger Kunstverein findet ihr unter folgendem Link: https://www.oldenburger-kunstverein.de/

  • DRESS:CODE

    Hast du dich eigentlich schon mal gefragt, warum du ausgerechnet deine Kleidung trägst und magst? Nein? Dann schau doch an diesem Wochenende in der Alten Maschinenhalle am Pferdemarkt vorbei. Denn dort erwartet euch eine ganz besondere, künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema, inklusive Runway Show. Sich mal so richtig in ein bestimmtes Thema reinstürzen und es von unterschiedlichsten Seiten beleuchten und künstlerisch in Szene setzen. Da gerät man schnell vom einen interessanten, zum nächsten spannenden Aspekt und dann wieder zum nächsten und wieder zum nächsten ... ihr versteht worauf wir hinaus wollen. Man taucht ein und sinkt immer tiefer ins sogenannte "Rabbit Hole". Da könnte es wirklich nicht passender sein, dass es seit Mitte letzten Jahres einen neuen Verein gibt hier in der Stadt, der dieses Hinabsteigen ins "Rabbit Hole" - so könnte man zumindest meinen - wirklich sehr wörtlich genommen hat: The White Rabbit Oldenburg Nun steigen die weißen Hasen an diesem bevorstehenden Wochenende zum ersten Mal hinauf an die Oberfläche und präsentieren in der Alten Maschinenhalle am Pferdemarkt die Ergebnisse rund um das Thema, das sie für sich auserkoren haben: Kleidung. Wir vom Kulturschnack konnten uns vorab mit den Mitgliedern Stephanie Ritterhoff sowie Leon Wempe unterhalten und haben mehr über die Gruppe selbst, als auch die Veranstaltung erfahren. »Wir sind eine Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern sowie Leuten aus dem kunstvermittelnden Bereich. Wir haben uns zusammengetan, um Projekte zu erarbeiten, die in der Stadt Oldenburg abseits von institutionalisierter Kunst gesellschaftsrelevante Themen aufgreifen und mal aus der freien künstlerischen Sicht bespielen.« - Stephanie Ritterhoff, The White Rabbit Oldenburg Kunst ist für uns Alle da! Besonderen Wert legen Sie darauf, dass wirklich jeder der möchte, Teil dieses Vereins für die Kunst werden kann, auch wenn die Person beispielsweise selbst gar nicht künstlerisch aktiv ist, sondern sich nur für Kunst oder das Projekt interessiert. Deshalb sieht man auch auf den öffentlichen Profilen des Vereins, wie beispielsweise auf Instagram keine Bilder der einzelnen Personen. Dort tragen sie alle kunstvoll gestaltete Hasenmasken, die sinnbildlich für ihre Gruppe stehen. Der Verein definiere sich ganz klar rund um seine Idee, nicht um Einzelpersönlichkeiten, erzählen uns die beiden. Es gilt das Motto: Möglichst keine Schwellen, keine Hürden. Der Verein möchte Möglichkeiten schaffen, in denen sich Kunstschaffende wirklich frei entfalten können und ihre Werke einer Öffentlichkeit präsentieren dürfen, ohne im Vorfeld zahlreichen Gatekeepern gefallen zu müssen, die im regulären Kunstbetrieb oftmals erst eine Ausstellung überhaupt ermöglichen können. »Der Ansatz ist eher von unten nach oben. Dass man sich zusammentut, wir organisieren die Veranstaltung und dann haben alle den Freiraum, gleichberechtigt da eben die eigene Kunst zu präsentieren.« - Leon Wempe, The White Rabbit Oldenburg Ein Thema, das uns alle betrifft Als die Gruppe dann gemeinsam beim gemütlichen Brainstorming beieinander saß und überlegte, welches Thema man für ein erstes großes, gemeinsames Projekt wählen könnte, viel irgendwann das Thema der eigenen Bekleidung. Der Beschluss war schnell gefasst und dank einer Förderung durch den Mach|Werk Fonds für innovative Kulturprojekte konnte dann vollends in die Umsetzung gestartet werden. Entstanden ist dabei die Veranstaltung "DRESS:CODE", die sich mit Kleidung, Mode aber auch Geschlecht und Identität auseinandersetzt. Als passende Location konnte dann die Alte Maschinenhalle am Pferdemarkt ergattert werden. Neben einer Kunstausstellung, in der sich Künstlerinnen und Künstler in verschiedenen Medien mit der Historie, Materialität und den sozialen Dimensionen von Kleidung auseinandergesetzt haben, gibt es ein Rahmenprogramm mit Vorträgen, Livepainting und Musik. Eine Atmosphäre der Offenheit Höhepunkt der Veranstaltung ist eine Runwayshow, die diesen Samstag stattfinden wird. "Das war total schnell klar, dass wir dann natürlich auch gerne einen Laufsteg hätten", schmunzelt Ritterhoff. Gezeigt werden Kollektionen regionaler Künstler:innen und Designer:innen. Gespickt mit Tanz- und Performanceelementen soll die Show die Grenzen geschlechtsspezifischer Kleidung und einen offeneren Umgang mit Identitäten erwirken. Secondhandmode und Outfits aus Recyclingmaterialien werden darüber hinaus die Problematiken der sogenannten "Fast Fashion" aufzeigen. Ein Großteil der Beteiligten wird auch vor Ort sein und steht sehr gerne für Rückfragen zu den Werken bereit. Auch das liege ihnen wirklich am Herzen: nicht nur sollen sich alle Ausstellenden komplett sicher fühlen und einen Raum geboten bekommen, der ihnen vielleicht sonst so - gerade auch in gesellschaftlicher Hinsicht - nicht zur Verfügung steht, doch darüber hinaus soll auch das Publikum merken, dass hier keine Barrieren herrschen und eine positive Atmosphäre der Offenheit gelebt wird. Wer diese selbst für sich erfahren möchte oder auch Interesse daran hat Teil der Gruppe zu werden, sollte unbedingt dieses Wochenende in der Alten Maschinenhalle vorbeischauen. Denn: wer weiß, wohin das nächste "Rabbit Hole" die Gruppe auf ihrem Weg führen wird!

  • VIERZIG JAHRE UNTERGRUND

    Ein Club in Oldenburg macht seinem Namen alle Ehre: Nicht nur befindet sich die Metro größtenteils unter der Erdoberfläche - seit der Gründung im Dezember 1983 ist sie zudem ein Ort, an dem Subkultur sich entfalten kann. Warum? Weil von Anfang an über den Rand des Plattentellers hinausgedacht wurde. Zu spüren ist das nun vielleicht stärker als jemals zuvor - in der Jubiläumswoche zum 40-jährigen Bestehen vom 27. November bis 3. Dezember. Auf eine gewisse Art muss man Wikipedia einfach mögen. In etwa so, wie man humorlose Menschen mag, deren staubtrockene Kommentare gerade wegen ihrer absoluten Sachlichkeit immer wieder besonders lustig sind. „Discotheken“, so lehrt uns die freie Enzyklopädie, „sind Gastronomiebetriebe, in denen regelmäßig Tanzveranstaltungen stattfinden. Die Tanzmusik wird in der Regel nicht von Bands aufgeführt, sondern durch DJs von Tonträgern eingespielt. In Discos treffen sich vor allem junge Leute zum Tanzen, aber auch zur Anbahnung und Pflege sozialer Kontakte.“ Was Wikipedia vollkommen emotionslos beschreibt, ist zwar inhaltlich korrekt, aber bestenfalls ein Anfang. Tatsächlich ist eine Diskothek noch mehr: Nämlich ein Ort, an dem sich unser Leben in Momenten und Gefühlen initialisiert und manifestiert. Wer man ist und was man wird - das entscheidet sich anhand vieler Faktoren, das beantwortet sich aber auch bei Nächten im Club. Warum? Weil man nirgendwo intensiver in Musik abtaucht - und mir ihr in ein Lebensgefühl der Freiheit. Grund genug, einen Club zu feiern, der seinen Gästen diese Erfahrungen seit vierzig Jahren ermöglicht. 40 JAHRE METRO CLUBKULTUR, PARTY, WORKSHOPS, THEATER, KONZERTE, DISKUSSION METRO GESCHICHTE, DJ SETS MONTAG, 27. NOVEMBER, BIS SONNTAG, 2. DEZEMBER METRO CLUB ACHTERNSTRAßE 26122 OLDENBURG PROGRAMM Gekommen, um zu bleiben Vierzig Jahre: Das ist für einen Menschen eine sehr lange Zeit, für einen Club ist es eine Ewigkeit. Über welche Zeitspanne wir reden, zeigt eine kurze musikhistorische Einordnung: Als die Metro im Dezember 1983 seine Türen öffnete, dominierte ein gewisser Paul Young mit „Come back and stay“ die deutschen Charts, um bald darauf von einem Song abgelöst zu werden, der - von verschiedenen Interpreten gesungen - gleichzeitig Platz 1 und Platz 2 belegen sollte, während die legendären Trio mit „Turaluralu, ich mach Bubu, was machst du?“ (sic!) unaufhaltsam Richtung Spitze kletterten. Wer jetzt auf alle Links geklickt hat, weiß was wir meinen: eben eine Ewigkeit. Das Timing für den runden Geburtstag könnte indes besser sein. Glaubt man den Daten der Kolleg:innen von Statista, sind Diskotheken nämlich ein Modell von gestern. Deren Zahl sank in Deutschland zwischen 2011 und 2021 nämlich von 1.835 auf 864 ein Minus von 53 Prozent. Dieser dramatische Rückgang wurde natürlich durch Corona verstärkt, der grundsätzliche Trend ist aber schon länger intakt. Zu tun hat er nicht zuletzt mit der Demographie: Es gibt schlicht weniger Zwanzigjährige als früher - und damit weniger Kundschaft für die Clubs. Kein Bett aus Rosen Auch um Oldenburg machte die Entwicklung keinen Bogen, viele zeitweise angesagte Clubs sind längst Geschichte - und im Sommer 2023 geriet auch die Metro unter Druck. Wie die drohende Zahlungsunfähigkeit letztlich abgewehrt werden konnte, erzählt aber schon viel über die Besonderheiten dieses Urgesteins des Oldenburger Nachtlebens. Nicht etwa sprang eine großer Brauerei ein und verband die Unterstützung mit langfristigen Konzessionsverträgen - ein Modell, das in der Vergangenheit durchaus üblich war. Nein, das Metro richtete sein Hilfegesuch an sein Publikum - und das Publikum half. Schon nach kurzer Zeit war ein fünfstelliger Betrag zustande gekommen. Auf Rosen gebettet ist die Metro deswegen noch lange nicht, aber das akut drohende Aus erstmal abgewendet. Diese positive Entwicklung hat viel damit zu tun, dass sich die Metro niemals als irgendeine weitere Diskothek verstand, in der einfach nur gespielt wurde, was überall lief - und genauso wenig zählte sich das Publikum zu denen, die einfach nur hören, was gerade in den Charts war. Das Selbstverständnis war immer jenes einer Kulturstätte - in der man zwar heftigst abfeiern konnte, in der es aber immer auch um mehr ging als das, nicht zuletzt um Werte und Haltung. Das spiegelt sich auch in der Gegenwart wider. In der Metro finden nicht nur Partynächte statt, sondern auch Kunstausstellungen, Bandproben, Konzerte, Workshops und Vorträge zur Auseinandersetzung mit Gleichstellungsthemen. Das war bereits beim „Metropoly“-Festival so, aber auch bei der „Club-Simulation 2“ mit dem Exitocin Kollektiv. Und das wird auch in dieser Jubiläumswoche so sein, wie uns Stephan Lantow vom Metro Team erzählt hat. Support you local Club Wie gesagt: Der Metro-Club macht seinem Namen alle Ehre. Dass man zunächst eine enge Treppe runtermuss, ist eigentlich nur eine strukturelle Notwendigkeit. Doch die Stufen sind mehr als nur die Überwindung eines Höhenunterschieds, sie bilden eine Art Schleuse - zwischen dem profanen Alltag und einer anderen Welt. Das klingt pathetisch? Stimmt! Aber ist es nicht genau so? Was in Clubs wie der Metro passiert - die einen ganz eigenen Charakter besitzen und die mit Herzblut betrieben werden - hat absolut nichts mit dem zu tun, was wir den Rest des Tages erleben. Und das ist gut so, denn das erlaubt einen ganz anderen Blick auf sich und die Welt um uns herum - mit all den positiven Effekten, die oben bereits genannt wurden. Deshalb: Supportet die lokalen Clubs, erst Recht wenn sie Haltung und Werte zeigen und vor allem, wenn sie vierzig Jahre alt werden. Und in diesem Fall heißt das: Nutzt das starke Programm in dieser Woche, das lohnt sich sehr! Haltung zeigen: Das ist ein Anliegen der Metro - und funktioniert auch beim Kickern. (Bild: eskapist_photo) Ob das Kultur ist oder nicht, hängt gar nicht unbedingt an der Frage, ob auch Ausstellungen oder Konzerte stattfinden; sie machen die Einordnung nur noch leichter. Aber im Grunde reicht auch das grundlegende Setup für diese Klassifizierung aus. Was DJs mit ihren Sounds kreieren und wie die Tanzenden darauf reagieren, was man dabei denkt und fühlt - das ist nicht weniger als beim Betrachten einer gelungenen Druckgrafik im einschlägigen Kunstmuseum. Warum also Unterschiede machen? Nach vierzig Jahren Untergrund ist die Metro auf jeden Fall elementarer, essentieller Bestandteil der Oldenburger Clubszene - und trägt dazu bei, selbige auch im allgemeinen Bewusstsein als Bestandteil der Kulturlandschaft zu verankern. Und eines Tages steht sicher auch das bei Wikipedia.

