MACHT (DER) MUSIK!
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Aktualisiert: vor 5 Stunden
Die Musikschule der Stadt Oldenburg feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Dabei feiert sie nicht nur ein halbes Jahrhundert voller Musik, sondern blickt mit ihrem bevorstehenden Festjahr auf unzählige Geschichten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zurück, die hier so viel mehr als bloß „ihr“ Instrument fanden. Was das genau ist, das lest ihr hier.

Immer wieder gab es Entwicklungen innerhalb unserer Stadt, die durch ein bestimmtes gesellschaftliches Momentum begünstigt wurden und nun noch bis heute die Kulturlandschaft Oldenburgs prägen. In den vergangenen Monaten habe Dimitri Melnik, seit 2024 Leiter der der Musikschule der Stadt Oldenburg, ganz schön viel in den Untiefen des Stadtarchivs hinsichtlich der Ursprungsgeschichte der Institution nachgelesen und auch hier liegt der Fall wohl recht ähnlich gelagert. Die deutschlandweite Bildungsexpansion der 70er Jahre und damit einhergehende Begriffe wie die „musikalische Früherziehung" fielen in einen ähnlichen Zeitraum wie der 1969 festgelegte Strukturplan des Verbands deutscher Musikschulen, der erstmals eine einheitliche und übergreifende Blaupause für den Aufbau einer solchen Einrichtung lieferte.
So kam es, dass zu genau dieser Zeit in der gesamten Bundesrepublik immer mehr öffentliche Musikschulen das Licht der Welt erblickten und auch an Oldenburg durch die Kommunalisierung der beiden Vereine „Jugendmusikschule e.V.“ und „Volksmusikschule e.V.“ dieser Trend nicht vorbeiging. Diese grundlegend neue Weichenstellung, die damit einhergehende verlässliche Finanzierung sowie der klare Bildungsauftrag wirken auch in diesem Fall bis heute in die Gegenwart. Weit über die Lehre am Instrument hinaus übernimmt die Musikschule Verantwortung für die kulturelle Teilhabe und stärkt gerade junge Menschen nachhaltig in ihrer Persönlichkeit - losgelöst von den vorherrschenden finanziellen Verhältnissen, da die Unterrichtsentgelte sozial gestaffelt werden. Denn „Musik appelliert an etwas zutiefst menschliches in uns, was uns einfach besser macht - friedlicher, kooperativer, toleranter, geduldiger“, so Melnik im Gespräch.
TAG DER OFFENEN TÜR
MUSIKSCHULE DER STADT OLDENBURG
26122 OLDENBURG
13:00 - 18:00 UHR
Mehr als bloße Lehrkräfte
Wie könnte man diese Qualitäten nun besser präsentieren, als seine Türen einfach allen Interessierten zu öffnen und sie im Bestfall diese Erfahrung für sich selbst machen zu lassen. Nachdem die Musikschule am 18. September mit einem großen Festakt im Oldenburgischen Staatstheater in ihr Jubiläumsjahr startet, hat man am folgenden 19. September die Möglichkeit sich beim Tag der offenen Tür selbst auszuprobieren, sich die Schule genau anzuschauen, kleine Konzerte zu genießen und an Führungen teilzunehmen, bei denen alle Fragen, die womöglich bereits unter den Fingernägeln brennen, gestellt werden können.

