TRUST THE PROCESS

Einfach mal machen und wird dann schon irgendwie super werden! Eine so losgelöste und positive Einstellung, die ist in jeder Lebenslage Balsam für die Seele. Warum nicht also auch genau nach diesem Prinzip Kulturerlebnisse hier in Oldenburg schaffen und gestalten? Das dachte sich auch das Team rund um Söncke Steinweg, die ab heute, also vom 20. bis zum 30. Oktober in der alten Maschinenhalle am Pferdemarkt "[The] Same But [Different]" veranstalten. Wir haben mal bei ihm nachgefragt, was es damit auf sich hat!

Titelbild des Artikels zur Kultur Veranstaltungsreihe The Same But Different hier in Oldenburg vom 20. Oktober bis 30. Oktober
In den kommenden 11 Tagen gibt es einiges zu erleben in der Maschinenhalle, Grafik: Diggin In The Treasure Box
 

20. - 30. OKTOBER 2022 ALTE MASCHINENHALLE PFERDEMARKT 8A 26121 OLDENBURG

 

Wir treffen uns am Ort des Geschehens, direkt am Pferdemarkt. Wenn man Söncke kennenlernt und trifft, bekommt man unweigerlich eigentlich direkt gute Laune. Ein herzliches "Hallo", ein freundliches Händeschütteln und zack, wirkt er direkt sympathisch.


Das Logo von Diggin in the treasure box

Ebenfalls ohne Umwege bekommt man mit: er ist gerade überall am besten gleichzeitig. Hier muss die Toilette für die bevorstehenden Tage noch angeliefert und platziert werden, dort klingelt der Getränkelieferant nochmal durch um final die Mengen durchzugehen. Dazwischen ein Kulturschnack-Interview? Na klar, kein Problem, passt. Söncke lässt sich zumindest keinerlei Hektik anmerken.


Aber wofür nun eigentlich genau das Interview? Als Diggin' in The Treasure Box veranstaltet Söncke in der alten Maschinenhalle die kommenden Tage über mit "[The] Same But [Different] im wahrsten Sinne ein waschechtes Buffet an thematisch abwechslungsreichen Themenkonzepten, die alles erfüllen, was das Kulturherz so begehren könnte:


Ein reichhaltiges Kulturbuffet


Galerie und Kunstausstellung? Check. Hip-Hop? Auf jeden Fall. Techno? Absolut. Vernetzungstreffen für Kulturschaffende? Yes! Ihr braucht eine neue, fesche Vintage Jacke? Auch da werdet ihr an einem der Tage fündig werden und wenn ihr einfach mal nur so einem DJ Set gemütlich den Nachmittag verbringen möchtet: die Sitzgelegenheiten warten schon auf euch!



Plakat zur Techno Party der Krachmacherstraße im Zuge der Oldenburger Kultur Veranstaltungsreihe The Same But Different in Oldenburg
Natürlich wird es auch krach geben - im besten Sinne! Plakat: Krachmacherstraße

Normalerweise würde man erwarten, dass man sein Ticket hat, am Abend schaut man sich dann (beispielsweise) ein Hip-Hop Konzert an und geht oder fährt dann nachts wieder nach Hause. Hier wird das Ganze anders, [Different] halt, ablaufen, da viele der Veranstaltungen bereits um 14:00 oder 16:00 Uhr starten und dann um 22:00 enden, also schon mitten am Tag beginnen.


Im Gespräch entsteht für uns dadurch viel eher der Eindruck, dass hier auch eine gewisse Gemütlichkeit und Wohlfühlatmosphäre eine Rolle spielt, die man an einem solchen Tag über erleben kann und sich somit auch direkt für eine deutlich größere Gruppe an Menschen, wenn nicht sogar, bis auf einzelne Ausnahmen wie der bereits am ersten Tag ausverkauften Technoveranstaltung der Krachmacherstraße, für die ganze Familie eignet.


"Das spannende ist, dass wir dabei die Halle regelmäßig während der Veranstaltungsreihe umgestalten und an das jeweilige Event anpassen werden."

