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SCREEN TIME #8: MYLISSA FITZSIMMONS & JAFFE ZINN

vor 8 Stunden
28 Min. Lesezeit

Das 33. Internationale Filmfest Oldenburg hat begonnen - und der Kulturschnack ist mitten drin! Für unser Format SCREEN TIME treffen jeden Tag eine Person aus dem Festivalbetrieb: Regisseur:innen, Schauspieler:innen oder jemand ganz anderen. Mit ihnen sprechen wir über die Filme, das Kino, die Unabhängigkeit und was uns sonst noch einfällt. Das Ergebnis? Findet ihr als Video auf unserem Insta-Kanal - und als Interview hier!


Screenshot aus „Bruton" von Vincent Grashaw der auf dem 33. Filmfest Oldenburg zu sehen ist
Liebeserklärung an die Heimat: Autorin und Regisseurin Mylissa Fitzsimmons verarbeitete in „Mackenzie“ persönliche Erlebnisse. (Bilder: Filmfest Oldenburg, Canva, Kulturschnack)


SCROLL DOWN FOR THE ENGLISH VERSION!



Es gibt Filme, bei denen der Abspann ähnlich lang ist wie das Kinoerlebnis zuvor. Oft sind hunderte Menschen in die Produktion eines Blockbusters involviert - und alle wollen am Ende natürlich genannt werden. Es gibt aber auch das genaue Gegenteil: Filme, in denen der Abspann bereites nach zehn Sekunden abgeschlossen wäre, weil so wenig Menschen daran beteiligt waren. Das sind die echten Hardcore-Independent-Produktionen - wie „Mackenzie“ von Mylissa Fitzsimmons.


Für das Screen Time-Interview kamen achtzig Prozent aller Beteiligten an diesem Film in unsere kleine Kulturschnack-Lounge im Acara-Hotel. Und während bei größeren Produktionen der Raum aus allen Nähten geplatzt wäre, blieb hier noch mehr als genug Luft zum Atmen - es waren nämlich gerade einmal vier Personen. Kurz vor der Weltpremiere erzählten Regisseurin Mylissa und Kameramann Jaffe ZInn davon, wie man einen Film mit einem Nano-Budget dreht, warum Kinofilme auch mal vom Gas gehen sollten, warum es auch Vorteile haben kann, wenn man alles selber machen muss - und was ein Wischmopp mit alledem zu tun hat.




MACKENZIE

BY MYLISSA FITZSIMMONS


FR 19 UHR

CINE K TICKETS


SA 14.30 UHR

CINE K




Mylissa, Ihr feiert hier in Oldenburg die Weltpremiere von „Mackenzie“. Kannst du euren Film in drei Sätzen beschreiben?


Mylissa: „Mackenzie“ handelt von diesem sensiblen Moment in der Kindheit, in dem die reale Welt anfängt, einem die Unschuld zu nehmen. Ein elfjähriges Mädchen läuft von zu Hause weg, um ihren Schwarm aus ihrer Lieblingsserie zu heiraten. Sie verirrt sich in der Wüste und muss sich schließlich mit all den falschen Entscheidungen auseinandersetzen, die sie getroffen hat.


Juniper, gespielt von Lucya Yusimov, verlässt ihr Zuhause und macht sich allein auf den Weg. Ich habe mich gefragt: Geht es eher ums Loslassen oder darum, seinen eigenen Weg zu finden? Was würdet ihr sagen?


Mylissa: Das ist tatsächlich eine gute Frage. Ich glaube, es ist ein bisschen von beidem. Vor allem geht es um diesen Moment, in dem ein Kind merkt, dass es erwachsen wird und dass die reale Welt für ein Kind ziemlich beängstigend sein kann. Es geht mehr um diesen fragilen Moment der Entdeckung, wenn ein Stück der kindlichen Unschuld verloren geht, weil man erkennt, wie die reale Welt wirklich ist – und die kann ziemlich beängstigend sein. Selbst als Erwachsene ist sie manchmal noch ziemlich beängstigend.


Jaffe: Als du gerade „Loslassen oder seinen eigenen Weg finden“ gesagt hast: Eigentlich ist es genau die Kombination aus beidem. Loslassen in dem Sinne, dass man nicht alles unter Kontrolle haben kann – und dann muss man seinen eigenen Weg dadurch finden. Ich glaube, darum geht es im Grunde.


Utah kann gleichzeitig rau und einladend wirken. Wie wichtig waren diese Gegensätze in der Landschaft für eure Entscheidung, dort zu drehen? Oder war das eher Zufall?


Jaffe: Wir haben dort gedreht, wo die Geschichte tatsächlich passiert ist. Der Film folgt im Grunde genau dem, was Mylissa als Kind erlebt hat.


Mylissa: Ja, dort bin ich aufgewachsen. Die Geschichte basiert auf mir, meiner Kindheit und dem, was ich damals gemacht habe. Und Jaffe ist Kameramann, Cutter und Sounddesigner – er konnte das Ganze also wirklich wie einen Spielplatz behandeln.



Unendliche Weiten: Juniper durchstreift eine gleichermaßen raue und reizvolle Wüstenlandschaft im Westen der USA. (Bild: Unsplash)
Unendliche Weiten: Juniper durchstreift eine gleichermaßen raue und reizvolle Wüstenlandschaft im Westen der USA. (Bild: Unsplash)

Jaffe: Ja, aber wir haben auch viel darüber gesprochen, wie die Landschaft die Psyche der Figur widerspiegelt. Mylissa hat mich zu den verschiedenen Drehorten mitgenommen, und wir haben viel darüber gesprochen, wie sich diese visuelle Landschaft im Laufe des Films verändern sollte und wie das widerspiegeln könnte, was sie als Figur gerade durchmacht. Das war also sehr bewusst gestaltet – zusätzlich zu der Tatsache, dass die Geschichte eben genau dort spielt. Wir haben die Landschaft immer durch die Frage betrachtet, wie sie die Psyche der Figur und das, was sie auf dieser Reise erlebt, widerspiegeln kann.


