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ACOUSTIC SESSION: CURLY FRIES

  • vor 4 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Dass Curly Fries geschmacklich überragend sind, das wissen die meisten von euch vermutlich bereits seit langem. Dass sich dahinter jedoch auch eine fantastische, 5-köpfige Band verbirgt, die Poesie in ein kunstvolles, musikalisches Gewand verpackt, das hört ihr bei unserer dritten Ausgabe der Kulturschnack Acoustic Sessions.



Wir schreiben das Jahr 2022 und befinden uns an der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg. Kiki, Arne und Richard (die ursprünglichen Gründungsmitglieder) erfahren von einem Bandcontest, der in dieser Form erstmalig stattfindet und entschließen sich ganz spontan dazu, einen Beitrag einzureichen. Es winkt: ein Auftritt auf einem der größten und schönsten Spektakel, die unsere Stadt im Sommer so zu bieten hat - dem Kultursommer! Kiki hat einen Song geschrieben, wir haben den gemeinsam arrangiert und provisorisch aufgenommen und dann hat Richard mit uns schnell ein Video auf dem Osternburger Utkiek gedreht. Für den Bandcontest brauchten wir einen Namen um etwas einzureichen und da haben wir uns einfach nach einem sehr beliebten Mensaessen benannt. Und ja, bei dem Namen sind wir dann einfach geblieben", erinnert sich Arne an die damalige Zeit zurück.


Die 5 Bandmitglieder der Oldenburger Band Curly Fries stehen vor einer weißen Wand. Sie tragen lässige Kleidung, darunter Muster und gedeckte Farben. Neutrale Stimmung.
Starteten von null auf hundert! Foto: Curly Fries

Die Geburtsstunde der Curly Fries" hatte somit geschlagen und tatsächlich gehörte man überraschenderweise - für die Curlys zumindest, wie sich selbst gerne bezeichnen - im Anschluss sogar zu den Siegern des Wettbewerbs. Das hat natürlich Druck gemacht, da wir in der damaligen Besetzung gar nicht live hätten spielen können. Aber wir waren dann doch zuversichtlich, dass alles gut wird. Und so ist es dann auch gekommen." Binnen kürzester Zeit waren mit Klaas am Bass und Mariano an den Drums zwei weitere Bandmitglieder gefunden, die zudem nochmal einiges an musikalischem Know-How mit in die Runde brachten, das eigenes Set wurde zusammengestellt und einem erfolgreichen Gig stand nichts mehr im Wege! Mariano war jedoch nur für einen Austausch in Oldenburg und musste uns leider schon bald wieder verlassen. Die Drums hat dann der achtarmige Simon übernommen - eine Maschine am Schlagzeug, der uns für die aufkommenden Gigs begleitete und sehr bereicherte - bis er glücklicher Vater wurde, auf’s Land zog und der Rockstar-Lifestyle nicht mehr so gut passen wollte", erzählen sie mit einem Augenzwinkern. Seit 2025 bringt nun Michi die Trommeln und Becken zum Tanzen.


Keine Effekthascherei


Der Start ins Band-Dasein fiel also eindeutig in die Kategorie Von null auf hundert". Selten habe er einen solchen Fiebertraum erlebt, bei dem zwischen Eintritt in die Band und einem Auftritt vor tausenden Menschen gerade mal 3 Proben gelegen hätten, so Klaas. Doch ich habe jede Sekunde davon geliebt!" Und so wurde spätestens als im Anschluss an den Premierenauftritt immer mehr Anfragen auf die Band einprasselten, aus einer Schnapsidee ein ernstzunehmendes Unterfangen. Man habe in der letzten Zeit so viele Gigs gespielt wie noch nie, auch außerhalb Oldenburg, was für alle das Gefühl stärke, gemeinsam auf dem richtigen Weg zu sein. Auf die Frage wie und wo sich die fünf am ehesten musikalisch verorten, fällt schnell die Referenz „Element of Crime". Da freue man sich immer, wenn nach Gigs dieser Vergleich falle. „In meinen Augen ist die Musik sehr ehrlich, wenig effekthascherisch, aber dafür umso authentischer", findet Richard. Stattdessen finde man gerade in den vermeintlich einfachen Bildern eine besondere Tiefe zur Auseinandersetzung mit komplexen Lebensproblemen.


