NICHT NUR SCHNACKEN

Aufmerksame Leser*innen haben schon nachgezählt: Die Anzahl der männlichen Redakteure beim Kulturschnack liegt bei 2, die der weiblichen bei 0. Ganz klar: ein Missverhältnis.

Ein Plakat, auf dem die Begriffe "Feminismos!", "Feminisms" und "Feminismes" zu lesen sind.
Stock-Fotos zum Thema Feminismus? Schwierig. Aber Ausrufezeichen kann es nicht genug geben! (Shutterstock)

Wir versichern an dieser Stelle ausdrücklich, dass es sich um einen Zufall handelt. Die Genese des Schnack haben wir ja an anderer Stelle schon erzählt. Kevin hätte also eine Katharina sein können, Thorsten eine Tanja - und alles wäre genauso gut gewesen. Aber: es ist, wie es ist. Und das bringt eben Verpflichtungen mit.

Hätten wir es uns wünschen dürfen, dann wäre das Geschlechterverhältnis natürlich mindestens ausgeglichen. Wir verstehen uns beide als Feministen. Nicht in der Form, dass wir es als Attitüde vor uns her tragen. Auch nicht in der Form, dass wir von uns glauben, alles richtig zu machen. Das ist definitiv nicht der Fall, weil auch wir uns all unserer männlichen Privilegien nicht vollends bewusst sind. Aber:


"Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass eigentlich gar nichts ohne Frauen gut funktioniert. Kommune, Konzerne, Kultur - ganz egal, wir können uns nichts davon auch nur ansatzweise ohne sie vorstellen. Und den Rest der Welt auch nicht."

Doch die Feststellung allein reicht nicht. Wir leben nach wir vor in patriachalischen Strukturen. Männer haben sich gegenseitig jahrhundertelang bevorteilt. Frauen müssen mehr kämpfen und mehr leisten, um ihren Weg zu gehen - um dann immer noch schlechter bezahlt und behandelt zu werden. Insofern haben wir (im Sinne von: alle Männer) eine Pflicht, Frauen all die Wege zu ebnen, die wir schon immer gehen konnten. Das ist viel mehr als eine Geste des guten Willens. Wir haben da sehr viel aufzuholen.


Das betrifft auch den Kulturschnack. Wie gesagt: wir haben da ein gewisses Missverhältnis. Deshalb legen wir uns schon heute fest, dass jede zukünftige personelle Veränderung möglichst weiblich sein muss. Auch wir können davon nur profitieren.


Alles andere hat Adam Yauch schon 1994 gesagt:


"I want to say a little something that's long overdue

The disrespect to women has got to be through

To all the mothers and the sisters and the wives and friends

I want to offer my love and respect to the end."