Mylissa: Und für mich persönlich ist es natürlich der Ort, an dem ich aufgewachsen bin. Dort verändert sich gerade unglaublich viel. Große Bauunternehmen kommen und entwickeln die Gegend, und dabei wird sie zerstört. Ich hatte einfach das Gefühl: Wenn ich das nicht jetzt festhalte, könnten diese wunderschönen, besonderen Orte irgendwann für meine eigenen Kinder nicht mehr da sein. Deshalb wollte ich diesen Moment festhalten, solange wir noch die Möglichkeit dazu hatten. Es ist auch ein kleiner Liebesbrief an die Gegend, in der ich aufgewachsen bin.


Lucya prägt den Film sehr. Das ist für ihr Alter sehr beeindruckend. Wart ihr von Anfang an überzeugt, dass sie einen ganzen Spielfilm allein tragen könnte? Oder war das eher ein Experiment?


Mylissa: Sie hatte noch nie geschauspielert. Sie war eine Freundin der Familie. Ich habe sie in den letzten paar Jahren quasi aufwachsen sehen. Beim Casting wussten wir, dass der ganze Film von der Schauspielerin abhängen würde – aber sie war eben keine Schauspielerin. Sie hatte noch nie gespielt. Das war ein echtes Risiko, eine echte Wette, und wir wussten bis zu dem Tag, an dem sie auftauchte, nicht, wie es funktionieren würde.


Wir dachten einfach: „Hey, vielleicht sollten wir eine kleine Probe drehen, damit sie sich vor der Kamera wohlfühlt.“ Und sobald wir angefangen hatten zu drehen, sahen Jaffe und ich uns an und dachten: „Ja. Das ist es.“



Leidenschaftliche Filmemacherin: Mylissa Fitzsimmons wolle eine in time Produktionserfahrung mit kleinem Team - und hat „Mackenzie“ genau so umgesetzt. (Bilder: Kulturschnack)


Jaffe: Als Mylissa mit dem Projekt auf mich zukam, war meine größte Sorge, dass alles davon abhängen würde, ob wir eine gute Schauspielerin finden. Sie hatte mir ein paar Videos geschickt, die sie von Lucy aufgenommen hatte, und das sah gut aus – aber man weiß es einfach nie.


Als wir dann am Set waren und mit der Probe angefangen haben, war Lucy sofort voll da. Ich hatte das Gefühl, wir drei waren sofort auf einer Wellenlänge. Und damit war die Sache eigentlich klar. Wir konnten direkt loslegen. Und die Probe – also dieser Test, um zu sehen, ob es funktioniert – ist tatsächlich im Film!

Mylissa: Egal, was sie gemacht hat: sie hat Anweisungen unglaublich gut umgesetzt. Sie hatte einfach ihre eigene kindliche Persönlichkeit, und genau das sieht man im Film – das ist einfach sie. Deshalb haben wir jeden Tag gesagt: „Wir haben so ein Glück. Wir haben wirklich so ein Glück.“


Jaffe: Sie war auch unglaublich gut darin, Mylissas Anweisungen umzusetzen und ihre Positionen zu treffen. Der Film wirkt sehr locker, ist aber gleichzeitig ziemlich präzise komponiert, und sie trifft innerhalb des Bildes genau die emotionalen Momente. Wir haben sie „Three-Take Lucy“ genannt, weil wir meistens nur einen oder zwei Takes brauchten. Und wenn es danach noch nicht gepasst hat, hat sie Mylissas Anweisungen immer sehr gut aufgenommen. Ich hatte noch nie die Gelegenheit, mit einer Schauspielerin zu arbeiten, die das so konnte.



Die Protagonistinnen des Film: Die junge Lucya als Juniper und  die charakteristische Landschafts Utahs. (Bild: Filmfest Oldenburg)
Die Protagonistinnen des Film: Die junge Lucya als Juniper und die charakteristische Landschafts Utahs. (Bild: Filmfest Oldenburg)

Mylissa: Sie ist ein kleines Einhorn. Ich hoffe, sie macht weiter. Sie hatte Spaß, wir hatten alle richtig viel Spaß. Wir waren nur vier Leute am Set und sind irgendwie zu einer kleinen Familie geworden. Sie hat uns jeden Tag aufgezogen. Wir mussten ziemlich viel über uns ergehen lassen – aber so, wie ein Kind das eben machen sollte. Es wurde sehr viel gelacht.


Jaffe: So nach dem Motto: „Seid ihr eigentlich wirklich Filmemacher?“


Mylissa: Sie hat unsere Professionalität ziemlich oft infrage gestellt. (lacht)


Ich habe mich gefragt, wie ihr das geschafft habt – aber offensichtlich ist sie einfach sehr selbstsicher vor der Kamera.


Mylissa: Ja, sie war ziemlich natürlich und konnte gut zuhören. Sie hat gemerkt, wenn etwas nicht richtig lief, und dann haben sie und ich uns immer wieder ausgetauscht. Jaffe kam dazu, Matt kam dazu, und wir haben gemeinsam noch einmal darüber gesprochen, was genau ich von ihr brauchte. Und dann konnte sie genau das umsetzen, was wir wollten.


Ich wollte einfach ein Kind. Ich wollte keine Schauspielerin. Ich wollte ein Kind. Und dafür war sie perfekt.