  • NEUES LEBEN FÜR DIE CITY

    Viel ist derzeit die Rede von der Zukunft der Innenstädte. Man spricht über Umwälzungen und Transformationen, von Herausforderungen und Chancen. Fakt ist, dass sich einiges ändern wird. Wir haben uns gefragt: Welche Rolle spielt dabei die Kultur? Darüber haben wir mit Alexis Angelis gesprochen. Der renommierte Architekt ist mit dem „Core“ und dem „Forum Zukunft Stadt“ zu einem Taktgeber der Debatte geworden. Über Jahrzehnte war es eine unumstößliche Gewissheit: Die deutschen Innenstädte waren zum Einkaufen da! Zunächst noch mit Autoverkehr vor der Haustür der kleinen Läden, später als Fußgängerzone mit großflächigen Konsumtempeln, die den „Einkaufsbummel“ zum Ritual erhoben. Der Fokus lag dabei nicht auf der Aufenthalts-, sondern auf der Einkaufsqualität. Dieses Naturgesetz scheint nun - nach gerade einmal sechzig Jahren - langsam an sein Ende zu kommen. Das Internet hat sich als praktischere und günstigere Alternative zu vielen Angeboten erwiesen, einstige Platzhirsche wie Galeria oder C&A geraten in Schieflagen oder Insolvenzen. Beide haben ihre großen Filialen in Oldenburg bereits geschlossen oder beabsichtigen, dies zu tun. Die Innenstadt würde insbesondere mit Galeria einen bisher als unumstößlich und unvergänglich wahrgenommenen Faktor verlieren, der eine weitere klaffende Lücke hinterließe. Die Frage ist nun: Wenn das Kaufhaus nicht mehr funktioniert - was wird dann aus den Innenstädten? Die neue Stadtkultur Genau das haben wir Alexis Angelis gefragt. Der 52-jährige Architekt ist in den letzten Jahren zu einem überregional gefragten Gesprächspartner geworden, wenn es um den Wandel in den deutschen Fußgängerzonen geht. Das hat zum einen mit seinem Vorzeigeprojekt „Core“ zu tun, das er in der Oldenburger Heiligengeiststraße realisiert hat. Dabei hat er einen traditionellen Handelsstandort - ursprünglich für Hertie, zuletzt für Spiele-Max - in eine neue, zeitgemäße Nutzung überführt. Dafür hat er das Bestandsgebäude nicht etwa abgerissen, sondern umgebaut - und dabei gezeigt, welches Potenzial die offene Architektur der ehemaligen Kaufhäuser haben kann. Zum anderen hat Alexis mit dem „Forum Zukunft Stadt“ ein erfolgreiches Vortrags- und Talk-Format mit Expert:innen aus Städten wie Wien oder Utrecht eingeführt. Hier sollen Wege aufgezeigt werden, wie man dem Wandel begegnen und lebenswerte Städte gestalten kann. Alles easy also? Nicht ganz, wie sich in unserem Gespräch zeigen sollte. Alexis, werfen wir mal einen Blick auf die Innenstadt. Wer da in den letzten Wochen oder Monaten durchgelaufen ist, spürt sofort, dass etwas passiert. Was genau das ist, könnten vermutlich nur die Wenigsten in Worte fassen. Wie fällt dein fachlicher Blick auf die City aus? Was sind ihre Herausforderungen? Das ist tatsächlich ein Thema, das uns sehr beschäftigt. Der Wandel ist quasi systemisch, er ist auch disruptiv, wie man so schön sagt. Wir beobachten derzeit dass ein Weg, wie wir ihn jahrzehntelang kannten, offensichtlich an sein Ende kommt. Und deshalb glaube ich, dass es nicht damit getan ist, viel Geld in bestimmte Dinge zu stecken, um sie am Leben zu halten - wie zum Beispiel Galeria. Wir müssen erkennen, dass sich strukturell etwas verändert und dass es neue Lösungen braucht. Das betrifft ganz verschiedene Aspekte, die eine Stadt ausmachen: Das ist Kultur, das sind Gebäude, das sind Menschen, das ist Handel. Die ganzen Faktoren zusammen müssen sich neu sortieren und in eine neue Hierarchie begeben. Das hieße also, der Handel ist nicht mehr automatisch der Platzhirsch der Fußgängerzone. Wie konnte es dazu kommen? In den letzten Jahrzehnten wurde alles dem Handel untergeordnet - und zwar in einer Form, die ab den 1960er Jahren mit der Entwicklung des Kaufhauses immer großteiliger wurde. Damit wurde die traditionelle lebendige Kleinteiligkeit der Innenstadt in die Hülle eines „synthetischen Ganzen“ übertragen. Bis zu einem gewissen Grad hat das lange funktioniert, auch weil es keine Alternativen gab. Die gibt es heute aber. Das ist ein ganz tiefgreifender struktureller Wandel. Der ist natürlich getrieben von der Digitalisierung, die immer stärkere Auswirkungen auf den klassischen stationären Handel hat. Die Pandemie hat den Prozess dann nochmal beschleunigt und verstärkt. Der Trend ist aber nicht dadurch entstanden und auch nicht neu. Unter welchen Schwerpunkten betrachtet man die Innenstadt denn jetzt? Muss sie baulich verändert werden? Oder geht es eher um eine andere Nutzung? Ich benutze gerne das Bild der Programmierung: Die Orte und die Stadt müssen neu programmiert werden. Wie ein Computer, bei dem das Betriebssystem nicht mehr gut läuft: Das muss runter und es muss was Neues aufgespielt werden. Ich betrachte das tatsächlich auch als stadtkulturelles Phänomen und ich glaube, dass es durchaus schon Ahnungen gibt, wohin die Reise geht. Die Innenstadt muss ein Lebensort sein, ganz bunt durchmischt - und dafür müsste eigentlich vieles von dem wiederkommen, was es schon mal gab. Was macht denn die kleine italienische Stadt so schön? Da leben Menschen. Dann ist jemand auf dem Balkon und hängt die Wäsche raus. Unten ist eine kleine Bar, daneben ist ein kleiner Laden und alle unterhalten sich auf der Straße. Wir fühlen uns da wohl. Unsere deutsche Realität sah aber anders aus, hier ging es nur um Verkaufen. Weil die Ketten das günstiger umsetzen konnten, haben sie sich im Verdrängungswettbewerb durchgesetzt und sind dabei größer und größer geworden. Jetzt ist diese Entwicklung plötzlich gebremst, weil man Dinge, die weitgehend austauschbar sind, einfach online bestellen kann - von noch größeren, noch günstigeren, noch schnelleren Anbietern. Aber: Dadurch entstehen wieder Freiräume, weil Kaufhäuser wie C&A und womöglich auch Galeria leer stehen. Man kann sich natürlich wünschen, dass jemand kommt und die Gebäude 1:1 weiter nutzt. Aber wenn dieser jemand nicht kommt, muss man Alternativen zulassen. Und plötzlich ist Raum für andere Dinge da, zum Beispiel für Wohnen, für Leben und Arbeiten in anderer Form und - wie wir es im Core gemacht haben - sogar für Räume, die der Gemeinschaft offenstehen. Und die bringen wieder den Faktor Leben rein. Und dieser „Faktor Leben“ ist notwendig für eine funktionierende Innenstadt. Wenn Menschen da sind, will sich auch Gastronomie ansiedeln. Und wenn da viele Menschen sind, dann will sich auch wieder ein kleiner Laden ansiedeln. Insofern erwarte ich, dass sich etwas verändert. Und das Positive ist, dass die Chance da ist, den Menschen ins Zentrum zu rücken und zu fragen: Wie gestalten wir Umfelder lebenswert und attraktiv? Denn heute haben die Menschen und die Kund:innen nun mal die Wahl. Wenn das Einkaufserlebnis im Internet besser ist, dann werden sie das Internet wählen. Die dominante Rolle des Handels verändert sich also, für entstehende Leerstände muss man sich neue Nutzungen und kreative Lösungen überlegen. Muss man also die ganze Stadt neu erfinden? Nein, im Gegenteil. Ich glaube, dass die Innenstädte - in Oldenburg und anderswo - ein großes Potenzial haben, weil sie räumlich gefasst sind. Man hat schöne Strukturen, in denen man sich gut aufhalten kann. Natürlich braucht es bauliche Anpassungen. Zum Beispiel entstehen aus der Fläche eines Kaufhauses mit mehreren tausend Quadratmetern dann kleinere Flächen oder in den jeweiligen Etagen passieren verschiedene Dinge. Das Allerletzte, was wir jetzt tun müssten, wäre eine Aufhebung der Fußgängerzone, weil sie nicht mehr funktioniert und die Rückkehr des Autoverkehrs. Die aktuelle Situation der Innenstädte ist nicht dadurch entstanden, dass sie schlecht erreichbar wären, sondern dadurch, dass die Konzepte nicht mehr tragen und sie eine neue Konkurrenz bekommen haben. Ich glaube, dass die Aufenthaltsqualität der Innenstadt der Schlüssel ist. Es kann sein, dass man der Gemeinschaft dafür mehr zurückgeben muss, also öffentliche Freiflächen. Das kann ein Park sein oder eine nutzbare Spielfläche, die auch für Events geeignet ist. Etwa nach dem Prinzip: tagsüber Sandkasten, abends Beachvolleyball-Platz. Wir müssen Anziehungskraft generieren und dafür müssen wir den Erlebnisort Innenstadt ganzheitlich denken. Also nicht nur baulich, nicht nur handelsmäßig, sondern auch kulturell - zusammen mit einer Kulturetage, mit den Staatstheater, mit der freien Szene. Wenn wir uns vorstellen, wir laufen durch eine Innenstadt, wo jeden Freitagnachmittag z.B. kuratierte Konzerte stattfinden, dann ist das ein Ort, wo die Leute vielleicht auch gezielt herkommen, weil sie wissen: Das hat Aufenthaltsqualität, ich habe Erlebnischarakter und nebenbei kann ich was essen und trinken. Und das macht mir Lust, etwas zu kaufen, das ich beim Flanieren sehe. Das Narrativ verändert sich also. Die Leute kommen nicht mehr in die Stadt, weil sie müssen. Wir müssen dafür sorgen, dass sie kommen wollen. Bei diesen Gedanken spielt der öffentliche Raum eine wichtige Rolle. Dort herrscht häufig ein Konsumzwang, weil die Sitzgelegenheiten von Cafés und Restaurants bereitgestellt werden. Unverbindliche Aufenthaltsorte sind in vielen deutschen Innenstädten Mangelware. Muss man eventuell auch mal ein Gebäude abreißen, um neuen Raum zu schaffen? Der Konsumzwang ist ein interessantes Thema. Das Kaufhaus war eine künstliche Welt, die nur auf Konsum ausgelegt war. Im Grunde sollte man da gar nicht sein, wenn man nicht konsumiert. Das ist ein Modell von gestern. Natürlich spielen wirtschaftliche Aspekte weiterhin eine Rolle, da sollten wir uns nichts vormachen. Wir müssen aber den öffentlichen Raum aufwerten und der Gemeinschaft mehr Raum geben. Das ist ein wenig so wie in einer nachhaltigen Landwirtschaft, wo man ein Feld auch mal ein paar Jahre still legt, weil dann später mal was drauf wächst, was gesund ist und uns gut tut. Das heutige Core war urspürnglich ja auch ein reiner Konsumbereich, wo mit jedem Quadratmeter maximiertes Geld verdient werden sollte. Wir haben das geöffnet und sagen: „Kommt bitte her, haltet euch auf und belebt diesen Ort.“ Aber um auf deine Frage zurückzukommen: Muss man was abreißen? In Oldenburg würde ich sagen: eher nicht. Wir sollten die Ressourcen nutzen, die wir haben. Und als Berlin-Rückkehrer würde ich behaupten, Oldenburg mangelt es nicht an Ruhezonen. Es ist hier nicht so dicht, dass man nicht atmen kann. Wir haben einen riesigen Schlossgarten, wir haben das Eversten Holz. Und ich genieße auch die Räume in der Stadt. Der Herbartgang, der Rathausmarkt - das sind tolle Orte. Die sind ja deshalb schön, weil sie räumlich gefasst sind. Oder der Waffenplatz nach dem Umbau: Man kann darüber diskutieren, ob das jetzt optimal gelöst ist. Aber wenn ich im Sommer rausschaue, dann sehe ich dort Wasserspiele, durch die Kinder flitzen. Ich sehe Leute in den Cafés sitzen oder sie stehen auf dem Platz zusammen und klönen. Insofern glaube ich, wir müssen dafür sorgen, dass wir Inhalte neu programmieren - mit Themen, die Leben erzeugen, die einen Grund dafür geben, da hinzugehen. Es wäre aus meiner Sicht auch die Aufgabe einer Kommune, dafür zu sorgen, dass solche Dinge möglich werden. Was es in Oldenburg relativ wenig gibt, sind kleine Plätze für spontane Nutzungen. In anderen Städten sieht man etwa an Weggabelungen urbane Keimzellen. Da kann man Stühle hinstellen, da kommen Menschen zusammen, da passiert was. Wenn man durch die Innenstadt geht, dann gibt es durchaus Räume, die entsprechendes Potenzial haben, etwa den Herbartgang. Da ist eigentlich ein kleiner Stadtplatz. Wenn da zwei Cafés wären, dann hätten wir da einen der schönsten Räume überhaupt. Dann geht man durch die Burgstraße, die hat sich schön entwickelt. Da war früher gar nichts, heute gibt es dort verschiedene Gastronomie, kleine Läden. Diese Räume sind da, manchmal braucht es nur die Aufwertung einer Straße oder jemand stellt drei Tischchen vor seinen Laden und fertig ist genau der städtische Ort, den wir lieben. Wir müssen also nichts wegreißen, aber wir müssen etwas in die Räume hineindenken. Als Stadt könnte man natürlich gucken, wo es diese kleinen Potenziale gibt und dann überlegen: Wo sind eigentlich positive Kräfte, wie können wir sie unterstützen, wie können wir ihnen noch mehr Kraft geben? Wenn man an die potenziellen Nutzungen denkt, dann ist man schnell bei der Kultur. Aber wenn man jetzt an die Stadt der Zukunft denkt, welchen Platz nimmt sie ein? Braucht die Kultur spezielle Orte? Oder ist sie weiterhin diejenige, die dahin geht, wo gerade was frei ist? Die Kultur hat die Kraft und Kreativität, sich Orte zu „nehmen“. Ich habe lange in Berlin gelebt, da hat mich genau das fasziniert. In den späten Neunziger Jahren und den frühen