NACHTS IM MUSEUM
Aktualisiert: 7. Sept.
Die Vorstellung, außerhalb der gewohnten Öffnungszeiten ins Museum zu gehen, scheint etwas Magisches zu haben. Sonst wäre die Existenz des gleichnamigen Films mit Ben Stiller, dessen enormer Erfolg und seine Fortsetzungen nicht zu erklären. Und sonst gäbe es auch die Nacht der Museen in Oldenburg nicht.

Im Grunde ist es paradox: Die meisten Museen haben umfangreiche Öffnungszeiten, nach Feierabend oder am Wochenende könnte man einen Besuch bequem in den persönlichen Tagesablauf integrieren und in aller Ruhe durch die Gänge flanieren. Doch zwischen Alltag, Terminen, Verpflichtungen kommt immer alles anders als man denkt. Und häufig eben auch: Auf Kosten eines Museumsbesuchs. Offenbar ist es so, dass wir Impulse brauchen, die uns aus unserem gewohnten Rhythmus bringen. Man könnte sagen: Wir müssen aus dem Takt geraten, um aus der Reihe zu tanzen.
Genau das gelingt uns durch aufwändig inszenierte Veranstaltungen wie der Nacht der Museen. Sie bieten uns die nötigen Reize, um zu sagen: Jetzt aber! Und nicht nur das: Durch ihr besonderes Programm und durch die große Resonanz, wird die Veranstaltung noch viel mehr als ein Museumsbesuch, sie wird ein Erlebnis.
NACHT DER MUSEEN
OLDENBURG
SAMSTAG
12. SEPTEMBER 2026
18 BIS 24 UHR
MIT
EINTRITT: 8 €
PARTNER-EINTRITT: 10 € UNTER 18 JAHREN: FREI
Ereignis Museumsnacht
Es geht aber natürlich um sehr viel mehr als nur eine ungewohnte Uhrzeit. Zwei andere Faktoren spielen eine Rolle. Der erste: Das Event. Normalerweise wandelt man nämlich in durchaus angenehmer Ruhe durch Oldenburger Museumskorridore. Das erlaubt eine hohe Konzentration auf die ausgestellten Kunstwerke, ist insofern also genau richtig so. Der Mensch aber ist ein Herdentier. Er mag es, wenn er gemeinsam mit anderen etwas erlebt, Teil eines Ganzen wird, das alle miteinander vereint. Genau das bietet die Nacht der Museen. Der Besuch wird dort zu einem gesellschaftlichen Ereignis, das verbindet und emotionalisiert.
WARUM KOSTET DIE NACHT DER MUSEEN (WIEDER) EINTRITT?Geben wir es ruhig zu: Die meisten von uns haben sich längst daran gewöhnt, dass die Nacht der Museen keinen Eintritt kostet. Und viele denken mittlerweile: Das war doch schon immer so. Aber: Das stimmt nicht! ![]() Die Nacht der Museen gibt es schon seit 2015 und sie war im Ursprung eine kostenpflichtige Veranstaltung – wie in vielen anderen Städten auch. In den vergangenen Jahren wurde jedoch auf den Eintritt verzichtet, weil das Stadtmuseum während der Neubauphase geschlossen war und auch das Horst-Janssen-Museum wegen des Wegfalls des Foyers nur ein reduziertes Angebot machen konnte. Zuvor war der Eintritt schon wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Auflagen ausgesetzt worden. Da nun wieder alle beteiligten Museen mit ihrem regulären Programm geöffnet sind, wird auch für die Nacht der Museen wieder Eintritt erhoben. Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf tragen dazu bei, die Kosten für Personal und Programmgestaltung zu refinanzieren - und die sind angesichts der gebotenen Opulenz mehr als gerechtfertigt. Wir haben es also nicht mit einer plötzlichen Geldgier der Museen zu tun, sondern mit dem Gegenteil: einer sehr großzügigen Regelung für die zurückliegenden Jahre und einer angemessenen Veränderung in diesem Jahr.Denn mal ehrlich: Maximal 8 Euro Eintritt für sechs Stunden in sieben Einrichtungen? Ein Schnäppchen! |
Der zweite Faktor? Das Programm. Museen stehen normalerweise nicht in Verdacht, eine wahre Show abzuliefern und den Besuch zu einem mitreißenden Ereignis zu machen. Genau das ist bei der Nacht der Museen aber der Fall. Und das bedeutet nicht etwa eine Banalisierung, sondern die Einbettung in einen aufregenden Kontext. Und der wiederum besteht auch aus zwei Teilen. Nämlich den laufenden Sonder- und Dauer-Ausstellungen, die es allesamt wert sind, gesehen zu werden. Als Beispiele seien etwa „What is the truth and where did it go?“ oder „Aus dem Rahmen gefallen?" im Horst-Janssen-Museum, „OFF - Poems of Unrest" im Haus für Medienkunst oder die Ausstellung „50 Jahre Apple" im Oldenburger Computer-Museum genannt.
Ab ins Trainingslager: Natürlich kann man die Nacht der Museen auch völlig unvorbereitet besuchen. Man kann sich vorher aber auch in die jeweiligen Häuser reinfühlen bzw. -hören und auf diese Weise perfekt vorbereiten. Alle beteiligten Oldenburger Museen waren bereits Gäste in unserem Podcast, zudem haben wir eine Ausstellung gefeatured. Einfach auf das jeweilige Bild klicken - und dann ganz tief eintauchen!
Museen neu entdecken
Darüber hinaus gibt es aber in jedem Museum ein großes Extra-Programm, die einen Besuch fast schon zur Pflicht machen. In jüngerer Vergangenheit wurde dabei vor allem das Stadtmuseum besonders kreativ, schließlich konnte es fünf Jahre lang nicht in ein existentes Gebäude einladen. Daher bespielte es u.a. den Kiosk am Pferdemarkt, die ehemalige Tankstelle in der Kaiserstraße oder das direkte Umfeld der Baustelle. Nun aber ist es endlich soweit: Das SMO kann wieder seine eigenen Flächen bespielen. Und da seit der Eröffnung am 6. Juni 2026 viele Oldenburger:innen noch nicht da gewesen sein dürften, ist die Nacht der Museen der perfekte Moment für eine Wiederbegegnung. Der Haken Die ausgesprochen unterhaltsame Odyssee des Stadtmuseums hat ein Ende. Schade eigentlich!