Jaffe: Ich glaube, es gab noch einen anderen Faktor, der geholfen hat. Wir haben ausschließlich mit natürlichem Licht gearbeitet. Es gab überhaupt keine klassischen Licht-Set-ups. Wir haben einfach das vorhandene Licht und die vorhandenen Räume genutzt. Unser Kamera-Setup war unglaublich klein. Und dann waren da nur noch ich und Matt Gibson, der seitlich ein Richtrohrmikrofon gehalten hat. Dadurch konnte sie sehr schnell vergessen, dass wir überhaupt da waren. Das Ganze war so intim, dass ich glaube, das hat ebenfalls geholfen.



Einfach Kind sein: Für den Film war es wichtig, dass Luyca loslassen und das Kamera-Setup ums sich herum vergessen konnte. Das gelang ihr mühelos - und genau das ist ihm Film „Mackenzie“ zu spüren. (Bild: Filmfest Oldenburg)
Einfach Kind sein: Für den Film war es wichtig, dass Luyca loslassen und das Kamera-Setup ums sich herum vergessen konnte. Das gelang ihr mühelos - und genau das ist ihm Film „Mackenzie“ zu spüren. (Bild: Filmfest Oldenburg)

Du hast gerade den Ton erwähnt. Es gibt nicht besonders viel Musik, und das Sounddesign wirkt teilweise bewusst roh. Warum wolltet ihr, dass es so klingt? Oder hat sich das einfach so ergeben?


Mylissa: Gute Frage. Die gebe ich an Jaffe weiter, der das komplette Sounddesign gemacht hat. Er hat genau getroffen, was ich wollte. Deshalb soll er den Prozess erklären.


Jaffe: Der Grund dafür, dass ich zum Beispiel Autogeräusche drin gelassen habe und man im Hintergrund immer wieder Dinge hört – Flugzeuge, die über einen hinwegfliegen, solche Sachen –, ist, dass das bis zu einem gewissen Grad beeinflusst, wie die Leute den Film wahrnehmen. Manche schauen ihn und werden etwas nervös, weil sie das Gefühl haben, dass ihr möglicherweise etwas Schlimmes passieren könnte. Andere haben dieses Gefühl überhaupt nicht.


Aber wenn man ständig Elemente der menschlichen Welt um sich herum hört, irgendwo in der Ferne, dann gibt es immer etwas außerhalb des Bildes, das plötzlich ins Bild kommen könnte. Man weiß nie, was in die Realität dieser Figur eindringen wird. Dass wir den Sound so belassen haben , war also auch eine Art Hinweis: Hier ist diese kleine Figur, aber außerhalb von ihr existiert eine ganze Welt. Und man weiß nie, was davon in ihre Welt eindringen wird.

Es wirkt, als hättet ihr als Filmemacher versucht, neutral zu bleiben. Ihr beobachtet Juniper und bewertet ihre Handlungen nicht. War das euer Ziel, diese neutrale Perspektive? Und wenn ja, warum?


Mylissa: Auf persönlicher Ebene wollten wir den Film konsequent aus der Perspektive eines Kindes erzählen. Es sollte immer um sie gehen. Und ich glaube, ein Kind in diesem Alter ist noch sehr unschuldig, und in seiner Welt gibt es keine Bewertung. Das war uns wichtig: Wir wollten nicht in ihre Welt eindringen. Und was die Bildsprache angeht, haben Jaffe und ich darüber gesprochen, wie das aussehen und funktionieren sollte.


Jaffe: Mylissa hatte mir viele Referenzen geschickt. Wir haben ziemlich viele Überschneidungen bei den Filmen und Stilen, die wir mögen. Außerdem hatte ich Les Blank als mögliche Referenz genannt. Er hat Zooms und bestimmte Elemente der visuellen Sprache verwendet, und wir haben darüber gesprochen und einen Weg gefunden, das in unseren Film einzubauen.


Mylissa: Ja, das war für mich die perfekte Referenz, weil ich ursprünglich aus dem Dokumentarfilmbereich komme und es gewohnt bin, zu beobachten. Viele meiner Filme haben bereits diese Anmutung. Es war toll, das Ganze auf etwas zu gründen, dessen Sprache für mich verständlich war. Jaffe wusste das, und ich glaube, wir haben einfach dieselbe Ästhetik. Ich inszeniere eigentlich immer ausgehend von Emotionen. Ich werde nicht besonders technisch. Ich mag es nicht, mich zu sehr darin zu verlieren – was für manche Leute vielleicht nicht so angenehm ist. (lacht) Deshalb war es schön, mit Jaffe zusammenzuarbeiten, weil er diesen anderen Aspekt mitgebracht hat – sowohl die technische als auch die emotionale Seite.




Kongenialer Partner: Jaffe Zinn übernahm die Kamera- und Soundarbeit sowie den Schnitt für „Mackenzie“ - und ergänzte sich perfekt mit Mylissa. (Bilder: Kulturschnack)


Der Film ist sehr langsam erzählt, teilweise fast meditativ. Würdet ihr sagen, dass er von der großen Leinwand profitiert?


Mylissa: Visuell profitiert der Film definitiv von einer größeren Leinwand. Ich glaube, sie ermöglicht es dem Publikum, langsamer zu werden. Gerade in der Welt eines Kindes gibt es kein richtiges Zeitgefühl. Du kannst 20 Minuten damit verbringen, eine Ameise auf einem Stein anzuschauen, und hast überhaupt kein Gefühl dafür, wie viel Zeit vergangen ist.


Und ich glaube, heutzutage, wo alles so schnell ist und der Schnitt immer schneller wird, müssen die Menschen manchmal einfach langsamer werden. Filme, die wirklich so funktionieren, gibt es meiner Meinung nach nicht besonders oft. Ich liebe einen guten Slow Burn und Filme, bei denen man wirklich in die Geschichte eintauchen kann. Ich schätze es, wenn Filmemacher einem diese Möglichkeit geben.

