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MUSEUMSTAG IN OLDENBURG

  • 12. Mai
  • 5 Min. Lesezeit

Beim Stichwort „Museumsreif“ haben viele von uns zunächst eher abwertende Assoziationen: betagt, altmodisch, out of date. Man kann den Begriff aber auch ganz anders lesen. Denn was ins Museum kommt, ist manchmal vielleicht alt. Aber es ist ganz sicher etwas anderes: spannend, außergewöhnlich, relevant. Glaubt ihr nicht? Dann prüft es nach - am Internationalen Museumstag, dieses Jahr am 17. Mai!

Das Landesmuseum für Natur und Mensch in Oldenburg
Große Vielfalt: am Museumstag herrscht die Qual der Wahl. (Collage: Kulturschnack, Bilder: Museen, Kulturschnack)

Kurze Rückblende: Erinnert ihr euch an euren letzten Museumsbesuch? An den Moment, als ihr vor dem Gebäude standet? Vielleicht war es das Landesmuseum für Kunst & Kultur, sprich: das Schloss, vielleicht war es auch der Oldenburger Kunstverein. Welches auch immer es war: Es hatte eine gewisse Aura, oder? Etwas, das man bei den meisten anderen Gebäuden nicht sieht oder spürt. Entweder altehrwürdig und erhaben - oder hochmodern, puristisch, aufs Wesentliche konzentriert.


Es scheint eine ungeschriebene Regel zu geben: Museen befinden sich entweder in prächtigen Altbauten mit großem Eingangsbereich, vielleicht sogar einigen Säulen oder Skulpturen entlang der Treppenstufen. Oder Museen befinden sich in architektonisch spektakulären Gebäuden, die mit klaren Linien einen kontrastierenden Rahmen für die Kunstwerke bieten. In jedem Fall sind diese Orte nicht: alltäglich und austauschbar.



Egal ob digital oder analog: die Museen sollen "mit Freude" entdeckt werden. (Grafik: Dt. Museumsbund)
Egal ob digital oder analog: die Museen sollen "mit Freude" entdeckt werden. (Grafik: Dt. Museumsbund)

Erinnerung und Erlebnis


Warum? Ganz einfach: Weil die Museen selbst nicht alltäglich und austauschbar sind. Sie sind nicht etwa Abstellkammern für olles Zeug, sie sind nicht hoffnungslos veraltet und unmodern. Selbst auf das simpelste Museum der Welt träfe all das nicht zu. Denn: Sie bewahren die Erinnerungen unserer Gesellschaft. Und mit ihnen ist es genauso wie mit unseren eigenen: sie sind prägend, lehrreich, oft sogar bedeutend. Es ist wichtig, dass wir sie haben. Aber: wenn wir andere daran teilhaben lassen wollen, kommt es darauf, wie man davon erzählt. Wie bei jeder guten Geschichte zählen Blickwinkel, Storyline und Spannungsbögen. Stimmt alles, dann haben wir etwas davon. Bei uns selbst - und im Museum.


Der Internationale Museumstag lädt uns alle dazu ein, diese These selbst nachzuprüfen. Denn geben wir zu: Im Alltag gibt es kleinere Hemmschwellen, die verhindern, dass wir den eingangs erwähnten Moment vor dem Museum häufig erleben. Da ist zum einen der Preis, auch wenn er bei den Oldenburger Häusern insgesamt als sehr moderat einzustufen ist. Die großen Kunsthäuser in den Metropolen rufen jedenfalls andere Tarife auf. Zum anderen fehlt häufig der konkrete Anlass. Also der Zeitpunkt, an dem man zu sich sagt: Jetzt aber!



Eigentlich sind das schon genug Gründe, um den 17. Mai voll und ganz den Oldenburger Museen zu widmen und dabei einen ereignis- und lehrreichen Tag zu erleben. Aber wir setzen noch einen drauf. Genauer gesagt setzen wir sogar fünf drauf, denn die Oldenburger Museen waren allesamt bereits Gäste in unserem Podcast. Einfach auf das jeweilige Bild klicken - und dann ganz tief eintauchen!


