50 JAHRE APPLE: OLDENBURG FEIERT MIT
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Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne in einer Garage im kalifornischen Los Altos die Apple Computer Company. Ihr Ziel: Computer sollen keine Spezialgeräte für Experten bleiben, sondern Werkzeuge für alle werden. 50 Jahre später ist Apple eines der wertvollsten Unternehmen der Welt – und 2026 wird Geburtstag gefeiert.
Das Oldenburger Computer-Museum eröffnete seine Apple-Ausstellung am 4. April 2026. Mit Augenzwinkern: genau zum 51. Geburtstag von Microsoft. Zufall? Vielleicht. Passend? Auf jeden Fall.
Aber während Apple selbst Sir Paul McCartney im Apple Park auffahren lässt und Alicia Keys in New York die Stufen von Grand Central zum Konzertsaal macht, passiert in Oldenburg etwas, das weltweit selten ist: eine Ausstellung, die man nicht nur anschauen, sondern anfassen darf.
Die Welt feiert Apple
Apple selbst inszeniert das Jubiläum groß: CEO Tim Cook, der Nachfolger von Steve Jobs, läutet die Eröffnungsglocke der Nasdaq, der zweitgrößten Wertpapierbörse der Welt, die sich auf Tech-Unternehmen fokussiert. Auf der Website von Apple läuft eine animierte Hommage und weltweit gibt es Events in Apple Stores. Eine Ausstellung mit seltenen Prototypen gibt es im Apple Park in Cupertino, der Firmenzentrale – allerdings ist sie nur für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zugänglich.
Das Computer History Museum in Mountain View (Kalifornien) eröffnete am 11. März die Ausstellung "Apple@50", die bis September läuft. Zur Eröffnung trat sogar Ronald Wayne auf, der dritte Gründer von Apple, der sich heute vielleicht ärgert, dass er nach wenigen Tagen seine Anteile für 800 US-Dollar verkauft hat. Gezeigt werden frühe Macintosh-Modelle, der Newton, erste iPods und iPhones. Meist hinter Glas.

Und dann ist da Oldenburg. Thiemo Eddiks und sein Team aus dem Oldenburger Computer-Museum laden nicht nur zum Betrachten der Geräte ein, sondern zum Ausprobieren und Erleben. Man startet in der nachgebauten Garage von Steve Jobs, wo alles begann, und arbeitet sich chronologisch durch 50 Jahre Apple vor – vom Apple I bis zum iPhone, jedes wichtige Gerät in greifbarer Nähe. Ein alter Apple II lässt sich hochfahren, frühe Macintosh-Modelle stehen zum Tippen bereit. Und wer noch nicht genug hat: Mitten in der Ausstellung steht ein fünf Meter hoher Macintosh im Maßstab 14:1, in den man hineingehen kann.
Das alles hat ein ehrenamtliches Team gestemmt, mit viel Herzblut und tatkräftiger sowie finanzieller Unterstützung von Partnern wie dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der EWE-Stiftung und der Ullmann Tischlerei aus Oldenburg. Der Unterschied zu Cupertino und Mountain View könnte kaum größer sein: Dort schaut man durch Glasscheiben, in Oldenburg tippt, klickt und scrollt man einfach selbst.
50 JAHRE APPLE:
VOM GARAGENPROJEKT ZUR GLOBALEN KULTMARKE
BIS SEPTEMBER 2026
OLDENBURGER COMPUTER MUSEUM
26122 OLDENBURG
Vom Apple I bis zum iPhone

Man muss keinen einzigen Apple-Begriff kennen, um von dieser Geschichte fasziniert zu sein. Es ist die größte Sonderausstellung, die das Computer-Museum je gezeigt hat. Der Anspruch ist entsprechend: Die Sammlung deckt fünf Jahrzehnte ab – jede wichtige Epoche, jedes prägende Gerät. Nicht als Foto oder Nachbau, sondern als echtes, oft funktionsfähiges Exponat. Wer die Reihen abläuft, bekommt ein Gefühl dafür, wie rasant sich diese Technologie entwickelt hat. Ausgestellt ist der recht unförmige Apple I, aber auch der polierte iPod für die eigene Hosentasche.
Designgeschichte gibt es direkt dazu: vom farbenfrohen Regenbogen-Apfel der 70er über die kühle Monochromie der 90er-Ära bis zum schwebenden Icon von heute – ein Logo, das sich dem Zeitgeist anpasste und doch immer sofort erkennbar blieb. Das ist Technikgeschichte zum Begreifen, im wörtlichen Sinne.
Hands-on statt Hands-off
Dass wir viele der Geräte ausprobieren können, ermöglicht etwas Bemerkenswertes: das Ehrenamt. Hier waren keine hauptamtlichen Kuratoren am Werk, keine Museumsprofis, sondern ehrenamtliche Technikbegeisterte. Thiemo Eddiks und sein Team haben all das in ihrer Freizeit gestemmt. Sie haben geplant, aufgebaut, Geräte restauriert, einen fünf Meter hohen Macintosh gemeinsam mit der Tischlerei Ullmann realisiert. Diese Ausstellung kommt von Menschen, die Technikgeschichte nicht verwalten wollen, sondern erlebbar machen möchten. Die Geräte restaurieren, Räume gestalten, Besucher begleiten – ohne Gehalt, ohne Hierarchien, dafür mit ganz viel Herz.
Wer mehr will: Die Apple Talks finden regelmäßig im Museum statt – jedes Mal ein anderes Kapitel der Apple-Geschichte, mal der Apple I, mal Designgeschichte, mal persönliche Geschichten der Ausstellungsmacher. Jeweils 5 Euro, keine Anmeldung nötig, ihr könnt einfach vorbeikommen.
Lebendige Technikgeschichte
Möglich wird die Sonderausstellung auch deshalb, weil das Computer-Museum über eine außergewöhnlich breite Sammlung verfügt. Tausende Exponate, gesammelt über Jahrzehnte, die diese Größenordnung erst möglich machen. Dazu ehrenamtliche Experten, die nicht nur ausstellen, sondern erklären. Wer Fragen hat, findet hier immer jemanden, der die Antworten parat hat und genug Hintergrundwissen mitbringt, um die ein oder andere Anekdote zu erzählen.
Man muss kein Apple-Fan sein, kein Technik-Nerd, kein iPhone-Besitzer. Wer sich für gute Firmengeschichten interessiert, für Design, für die Frage, wie ein paar Menschen in einer Garage die Welt verändert haben, der ist hier richtig. Und ja: Wer ein Microsoft- oder Android-Nutzer ist, darf trotzdem kommen.
Die Ausstellung läuft noch bis September 2026. Genug Zeit also, um vorbeizukommen, sich in der nachgebauten Garage von Steve Jobs umzusehen, einen Apple II hochzufahren und durch 50 Jahre Design zu spazieren. Und mal ehrlich: Wer kann schon von sich behaupten, in einem Macintosh gestanden zu haben?