Auf der Internet Movie Database steht, dass „Mackenzie“ ein Budget von 10.000 Dollar hatte. Das ist wirklich sehr wenig, würde ich sagen. Stimmt diese Zahl?


Mylissa: Ja. Unsere Produzentin Olivia sagt immer: Wir arbeiten nicht mit Micro-Budgets, sondern mit Nano-Budgets. (lacht) Wir waren vier Leute und hatten acht Drehtage. Ich glaube, alle wurden bezahlt – außer mir. Aber dadurch konnten wir uns beim Drehen wirklich konzentrieren. Wir wussten genau, was wir wollten und was wir brauchten, und konnten das auch umsetzen. Man verschwendet einfach keine Zeit. Durch die begrenzten Ressourcen wisst ihr also genau, was ihr wollt und was ihr braucht. Und Jaffe, Matt und Olivia muss man zugutehalten, dass sie genau wussten, worauf sie sich einlassen.


Ich war von Anfang an sehr transparent: „So wird es aussehen: Wir haben eine Kamera, zwei Objektive und ein Mikrofon. Das war's.“ Und alle haben gesagt: „Fuck yeah, machen wir!“

Es war also definitiv eine Zusammenarbeit zwischen vier Leuten und Lucy – also eigentlich fünf. Alle waren sich einig: „Das ist der beste Weg, das zu machen, also machen wir es so.“ Und wann immer Jaffe und ich dastanden und dachten: „Wie sollen wir das jetzt machen?“, konnte Matt mit Ideen einspringen. Dann sagten wir: „Ja, das funktioniert.“ So konnte jeder seine Ideen einbringen. Und alles diente letztlich dem Film – mit sehr wenigen Mitteln.



Produktives Jahr: Genau wie „Mackenzie“ produzierte Mylissa auch „The Long Run“ im Jahre 2025. Den Film könnt ihr euch in voller Länge auf ihrem YouTube-Kanal ansehen. (Video: Mylissa Fitzsimmons)

Jaffe: Als Mylissa zum ersten Mal mit dem Film auf mich zukam, wusste ich, dass sie selbst eine großartige Fotografin ist, aber sie hatte noch nicht wirklich ihren eigenen Film gedreht. Ich habe versucht, sie bei diesem Projekt davon zu überzeugen, dass sie es selbst machen könnte. Ich meinte: „Du könntest den ganzen Film allein machen, wenn du willst!“ Aber ich bin froh, dass sie darauf bestanden hat, dass ich mitmache. Das war wirklich cool.


Mylissa: Ich bin fest davon überzeugt, dass Film eine Gemeinschaftsarbeit ist. Bei einigen früheren Filmen hatte ich diese Erfahrung nicht. Deshalb dachte ich bei diesem Projekt: „Ich könnte es selbst machen, aber ehrlich gesagt möchte ich das gar nicht.“


Ich wollte einfach richtig guten kreativen Spaß haben und mich wieder in das Filmemachen verlieben. Und ich glaube, für Jaffe und mich hat diese Erfahrung genau das ermöglicht. Wir konnten wieder sagen: „Ah ja, genau deshalb machen wir Filme.“

Jaffe: Ich dachte zuerst: „Okay, wenn ich die Kamera mache und du Regie führst, kannst du ja das Tonangel-Mikrofon halten.“ Und dann dachten wir: „Oh, das ist wahrscheinlich doch etwas viel. Wir sollten noch eine Person ins Team holen.“ Aber wie Mylissa gerade gesagt hat, hat unser drittes Crewmitglied Matt die Situation noch einmal richtig cool gemacht. Alle haben Ideen reingeworfen, und Mylissa hat das dann gefiltert und gemeinsam mit Lucy umgesetzt. Es war einfach rundum eine richtig gute Atmosphäre am Set. Eine wirklich gute Stimmung, bei der jeder etwas beitragen konnte.


War das kleine Budget also eine Notwendigkeit, mit der ihr arbeiten musstet, oder eine bewusste Entscheidung? Ihr wolltet gar nicht versuchen, mehr Geld aufzutreiben, weil ihr den Film genau so machen wolltet?


Mylissa: Nein, das war eine bewusste Entscheidung. Zusammen mit unserer Produzentin Olivia haben wir im Grunde gesagt: „Das ist das, was wir haben.“ Und ich meinte: „Ja, dafür kann ich es machen. Ich kriege das hin.“ Das ist nichts, was ich immer machen möchte. Aber speziell bei diesem Projekt hat es funktioniert. Und ich hatte wirklich, wirklich Glück. Alle wurden bezahlt und hatten genug zu essen und eine richtig gute Zeit.


Würde ich es wieder so machen? Ja, auf jeden Fall. Mit diesen Leuten zu hundert Prozent – aber natürlich nicht bei jedem Projekt. Gegen Ende wurde es allerdings etwas stressig: „Okay, das ist jetzt der letzte Dollar. Hoffentlich machen wir keine Fehler.“

In der Postproduktion waren dann nur noch Jaffe und ich. Ich musste mir keine Gedanken darüber machen, wie ich Geld auftreibe, um alle anderen weiter zu bezahlen. Es war eher: „Hier ist dein Geld, jetzt machen wir mit der zweiten Hälfte weiter.“ Und ich hatte schon vorher mit Jaffe gearbeitet. Er hat einige meiner anderen Sachen geschnitten, deshalb wusste ich, wie schnell er als Cutter ist und was er kann und was nicht. Und wir wussten tatsächlich schon während des Drehs, wie der Film ungefähr geschnitten werden würde.