Zweitausendern gab es noch überall Lücken und Leerräume, die wurden dann gefüllt. Die Kultur ist eben anders als etwas Kommerzielles. Das wird oft mit persönlichem Einsatz gemacht, von Menschen, die das absolut leben. Dadurch entsteht eine unheimliche Kraft. Wenn wir auf Oldenburg schauen, dann ist das Theater Laboratorium ein gutes Beispiel. Mit Pavel ist da jemand gekommen, der mit Liebe seinen Ort entwickelt hat und plötzlich ist da ein Anziehungspunkt in der Stadt, der nicht mehr wegzudenken ist. Oder nehmen wir die Kulturetage vor vierzig Jahren, da haben engagierte Menschen aus dem Nichts einen Kulturort geschaffen. Solche Beispiele zeigen eigentlich, dass die Kultur agil und stark ist und genau dieser Wegfinder, den man braucht. Als Stadt sollte man Ermöglicher sein. Mal geht es um Zwischennutzungen, mal geht es um den öffentlicher Raum, aber immer geht es um eine Offenheit für Leute mit Ideen. Das ist wichtig. Wir haben mit dem Core selber die Erfahrung gemacht. Wir wollten eine Plattform schaffen, wo Menschen hinkommen, wo Kultur hinkommt, wo Innovation hinkommt. Es gibt Leute, die Ideen haben und die nach Möglichkeiten suchen, sie umzusetzen. Denen muss man helfen und die muss man miteinander verknüpfen. Vorher und nachher: Auch das erfolgreiche Core war anfangs nur eine leere Gebäudehülle mit sehr viel Platz, nun ist es ein urbaner Treffpunkt geworden. (Bilder: Sergej Wismann (vorher), Ulf Duda (nachher)) Du deutest es gerade an: Kultur spielt im Core eine wachsende Rolle, da ist inzwischen ein eigener Spielort entstanden. War das von Anfang an mitgedacht oder ist dieser Schwerpunkt erst im laufenden Prozess entstanden? In erster Linie ging es darum, einen Ort der wirtschaftlichen Innovationskultur zu schaffen. Und zwar deshalb, weil wir - als Standort - kreative Unternehmen brauchen, um erfolgreich zu sein. Das war der erste Ausgangspunkt. Und dann haben wir gefragt. Was zieht eigentlich die Menschen an, auch in anderen Städten? Weshalb war ich begeistert von Berlin? Warum geht jemand anderes nach Amsterdam? Ganz einfach: Weil es dort tolle Orte gibt, tolle Räume, tolle Angebote, tolle Kultur, tolle Restaurants. Und wir haben dann ganz bewusst gesagt: Das Erdgeschoss des Core wird ein Ort des Treffens, eben eine Markthalle, wo wo man schwellenlos hinkommen soll - und wo eine Bühne steht, auf der etwas passieren kann. Die Kultur haben wir tatsächlich von Anfang an als Baustein gesehen. Sie zieht die Leute an, erst recht im Zusammenspiel mit einer coolen Location. Genau das wollten wir generieren. Das Core ist deutschlandweit zu einem Vorzeigemodell für die Nachnutzung eines Kaufhauses geworden. Wie würdest du reagieren, wenn hier in Oldenburg jemand sagt: Wir wollen auch noch einen Akzent in die Richtung setzen und kopieren einfach das Prinzip? Das Core ist keine Schablone, die auf jedes leerstehende Gebäude passt. Ich denke, da müsste man schon anders denken. Wenn jetzt Galeria schließen sollte, müsste man schon neue Ideen haben. Ich glaube aber, dass man bestimmte Mechanismen oder Systematiken, die wir als Entwickler reingesetzt haben, übertragen kann. Nämlich: die Orte erst mal zu beleben, bevor ich von ihnen leben kann. Genau das passiert ja gerade in ganz Deutschland. Wir sehen, dass alle Städte das gleiche Problem haben und man muss für jeden Fall das richtige Rezept finden. Und meist ist es eine gute Idee, diejenigen Dinge aufzugreifen, die bereits da sind. Welche könnten das zum Beispiel sein? Hier in Oldenburg drängt sich zum Beispiel das Staatstheater auf, etwa für Proben oder Experimente, aber warum nicht auch für Auftritte? Oder die Universität mit der European Medical School und mit OFFIS. Auf der Freifläche des ehemaligen Finanzamts könnte man sich neue Hörsäle vorstellen, die abends für die Erwachsenenbildung genutzt werden können. Dadurch würde enorme Bewegung entstehen, viele Leute würden zusammenkommen, es wären einfach Menschen da. Dann entstehen vielleicht kleine Shops drumherum, mit dem Pferdemarkt könnte es einen regen Austausch geben, alles kriegt eine neue Kraft. Mit der Musikschule hat die Stadt ja einen guten Schritt gemacht und in die Richtung könnte man weiterplanen. Wenn ich etwa an Galeria denke: Warum können Teile davon nicht eine Optionsplattform für die Innenstadtgymnasien sein? Dann müsste sich nicht jede Schule auf dem eigenen Gelände erweitern und auch den letzten Quadratmeter ihres Schulhofs ausnutzen. Für die City kann ja nichts Besseres passieren, als wenn hunderte Schüler:innen jeden Morgen an so einen Ort strömen und nachmittags wieder raus. Da freuen sich die Bäcker drumherum und und die Cafes wahrscheinlich auch. Es ist so viel möglich, wenn wir die Ressourcen klug nutzen und gut managen. Überall gibt es Bedarfe. Du sagst es: Die Musikschule hat gezeigt, dass so eine Nutzung für Belebung sorgt. Die Baumgartenstraße war nie besonders begehrt, durch die Veränderungen wude sie sehr aufgewertet. Es ist einer dieser kleinen Stadtplätze entstanden... Da sind wir wieder beim Stichwort Programmierung. Sie beantwortet die Frage, warum jemand dorthin gehen und auch bleiben sollte. Erst wenn Menschen da sind, lohnt es sich auch wirtschaftlich wieder. Heute muss niemand mehr irgendwo hinfahren, um Schuhe zu kaufen. Heute sagt man: Ich möchte gerne einen Kaffee trinken oder ein Eis essen und dann kann ich nebenbei Schuhe kaufen. Ich möchte eigentlich eine schöne Zeit verbringen und das ist der Grund, warum ich in die Stadt gehe. Die Baumgartenstraße ist tatsächlich ein schönes Beispiel, wie plötzlich Leben an einen Ort gekommen ist. Viele Kulturschaffende sehnen sich nach besonderen Orten. Um sowas nutzen zu können, braucht man aber Offenheit gegenüber Ideen. Glaubst du, wir brauchen mehr davon? Sollten wir öfter mal den sprichwörtlichen Ballon steigen lassen, um zu sehen, ob er fliegt? Auf jeden Fall. Wir haben in den letzten Jahren gesehen, dass aus der Szene heraus großartige Dinge entstanden sind. Zum Beispiel Ein außergewöhnliches Ereignis auf dem Gelände des Alten Klärwerks. Oder Einfach Kultur, erst in der Bahnhofstraße, jetzt im GleisPark. Man sieht daran, dass es eine Szene gibt, die Kraft, Potential und Lust hat, die sich auch immer irgendeine Nische sucht. Für Einfach Kultur haben sie aus der Not heraus erstmal einen Hinterhof genommen. Und warum nicht? Für den GleisPark wurde dann später ein ungenutztes Grundstück zwischen den Gleisen beim Hauptbahnhof gefunden. Das sind ja im Grunde diese Testballons - und sie fliegen. Großes Potenzial: Kulturveranstaltungen wie Einfach Kultur, Ein außergewöhnliches Ereignis und der Theaterhafen funktionieren auch - oder gerade - an ungewöhnlichen Orten. (Bilder: Kolja Zinngrebe, Ulf Duda, Stephan Walzl) Ein anderer Fall ist der Theaterhafen. Der war ein super Beispiel dafür, wie man einen Ort durch temporäre Aktionen testen und beleben kann. Wir hatten so etwas vor vielen Jahren auch für das Bahnhofsviertel vorgeschlagen, als Antwort auf die Frage: Wie kann man das beleben? Und wir haben gesagt: Lass uns ein Festival machen, das zwei Wochen lang diesen Ort erlebbar macht. Genau das ist mit dem Theaterhafen gelungen - weil aus der Not heraus eine kreative Lösung gefunden wurde. Das musste die Stadtplanung nicht entwickeln, sondern die Kreativen haben diese Lösungen gefunden. Als Kommune muss man verstehen, dass damit Werte geschaffen werden. Das Staatstheater hat den Ort wertvoll gemacht und hat Leuten den Kopf geöffnet. Viele haben dann gesagt: „So habe ich den Ort noch nie gesehen. Da würde ich auch wohnen oder ein Café aufmachen wollen.“ Das habe ich immer wieder erlebt, auch in Berlin, dass irgendwelche jungen Arbeitslosen, Architekten:innen oder Künstler:innen ein Cafe aufgemacht und daneben eine Brachfläche genutzt haben. Und dann wurde das erst zum Ort. Eine Kommune muss also nicht alle Dinge selber erfinden oder vorgeben, sie muss oft nur ein schneller Ermöglicher sein. Die Ideen sind ja da. Sie kann dann fragen: Was kann ich jetzt tun, um die Fäden zusammenzuführen und der Initiative Kraft zu geben? Am Ende ist das eine ideale Sache für die Stadt, weil sie ja nur ein Drittel der Arbeit machen muss. Sie muss nur helfen, dass die anderen freiwillig arbeiten. Es ist häufig also auch eine Frage des Mindsets. Gibt es etwas, von dem du sagst: Das würde uns noch fehlen, damit wir hier so richtig Bewegung in diesen Prozess kriegen? Ja, klar. Deshalb habe ich ja das Forum Zukunft Stadt initiiert. Ich wollte auch Impulse von außen hier reintragen und herausfinden, wo wir noch lernen können. Ich lebe sehr gerne hier in Oldenburg und finde, wir haben eine sehr schöne Stadt. Das heißt aber ja nicht, dass ich die Augen verschließe und niemals sage: Mensch, da haben andere etwas Tolles gemacht. Wir wollen unsere Stadt ja noch besser machen, weil sie das Potenzial dafür hat. Ich finde zum Beispiel, wir können in Oldenburg noch etwas mutiger und experimentierfreudiger sein. Deutschland ist eben ein Land der Normen und der Regularien. Wir wollen nichts falsch machen, wir wollen die richtigen Wege gehen. Aber manchmal muss man auch mutig sein und sagen: Lass uns doch mal sehen, ob wir das hinkriegen. Dazu gehört vielleicht auch die Frage, wie man ein maximales Ergebnis erzielen kann. Manchmal ist es klug, nicht zu sparen, sondern ein bisschen Geld zu investieren. Nehmen wir den Kultursommer: Der ist prima, wir sind froh, dass wir ihn haben. Aber könnte man nicht auch einen ganzen Monat Kultur in der Innenstadt feiern? In so eine Richtung zu denken, das ist meine Vision. Denn das ist nicht nur ein Kostenfaktor, das ist eine Riesen-Marketingmaschine und die setzt weitere Prozesse in Gang. Zum Beispiel kommen Studierende in die Stadt, sie bleiben und gründen eine Firma. Das ist die Zukunft. Der ängstliche Blick aufs Budget ist nicht die richtige Denkart. Man sollte sich auch mal fragen: Was kann ich ermöglichen? Wo möchte ich, dass ein Feuerwerk entsteht? Wenn du dir diesen Prozess anguckst, den die Innenstädte gerade durchläufen: Wo stehen wir momentan in Oldenburg? Und wie stehen die Chancen, dass der Wandel gelingt? Derzeit sieht man überall ein großes Suchen. Alle wachen jetzt auf und sehen: Da muss etwas anderes passieren. Wir Fachleute denken manchmal: Endlich hört mal jemand zu! Dadurch öffnen sich gerade Türen und man muss darauf achten, dass es vernünftig gemacht wird. Es bleibt dabei: Als Kommune muss man nicht jede Initiative selber starten. Stattdessen sollte man verknüpfen und verstärken, indem man sagt: „Ihr seid die Kultur, aber wir kennen ein paar Leute aus der Wirtschaft. Wir können euch zusammenbringen und kreieren daraus neue Chancen.“ Dafür werden wir ein gutes Stadtmanagement brauchen und wir alle müssen ein bisschen raus aus unseren Denk-Silos. Wenn uns das gelingt, glaube ich, dass die Chancen ganz gut stehen; zumal wir uns schlechte Lösungen sowieso nicht mehr leisten können. Aber man sieht eben auch, dass viele Dinge derzeit noch schwierig sind. Es ist zum Beispiel nicht leicht, das Core wirtschaftlich zu brtreiben, weil es an vielen Stellen nicht den Ertrag nach vorne stellt, sondern Lebendigkeit erzeugen will. Und da wird man sehen, ob das auf Dauer ohne Unterstützung geht. Ich glaube, da sind auch die Kommunen gefordert. Das sieht man etwa an der Stadt Hanau, die selbst insgesamt 60 Millionen für den Umbau einen Innenstadt-Kaufhauses einplant. Da wurde die Notlage klar erkannt. Um es zusammenzufassen: Wir sollten in Zukunft die existenten Kräfte verstärken und vernetzen. Dazu gehört das Core, aber auch die Theater, die Kulturetage, der kleine Kaffeeladen an der Ecke. Man muss viele kleine Feuerchen entfachen, die dann zusammenwirken. Die Zukunft der City Wo geht sie also hin, die Reise der Innenstadt? Alexis hat in seinen Antworten angedeutet, wie Fachleute die Entwicklung sehen. Ob es genau so kommt? Dafür spricht tatsächlich einiges. Denn wie eingangs gesagt: Wer durch die Innenstadt geht, spürt die Veränderung. Man darf davon ausgehen, dass nicht jede Handelsfläche eine bleiben wird. Für die Kultur beduetet dies in erster Linie: Chancen. Zwar wird sie immer wieder als eine Art „Lückenbüßerin“ genutzt, um temporäre Effekte zu erzielen. Aber das muss nichts Schlechtes sein, denn dadurch entsteht der so beliebte Pop-up-Charakter. Mittel- bis langfristig wäre aber auch dauerhaft eine relevante Rolle für die Kultur innerhalb des Wallrings vorstellbar. Wenn es so käme, wäre es vielleicht das Ende der vermeimtlich unumstößlichen Gewissheit, dass die Innenstadt für den Handel da ist. Es wäre aber dennoch eine positive Entwicklung, denn sie bedeutet: Neues Leben für die City!

