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ROCK GEGEN RECHTS 2026

  • vor 5 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Tag

Der letzte Abend im April hat einen großen Vorteil: Man hat am Tag danach frei. Deshalb eröffnen sich allerhand Möglichkeiten, etwas Feines mit seiner Zeit anzufangen. Und während die einen ziellos durch den Abend schweifen, haben die anderen ein ganz klares Ziel: Den Schlossplatz. Denn dort heißt es zum 25. Mal: Rock gegen Rechts.


Kämpferisch: Trotz der klaren Symbolik geht es (mindestens) genau so sehr um Musik (Grafik: Rock gegen Rechts)
Kämpferisch: Trotz der klaren Symbolik geht es (mindestens) genau so sehr um Musik (Grafik: Rock gegen Rechts)

Eigentlich ist der Titel dieser Veranstaltung eine klare Sache: Rock gegen Rechts - da weiß man, was man kriegt. Und dennoch wirft er Fragen auf. Was ist das nun: Konzert? Demo? Was überwiegt und was ist nur Beiwerk?


Die klare Antwort lautet: Nichts von beidem. So richtig voneinander trennen kann man das nämlich nicht. Keineswegs handelt es sich um eine reine Demonstration, auf der die Musik nur als akustische Untermalung läuft. Auch sollen die Bands keine knallharten Statements zum Motto des Abends abgeben (tun sie aber manchmal doch ganz gern). Vollkommen unpolitisch ist die Bühne bei „Rock gegen Rechts“ aber auch nicht. Die Bands müssen zwar über keine explizite politische Agenda verfügen, aber sie sollten einen klaren moralischen Kompass haben. Deshalb: keine Chance für solche Jungs!


Zum Glück findet man in der Region genügend Bands, die alle Kriterien erfüllen. Und das heißt: Sie passen (A) inhaltlich ins Konzept, weil sie eine Haltung haben und zeigen - und sie haben B) musikalisch einiges drauf, machen live richtig viel Spaß oder beides gleichzeitig.


ROCK GEGEN RECHTS

MIT: KAFVKA | MARDERSCHADEN | MIEZE | QUEER-FEMINISTISCHER CHOR DIENSTAG, 30. APRIL, 19 UHR


SCHLOSSPLATZ OLDENBURG EINTRITT FREI!


Bedenken über Bord


Im Grunde müsste man all das eigentlich gar nicht mehr erklären. In diesem Jahr findet Rock gegen Rechts bereits zum 25. Mal statt, wie immer exzellent organisiert von der DGB-Jugend Oldenburg-Ostfriesland, wahrscheinlich wieder mit etwa zweitausend Besucher:innen. Das heißt: seit einem Vierteljahrhundert läuft das Spektakel schon - da müssten es ja mittlerweile alle knapp 180.000 Oldenburger:innen kennen. Oder?



Entspannte Stimmung: Rock gegen Rechts hat zwar eine klar Haltung, aufgheizte Protestatmosphäre sucht man auf dem Schlossplatz aber vergeblich. (Bild: Kulturschnack)
Entspannte Stimmung: Rock gegen Rechts hat zwar eine klar Haltung, aufgheizte Protestatmosphäre sucht man auf dem Schlossplatz aber vergeblich. (Bild: Kulturschnack)

Nein, leider nicht, zumindest nicht aus eigener Anschauung. Womöglich liegt es am Titel der Veranstaltung: Der ist zwar genau richtig, weil er exakt beschreibt, was man bekommt. Er schreckt jedoch bestimmte Bevölkerungsgruppen ab. Nämlich jene, die mit Rock nichts am Hut haben - und jene, die nicht unbedingt politisch Position beziehen wollen.


Deswegen an dieser Stelle unser Appell: Schmeißt alle Bedenken über Bord und kommt am 30. April auf den Schlossplatz, Der Abend zeichnet sich nämlich durch eine besondere Stimmung aus, weil er sehr viel richtig macht. Denn obwohl er bereits im Titel eine klare Aussage trifft, ist die Atmosphäre freundlich, integrativ, angenehm. Dass mit Kafvka (Rap/Rock aus Berlin), Marderschaden (Punkrock aus Oldenburg) und Mieze (Rock aus Oldenburg) drei richtig gute Bands - und zwei davon aus der direkten Nachbarschaft - auf der Bühne stehen, macht den Abend richtig rund. Neugierig? Kein Problem: weiter unten gibt's eine Playlist!