Der Festakt selbst ist jedoch nur für geladenes Publikum und das aus gutem Grund. An diesem Abend sollen vor allem diejenigen im Fokus stehen, die die Schule als solche in dieser Form tragen. Neben Familienangehörigen, den stolzen Elternteilen und weiteren Ehrengästen sind es vor allem die aktuellen und ehemaligen Lehrkräfte sowie das Verwaltungsteam, das an diesem Abend nicht fehlen darf. „Die Mitarbeitenden der Musikschule, das sind die Garanten unseres Erfolgs über die gesamten 50 Jahre hinweg“, bekräftig Melnik. Viele von ihnen seien über die Zeit für einzelne Schülerinnen und Schüler weit mehr als bloße Lehrkräfte gewesen, sondern übernehmen bis heute auch immer wieder die Rolle einer Mentorin oder eines Mentors. Für einzelne seien sie in Folge dessen zu wirklichen Bezugspersonen geworden, die eine Konstante im Alltag der Schülerinnen und Schüler bilden und im Idealfall Orientierung und Sicherheit bieten.
Doch auch nach diesen ersten beiden Highlights, soll das Jubiläumsjahr seinem Namen gerecht werden und weitere Gelegenheiten folgen, die Arbeit der Musikschule für sich zu entdecken. Neben Konzerten der Ensembles ist dabei eine Workshopwoche in Planung, bei der der eigentliche Unterricht pausiert und stattdessen Angebote wie Songwriting, Ausflüge in die Musikgeschichte oder unterschiedliche Aufnahmetechniken im Vordergrund stehen. Einzelne der Workshops werden dabei nicht nur für die Schülerinnen und Schülern der Musikschule, sondern auch für externe Gäste geöffnet sein. Die Termine werden, nach dem großen Auftakt, im Verlauf des weiteren Schuljahres bekannt gegeben.
Einfach unersetzlich
Auch mit Blick auf die Zukunft und die nächsten 50 Jahre ist Dimitri Melnik als Leiter der Schule voller Optimismus. In der Vergangenheit habe sich die Musikschule immer wieder neuen Gegebenheiten anpassen, neue Felder erschließen können und sei hierdurch schon lange kein Ort mehr, an dem bloß das Handwerkszeug für die Klassiker der Instrumentenwelt zu lernen seien. Schon früh habe man ein eigenes Jazz-Profil entwickelt (inzwischen ein echtes Markenzeichen der Schule) und auch DJing (ja, auch mit echtem Vinyl), klassische Musikproduktion bis hin zur App-Musik über Tablet oder Smartphone wird angeboten. So schafft die Musikschule diverse Anknüpfungspunkte, die den entscheidenden Schritt in die musikalische Selbstentfaltung möglichst niedrigschwellig gestalten sollen.

Den Kontakt zu den Schulen möchte man zukünftig noch weiter intensivieren, vor Ort sein und dabei neue Ansätze für ansprechende Angebote entwickeln, die den Lebensrealitäten von Eltern und vor allem den Kindern gerecht werden. Denn gerade im Hinblick auf die Ganztagsbetreuung, verbringen Kinder heute wesentlich mehr Zeit in den Schulen als früher. Dass ihm dadurch oder auch durch den technologischen Fortschritt, der via Knopfdruck Musik entstehen lässt, die Schülerinnen und Schüler eines Tages ausgehen, darum macht sich Melnik keinerlei Sorgen. Mit den eigenen Händen oder der Stimme selbst Musik entstehen zu lassen erzeuge einfach viel zu viel Freude, die keine künstliche Intelligenz jemals hervorrufen könne, ist er sich sicher. Besonders stark werde das innerhalb der Ensembles deutlich.
„Da entsteht so eine Energie, wenn man neben einem Menschen sitzt und Musik macht, das spürt man wirklich körperlich.“
Diese Selbstwirksamkeit, die gemeinsame Anspannung und auch die miteinander geteilten Erfolge - all das lasse sich nicht simulieren. Gerade in diesen Erfahrungen sieht er einen essenziellen Beitrag seitens aller Musikschulen, jungen Menschen möglichst früh den Wert unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts und eines gegenseitigem Verständnisses füreinander zu vermitteln. Diesen Wert kann man vermutlich also gar nicht hoch genug einschätzen. Wer also selbst schon immer mit dem Gedanken gespielt haben sollte, doch nochmal zu einem Instrument greifen zu wollen oder das Interesse an Musik bei seinem Kind geweckt sieht, hat gerade in einem solchen Jubiläumsjahr mehr als nur eine Chance, die ihr euch aus den genannten Gründen nicht entgehen lassen solltet.
Mehr Informationen findet ihr auf den Seiten der Musikschule: www.oldenburg.de/startseite/kultur/kunst-kultur/musikschule