Die Oldenburger Band Curly Fries spielt in einem ehemaligen, industriell anmutenden Flugzeughangar auf dem Gelände des Fliegerhorst. Fünf Musiker, Beleuchtung, Mikrofone. Graue Wände, hohe Decke. Entspannte Stimmung.
Aktuell arbeitet die Band an der ersten eigenen EP. Foto: Kulturschnack / Connor McBriarty

Kiki, die Liedermacherin und Sängerin der Band, ergänzt: Die meisten meiner Texte entstehen auf dem Fahrrad - das bemerkt man vielleicht teilweise auch (lacht). Auf dem Fahrrad können die Gedanken frei kreisen und gleichzeitig gibt es viele spannende Eindrücke, die die Musik im Kopf beeinflussen: Menschen, denen man auf der Straße begegnet, die Geräuschkulisse, Natur, das Wetter." Nach einem solchen Brainstorming via Zweirad brauche es aber trotzdem noch eine Weile bis eine ihrer Song-Ideen, nach weiterer Ausarbeitung mit ihrer Ukulele, den Weg zu einer der Bandproben finde, wo dem Titel dann der entsprechende Feinschliff verpasst werde. Manchmal verändert sich Stil und Ablauf vom Song dann noch total. Das ist mega schön. Ich bin sehr froh, die anderen vier und ihre Ideen zu haben." Dass all diese Ideen letztlich Früchte tragen, das beweist nicht zuletzt auch ihre Performance des Songs „Gut Gut" bei den Kulturschnack Acoustic Sessions.


Poesie in Musikform


Der Song sticht dabei vor allem durch seine ausgefallene Komposition sowie den Text des Liedes hervor, der in seiner Struktur und Kikis Vortragsweise unmittelbar an die Welt der Poesie und der Poetry-Slams denken lässt - eine bewusste Entscheidung, wie sie bestätigt. Der Text zu diesem Song war am Anfang ein Sonett, das ich beim Geschirrspülen geschrieben habe. [...] Wenn ich dann ein Lied (oder ein Gedicht) mit einer bestimmten Versstruktur angefangen habe, dann ist es eine spaßige Herausforderung, die Struktur über das ganze Lied aufrechtzuerhalten. Das Lied verarbeitet ja auch starke Emotionen und ich habe es an einem grauen, verkaterten Januartag geschrieben. Aber gerade wenn die Emotionen tough sind, helfen Versstruktur und Reime an denen ich mich festhalten kann beim Schreiben. [...] Das zwingt mich auch durch den ganzen emotionalen Prozess durch. Das ist sehr wirksame Selbsttherapie (lacht)."


Musiker der Oldenburger Band Curly Fries in einem ehemaligen Flugzeughangar auf dem Fliegerhorst Gelände. Die Sängerin steht am Mikrofon, ein Gitarrist spielt, ein Schlagzeuger trommelt. Hintergrund: weiße Leinwand, entspanntes Ambiente.
Foto: Kulturschnack/Connor McBriarty

Inhaltlich handelt das Lied davon sowohl mit den eigenen Schwächen und Fehlern als auch denen anderer besser umgehen zu können. Kiki hoffe, dass ein solches Lied auch anderen gut tue. Alle Menschen würden schließlich Fehler machen und nur wenn man anderen Menschen und vor allem sich selbst verzeihen könne, könne man auch mit ihnen und sich selbst weiterhin gut leben und im Reinen sein. Auf den gängigen Streamingportalen wie Spotify und Apple Music sucht man Song und Band aktuell allerdings noch vergebens. Aber keine Sorge: im Hintergrund wird bereits eifrig an der Fertigstellung der ersten, offiziellen Studio-EP gewerkelt, die schon bald erscheinen soll. Bis dahin lässt sich diese Zeit natürlich mit der dritten Ausgabe unserer Kulturschnack Acoustic Sessions bestens überbrücken oder man wirft einfach einen Blick auf das Soundcloud Profil der lockigen Fritten", wo sich eine Reihe an Songs als Live-Aufzeichnungen finden, die bereits auf Großes hoffen und die Vorfreude steigen lassen!



Euren nun frisch geweckten, musikalischen Heißhunger könnt ihr über die nachfolgenden Links direkt stillen!




 
 
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