Der perfekte Anlass


Der Museumstag löst beide Probleme. Zum einen bieten die Oldenburger Häuser allesamt freien Eintritt. Das heißt also: Man kann völlig kostenfrei auf Entdeckungsreise gehen. Und weil eben alle dieses Angebot haben, ist auch ein Anlass da: Man sollte diese Gelegenheit einfach nutzen. Denn wie gesagt bedeutet sie nicht etwa, in altem Krempel nach halbwegs Brauchbarem zu suchen. Sie bedeutet etwas ganz anderes: nämlich Eintauchen in andere Zeiten, Themen, Kontexte. Das Schöne entdecken in Dingen und Informationen, für die man sich im Alltag kaum Zeit nimmt. Dazulernen durch sinnliche Erfahrung statt Online-Schulung oder Frontalunterricht. Auf alle Besucher:innen wartet eine inspirierende, lehrreiche Erfahrung - und das ohne große Kosten und Mühen.


7 FAKTEN ZUM INTERNATIONALEN MUSEUMSTAG BEDEUTEND FÜR DIE GESELLSCHAFT

  • Der Internationale Museumstag wurde im Jahr 1977 vom „International Council of Museums“ (ICOM) eingeführt, um auf die gesellschaftliche Rolle der Museen aufmerksam machen.

  • Der Tag findet einmal jährlich am zweiten oder dritten Sonntag im Mai statt.

  • In Deutschland steht er unter der Schirmherrschaft der Bundesratspräsident:innen. Aktuell ist das der Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen, Andreas Bovenschulte (SPD).

  • Das Motto des Museumstages wechselt immer wieder, in diesem Jahr etwa „Museums uniting a divided world“. In Deutschland war es in den letzten Jahren aber stets dasselbe: "Museen mit Freude entdecken".

  • Ziel ist es, die attraktive Museumslandschaft in das Blickfeld der Öffentlichkeit rücken und auf das breite thematische Spektrum der mehr als 6.000 Museen in Deutschland aufmerksam machen.

  • Die Museen sollten die Möglichkeit haben, in einer gemeinsamen Aktion auf die Bedeutung ihrer Arbeit hinzuweisen und einen Museumsbesuch anregen.

  • In diesem Jahr nehmen in Deutschland über 1.400 Museen mit mehr als 3.500 Aktionen zum Entdecken in ihre Häuser ein. In Oldenburg ist in der Regel die gesamte Museumslandschaft mit dabei.


Ohne Mühen? Ja, richtig. Denn wir fassen hier zusammen, welche Museen* am Internationalen Museumstag teilnehmen und ob es spezielle Angebote gibt Das klingt gut? Na, dann los.


Siehe Landesmuseum für Kunst & Kultur.

Öffnungszeit: 11 bis 18 Uhr


Ausstellung


„Noah Berrie: Antiphon“


Führungen


  • 11.30 Uhr Kurzführung mit Elena Gratzke, Franziska de Vries und Maja Giebeler durch die Ausstellung.

  • 14 Uhr Kurzführung mit Elena Gratzke, Franziska de Vries und Maja Giebeler durch die Ausstellung.

  • 16 Uhr Kurzführung mit Elena Gratzke, Franziska de Vries und Maja Giebeler durch die Ausstellung.


Mitmachen


15 bis 18 Uhr

Der Klangkünstler Noah Berrie lädt zu einem offenen Workshop ein. Große und kleine Besuchende können mit ihm kleine Lautsprecher aus Papier bauen.

Öffnungszeit: 10 bis 18 Uhr

Ausstellungen


Führungen


  • 11 Uhr: Führung durch „Christoph Niemann. Randnotizen“ mit Dirk Meyer

  • 14 Uhr: Führung durch „Horst Janssen. Neu entdeckt!“ mit Dirk Meyer

  • 14 Uhr: Führung durch „Christoph Niemann. Randnotizen“ mit Geraldine Dudek

  • 16.30 Uhr: Führung durch „Horst Janssen. Neu entdeckt!“ mit Geraldine Dudek

Mitmachen


10 bis 18 Uhr

„Einfach zeichnen, könnte ja gut werden“

Hier entstehen mit wenigen Strichen überraschend witzige Zeichnungen. Eine kurze Anleitung aus der Feder von Christoph Niemann hilft dabei – und zeigt: Zeichnen kann jede/r!