  • PODCAST: FOLGE 27

    Ein Theater, gerade ein großes, widmet sich für gewöhnlich unterschiedlichen Kunstformen, die in sogenannten Sparten kategorisiert werden. Das ist auch bei unserem Oldenburgischen Staatstheater nicht anders. Doch neben Sparten wie dem Schauspiel, der Oper, dem Konzert, Ballett sowie Niederdeutschen Schauspiel und jungen Staatstheater (puh, kurz Luft holen) wäre da noch eine weitere, die Sparte 7. Wir wollten wissen, was sich hinter dieser genau versteckt und haben uns deshalb mit den beiden Verantwortlichen, Gesine Geppert und Verena Katz, für eine neue Folge unseres Podcasts getroffen. Wie kam es überhaupt dazu, dass unser Staatstheater eine weitere Sparte ins Leben rief, die sich keiner genauen Kunstform zuschreiben lässt? Was genau soll sie überhaupt bezwecken? Wer hierzu einfach mal einen Blick auf die Website wirft, findet dort geschrieben: "Die Sparte 7 ist Reset-Knopf und Zukunftslabor. Sie hat sich dem Ideal einer Demokratisierung des Theaters verschrieben und gehört Euch ebenso wie allen Mitarbeiter:innen des Oldenburgischen Staatstheaters." Da bleibt im ersten Moment vor allem der Eindruck übrig, dass sich das alles ganz fantastisch liest und direkt im zweiten stellt man sich dann die Frage, wie das verantwortliche Duo rund um Gesine Geppert (seit Tag 1 dabei) und Verena Katz (frisch mit an Bord) diesem doch sehr hohen Anspruch in der Praxis gerecht wird in der täglichen Praxis. Wie kann man den Menschen die Möglichkeit geben, durch das Erleben von Kunst, den eigenen Gedanken für zumindest eine einzelne Vorstellung zu entkommen und neue Perspektiven auf einzelne Bereiche des Lebens im Bestfall sogar wirklich zu verinnerlichen? Wie genau verlaufen die Experimente, die sie bereit sind umzusetzen und ist das Scheitern eines solchen Experiments ebenso ein möglicher Ausgang? In dieser neuen Folge unseres Kulturschnack Podcasts haben wir all' diese Fragen und noch einige mehr gestellt und Antworten erhalten ebenso wie persönliche Einblicke in Projekte wie beispielsweise Sheroes, die eben genau aufzeigen wieso die Arbeit dieser doch besonderen Sparte des Theaters so wichtig ist. Denn abseits der besonderen und ganz unterschiedlichen Art und Weise, in der die Stücke immer wieder entstehen, verlassen sie für diese auch immer wieder die gewohnten Räumlichkeiten und Kontexte klassischen Theaters, um Menschen auch einen Einstieg in eben diese Welt zu ermöglichen, an Orten an denen es man vermutlich das ein oder andere Mal am wenigsten erwarten würde. Freut euch auf eine tolle Stunde Podcast, in der ihr mit Sicherheit neugierig werdet, was Gesine und Verena noch so an Programm für euch bereit halten. Danach sichert ihr euch am besten gleich ein Ticket! Das bekommt ihr dann samt vieler weiterer Informationen zu den aktuellen Projekten und Stücken unter: www.staatstheater.de/programm/sparte-7