Die Ausstellung und Galerie, die die Wände der Maschinenhalle schmücken sind und bleiben dabei eines der verbindenden Elemente über die restlichen Veranstaltungen hinweg. Auf die Frage, ob daher auch der Titel der Reihe herrühre, die Ausstellung also quasi das "Same" innerhalb eines stetigen Wandel an Veranstaltungen, also dem "Different", sei, erklärt er, dass das nur die eine Hälfte beziehungsweise eine der Erklärungen für den Titel ist.


[THE] SAME BUT [DIFFERENT] - DAS PROGRAMM


11 Tage DIY


Außenfassade der alten Maschinenhalle in Oldenburg für Kulturveranstaltungen wie das The Same But Different
Der Ort des Geschehens. Foto: Söncke Steinweg

Der andere Erklärungsansatz liegt dabei jedoch ebenfalls nicht allzu fern. Natürlich werde hier, was die einzelnen Veranstaltungen selbst angehe und auch grundsätzlich nicht wirklich das Rad komplett neu erfunden, da sei er sich durchaus drüber im Klaren. Doch anders als sonst und das Besondere sei in seinen Augen der große Fokus auf die thematische Freiheit, der Raum für Gestaltung und die Entstehung von Dingen im Prozess selbst. Kunst, Musik, Performance, Tanz, Handwerk, das alles werde hier Hand in Hand gehen und die Freiheit genießen einfach Sachen auszuprobieren, so Söncke.


Das bedeutet aber auch: hier packen alle gemeinsam an und werkeln an einer gemeinsamen Vorstellung, die vielleicht sogar bis zum Ende der 11 Tage gar nicht final und abgeschlossen sein wird. Der Zufall wird so quasi zu einem festen Akteur des Geschehens.



Dekoration in der alten Maschinenhalle für die Oldenburger Kultur Veranstaltungsreihe The Same But Different
Deko, die durch den Zufall entsteht. GIF: Kulturschnack

"Ich war gestern noch in einer alten Scheune und hatte ein paar Dekorationen mit einem Sprinter abgeholt und sah da noch so ein Rohr liegen. Ich hatte noch absolut keine Vorstellung davon, wofür wir das gebrauchen könnten, aber ich habe es einfach mal trotzdem eingepackt. Später schmissen es aus dem Nichts zwei der Künstler, die gerade vor Ort waren, mit Schwung über einen der Träger hier in der Halle. Wäre ich nicht drauf gekommen, aber fand ich gut!", erzählt Söncke hierzu als passende Anekdote.


Von der Bläserklasse zum Allround-Talent


Für eine solche Gelassenheit und die Bereitschaft zur Spontanität muss man aber auch erstmal gemacht sein und den Zustand des Ungewissen auch aushalten können. Er kenne es einfach nicht anders und das sei einfach so, damit müsse man sich arrangieren und über die Jahre hätte er gelernt, dass es nie so kommt, wie man es eigentlich plant.


Veranstalter der Kulturreihe The Same But Different in Oldenburg
Der Kopf hinter Diggin in the treasure box. GIF: Kulturschnack

Und Söncke ist auf jeden Fall schon seit den ganz frühen Jugendtagen dabei sich diese Gelassenheit anzueignen. Denn schon mit 13, 14 Jahren übernimmt er freiwillig organisatorische Aufgaben für die Konzerte und Auftritte seiner Bläserklasse und saugt wie ein Schwamm jegliches Wissen rund um die Kultur auf und wird so zu einer Art Multitalent, das überall mitwirken und mitanpacken kann. Seine Ursprünge lägen in der klassischen Musik, erzählt Steinweg im Gespräch. Doch mit der Zeit führte ihn der Weg durch diverse musikalische Gefilde, die sich nun auch im Programm von [The] Same But [Different] spiegeln.

Kleine Hürden, für viel Kultur


Wir sind der Meinung: genau solchen Mut, "einfach mal zu machen", den braucht es! Immer wieder und sollte mit "einfach mal hingehen" und auschecken belohnt werden! Wenn ein Ticket erforderlich ist, gibt es an den meisten Tagen sogar ein solidarisches Ticketmodell, bei dem zwischen unterschiedlichen Preisstufen selbst gewählt werden kann.


So soll möglichst niemand auf das Kulturerlebnis seiner Wahl verzichten müssen. Finden wir top!