Normalerweise übergibt man das gesamte Material an einen Cutter und bekommt vielleicht zwei Monate später einen ersten Rohschnitt zurück. Wir haben dagegen gedreht und sind abends nach Hause gekommen, und er hat direkt geschnitten. Wir haben also jeden Tag gedreht und geschnitten. Als wir am letzten Drehtag angekommen waren, hatten wir tatsächlich schon einen fertigen Schnitt des Films. Es war ein Traum, wirklich ein absoluter Traum. Normalerweise gibt man das ganze Material an einen Cutter und bekommt vielleicht zwei Monate später einen Rohschnitt oder so etwas. Wir haben also in acht Tagen einen Film gemacht, und ich glaube, eine Woche später war er fertig.



Eigentümliche Landschaft: Nicht nur die Natur ist in Utah anderswo als überall sonst. Auch die Menschen scheinen besondere Einfälle zu haben. (Bild: Filmfest Oldenburg)
Eigentümliche Landschaft: Nicht nur die Natur ist in Utah anderswo als überall sonst. Auch die Menschen scheinen besondere Einfälle zu haben. (Bild: Filmfest Oldenburg)

Glaubt ihr, mehr Geld hätte den Film automatisch besser gemacht? Oder ist ein kleines Budget vielleicht sogar gut für die Kreativität, weil man sich überlegen muss, wie man Dinge umsetzt?


Mylissa: Ich weiß nicht, ob mehr Geld den Film besser gemacht hätte, weil wir genau das umgesetzt haben, was wir uns vorgenommen hatten.


Jaffe: Mit mehr Geld wäre wahrscheinlich nur passiert, dass ich vielleicht mehr Geld bekommen hätte oder Mylissa sich selbst hätte bezahlen können. Oder Olivia. (lacht) Ich glaube, mehr Geld hätte uns vielleicht ...


Mylissa: … einen Burger mehr bei Milt's beschert. (lacht) Ich glaube nicht, dass wir es anders gemacht hätten. Vielleicht hätten wir uns mit mehr Geld ein paar zusätzliche Tage leisten können. Es war unglaublich heiß – ungefähr 43 Grad. Dann hätten wir vielleicht sagen können: „Heute machen wir einen Tag Pause.“ Unser Drehplan sah so aus, dass wir morgens gedreht haben, dann den ganzen restlichen Tag Pause gemacht haben und abends, wenn die Sonne unterging, wieder gedreht haben. Zwischen etwa ein und vier Uhr konnte man überhaupt nichts drehen. Wir hatten also gar nicht so lange Drehtage mit Lucya. Und sie ist schließlich ein Kind. Deshalb haben wir auch viel Zeit mit Schwimmen verbracht, sind mit ihr im Fluss herumgehangen und haben einfach Kind sein können. Das war schön.


Ich finde, der Film hat eine ziemlich beeindruckende Bildsprache. Ich liebe viele der Perspektiven. Ich frage mich, ob man bei so wenig Zeit und Geld einfach komplett auf seine Arbeit fokussiert ist und vielleicht gerade unter diesem Druck die besten Ideen entstehen.


Mylissa: Ich glaube, diese Entscheidung habe ich schon vor dem Film getroffen. Ich wollte etwas machen, bei dem es keine riesige Crew gibt, bei dem nicht alles davon abhängt, wie viel Geld man hat. Ich wollte einfach etwas Persönliches für mich machen und eine richtig gute kreative Erfahrung haben. Ich wollte meinen kreativen Akku wieder aufladen. Und es gab einfach keine anderen drei Leute, mit denen ich das hätte machen wollen. Mit anderen Leuten hätte ich wahrscheinlich auch mehr Geld auftreiben müssen. Ich glaube nicht, dass sie so bereit gewesen wären, sich schmutzig zu machen und mit mir durch die Wüste zu laufen. (lacht)


Jaffe: Viele Szenen sind so entstanden, dass Mylissa und ich zu einem bestimmten Ort gegangen sind und sie sich überlegt hat, wie die Bewegung und die Szene funktionieren könnten. Danach mussten wir nur noch ein bisschen anpassen, wenn Lucy dazukam.


Mylissa: Es gab nämlich keinen Monitor. Wenn ich mit einem Kind arbeite, möchte ich sowieso nicht hinter einem Monitor sitzen. Also waren es einfach Jaffe und Matt, eine Kamera, zwei Objektive und eine Tonangel, die aus einem Wischmopp gebaut war.


Jaffe: Oh ja, unsere Tonangel war kaputtgegangen.


Mylissa: Wir hatten ein Mikrofon an einen Moppstiel geklebt. Unsere Produzentin ist völlig verzweifelt durch diese kleine Stadt gelaufen und hat gesagt: „Ähm, ich muss aus irgendetwas eine Tonangel bauen!“ (lacht)


Starkes Team: Nicht nur Mylissa und Jaffe arbeiteten gut zusammen, auch die weiteren Beteiligten - Produzentin Olivia Ferro und Tonassistent Matt Gibson - trugen ihren Teil bei. (Bild: Kulturschnack)
Starkes Team: Nicht nur Mylissa und Jaffe arbeiteten gut zusammen, auch die weiteren Beteiligten - Produzentin Olivia Ferro und Tonassistent Matt Gibson - trugen ihren Teil bei. (Bild: Kulturschnack)

Und jetzt eure Weltpremiere hier in Oldenburg: Hattet ihr irgendwelche Erwartungen daran, wie das Publikum auf den Film reagieren würde, oder irgendwelche Hoffnungen?