  • ACOUSTIC SESSION: JOSY'S BOYFRIEND

    Pop-Punk ist Mannschaftssport. Er braucht Gesang, Gitarren, Schlagzeug, Bass, manches auch gerne doppelt. Kann so ein musikalischer Kraftakt auch alleine funktionieren? Aber ja! Das zeigt Jannik Gutschner, besser bekannt als Josy's Boyfriend. Sein Solo-Projekt klingt nach voller Besetzung, entsteht aber komplett allein - und erlaubt Songwriting ohne Kompromisse. Das Ergebnis? Hört ihr bei uns! Duo statt Solo: Für seinen Auftritt bei den Acoustic Sessions hatte Jannik mit Fabian Becker eine Verstärkung dabei. Es ist ein Klassiker der Kindheit: Schon nach den ersten Gitarrenstunden wächst in den künftigen Guitar Heroes unweigerlich der Traum, irgendwann mit einer Band auf der Bühne zu stehen. Rampenlicht, Jubelstürme, das volle Programm. Von stundenlangem Feilen an Songdetails im stillen Kämmerlein spricht zu diesem Zeitpunkt niemand. Natürlich nicht, schließlich wirkt es im Vergleich deutlich unglamouröser. Bude statt Band Umso überraschender dass der 28-jährige Jannik Gutschner (Typ: Sadboy meets Teenage Dream) diesen Weg gewählt hat und allein unterwegs ist. Warum nur? „Ich hasse Demokratie und bin eher der Diktator-Typ", lautet seine schnelle Antwort - und fast fallen wir auf seine Ironie herein. Aber natürlich meint er das nicht ernst: „Scheeeeerz!“, fegt er jede Irritation lachend beiseite. „Ich mag es aber tatsächlich, alleine in meiner Bude Songs zu schreiben und zu produzieren und wenig Kompromisse machen zu müssen.“ Klar: Ungestört seine Ideen zu verarbeiten, ohne dass sie jemand erstmal blöd findet, hat einen großen Reiz. Für den Schreibprozess ist das hilfreich, an anderer Stelle gibt es aber Grenzen: „Live macht's mit Band mehr Spaß“, stellt Jannik klar. „Bei diesem Genre kommt dann mehr rüber, man kann miteinander interagieren und eine gute Zeit auf der Bühne haben.“ Deswegen trete er live in der Regel gemeinsam mit anderen auf, die seinen Songs die nötige Durchschlagskraft verleihen - wie Fabian Becker bei den Kulturschnack Acoustic Sessions. Jenseits des Mikrokosmos Dennoch ist Josy's Boyfriend im Kern ein Solo-Projekt - und zwar ein sehr agiles. Im Jahr 2021 veröffentlichte Jannik seine erste Single „Sitcom & Dystopie", bis heute sind neun weitere und die 2022er EP „Gib mir eine Axt“ dazugekommen. Dieser Output kann sich wahrlich sehen lassen, zumal Jannik ihn ganz alleine schafft. Aber vielleicht ist ja genau das der Grund, warum ihm diese Schlagzahl überhaupt gelingt: Weil Reiberein mit anderen Bandmitgliedern einfach nicht existieren. Obwohl sich alle Songs letztlich im Pop-Punk-Mikrokosmos bewegen, gibt es doch eine erstaunlich große Bandbreite. Jannik ist eben kein Hardcore-Purist: Er scheut nicht davor zurück, Elemente aus anderen Genres einzubinden. Typische Gesangslinien und Gitarrenriffs untermalt er gern mit Trap-Beats aus dem Drumcomputer und kreiert dadurch einen eigenständigen Sound. Ein gutes Beispiel dafür: Ein stark verändertes Cover seiner Vorbilder von blink-182 . Zwar gehören auch neuere Acts wie Machine Gun Kelly zu seinen Einflüssen , der ebenfalls mit Genregrenzen spielt. Doch eines steht fest: „Wenn ich mich entscheiden müsste, dann für die alten Sachen!" Seine Hommage ist jedenfalls überaus gelungen! Bunte Mischung: Die Diskographie von Josy's Boyfriend besteht vorwiegend aus Singles, die Jannik in relativ kurzen Abständen veröffentlicht. Balladen auf Stereoiden Wer die Diskographie von Josy's Boyfriend durchstöbert, wird dort auch „Warum du mich magst“ entdecken - jenen Song, den Jannik bei den Kulturschnack Acoustic Sessions performt hat. Wer ihn anhört, wird ihn kaum wiedererkennen, so sehr hat die Stimmung sich verändert. Aber wie geht es ihm selbst? Entdeckt man seine eigenen Songs nochmal neu, wenn man sie akustisch spielt? Ganz so weit würde Jannik nicht gehen, aber: „Man merkt dabei , dass die ganzen Pop-Punk Songs oft diesen traurigen Emo-Vibe haben und erst durch das ganze Drumherum - das Arrangement und das Tempo - zu dem werden, was sie sind.“ Wenn man so will, sind viele Punk-Kracher also Balladen auf Stereoiden - und wenn man auf Verzerrer und Verstärker verzichtet, dringt man zu ihrem Wesenskern vor . Das spürt man auch auf der Bühne: „Man  fühlt sich tatsächlich ein bisschen verletzlicher und nackt“, beschreibt Multitalent Jannik den Effekt. „Man hat eben keine laute Band im Rücken und kann nicht einfach rumschreien, weil eh alles laut ist.“ Pop-Punk der Generation TikTok Für ihn sei das eine interessante Erfahrung gewesen, zumal das Experiment gut funktioniert habe. Einen größeren Stilwechsel müssen Fans aber nicht befürchten. „Einige Songs meiner Songs hätten tatsächlich auch 'akustisch' erscheinen können, da sie teilweise auch auf der Akustikgitarre geschrieben wurden“, erklärt der Multi-Instrumentalist, schränkt aber sogleich ein: „Ich fand die Songs dann irgendwie doch immer cooler, wenn sie in diesem Pop-Punk Style ausproduziert wurden, weil ich vor allem die Power an dem Genre mag.“ Für alle, die es ruhiger mögen, besteht aber dennoch Hoffnung: „Vielleicht treffe ich irgendwann die Entscheidung anders, wenn ich das bei einem Song sehe.“ Bleibt am Ende eigentlich nur eine große Frage: Wer ist eigentlich Josy? „Sag ich euch nicht“, antwortet Jannik mit einem Schmunzeln. Aber: „Man kann aber recht schnell drauf kommen.“ Und tatsächlich: Wer ein bisschen sucht, wird auch fündig. Kleiner HInweis unsererseits: Mit Josy wird am Ende alles gut - genau wie Janniks Performance bei den Kulturschnack Acoustic Sessions!

  • NICHTS WIE HIN (24)

    Irgendwas ist ja immer. Terminkollisionen und Wetterkapriolen, Wohlergehen und Weltgeschehen. Deswegen verpasst man immer wieder wunderbare Kulturveranstaltungen, die man eigentlich gern gesehen hätte, wenn nicht... nun ja, siehe oben. Am Schlimmsten ist aber vielleicht sogar was anderes: Der fehlende Überblick. Es ist einfach zu viel los! Deshalb gibt's von uns jetzt pro Woche drei - und in Ausnahmefällen sogar vier - Tipps: alle ganz unterschiedlich, aber alle absolut lohnenswert! Eines ist ja mal klar: Am Willen liegt's nicht! Die meisten von uns würden gerne sieben Tage die Woche irgendwas aus der Kultur mitnehmen. Konzert, Theater, Lesung, Kino, Ausstellung, Performance - die Möglichkeiten sind endlos. Und alles und auf ihre Weise interessant, aufregend, mitreißend, provokativ, inspirierend. Und trotzdem bleiben häufig Stühle leer, aber Couches gefüllt. Weil es halt doch nicht so einfach ist, erstmal mitzubekommen, was alles los ist es zu behalten und in den eigenen Kalender einzubauen dann tatsächlich in der Stimmung sein hinzugehen jemanden zu finden, die/der mit dabei ist und dann keinerlei Alltags-Hindernisse zu haben, wie Wetter, Wohlsein, Weltgeschehen. Einfach ausprobieren Deshalb gibt's von uns jede Woche drei - und manchmal sogar vier - Schlaglichter auf Veranstaltungen und Ereignisse, die in der kommenden Woche stattfinden und von denen wir denken: Da könnte man durchaus hingehen! Wie schauen dabei auf eine gute Mischung aus drinnen und draußen, gratis und teuer, traditionell und experimentell. Wir sagen nicht: Da ist für jeden was dabei. Wir sagen: Alles ist für jeden was! Wir sind nämlich überzeugt, dass unsere Tipps sich für alle erschließen lassen, die Lust haben, was zu entdecken. Wenn der Schlagerfan plötzlich zu Freestyle Hip-Hop abgeht, der pensionierte Bungalowbewohner in die Welt des Graffiti eintaucht oder die notorische Schulschwänzerin in der Kunstgalerie die Zeit vergisst, dann ist das genau der Effekt, den wir uns wünschen. Aber genug schwadroniert, hier sind die Tipps für diese Woche:

  • NICHTS WIE HIN (23)

