TATSÄCHLICH EIN EREIGNIS

Am Wochenende vom 2. bis 4. September fand die zweite Auflage von „Ein außergewöhnliches Ereignis“ - kurz: EAE - statt. Würde das Elektro-Festival an den Erfolg der Premiere anknüpfen können? Gab es Schwierigkeiten oder lief alles glatt? Wir haben uns das für euch angeschaut - und Gesine vom Freizeitlärm e.V. im Videointerview befragt.




Im Grunde fing alles schon an, als man noch über die Holler Landstraße durch die laue Sommernacht stadtauswärts fuhr: Deutlich mehr Menschen als sonst waren unterwegs, meist jung, aber manchmal auch schon etwas älter. Es lag ein gewisses Kribbeln in der Luft, dass ich immer (und nur) dann einstellt, wenn etwas Besonderes stattfindet. Und das war derer Fall, denn alle hatten dieselbe Richtung: raus zum Alten Klärwerk - einem Ort, den vor einem Jahr noch keiner kannte und den nun alle lieben, die einmal dort waren.


Zurecht, wie sich an diesen drei Tagen im September einmal mehr herausstellt. Das Team vom Freizeitlärm e.V. hat das Areal des OOWV, das einst tatsächlich als Klärwerk diente, stimmungsvoll umgestaltet und in neue Farbwelten getaucht. Von der Nüchternheit der einstigen Funktionalität: nichts mehr zu spüren. Stattdessen eine überaus entspannte Atmosphäre, aber auch eine spürbare Lust der Menschen, bei einem - nun ja - außergewöhnlichem Ereignis dabei zu sein. Kein Wunder, dass der Samstag wegen der enormen Nachfrage gleich mehrfach hätte ausverkauft werden können. Das Limit lag jedoch bei 1.000 Personen - das auch am Freitag knapp erreicht wurde.



Ein Ereignis war es tatsächlich. Großartige Künstler:innen legten bisweilen harte, meist aber auch für „Gelegenheits-Elektros“ gut tanzbare Sets hin. Sowohl hinter als auch vor den Turntables herrschte ausgelassene, aber vollkommen friedliche Stimmung. Dazu beigetragen haben dürfte auch das Awareness-Konzept der Veranstaltung, das eine gleichermaßen angenehme Erfahrung für alle möglich machen sollte. Das ist weniger selbstverständlich als viele von uns denken und deswegen umso wichtiger.


Spannend war zudem, dass ein Elektro-Festival keineswegs nur in dunkler Club-Atmosphäre funktioniert. Klar: Nachts war es am vollsten, nachts passierte am meisten. Die Light-Show konnte voll wirken, die fantastischen Projektionen von Künstler:innen wie Die goldene Inge und Menso von Ehrenstein auf dem Agravis-Silo nördlich der Hunte waren dann erst möglich. Deshalb fanden die gefühlten Höhepunkte tatsächlich in der Dunkelheit statt.


Aber auch bei Tageslicht waren Stimmung und Sound einen Besuch absolut wert. Das war sogar beim traditionell (falls man dieses Wort nach zwei Auflagen schon verwenden kann) schwächer besuchten Sonntag sichtbar. Die Sets waren deutlich entspannter und passten sich der wunderbaren Stimmung an diesem 26 Grad heißen Septembertag an. Der Kontrast zur Nacht war zwar enorm - aber der Tag ist auf andere Weise cool. Tipp fürs nächste Jahr: Vergesst das nicht und nehmt den Sonntag mit.



Und wie fällt die Bilanz der Veranstalter:innen aus? Wir haben uns mit Gesine vom Freizeitlärm e.V. zusammengesetzt und sie gefragt. Stellvertretend fürs gesamte Team war sie zwar leicht übernächtigt, aber auch sehr zufrieden mit dem Verlauf. Es gab tatsächlich keinerlei Zwischenfälle und anders als im letzten Jahr war das Wetter geradezu perfekt. Dank der enormen Resonanz dürfte zudem eines klar sein: Oldenburg will dieses Festival. Drücken wir also die Daumen, dass die tollen Menschen hinter dem EAE auch im kommenden Jahr Lust haben, uns ein außergewöhnliches Ereignis zu bescheren.