Mylissa: Ich hoffe, dass sich die Zuschauer daran erinnern können, wie es sich anfühlt, elf Jahre alt zu sein – in diesem Moment, in dem die Welt plötzlich riesig und beängstigend wirkt. Ich hoffe, sie können sich an dieses Gefühl erinnern, denn genau das werden sie im Film sehen. Meine Hoffnung ist, dass sie sich darauf einlassen und in den Film eintauchen.

Ich hoffe, dass sie ihn mögen. Wenn nicht, kann ich auch nichts dagegen tun. Ich mag ihn. (lacht) Ich hatte eine großartige Erfahrung beim Drehen, und allein das macht den Film für mich zu einem Erfolg. Ich bin danach weggegangen und dachte: „Das ist das, worauf ich am meisten stolz bin.“ Ich bin stolz auf die Menschen, mit denen ich gearbeitet habe, und ich habe etwas geschaffen, das wirklich ich bin. Der Film basiert auf mir und meiner Kindheit. Wenn die Leute ihn nicht mögen, nehme ich das nicht persönlich. Aber es ist ein besonderer Film – nicht nur, weil es eine persönliche Geschichte ist, sondern auch wegen der Art, wie er gemacht wurde. Das werden die Leute natürlich nicht wissen, bevor sie ihn sehen. Aber ich hoffe, dass sie trotzdem etwas daraus mitnehmen können – und wenn es nur das ist, dass sie sich für einen Moment erlauben, langsamer zu werden.


Wie ist euer Eindruck von Oldenburg? Habt ihr das Gefühl, dass es der richtige Ort ist, um euren Film zu zeigen?


Mylissa: Oh ja. Ich hätte mir kein besseres Festival für die Premiere wünschen können. Alles an Oldenburg – ich meine, für mich ist das ein Traumfestival. Ich war noch nie hier. Das ist mein erstes Mal. Ich wollte schon immer herkommen.


Als wir angekommen sind, war ich völlig überwältigt. Ich war richtig baff. Ich dachte: „Das kann doch nicht wirklich passieren.“ Ich glaube, die Haltung dieses Festivals und das, wofür es im unabhängigen Filmemachen steht – gerade für einen Film wie unseren –, bedeutet Filmemachern unglaublich viel. Ich hätte mir wirklich keine bessere Premiere wünschen können.









You are celebrating the world premiere of Mackenzie in Oldenburg. Is there any possible way to describe your movie in just three sentences?


Mylissa: Yeah. Mackenzie is about the delicate moment of childhood when the real world starts to steal that innocence away. A 11-year-old girl runs away from home so that she can marry her celebrity crush from her favorite TV show. She gets lost in the desert and kind of has to rethink all the bad decisions that she's made.


Juniper leaves home and sets out on her own, and I was wondering: Is it more a story about letting go or about finding your own way? What would you say?


Mylissa: Well, that's a good question, actually. I think it's a little bit of both. More than anything, I think it's a story about that moment when a child realizes that she's growing up and that the real world is a very scary place for a child. It's more about that fragile moment of discovery for a child, when a little bit of their innocence gets lost in discovering what the real world really is — which iskind of scary. It's still kind of scary as an adult, even.


Jaffe: When you just said "letting go or finding your own way," it's literally a combination of those two. Letting go in the sense that you don't have control over everything, but then you have to find your way through that. I think that's kind of what it's about.


Mylissa: Yeah, definitely.


Utah can be both harsh but also inviting. How important were these contrasts of the landscape in your decision to shoot there, or was it just coincidence?


Jaffe: Well, it was shot where it happened. The film basically just tracks exactly what Mylissa went through as a child.


Mylissa: That's where I grew up, yeah. This story is based on me and my childhood, and what I did. And Jaffe is the DP, editor and sound designer, and he really got to treat it like a playground.


Jaffe: Yeah, but there was a lot of discussion about the landscape and how it reflected the psychology of the character. Mylissa took me around all the different locations, and we talked a lot about how this visual landscape would change through the course of the movie and how that would reflect what she was going through as a character. So it was very much intentional, on top of the fact that that's simply where it took place. We were looking at the landscape through the lens of how it would reflect the psychology of the character and what she was going through on this journey.


Mylissa: And then, on a personal level for me, it's where I grew up. The world there is changing so much, with big developers coming in, and it's being ruined. I wanted to be able to take a moment to capture my childhood on film as it was, and those places still as they looked. I felt like every year I was going back to where I grew up, it was slowly disappearing and being destroyed. And nature and the environment are obviously really important as a child, being in nature. I just really felt like if I didn't capture it now, these really beautiful, special places might not be there for my own children.

So I wanted to make sure to capture this moment while we could. It's also a little love letter to the area where I grew up.


Lucya as Juniper carries almost the whole film. It's amazing. Did you know from the start that she would be able to carry a feature on her own, or was it more like an experiment?


Mylissa: She's never acted before. She was a family friend. I've kind of watched her grow up for the last couple of years. And when it came to casting, we knew the whole movie was going to hinge on the actress, but she's not an actress. She's never acted before. It was a real risk and a gamble, and we didn't know how it was going to be until the day she showed up. We were just kind of like, "Hey, maybe we should just shoot a little rehearsal to get her comfortable in front of the camera." And as soon as we started shooting, Jaffe and I kind of looked at each other and we were like, "Yeah. This is it."


Jaffe: When Mylissa approached me about the project, my concern was that it was going to hinge on whether we could find a good actress. She sent me some videos that she'd taken of Lucy, and it seemed good, but you just never know. But when we got onto the set and started shooting the rehearsal, she immediately locked in. I feel like the three of us immediately locked in. And that was that. We hit the ground running. And the rehearsal — just testing to see if it would work — is in the movie!


Mylissa: Yeah, I mean, everything she was doing, she followed direction well. She had her own kind of childlike personality that was just what you see — that's her. And so, constantly, every day, we were like, "We're so lucky. We are so lucky."


