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IT'S SHOWTIME!

Oldenburg hat keine Kunsthochschule. Diesen Umstand kann man beklagen, kurzfristig verändern kann man ihn jedoch nicht. Es gibt aber einen Trost, denn an der Carl von Ossietzky Universität kann man Kunst studieren! Jetzt stellen die Studierenden der Fachschaft ihre Arbeiten vor.


Einmal alles: Die Showtime-Ausstellung überzeugt durch eine große Vielfalt - denn dieses Bild zeugt nur einen kleinen Auszug. {Bild Fachschaft Kunst und Medien

Die Uni Oldenburg hat etwa 185 Voll- und Teilzeit-Studiengänge, in die fast 16.000 Studierende eingeschrieben sind. Den bekanntesten Bereich stellt vermutlich die Lehrer:innenausbildung dar, die den historischen Kern der Hochschule bildet. Auch die Umwelt-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften sowie Informatik und Humanmedizin genießen eine hohe Aufmerksamkeit und prägen dadurch das Profil der Universität.


Dass sie auch den Fachbereich Kunst und Medien mit knapp 350 Studierenden in den vier Fächern „Gender Studies“, „Kunst“, „Kunst und Medien“ sowie “Kunst- und Medienwissenschaften“ anbietet, ist öffentlich dagegen weniger präsent. Das hat natürlich Gründe, denn er ist nicht so nah an der Tages- und Gesellschaftspolitik wie die anderen genannten Beispiele. Dennoch ist dieses Angebot für Oldenburg von hoher Bedeutung. Oft sind es nämlich Kunststudierende, die sich am Standort besonders engagieren, ihm kreative Impulse geben oder sich am öffentlichen Diskurs beteiligen.


 

„SHOWTIME 10“ DER FACHSCHAFT KUNST UND MEDIEN


AUSSTELLUNG - PERFORMANCES - SCREENINGS - SYMPOSIUM - PARTY


ERÖFFNUNG

5. JULI, 18 UHR


PRINZENPARK

AMMERLÄNDER HEERSTRAßE 69

26129 OLDENBURG

 

Mittel, Methoden, Materialien


Umso spannender ist es, wenn sich die Fachschaft nach außen präsentiert und die Studierenden ihre praktischen Arbeiten der letzten beiden Semester der Öffentlichkeit vorstellen. Was bewegt die jungen Menschen in diesem Fachbereich? Mit welchen Fragestellungen beschäftigen sie sich? Wie sehen ihre Antworten aus? Welche Mittel, Methoden und Materialien wählen sie?


Kunststudium in Oldenburg: Nicht sehr bekannt, trotzdem relevant. (Bild: Uni Oldenburg)

All diese Fragen beantwortet am besten „Showtime“. Bei diesem Format handelt es sich um eine Jahresausstellung des gesamten Instituts, bei der alle Kunststudierenden mitwirken können. Die Themenschwerpunkte sind dabei ganz unterschiedlich. In den Praxiskursen können die Studierenden nämlich unterschiedlichste künstlerische Techniken erlernen oder auch in verschiedenen Werkstätten arbeiten. Welcher Weg letztlich zum Ziel führt - und wo das Ziel überhaupt liegt - entscheiden die Studierenden sehr frei.


Eine sorgsam kuratierte Ausstellung, bei der jedes Detail zu allen anderen passt, darf man bei „Showtime“ deshalb nicht erwarten. Bereits der Titel signalisiert, dass es um die Präsentation geht, nicht um ausstellungsdidaktische Finessen. Aber das muss kein Nachteil sein. Die große Abwechslung der Werke sorgt einerseits für ein sehr kurzweiliges Rezeptionserlebnis, andererseits erzeugt sie einen guten Eindruck davon, wie unterschiedlich sich die Studierenden dem Thema Kunst annähern. Das ist ein Erkenntnisgewinn für sich.


Zwei-Fächer-Bachelor ​

Kunst und Medien


Das Fach Kunst und Medien an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg kombiniert das Studium der Theorie und Geschichte von Kunst und Medien mit verschiedenen Formen künstlerischer Praxis. Im Zentrum des Studiums steht die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der visuellen Kultur und deren Vermittlung. Theorien zu Kunst, Medien und ihrer Vermittlung sowie ästhetische Verfahren werden dabei als sich ergänzende und wechselseitig modulierende Verfahrensweisen von Wissenschaft verstanden.


Das Hörsaalszentrum am Uhlhornsweg (Bild: Uni Oldenburg/Daniel Schmidt)

Themen in der Lehre sind Theorien zur Analyse von unterschiedlichen Bildmedien, die Institutionen des Kunst- und Medienbetriebs und ihre Geschichte(n), breitgefächerte künstlerische Praktiken sowie Positionen und Konzepte von Kunstvermittlung. Der Schwerpunkt liegt auf Kunst- und Medienproduktionen der Moderne und Gegenwart.


Mit dem Bachelorabschluss können sich Absolvent:innen für Berufe im Kulturbereich bewerben, die ihren Schwerpunkt in der Kunst und in den Medien haben (Museen, Kulturinstitutionen, Galerien, Medien, Archive, Kunsthandel, Journalismus etc.). Diejenigen, die sich nach dem Bachelor weiter qualifizieren wollen, können an der Universität Oldenburg im Bereich Kunst und Medien mehrere Master-Studiengänge studieren. Derzeit: Kunst- und Medienwissenschaft; Integrated Media – Audiovisuelle Medien in Praxis, Theorie und Vermittlung; Kulturanalysen; Museum und Ausstellung. Studierende mit dem Berufsziel Schule absolvieren im Anschluss an den Bachelor den Master of Education.


Einzigartige Kunstwerke


Und da wären wir schon wieder bei einem entscheidenden Wesensmerkmal der Kunst: Sie erzeugt in uns ganz verschiedene Impulse und Gedanken, Regungen und Assoziationen. Aus individuellen Fragestellungen und Antworten, aus den unterschiedlichen Kombinationen von Mitteln, Methoden und Materialien haben die Studierenden einzigartige Kunstwerke kreiert, mit denen man sich als Betrachter:in hervorragend auseinandersetzen kann. Oder sollte?


Gut besucht: Im letzten Jahr war einiges los - trotz Maskenpflicht (Bild: Fachschaft Kunst und Medien)

Wer interessiert ist an den praktischen Arbeiten junger Künstler:innen aus Oldenburg und wer spüren möchte, welche inhaltlichen und künstlerischen Strömungen es aktuell beim Kunstnachwuchs gibt, sollte zwischen dem 5. und 7. Juli unbedingt im Prinzenpark auf dem Campusgelände Haarentor vorbeischauen.


Der Fachbereich Kunst und Medien mag zwar nicht der größte und bekannteste der Carl von Ossietzky Universität sein. Er kann und will auch keine Kunsthochschule ersetzen. Spannende Einblicke in die aktuelle Kunstszene bietet er aber allemal - und das sollte man sich ansehen. It's Showtime!

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