    Irgendwas ist ja immer. Terminkollisionen und Wetterkapriolen, Wohlergehen und Weltgeschehen. Deswegen verpasst man immer wieder wunderbare Kulturveranstaltungen, die man eigentlich gern gesehen hätte, wenn nicht... nun ja, siehe oben. Am Schlimmsten ist aber vielleicht sogar was anderes: Der fehlende Überblick. Es ist einfach zu viel los! Deshalb gibt's von uns jetzt pro Woche drei Tipps: alle ganz unterschiedlich, aber alle absolut lohnenswert! Eines ist ja mal klar: Am Willen liegt's nicht! Die meisten von uns würden gerne sieben Tage die Woche irgendwas aus der Kultur mitnehmen. Konzert, Theater, Lesung, Kino, Ausstellung, Performance - die Möglichkeiten sind endlos. Und alles und auf ihre Weise interessant, aufregend, mitreißend, provokativ, inspirierend. Und trotzdem bleiben häufig Stühle leer, aber Couches gefüllt. Weil es halt doch nicht so einfach ist, erstmal mitzubekommen, was alles los ist es zu behalten und in den eigenen Kalender einzubauen dann tatsächlich in der Stimmung sein hinzugehen jemanden zu finden, die/der mit dabei ist und dann keinerlei Alltags-Hindernisse zu haben, wie Wetter, Wohlsein, Weltgeschehen. Einfach ausprobieren Deshalb gibt's von uns jede Woche drei Schlaglichter auf Veranstaltungen und Ereignisse, die in der kommenden Woche stattfinden und von denen wir denken: Da könnte man durchaus hingehen! Wie schauen dabei auf eine gute Mischung aus drinnen und draußen, gratis und teuer, traditionell und experimentell. Wir sagen nicht: Da ist für jeden was dabei. Wir sagen: Alles ist für jeden was! Wir sind nämlich überzeugt, dass unsere Tipps sich für alle erschließen lassen, die Lust haben, was zu entdecken. Wenn der Schlagerfan plötzlich zu Freestyle Hip-Hop abgeht, der pensionierte Bungalowbewohner in die Welt des Graffiti eintaucht oder die notorische Schulschwänzerin in der Kunstgalerie die Zeit vergisst, dann ist das genau der Effekt, den wir uns wünschen. Aber genug schwadroniert, hier sind die Tipps für diese Woche:

  • AUCH INNEN AUßERGEWÖHNLICH

    Wiederholt „Ein außergewöhnliches Ereignis“ die Geschichte des Freifeld Festivals? Parallelen gibt es durchaus: Beide Veranstaltungen fanden zweimal extrem erfolgreich statt und überzeugten durch ihren einzigartigen Charakter. Beide taten sich aber mit der dritten Auflage schwer und entschieden sich für alternative Formate. Warum das im Falle des EAE keineswegs schlecht sein muss? Erklären wir hier! Es kam plötzlich und unerwartet. Denn eigentlich ist klar: Außergewöhnlich wird es in Oldenburg erst Anfang September. So war es jedenfalls 2021 und 2022, als „Ein außergewöhnliches Ereignis“ hunderte Electro- und Techno-Fans aus ganz Norddeutschland - und drüber hinaus- nach Oldenburg lockte. Nachdem das „Festival für elektronische Tanzmusik“ im vergangenen Jahr ausfallen musste, richteten sich alle Hoffnungen auf diesen Herbst. Doch Anfang April tauchte plötzlich ein Post auf den Social Media Kanälen des Freizeitlärm e.V. auf. Die frohe Botschaft: Es würde eine Indoor-Variante des Festivals geben - und das keine vier Wochen nach der Ankündigung! Das warf Fragen auf: Ist es dasselbe, bloß an einem anderen Ort? Und was bedeutet das fürs Outdoor-Festival? Die Antworten lest ihr hier! EIN AUßERGEWÖHNLICHES EREIGNIS INDOOR EDITION FR 26. APRIL, 23 UHR SA, 26. APRIL, 23 UHR ALHAMBRA HERMANNSTRAßE 83 26135 OLDENBURG TICKETS AN DER ABENDKASSE Von Null auf Kult Nach nur zwei Auflagen genießt das EAE bereits Kultstatus. Warum? Das lässt sich anhand von drei Punkten schnell erklären: (1) Location. Ein einzigartiger Lost Place im Hafenareal, der das Kunststück vollbrachte, gleichzeitig natürlich und urban zu sein. (2) Line-Up. Regionale und nationale Acts, die drei Tage (bzw. Nächte) lang alles boten, was das Tanzbein braucht. (3) Leidenschaft. Das großartige Team vom Freizeitlärm e.V., das sich aufmerksam, engagiert und positiv um jedes Detail kümmerte; nicht zuletzt darum, dass es allen gut ging. Klingt hervorragend, oder? Warum dann die Parallele zum Freifeld Festival? Ganz einfach: Weil das Gefühl damals - nach zwei sehr erfolgreichen Auflagen in den Jahren 2013 und 2014 - genau dasselbe war. Endlich gab es damals ein Event in Oldenburg, dessen Strahlkraft nicht in Bümmerstede schon wieder verblasste. Trotzdem fand danach nur noch eine weitere - deutlich verkleinerte - Auflage statt: Das ursprüngliche Gelände der Donnerschwee-Kaserne stand nämlich nicht mehr zur Verfügung und die Suche nach Alternativen zermürbte das Kollektiv zusehends. Mit Hummeln und Hufen So weit soll - und wird - es beim EAE aber nicht kommen. Zwar gab es im Jahr 2023 kein außergewöhnliches Ereignis. Die Gründe lagen aber etwas anders als beim Freifeld Festival, wir haben sie hier erläutert. Wenn jetzt also ein EAE in einer veränderten Form stattfindet, könnten bei den Veteran:innen der Oldenburger Festivalkultur zwar Alarmglocken schrillen. Doch für solcherlei Pessimismus gibt es eigentlich keine Gründe - wie uns Gesine Geppert vom Freizeitlärm e.V im Interview erzählte. Gesine, das EAE fand sonst immer Anfang September statt. Warum jetzt ein Termin im Frühjahr? Hummeln im Mors? Hummeln in Mors haben wir natürlich immer!  Aber auch bei uns sind die Planungen – wie bei vielen anderen Veranstalter*innen - noch ungewiss. Viele Förderanträge werden erst im Laufe des Frühjahres entschieden, so auch für das reguläre EAE. Da wir uns aber nichts Schöneres vorstellen können als solche Veranstaltungen, haben wir uns gedacht: Wir legen einfach schon mal los und starten mit einer Indoor-Version - zu einer Zeit, zu der es noch keine anderen Festivals gibt. In den Köpfen ist das EAE fest als Outdoor Spektakel am Hafen verankert. Habt ihr keine Angst, dass es Irritationen gibt? Bzw dass ihr "eure Marke verwässert"? Nein. Wir lieben das EAE Outdoor und am Hafen. Wer aber der Musik wegen kommt, weiß, dass das LineUp am 26. und 27. April unserem Outdoor-LineUp in nichts nachsteht und dass qualitativ eine großartiges Festival auf uns wartet. Wir haben diskutiert, ob wir dem ganzen einen anderen Namen geben sollen – aber unserer hat natürlich einen hohen Wiedererkennungswert. Deshalb haben wir uns für den Zusatz „Indoor“ entschieden und hoffen, vielen ein vergleichbar schönes Erlebnis liefern zu können, wie wir es zu wärmerer Jahreszeit draußen tun würden. Kann sich hören lassen: Auch das Line-up der Indoor-Edition lässt die Elektro- und Techno-Fans aufhorchen. (Gestaltung: Freizeitlärm e.V.) Das Gelände des OOWV hat viele Möglichkeiten eröffnet und hatte einen besonderen Charakter. Lässt sich das im Alhambra auch so umsetzen ? Sicher nicht genauso. So werden wir weniger Möglichkeiten haben, gemütliche Ecken zu bauen, die zum Verweilen einladen - unabhängig von der Musik. Es wird also ein Festival, was im Kern mehr die Liebhaber:innen elektronischer Musik anspricht und weniger die Menschen, die des Outdoor-Festivalerlebnisses an den Hafen gekommen sind. Aber auch im Alhambra werden wir dekorieren und eine Atmosphäre schaffen, die hoffentlich allen Besucher:innen zwei schöne Nächte bereitet. Wird also alles genauso gut, bloß anders? Das trifft hoffentlich den Nagel auf den Kopf. Eine Veranstaltung drinnen kann nie die gleiche Atmosphäre erzeugen, wie ein Outdoor-Event bei feinstem Wetter. Aber dafür entsteht ein eigener Zauber, wenn man von einem kalten draußen in einen Klub oder ein Veranstaltungsraum kommt, Menschen tanzen, der Raum dekoriert ist und so weiter. Gefühlt kam die Ankündigung kurzfristig. War EAE unterm Dach eine spontane Idee? Es war nicht ganz so lange geplant wie unser Outdoor-Festival, aber hatte schon einen längeren Vorlauf. Wenn man aber mit verschiedenen Künstler:innen und Kooperationspartner:innen zusammenarbeitet gibt es leider manchmal Vorläufe, die zeitlich andere sind, als sich das Menschen wünschen. Wir haben zu genau dem Zeitpunkt veröffentlicht, zu dem es uns möglich war. Du erwähntest anfangs, dass die Förderanträge für das reguläre EAE noch nicht genehmigt sind. Im letzten Jahr konnte es ja leider gar nicht stattfinden. Wie schätzt du die Lage ein? Momentan müssen wir selbst noch abwarten, ob unsere Anträge bewilligt werden. Das heißt, wir scharren gefühlt schon mit den Hufen und würden nichts lieber tun, als wieder gemeinsam mit vielen großartigen Künstler*innen und Besucher*innen ein EAE zu feiern.  Aber ob und wie das möglich sein wird, wissen wir noch nicht. Deshalb lohnt es sich umso mehr, am Freitag oder Samstag ins Alhambra zu kommen und die Saison der elektronischen Festivals mit diesem kleinen aber feinen Wochenende gemeinsam zu eröffnen. Menschen im Nebel: Das bislang letzte EAE fand 2022 über drei Tage statt. Auch Sonntagnachmittags wurde getanzt. (Video: Kulturschnack) Trotzdem außergewöhnlich Sicher: Der Hype um die Indoor-Edition des EAE ist nicht ganz so groß, wie es 2021 und 2022 beim Outdoor-Festival war. Das hat nicht zuletzt mit knapperen Zeiträumen und kühleren Jahreszeiten zu tun. Trotz aller Parallelen sind Vergleiche mit dem Freifeld Festival aber unangebracht. Dieses dritte außergewöhnliche Ereignis ist keine Notlösung, sondern eine selbstbewusste und eigenständige Veranstaltung, die der Freizeitlärm e.V. voller Überzeugung umsetzt - und auf die sich alle freuen dürfen, die irgendwas mit elektronische Musik anfangen können. Manche mögen vielleicht das bekannte Setting am Hafen vermissen. Es wäre verständlich, schließlich ist es ist ein ganz besonderer Ort. Das gilt aber auch für das Alhambra. Zwar bietet es rein räumlich weniger Möglichkeiten, die Atmosphäre wird auf eine andere Art aber ebenfalls einzigartig sein. Deshalb steht Oldenburg nicht irgendeine weitere Veranstaltung, sondern noch ein Ereignis ins Haus. Und das ist trotz einiger Abstriche: außergewöhnlich.

