AUFS GLEIS GESETZT

Subkulturelles Kleinod oder Schrottimmobilie? Diese Frage haben wir Anfang März gestellt, als wir uns das Gelände des GleisParks genauer angeschaut haben. Das war natürlich eine bewusste Provokation, denn eigentlich war von Anfang an klar: Das wird was! Nach dem Eröffnungswochende sind auch die letzten Zweifel ausgeräumt. Direkt neben dem Hauptbahnhof befindet sich Oldenburgs neuer „Place to be“.


Ein Bild des GleisParks in Oldenburg
Noch nicht durchgängig prall gefüllt, aber wir gehen jede Wette ein: das kommt noch! (Bild: Kulturschnack)

Wer unseren Artikel gelesen hat und nun das Gelände besucht, wird die einstige urbane Steppe nicht wieder erkennen. Es hat sich extrem viel getan. Zum einen wurde die Halle deutlich aufgehübscht, die maroden OSB-Platten sind einen schönen Holzverschalung gewichen. Auch im Inneren macht sich das Potenzial der Halle bemerkbar - wenn man sich nicht gerade von den eindrucksvollen Bildern der Ausstellung "Planet or Plastic?" ablenken lässt. Deren Besuch lohnt sich also doppelt: wegen der Inhalte, aber auch wegen des Drumherum.


Deutlich atmosphärischer: Erstes Bild Mitte Februar, zweites Bild 30. April. (Bilder: Mediavanti, Kulturschnack)



Draußen ist das neue Drinnen


Am auffälligsten und eindrucksvollsten ist aber das Außengelände. Was zuvor einfach nur riesig (und allein dadurch schon inspirierend) war, ist nun durch Schiffscontainer strukturiert. Das Prinzip ist nicht neu, man kennt es von anderswo, aber es funktioniert einfach. Die Stahlriesen sind clever arrangiert, zur Halle hin ist ein atmosphärisches Ensemble entstanden, an dem man einfach gerne chillt, schnackt oder Tischtennis spielt. Dass hin und wieder ein Zug vorbeirollt, ist eher nice als nervig.


Eine weitere Perle entdeckt man erst auf den zweiten Blick. Der hinter Abschnitt - wir haben ihn spontan Weststrand getauft - bietet Platz für eine kleine Bühne und soll zu den Bahngleisen hin sogar eine Tribüne erhalten, die für echte Konzertatmosphäre sorgen wird. Dass hinter der Bühne zudem die Sonne untergeht, ist bei alledem fast schon einen Nebensächlichkeit - aber eine ziemlich feine. Und wenn er nicht gerade mit einer tanzenden Meute gefüllt ist, hat der Platz mit seinen Liegestühlen absolutes Beach-Feeling. Was will das Großstadtherz mehr?

„Leichte“ Veränderung: erstes Bild am 8. März, zweites Bild am 2. Mai. (Bilder: Kulturschnack)


Erfolg mit Ansage


Eins war von Anfang an klar: Das Ding wird funktionieren. Es ist zwar nur Kies unter den Füßen, kein feiner Sand. Auch Palmen wachsen nicht am GleisPark. Aber diese Dinge vermisst man gar nicht, weil das Gelände uns auf andere Weise aus unserem Alltag holt.


Wer Oldenburg liebt, weil es so klein ist, und Oldenburg gleichzeitig hasst, weil es so klein ist, findet hier genau das Richtige: coole, urbane Atmosphäre gepaart mit kleinstädtischer Lockerheit.

Die beteiligten Akteure um Medivanti, Umbaubar und TENO haben (mit) ihr(em) Projekt aufs Gleis gesetzt - und dieser Mut wird sich bezahlt machen. Schrottimmobile? Von wegen! Das Areal hat zweifellos das Zeug zu einem subkulturellen Kleinod. Wir freuen uns auf das Programm - und bekommen bereits leichte Stresspickel, weil die Qual der Wahl im Sommer noch größer wird.


 


Und wo bitte geht's rein?


Weil wir genau das schon vielfach gefragt wurden, kommt hier der ultimative Hack: 1. Klickt auf diesen Link. 2. Folgt der Route und merkt euch das unten stehende Bild. 3. Wenn ihr da seid, geht die Treppe hoch. Mission accomplished.

Treppenaufgang zum GleisPark in Oldenburg
Im Vordergrund: Der GleisParkplatz. Fahrrad abstellen, Treppe hoch, fertig. (Bild: Kulturschnack)