Auch das Horst-Janssen-Museum und das Landesmuseum Kunst & Kultur haben sich ganze Kaleidoskope verschiedenster Attraktionen ausgedacht, die einen Besuch noch lohnenswerter machen als im musealen Alltag. Doch auch die Ausflüge zum Haus für Medienkunst samt Pulverturm mit brandneuer Ausstellung, Computer-Museum und Kunstverein lohnen sich noch mehr als üblich - beim Landesmuseum Natur & Mensch nicht zuletzt auch deshalb, weil dort noch einmal Pelle, der Späti zu Gast ist. Das gesamte Programm der Nacht der Museen findet ihr hier:

Spektakuläre Museumsszene
Wenn man nach einem Wort suchen möchte, das den Umfang, den Abwechlsungsreichtum und die Attraktivität des Programms der Nacht der Mussen beschriebt, dann wäre es vermutlich: Wahnsinn! Nicht, weil es verrückt wäre, ein solches Event durchzuführen, sondern weil es an passenden Worten mangelt, die ungeheure Opulenz auf die nötige Kürze zu verdichten. Es gibt einfach - ja, genau - wahnsinnig viel zu sehen und zu erleben.
Studiengang an der Carl von Ossietzky UniversitätWie geht Museum?![]() Wer mal einen Schritt weitergehen und etwas darüber erfahren möchte, woher die Menschen kommen, die heute in den Museen arbeiten, sollte diesen Text lesen. Wir haben mit Dr. Klara von Lindern über den Studiengang „Museum und Ausstellung“ der Carl von Ossietzky Universität gesprochen und spannende Einblick in die Ausbildung künftiger Fachleute erhalten - die vielleicht eines Tages eine Nacht der Museen mitgestalten. |
Was dem Publikum in diesen sechs Stunden von der Oldenburger Musuemsszene geboten wird, ist nicht weniger als spketakulär. Und das betrifft beides. Das reguläre Ausstellungs-Programm der beteiligten Häuser - und die besondere Aktionen anlässlich der Nacht der Museen. Wir können nur eine klare, uneingeschränkte Empfehlung aussprechen: Nutzt das aus, geht dort hin, schaut euch das an! Egal, ob ihr sonst überall Dauerkarten habt oder die Museen noch nie von Innen gesehen habt: Nachts im Museum zu sein, hat etwas Magisches. Nicht nur im Kino - sondern auch in Oldenburg!