  • EXPERIMENT FÜR ALLE

    Theater ist etwas, das Profis formvollendet vorführen, während das Publikum andächtig lauscht? Oft genug, aber nicht immer! Auch Laien haben die Chance, auf den Oldenburger Bühnen zu stehen. Bereits bekannt sind die Kinder- und Erwachsenenclubs des Staatstheaters. Dort gibt es nun aber etwas Neues. Was das ist? Das haben wir die beiden Initiatorinnen Nora Hecker und Hanna Puka gefragt. Es nieselt mal wieder in Oldenburg. Das üppig verglaste Foyer des Oldenburgischen Staatstheaters ist aber selbst an wolkenverhangenen Aprilnachmittagen ein heller Ort. Und er strahlt noch etwas mehr, wenn man dort mit Menschen spricht, die von ihrer Leidenschaft erzählen. Genau das tun an diesem Tag Nora Hecker und Hanna Puka. Die beiden Regisseurinnen wirken leicht erschöpft, aber bestens gelaunt - vielleicht ein Idealzustand vor einer großen Premiere. Und die wird in diesem Fall nur einige Tage später anstehen. „Wir proben momentan täglich“, liefert Hanna sogleich eine Erklärung für etwaige Ermüdungserscheinungen - und zwar nach einem regulären Arbeitstag. „Um 18 Uhr geht es wieder los. Mit allen Nachbereitungen ist man damit bis 23 Uhr beschäftigt.“ Der heiße Cappuccino, der nun vor den beiden aus weißen Kantinentassen dampft, sei ihnen also herzlich gegönnt - zumal es einiges zu erzählen gibt, wie sich schnell herausstellt. STADT:ENSEMBLE OLDENBURG ROBINSON CRUSOE: EIN PROJEKT ÜBER DAS (ÜBER)LEBEN SONNTAG, 21. APRIL, 18.30 UHR (AUSVERKAUFT) SAMSTAG, 27. APRIL, 20 UHR (KARTEN) SONNTAG, 12. MAI, 15 UHR (KARTEN) SAMSTAG, 18. MAI, 18 UHR (KARTEN) DONNERSTAG, 23. MAI, 20 UHR (KARTEN) MONTAG, 27. MAI, 20 UHR (KARTEN) SONNTAG, 2. JUNI, 20 UHR (KARTEN) SAMSTAG, 8. JUNI, 18 UHR (KARTEN) OLDENBURGISCHES STAATSTHEATER KLEINES HAUS THEATERWALL 28 26122 OLDENBURG Anders als gewohnt Nora und Hanna sind keine Unbekannten in der Oldenburger Theaterlandschaft. Seit der Spielzeit 22/23 leitet Nora das Niederdeutsche Schauspiel am Staatstheater. Schon etwas länger - nämlich seit 2018 - ist Hanna die künstlerische Leiterin der Theatervermittlung, also auch der erfolgreichen Kinder- und Erwachsenen-Clubs. In beiden Fällen arbeiten sie mit Laienschauspieler:innen zusammen. Und genau dieser Umstand hat sie auch zusammengeführt. „Das Stadt:Ensemble ist eine Kooperation zwischen der Vermittlung und dem Niederdeutschen Schauspiel“, erklärt Nora. Dementsprechend werde zweisprachig gearbeitet: auf Hoch- und Plattdeutsch. „Man muss also kein Platt können, um dabei zu sein“, gibt die Regisseurin und Dramaturgin sogleich Entwarnung. Schließlich gilt dieses Prinzip auch für das Leitungs-Team selbst: Als Kinder des Ruhrgebiets bzw. des Niederrheins begegneten sie dem Niederdeutschen erst, als sie ihre Engagements in Oldenburg annahmen. Vielleicht trug dieser Umstand dazu bei, dass Platt anders zu verwenden, als wir es bisher gewohnt sind. Wer mit volkstümlichen Schenkelklopfern rechnet, liegt jedenfalls falsch: „Wir benutzen die Sprache auf eine sehr poetische Weise“, beschreibt Hanna den Unterschied. Man verwende sie für Naturbeschreibungen und für die Darstellung von Gefühlswelten. „Statt des bekannten spritzigen Rhythmus verwenden wir das Platt elegisch. Dadurch bekommt es plötzlich einen ganz anderen Klang.“ Expert:innen des Alltags Ein Stadt:Ensemble also. Das klingt beinahe offiziell, als müsse man sich eine Beteiligung durch eine glanzvolle Bühnenkarriere erarbeiten, doch das Gegenteil ist der Fall: „Für das Stadt:Ensemble suchen wir ganz normale Menschen, die Lust auf Theater haben“, ordnet Nora ein. „Wir sprechen von 'Expertinnen des Alltags'. Wir wollen ihre Erfahrungen und Erlebnisse auf die Bühne bringen.“ Das heißt also: Nicht nur setzt sich dieses Ensemble aus interessierten Bürger:innen zusammen, es widmet sich auch ihren Geschichten. Dabei gebe dabei aber keinen Wettbewerb um die spektakulärste Anekdote: „Es kann genauso wertvoll sein, wenn man eine klare Haltung zu einem Thema hat.“ Schließlich werde viel über die Inhalte diskutiert und alles fließe letztlich in das Stück ein. Angesprochen sind letztlich alle Menschen im Einzugsgebiet des Staatstheaters: „Wir wollen mit dem Stadt:Ensemble auch neue Zielgruppen erreichen“, erläutert Hanna. Ins Theater käme traditionell nur ein kleiner Anteil der Bevölkerung, „vielleicht zehn Prozent“, schätzt sie. Obwohl das allein in Oldenburg über 17.000 Menschen wären, nimmt das Stadt:Ensemble die gesamte Gesellschaft in den Blick und dabei insbesondere jüngere Menschen: „Die können dem Theater vielleicht erstmal nichts abgewinnen. Über Themen, Stoffe, Fragen können wir aber durchaus mit ihnen in Kontakt kommen - und widmen uns dann ihren Lebensentwürfen, ihren Ideen, ihren Fantasien.“ Work in Progress Der Ansatz des Stadt:Ensembles ist deshalb betont offen. So steht vorab zwar ein Stoff fest, der die Basis für die Handlung darstellt. Jedoch entsteht das konkrete Stück erst im Prozess. „Was es letztlich auf der Bühne zu sehen gibt, hängt davon ab, welche Geschichten unsere Schauspieler:innen mitbringen“, erklärt Nora. Ihre Erlebnisse haben großen Einfluss auf Endergebnis. „Wir schreiben das Stück letztlich während des Proben-Prozesses.“ Zuvor galt es aber erst einmal die passenden Schauspieler:innen zu finden. Was gar nicht so einfach war, denn zum Auftaktworkshop im September 2023 kamen über hundert Interessierte. Ein ungeheurer Andrang, wenn man bedenkt, dass alle ihre Geschichten zum Thema „(Über)Leben“ erzählen wollten. Hinzu kamen weitere Fragen: Wir steht es um das Interesse an der Schauspielerei und dem jeweiligen Talent? Passen Geschlecht und Alter zur Handlung? „Wir hatten deutlich mehr Männer als Frauen beim Workshop“, erzählt Hanna. Das sei normalerweise eher andersherum, stehe hier aber vermutlich in Zusammenhang mit dem Zeitaufwand. „Insbesondere Frauen zwischen Mitte 30 und Mitte 40 waren kaum dabei - man ahnt warum.“ Intensives Theaterleben lässt sich manchmal eben nur schwer mit der Familie vereinen, wie die beiden Leiterinnen aus eigener Erfahrung wissen. Ins Ensemble schafften es am Ende zwanzig Schauspieler:innen zwischen 17 und 70 Jahren. „Wir haben eine ganz tolle Truppe beisammen“, freut sich Hanna. Sie alle haben sich eingelassen auf - zusammengerechnet - acht Wochen Proben in ihrer Freizeit. Traf man sich anfangs noch einmal pro Woche, sieht man sich inzwischen täglich mehrere Stunden. Ein immenser zeitlicher Aufwand - der sich aber bezahlt macht, wie Matthias Krudewig bestätigt. Der 70-Jährige ist das älteste Mitglied des Ensembles und findet: „Das Spielen ist aufregend und herausfordernd. Mein Gehirn wurde dabei wacher.“ Zudem seien seine Ideen und Gedanken in die Entstehung des Stücks geflossen. „Das war sehr spannend!“ Gestrandet in der Gegenwart In diesem Jahr bildet die weltberühmte Geschichte „Robinson Crusoe“ von Daniel Dafoe das Gerüst für das Stück des Stadt:Ensembles. Dabei geht es aber nicht etwa - wie schon angedeutet - um eine möglichst werkgetreue Aufführung des Klassikers, sondern um subjektive Erfahrungen. „Wie haben Geschichten über Einsamkeit und Entfremdung gesucht“, erklärt Hanna. Anlass dafür sei die zeitweise große Verunsicherung wegen des Kriegs in der Ukraine gewesen. „Wir haben uns gefragt: Was bedeutet es eigentlich, wenn wir plötzlich zurückgeworfen werden auf nichts? Ohne Strom, ohne Gas, ohne fließend Wasser?“ Und die Antwort habe an die berühmte Geschichte erinnert. Die „Expertise des Alltags“ betraf in diesem Fall also sehr persönliche Geschichten - und die gab es auch reichlich. „Mitglieder unseres Ensembles haben Isolation erlebt. Andere sind einsam, weil die Frau gestorben ist oder weil sich sich fremd mit sich selbst fühlen“, berichtet Hanna. All diese subjektiven Erfahrungen werden mit dem vorhandenen Stück verwebt, das sich auf diese Weise immer weiter entwickelt. „Das ist natürlich ein Experiment“, erklärt Nora mit einem vielsagenden Lächeln. Man kann einiges daraus lesen: Etwa, dass es sich um ein durchaus aufwändiges, anspruchsvolles Verfahren handelt. Aber auch, dass die Ergebnisse sich sehen lassen können. Und tatsächlich ergänzt Hanna den wunderbaren Satz: „Vielleicht ist das dünnes Eis - aber darauf kann man prima gleiten!“ Bei der Inszenierung ergaben sich zudem neue inhaltliche Fragen. „Robinson Crusoe“ wurde Anfang des 18. Jahrhunderts veröffentlicht, seinerzeit gehörte Kolonialismus noch zur zentraleuropäischen Normalität. „Wir haben aber Menschen im Ensemble, deren Nationen davon betroffen waren. Da stellt sich die Frage: Wie geht man damit um?“, beschreibt Hanna eine besondere Herausforderung. Ein überaus spannendes Thema, dessen Behandlung wir bei den acht Aufführungen des Stadt:Ensembles erleben dürfen - mit dem speziellen Akzent, dass die Geschichten aus unserer Mitte stammen, von unseren Nachbar:innen, Vereinskamerad:innen oder Arbeitskolleg:innen. Oldenburger Robinsonade Die Figur des Robinson Crusoe stammte aus dem nordenglischen York, nicht aus Eversten oder Etzhorn. Und die Handlung spielt in der Nähe des Orinoco im heutigen Venezuela, nicht an der Hunte. Dennoch rückt der Stoff ganz nah an uns heran. Die Kernelemente des historischen Stücks - das Fremdfühlen, die Einsamkeit, die Hilflosigkeit - lassen sich nämlich sehr wohl auch in unserer Mitte verorten. Nicht wenige von uns leben selbst auf einer Insel - oft autark, manchmal isoliert. Das heißt: Was Defoe vor dreihundert Jahren schrieb, lässt sich überraschend gut auf heutige Zusammenhänge übertragen. „Diese Ausgangssituation ermöglicht eine besondere Identifikation“, erklärt Nora. Das könne zwar auch durch andere Stücke mit professionellen Schauspiel passieren, aber: „Ich glaube, dass die Wahrscheinlichkeit viel größer ist, wenn persönliche, authentische Geschichten erzählt werden.“ Dadurch entstehe eine große Nähe zum Publikum - und diese Nähe sei die ideale Basis, um ins Gespräch zu kommen oder Gespräche anzustoßen. Diese Qualität soll das Stadt:Ensemble auch in Zukunft auszeichnen, verrät Hanna. „Wir können uns vorstellen, dass wir konkrete Themen aus Oldenburg behandelt“, erklärt die Regisseurin und Theaterpädagogin und nennt die Stadtentwicklung als ein Beispiel. „Wir wollen kein politisches Theater machen, aber es gibt definitiv genug Stoff, den man auf die Bühne bringen könnte.“ Nora ergänzt: „Politisch wird es zwar automatisch, wenn man Themen der Gegenwart verhandelt. Aber wir wollen es nicht bewusst anstoßen.“ Hört man die beiden über die Möglichkeiten der Bühne sprechen, kann man deren Zukunft kaum noch erwarten. Zunächst widmet sich die Vorfreude aber „Robinson Crusoe“ - bzw. der einzigartigen Oldenburger Variante der Geschichte vom (Über)Leben. Gewohnter Wahnsinn Die beiden Cappucinos halten erstaunlich lange, dafür dass Hanna und Nora einen kleinen Koffeinkick gut gebrauchen könnten. Dass die Tassen immer noch nicht leer sind, zeugt aber von der Begeisterung, mit der die beiden erzählen: Vor lauter Inspiration ist schlicht keine Zeit, sich dem heißen Getränk zu widmen. Überhaupt arbeitet das Duo kongenial zusammen. „Was die eine denkt, spricht die andere aus“, beschreibt Nora die Zusammenarbeit und Hanna ergänzt: „Anders wäre dieses Projekt auch gar nicht möglich. Wenn wir uns noch an vielen Details reiben würden, kämen wir gar nicht voran.“ Dennoch sind auch wenige Tage vor der Premiere noch etliche Details zu klären. Für die beiden erfahrenen Theaterfrauen ist dies aber Routine: „Wir sind diesen Wahnsinn gewohnt“, lacht Hanna. „Aber unsere Schauspieler:innen müssen die eine oder andere Frustration aushalten.“ Für sie sei es häufig überraschend, wie viele Anläufe und Umwege es für eine Szene brauche - und dass viele Ansätze auch wieder verworfen würden, manchmal bis zuletzt. Nora hingen macht das nicht nervös: „Wir wissen: Es ist ein Experiment. Aber wir sind beide überzeugt: Es wird am Ende gelingen.“ Zu diesem Optimismus trägt auch eine Besonderheit bei, die in diesen Tagen zutrage kommt: „Bei Amateuren entsteht bei den letzten Proben ein gigantischer Output“, weiß Hanna aus Erfahrung. „Bis zur Generalprobe bedeutet jeder Test einen Riesenschritt.“ Zwar seien Premieren auch für Profis etwas Besonderes, aber die bewegten sich eben auf Nuancen eines bestimmten Levels. „Bei Amateuren ist der Effekt aber gigantisch. Die legen nochmal fünfzig Prozent obendrauf.“ Zwei plus zwanzig Dass im Herbst 2023 am Theater k der Kulturetage beinahe zeitgleich ein ähnliches Format startete, stört Nora und Hanna übrigens nicht: „Ich finde es schön und bereichernd, dass unsere Stadt diese verschiedenen Möglichkeiten bietet“, erklärt Hanna. Es gebe eben ein Interesse und Bedarf an solchen Formaten. „Die Stadt ist doch groß genug. Da kommen wir uns überhaupt nicht in die Quere“, findet auch Nora. Dass man das beim Theater k ganz ähnlich sieht, wie dessen Leiterin Mathilda Kochan bestätigte, vervollkommnet den positiven Eindruck. Gut für Oldenburg, dass es hier eine so kreative und kollegiale Szene gibt. Zum Ende unseres Gesprächs sind die Cappuccinos schließlich doch geleert und tatsächlich bricht der Himmel etwas auf, einzelne Sonnenstrahlen finden ihren Weg hinunter zum Theaterwall. Das warme Licht passt zur gelösten Stimmung im Foyer. Zwar befinden sich Nora und Hanna inmitten eine hochintensiven Phase, die sie und ihre Schauspieler:innen sehr fordert - nicht nur zeitlich, sondern auch mental. Doch die Vorfreude auf die Premiere ist den beiden deutlich anzumerken. Kein Zweifel: Sie sind zwei leidenschaftliche Theatermacherinnen - die mit dem Stadt:Ensemble zwar kein leichtes Projekt initiiert haben, aber ein sehr lohnendes. Manchmal braucht es eben genau zwei Profis und zwanzig Laien, um starkes Theater zu erschaffen. Sicher: Das Stadt:Ensemble ist ein Experiment für alle Beteiligten - hinter den Kulissen, auf der Bühne, in den Theatersesseln. Jedoch eines, dass vollauf zu gelingen scheint.