Jaffe: Well, she was really incredible at taking Mylissa's direction, too — hitting her marks. It's a loose film, but it's also a pretty composed film, and she's hitting emotional beats within the frame. We called it "three-take Lucy" because usually it was one or two takes. But if that wasn't it, she always took Mylissa's direction really well. I've never had the opportunity to work with an actress who was able to do that.


Mylissa: She's a little unicorn. I hope she keeps going. She had fun. We all had real fun. We only had four people on our crew and just kind of became a family. She was giving us a hard time every day. We were made fun of quite a lot, but like a kid should do, so there were a lot of laughs.


Jaffe: Like "Are you guys really filmmakers?"


Mylissa: She questioned our professionalism a lot. (laughs)


I was wondering how you achieved that, but obviously she's just confident in front of the camera.


Mylissa: Yeah, she was pretty natural, and she was a good listener. She knew if she wasn't doing something right, and then she and I would go back and forth. Jaffe would come in and Matt would come in, and we'd all talk through it a little bit more — what it was that I needed — and then she was able to get exactly what we wanted. I just wanted a kid. I didn't want an actress. I wanted a kid. And she was perfect for it.


Jaffe: I think there's one other element that helped, too. We used all natural lighting. There were no lighting setups. We just used available light and spaces. Our camera rig was incredibly small. And then it was just me and Matt Gibson holding a boom mic off to the side. She very quickly was able to kind of forget we were there. It was just such an intimate setup that I think that also helped.


You just mentioned the sound. There's not a lot of music and the sound design feels sometimes deliberately raw. I wonder why you wanted it to sound that way, or if it just happened?


Mylissa: That's a good question. I'm going to defer that to Jaffe, who did all the sound design. He nailed exactly what I wanted, so I'm going to let him walk through the process.


Jaffe: Well, the reasoning for me behind leaving car sounds in and hearing stuff in the background at moments — you'll hear airplanes flying over, you'll hear these different things — is that, to a degree, that sort of thing maybe plays into the way that people take the film a little differently. Some people watch it and have some anxiety, thinking that potentially something bad could happen to her, and some people don't have that feeling. But if you're hearing elements of the human world all around, off in the distance, there's always something off-screen that could come into the screen. You never know what's going to intrude on the reality of this character. So leaving that sort of stuff in was, I think, a matter of alluding to: Here's this small character in the world, but there's a whole world outside of her, and you never know what's going to intrude on her world. That was sort of the thought behind that.


It seems that as filmmakers you wanted to stay neutral. You're observing Juniper and don't judge her actions. Is that what you're aiming for, the neutral perspective? And if so, why?


Mylissa: On a personal level, we wanted to keep the film from a kid's point of view. It was always going to be about her, and I think a kid at that age is still very innocent, and there's no judgment in their world. So that was important — to always keep it like we're not intruding in her world. And then, in terms of camera language, Jaffe and I had discussed what that was going to be and how that was going to look.


Jaffe: Mylissa had a lot of reference points that she sent me. We have a lot of overlap in terms of films that we like and styles that we like. On top of that, I mentioned Les Blank as a potential reference. He would use zooms and certain elements of visual language, and then we discussed that and found a way to fit it within the film.


Mylissa: Yeah, which was the perfect reference for me because my background came from documentary, so I'm always used to being the observer. A lot of myfilms already have that feel. It was great for us to ground it in something that was an understandable language for me. He knew that, and I think we do have the same aesthetic. It was like, "Hey, here's all these references of tone and emotion and feeling." I kind of always tend to direct based on emotion. I don't really get too technical with stuff. I don't like to get bogged down in that, unfortunately, for some people. So it was nice to be able to collaborate with Jaffe, and he could bring in that aspect from both worlds — the technical and the emotional.


The film seemed really slow-paced to me, almost meditative at times. Would you say it needs the big screen to ***?


Mylissa: This film visually, benefits from a bigger screen. I do think it allows an audience to slow down. Especially in a child's world, there's no concept of time. You can spend 20 minutes looking at an ant on a rock or something, and you're just unaware of how long that is.


And I think in this day and age, with everything so fast and editing so quick, people do need to slow down. I don't find movies that are really made that way that often, and I love a good slow burn and something that allows me to really lean into the film a little bit more. I appreciate when filmmakers do that.“


On the Internet Movie Database it says that „Mckenzie“ had a $10,000 budget. That's really small, I would say. Is that figure right?


Mylissa: Yeah. As our producer Olivia likes to say, we don't work in micro-budgets, we work in nano-budgets. (laughs) We had four people for eight days, so I think everyone got paid except for me. But it allows us to really focus when we're there shooting. We knew exactly what we wanted and what we needed, and we were able to get it. You don't waste time.


Since you have limited resources, you know exactly what you want and what you need. And to the credit of Jaffe and Matt and Olivia, they knew exactly what they were getting into because I was very transparent: "This is what it's going to be. This is what it is. It's a camera and two lenses and a microphone, and that's it." And they all were like, "Fuck yeah, let's do it."

So it was definitely a collaboration between four people and Lucy, so five. Everyone was like, "This is the best way to do this, so let's do it this way." And whenever Jaffe and I would be like, "How are we going to do this?", Matt would be able to step in with ideas. And we'd be like, "Yeah, that works." So everyone's voice was able to be heard. But it's all for the benefit of the film with little resources.


Jaffe: When Mylissa first came to me about this film, she's a great photographer herself, but she hadn't really shot her own film. I was kind of trying to convince her with this one. I was like, "You could just make the whole movie yourself. If you wanted, you could! But I'm glad that she pushed for me helping on it. It was very cool.