10 bis 18 Uhr

„Photo Drawing“

Mit frischem Blick die Welt entdecken: New Yorker Stadtansichten werden zur Spielwiese für eigene Ideen. Mit bunten Filzstiften lassen sich ungewöhnliche Details hervorheben und ganz neue Bilder erfinden. Begleitet werden die Mitmachstationen von einem Team der Kunstvermittlung, das gern unterstützt und inspiriert.


Mit der Kreativtasche durch die Ausstellung

Einfach losziehen und entdecken: Familien können die Ausstellung „Christoph Niemann. Randnotizen“ ganz in ihrem eigenen Tempo erleben. Mit einer Kreativtasche ausgestattet wird der Rundgang zu einem spielerischen Erlebnis. Die Taschen können Sie kostenlos an der Kasse ausleihen.


Öffnungszeit: 10 bis 18 Uhr


Ausstellungen


  • Leyla Yenirce. Werdegang“ (Augusteum)

  • Plakat-Kunst“ (Schloss)

  • Galerie Neue Meister (Prinzenpalais)

  • Galerie Alte Meister (Augusteum)

  • Historische Räume, Kulturgeschichte des Oldenburger Landes und Sammlung Kunstgewerbe und Design (Schloss)


Führungen


  • 11 Uhr: Führung durch den SchlossgartenTreffpunkt: Kasse im Schloss

  • 14 Uhr: Führung durch die Sonderausstellung „Leyla Yenirce. Werdegang“Treffpunkt: Kasse im Augusteum

  • 15 Uhr: Highlight-Rundgang durch die Galerie Neue MeisterTreffpunkt: Kasse im Prinzenpalais


Mitmachen


Ab 11 Uhr

Mitmach-Workshop „Spuren und Stimmen“ (Schlossatelier)


Ab 14.30 Uhr

„Gemälde“ à la Henri Matisse mit buntem Transparent- und Tonpapier anfertigen (Schlossatelier)


Ab 14.15 Uhr

Lindy-Hop-Crashkurs (Schlosssaal)


Ab 15 Uhr

Lindy-Hop Tea-Dance (Schlosssaal)


Öffnungszeit: 10 bis 18 Uhr


Ausstellungen


  • Dauerausstellungen „Moor“, „Geest“, „Küste und Marsch“

  • „Mineraliengewölbe“

  • Eine Sonderausstellung „Kristallmagie. Verborgener Zauber dunkler Turmaline“.


Führungen


  • 12 Uhr Tiere in Wald und Feld (Geest) mit Kirsten Preuss

  • 14 Uhr Colonialism and Science | auf Englisch mit Thomas Götze

  • 16 Uhr Moorarchäologie mit Thomas Götze


Mitmachen


  • 11 bis 17 Uhr Schmuck durch die Jahrtausende – Schmuck nach Vorbildern aus Steinzeit und Bronzezeit fertigen (im Werkraum)

  • 11 bis 17 Uhr Archäologische Ausgrabung für Kinder im Museumshof

  • 11 und 13 Uhr Bilderbuchkino: „Mats und die Wundersteine – eine Geschichte mit zwei Enden“ auf Deutsch, Arabisch und weiteren Sprachen, mit Maryam Ghandehari


Pelle – der Späti

Snacks und Getränke im Museumshof

Öffnungszeit: 12 bis 18 Uhr


Ausstellungen


  • Dauerausstellung „Heimcomputer und Spielkonsolen der 1970er und 80er Jahre“,

  • Sonderausstellung „50 Jahre Apple – Vom Garagenprojekt zur globalen Kultmarke“


Führungen


14 und 16 Uhr


Mitmachen


Quiz-Rallye und weitere Überraschungen

Siehe Landesmuseum für Kunst & Kultur.



* Der Oldenburger Kunstverein befindet sich in den Vorbereitungen zur neuen Ausstellung, die am 29. Mai startet, das Stadtmuseum Oldenburg bereitet seine Neueröffnung am 6. und 7. Juni vor. Deshalb nehmen beide Häuser nicht am Internationalen Museumstag 2026 teil.

 
 
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