  • ACOUSTIC SESSION: JULIA KLINGLER

    Musik ist mehr als bloße Unterhaltung. Für Musikerinnen und Musiker ist sie oftmals Ventil und die Möglichkeit, Emotionen und persönliche Erfahrungen des eigenen Lebens zu kanalisieren. Ein absolutes Paradebeispiel, wie das auf wunderbare Weise gelingen kann, sind die Werke der aufstrebenden Musikerin Julia Klingler, die genau das in ihrer Acoustic Session unter Beweis stellt. Was genau ist es, das uns an Musik im Allgemeinen fasziniert? Für viele von uns ist sie ein ständiger Begleiter, bereichert uns ganz individuell und wir verbinden zum Teil die wichtigsten und prägendsten Momente unseres Lebens mit Liedern und Melodien, die uns als Ohrwürmer über Generationen begleiten. Doch wie werden wir selbst musikalisch aktiv? Diese Frage führt unweigerlich zu einer schier endlosen Vielzahl unterschiedlichster Antworten. Vielleicht ist es das soziale Miteinander, das einen Teil einer Band werden lässt, womöglich ist es die Faszination und der Wunsch einem musikalischen Idol nachzueifern oder es ist, wie auch bei Julia Klingler, die kindliche Prägung der eigenen Familie und das Glück, schon früh für die Welt der Musik begeistert zu werden. Denn schon in jüngsten Jahren bekam sie von ihrem Opa erste Klavierstunden, mit 13 Jahren folgten dann bereits die ersten eigens komponierten Melodien. Für Julia war Musik dabei immer schon "das Transportmittel Nr.1", wie sie selbst sagt, das ihr dabei half, sich über das Leben, ihre Gefühle und auch intensive Beziehungen auszudrücken. Eine Single reicht Dieser Prozess ließ am Ende abgeschlossene Werke entstehen, die Julia nun in den letzten Jahren, als ausproduzierte Versionen , mit der Welt teilt und auf den gängigen Streaming Plattformen zur Verfügung stellt. Auffällig ist dabei, dass ihre Art einzelne Lieder zu veröffentlichen - bisher sind drei davon erschienen - einem allgemein zu beobachtenden Trend in der Welt der Musik entspricht. Während früher überwiegend an ganzen, zusammenhängenden Alben gearbeitet wurde, auf die anschließend durch einzelne Songs, sogenannte Singleauskopplungen, hingewiesen werden sollte, begreifen viele Künstlerinnen und Künstler heute gerade die Möglichkeit ihre musikalischen Werke auf schnellstem Wege mit der Welt teilen zu können als einen ganz eigenen Wert für sich, der sie das Momentum der Spontanität nutzen lässt. Der nächste Release und womöglich eine ganze Karriere ist heute schließlich nur ein paar einzelne Klicks entfernt und auch unser aller Musikkonsum hat sich oftmals stark über die letzten Jahre verändert. Playlisten und Algorithmen entscheiden nun häufig darüber, was wir auf dem Streamingdienst unserer Wahl hören. Es braucht nicht viele Werke, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Exklusives Material Für ihre Teilnahme an dieser Staffel unserer Acoustic Sessions hatte Julia eine besondere Überraschung für uns. Denn bei ihrer Performance von "Erinnerungen" handelt es sich um einen bisher noch unveröffentlichten Song der Künstlerin, den wir nun in akustischer Umsetzung mit euch teilen dürfen. Wie auch schon bei jedem ihrer vergangenen Releases, hört man "Erinnerungen" durchgehend die tiefe Auseinandersetzung mit sich selbst an und spürt, dass man es hier mit einer authentischen Künstlerin zu tun hat, der es wirklich ein tiefes und persönliches Bedürfnis zu sein scheint, einen Teil von sich in ihrer Musik zu offenbaren. Gleiches gilt dabei für ihre Malerei, der sie sich ebenfalls leidenschaftlich widmet. "Ich bin auf jeden Fall Musikerin, denn Musik ist das, wofür mein Herz am meisten schlägt. Aber es gab auch schon Phasen, da habe ich mehr gemalt als gesungen. Beide Kunstbereiche profitieren voneinander, denn in beiden kann meine Intuition frei fließen, beides gleicht sich aus und - genau wie die Musik - spiegeln die Farben auf der Leinwand meine Gefühlswelt wieder", beschreibt sie selbst. Dass Julia als Musikerin bis heute Solo unterwegs ist, ist dabei weniger Absicht, als eine ganz natürliche Entwicklung. Denn dort liegen ihre Wurzeln, draußen auf den Straßen der Stadt hatte sie ihre ersten öffentlichen Auftritte. Nur ihre Stimme und Gitarre - mehr Essenz geht nicht. Für immer zu Hause Und so erlebt ihr Julia auch in ihrer Performance für die Kulturschnack Acoustic Session, bei der sie sich besonders darüber freut, dass sie in Oldenburg stattfindet. "Ich liebe Oldenburg! Ich bin hier großgeworden, und es ist für immer meine Heimatstadt", bekundet sie. Zwar seien einzelne Abstecher nach Frankfurt und Hamburg für sie wichtige Schritte in ihrem Leben gewesen, doch an dem Fakt, dass Oldenburg immer - laut eigener Aussage - "ihr Herz sei", bestehe kein Zweifel. Jetzt bleibt uns nur noch, euch diese Acoustic Session wärmstens ans Herz zu legen! Denn wir freuen uns, dass diese Stadt tolle Musikerinnen und Musiker wie Julia hervorbringt, die mit ihrer Arbeit nicht nur beweisen, welchen kulturellen Wert das Schaffen von Musik als solches hat, sondern auch wie bereichernd es für uns ganz persönlich sein kann, sich selbst auf künstlerische Art und Weise Ausdruck zu verleihen. Ihr möchtet noch mehr von Julia Klingler entdecken? Hier geht es weiter!

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