Mylissa: I'm a firm believer that film is collaborative. I didn't have some of those experiences in the past on certain films, and so with this one I was like, "I could do it myself, but I kind of don't want to do it myself." I just wanted to have some real good creative fun and make me fall in love with filmmaking again. And I think, for Jaffe and I both, this experience allowed us to be like, "Oh yeah, this is why we make films."


Jaffe: I was like, "Okay, if I shoot it and you're directing it, maybe you can hold the boom mic?" And then we were like, "Oh, that's probably too much. We should add one more crew member.“ But as Mylissa just said, our third crew member that we brought on, Matt, also made it a really cool situation where everyone was kind of tossing out ideas and then Mylissa was filtering all of this, working with Lucy. It was just a really good atmosphere all around on set, I would say. A really good vibe where everyone could kind of bring stuff to the table.


Was the small budget something you had to work with out of necessity, or was it a deliberate decision? So you didn't even want to try to raise more money because you wanted to do it that way?


Mylissa: No, it was a deliberate decision. Working with Olivia, our producer, we basically were like, "This is what we have," and I was like, "Yeah, I can do it for that. I'll figure it out." It's not something that I always wanted to do. I think very specifically for this project, it worked. And I was very, very lucky. Everyone was paid and fed and had a really good time.


Would I do it again this way? Yeah, for sure. A hundred percent with these people — but not with every project, obviously. It got a little tough when it came down to the end: "Well, this is the last dollar. Hope we don't make any mistakes."

It was just Jaffe and me in post. I didn't have to worry about how I was going to find money for everybody else. It was like, "Here's your paycheck to do the next half now." And I've worked with Jaffe before. He's edited some of my other stuff, so I knew, as an editor, how fast he was and what he could and couldn't do. And we actually knew how he was going to a cut of the film already done.


Usually you pass off all your footage to an editor and maybe two months later you get your assembly or work. We would shoot and then come home that night and he would edit. So we were shooting and editing every day. By the time we came to the last day of shooting, we actually had a cut of the film already done. It was a dream, an absolute dream. Usually you pass off all your footage to an editor and maybe two months later you get your assembly or something. So we made a movie in eight days, and I think a week later it was done.


Do you think that more money would automatically  have made the movie better? Or Is the small budget good for creativity because you have to think about how you get things done?


Mylissa: I don't know if more money would have made the film better because we did exactly what we set out to do.


Jaffe: All that would have happened with more money is that maybe I would have had more money or Mylissa would have paid herself. Or Olivia. (laughs) I think more money maybe would have gotten us...


Mylissa: ...one more burger at Milt's. (laughs) I feel like we wouldn't have done it differently. I think maybe more money would have allowed us just a few extra days. It was incredibly hot. It was like 110 degrees. So it might have allowed us to be like, "You know, today we're going to have a day off." Our schedule was to shoot in the morning, take the whole rest of the day off, and then shoot in the evening when the sun goes down. So you couldn't shoot anything between like one and four. We didn't actually have really long shooting days with Lucya. And also, she's a child. So we did a lot of swimming and hanging out in the river and just being kids with her. That was cool.


I think the movie has some striking camera work. I love a lot of the perspectives. I was wondering if, with such limited time and money, you focus totally on your work and maybe the best ideas come under pressure.


Mylissa: I think that's the decision I made before the movie. I want to do something where there's not this big crew, where there isn't all this money, where everything always hinges on how much money you have." I just wanted to do something for me that was personal and have a really good creative experience. I wanted my cup to be filled again creatively. And there were no other three people to do it with. And I think with any other people, I would have had to find more money as well. I don't think they would have been so willing to get dirty and walk through the desert with me. (laughs)


Jaffe: So the way a lot of the scenes were built out was that Mylissa and I would go to a spot, and Mylissa would think out what the movement and the scene would be. Then I would film her doing it and show that to her, and we'd be like, "Oh yeah, this is perfect for it." We'd have that before we'd go into it and then maybe have to adjust a little bit around Lucy.


Mylissa: Because there was no monitor. When working with a child, I don't like to be behind a monitor either. So it was just Jaffe and Matt, a camera, two lenses, and a boom pole that was made out of a mop.


Jaffe: Oh yeah, our boom broke.


Mylissa: We had a mic taped to a mop handle. Our producer was frantically going around this small town going, "Um, I need to make a boom pole out of something!“ (laughs)


So now, your world premiere here in Oldenburg — did you have any expectations about how the audience would react to the film, or any hopes?


Mylissa: I hope audiences are going to be able to remember what it feels to be an 11-year-old kid at that moment when the world suddenly feels very large and scary. I hope they can remember that feeling, because that's what they're going to be watching. That's my hope: that they just allow themselves to lean into the film in that way. I hope they like it. If not, there's nothing I can do about it. I like it. (laughs) I had an amazing experience making it, and that means it's a success for me. I walked away going, "This is what I'm most proud of." I'm proud of the people that I've worked with, and I've created something that is me. It's based on me, my childhood. If they don't like it, I won't take it personally. But it's a special film, not just because it's a personal story, but because of the way that it was made. People aren't going to know that going in, but I hope that they can take something away from it — if anything, just to slow down for the time.

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What's your feeling about Oldenburg? Do you have the feeling that it's the right place to show your movie?


Mylissa: Oh yeah. I couldn't have asked for a better festival to premiere at. Everything about Oldenburg — I mean, it's a dream festival for me. I've never been. This is my first time. I always wanted to come.


When we got in, I was completely blown away. I was shocked. I was like, "This can't be happening." I think the ethos of this festival and what they're about for indie filmmaking, especially for a film like this, means everything to filmmakers. I couldn't have asked for a better premiere.

 
 
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