KAFVKA BEI ROCK GEGEN RECHTS ​

ZUM JUBILÄUM EIN COUP

Nein, Kafvka sind nicht Kraftklub. Ganz so berühmt wie ihre Kollegen aus Chemnitz sind die Berliner nicht, auch wenn sie musikalisch in ähnlichen Gefilden unterwegs sind. Dennoch ist das Quartett eine große Nummer für Rock gegen Rechts in Oldenburg. Zum einen bringt die Band Erfahrung von Festivals wie Hurricane, Deichbrand und Rock am Ring mit - zum anderen ist sie für den vielleicht größten Demo-Hit Deutschlands verantwortlich. Wir haben mit Sänger/Rapper Jonas Kakoschke über den Auftritt in Oldenburg und vieles mehr gesprochen.

Headliner von Rock gegen Rechts 2026 in Oldenburg: Die Berliner Band Kafvka.(Bild: Fernanda Augen)
Headliner von Rock gegen Rechts 2026 in Oldenburg: Die Berliner Band Kafvka.(Bild: Fernanda Augen)

Ihr spielt in Oldenburg bei Rock gegen Rechts. Lag das zufällig auf einer Tour-Route oder war es euch ein Anliegen, das zu supporten?

Es ist kein Zufall. Wir wurden angefragt und haben gemeinsam entschieden, dass wir das wichtig finden und auf jeden Fall machen wollen. Wir spielen unsere Musik auch gern auf riesigen Festivalbühnen, wo es auch ums Partymachen geht. Aber uns ist auch weiterhin wichtig, politische Veranstaltungen wie „Rock gegen Rechts“ zu unterstützen. Im Fall von Oldenburg kommt noch hinzu, dass wir fast genau ein Jahr nach dem Tod von Lorenz dort sein werden. Wir hoffen natürlich, dass seine Familie und die Initiative „Gerechtigkeit für Lorenz“ auf der Veranstaltung präsent sein werden, um an diese schreckliche Tat zu erinnern und gemeinsam um Lorenz zu trauern. Das volle Interview mit Jonas lest ihr hier!


Niemand ist unrockbar

Ach, du magst gar keinen Rock? Das ist okay. Dann appellieren wir einfach - wie immer an solch einer Stelle - an deine Neugier. Uns geht es jedenfalls immer wieder so, dass wir Veranstaltungen ganz großartig finden, wenn wir uns voll darauf einlassen - auch wenn sie nicht unseren persönlichen Geschmack widerspiegeln. Mit diesem einfachen Experiment verlässt man seine eigene kleine Blase bzw. seine musikalische Komfortzone und wird mit einer neuen Erfahrung belohnt - ganz egal, wie man sie im Nachhinein beurteilt.


Letztlich kann sowieso nichts passieren, schließlich gibt es einen Act ganz ohne Gitarre: Der Queer-feministische Chor Oldenburg ist in diesem Jahr erstmals als Special Guest mit dabei - und das nur ein Jahr nach der Gründung! Nachdem die letzten drei Jahre der Oldenburger Kneipenchor mit Rocksongs von Acts wie blink-182 und The Offspring begesistert hat, darf man jetzt auf das Repertoire des Queer-Feministischen Chores gespannt sein. Wir sind es jedenfalls!



Bei Musik gilt: Hören ist besser als lesen. Deshalb gibt's hier die Kostproben der diesjährigen Acts!


Folgt euren Ohren


Letztlich darf man sowieso fragen: Was soll schiefgehen? Rock gegen Rechts ist ein Open Air Live-Konzert im wunderbaren Ambiente des Schlossplatzes, mit tollen lokalen Bands, erstklassiger kulinarischer Versorgung und einer positiven politischen Botschaft. Mehr kann man an einem einzigen Abend gar nicht erwarten.


Ihr braucht also nicht ziellos umherzuschwirren, auf der Suche nach dem ultimativen Ziel. Ihr findet es ganz einfach, im Herzen der Stadt. Ihr braucht nur euren Ohren zu folgen. Dort ist alles bereitet für einen großartigen Abend. Schließlich sind zwei Dinge frei: Der Eintritt - und der Tag danach!


 
 
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