DER CORONA-CHECK - TEIL ZWEI

Es war einmal eine Pandemie. In den Zwanziger Jahren des 21. Jahrhunderts verbreitete sich das Corona-Virus über die gesamte Welt und führte zu zahlreichen Lockdowns. Erst nachdem durch zahlreiche Verhaltensregeln, Impfungen und günstigen Virus-Mutationen die Gesundheitsgefahr immer weiter sank, kehrte die Normalität zurück. Aber: nicht für alle. Die Kultur hat Long Covid. In diesem zweiten Teil unseres Double Features lest ihr, was die Theaterakteure selbst zur Situation sagen.


Leere Theaterreihen mit Abstandsregeln
Die Zeiten der Abstände sind aktuell zwar vorbei, die Unbeschwertheit ist aber noch nicht zurück. (Bild: Shutterstock)


WAR DA WAS?

Der Corona-Check

mit Oldenburgisches Staatstheater, theater hof/19, Theater k, Theater Laboratorium, theater wrede +, Unikum






Irgendwann im Frühjahr war Theater wieder so möglich wie früher. Wie fühlte sich der Moment an? Nach Befreiung? Oder überwog etwas anderes?



„Für uns Theatermachende war es schon ein Befreiungsschlag“, erinnert sich Christian Firmbach, Intendant des Oldenburgischen Staatstheaters, zurück. „Es ist ein tolles Gefühl, wieder Publikum im Haus zu haben, sich - immer öfter ohne Maske - begegnen und austauschen zu können! Denn das haben alle gemerkt: Ein Theaterbesuch ohne Gespräche, ohne das Miteinander ist nur das halbe Erlebnis.“ Ähnlich sieht es Frauke Allwardt vom theater hof/19: “Zunächst war es wie eine Befreiung. Unser Publikum war wieder da - und zwar fast genauso zahlreich wie vor Corona! Von Anfang an haben wir konsequent auf 2Gplus und 3G gesetzt, was das Publikum durchweg begrüßt“, erinnert sie sich zurück.


„Natürlich schwebt das Damoklesschwert des Besucherrückgangs auch ständig über uns - ein lähmendes und beklemmendes Gefühl. Trotzdem überwog die Dankbarkeit und Freude wieder vor Publikum spielen zu können, denn die Lockdowns waren furchtbar!“

Die Unsicherheit war auch für Pavel Möller-Lück ein Thema, der als Leiter des Theater Laboratorium eigentlich nur ausverkaufte Vorstellungen gewohnt ist. „Das war sicher ein Moment der Befreiung. Gleichzeitig aber wussten wir nicht, ob der wirklich vertrauen konnten auf die neue Situation.“


Für Jürgen Boese, als Kulturreferent des Studenwerks auch für das studentische Theater Unikum zuständig, sind ebenfalls gemischte Erinnerung geblieben: „Die Eröffnung ging mit einer großen Menge an Hygieneauflagen einher. Die Nutzer*innen haben sich aber toll daran gehalten.“ Trotzdem habe es immer wieder Vorstellungen gegeben, die krankheitsbedingt abgesagt werden mussten. „Die Unsicherheit ist also stets geblieben und eine Befreiung wollte sich nicht wirklich einstellen.“


Beim theater wrede + gab es zunächst noch Verunsicherung, wie das Publikum reagieren würde: Akzeptiert es die Lockerungen der Corona-Auflagen? Oder würde es Probleme geben? Doch die Befürchtungen sollten sich nicht bewahrheiten: „Es war sehr schön, die Nähe zu den Zuschauenden wieder intensiver zu spüren und auch Gespräche mit Leuten zu führen, die lange nicht da waren“, erinnert sich Marga Koop zurück.


„Die Gespräche und die Stimmung insgesamt wirkten auf uns offener und gelöster, weil die gefühlte Distanz langsam weniger wurde. Das haben wir auch als Rückmeldung von vielen Zuschauenden bekommen.“

Insgesamt überwog also die Freude über die Möglichkeit, wieder spielen zu können. Dennoch war die Situation nicht vollkommen ungetrübt. Firmbach: „Wir haben auch gemerkt, dass viele Abläufe, Regelungen und Gewohnheiten über die Corona-Monate verlernt wurden bzw. neu gelernt werden mussten. Wir waren alle etwas aus der Übung, was den „Normalbetrieb“ angeht.“





Welche Auswirkungen hatte das auf die Programmplanung? War sie optimistisch oder abwartend? Wir haben wegen Corona viel verschieben und organisieren müssen. Die administrative Arbeit hat uns fast erschlagen“, weiß Frauke Allwardt noch gut, wie es sich angefühlt hat. Trotzdem habe man ein attraktives Programm auf die Beine gestellt.


„Wir sind also optimistisch in die Frühjahrsaison gestartet, allerdings immer mit dem unsicheren Gefühl, ob auch alles klappt, ob genug Zuschauer kommen, dass hoffentlich keiner aus dem Team krank wird…“

Eine Mischung war es auch beim theater wrede +. „Wir haben die Programmplanung am Ende des letzten Jahres hoffnungsvoll festgelegt und konnten dabei dann auch zum größten Teil bleiben“, stellt Marga Koop fest. Aus den vielen Verschiebungen im letzten Jahr habe man gelernt, die Veranstaltungstermine nicht zu weit im Voraus zu veröffentlichen, um unnötiges Organisieren zu vermeiden. Das habe gut funktioniert.


„Natürlich mussten wir auch immer darauf gefasst sein, dass Stücke doch coronabedingt verschoben werden mussten und brauchten einen Plan B in der Hinterhand. Zum Glück war unser Publikum bei den wenigen Verschiebungen sehr verständnisvoll. Das hat uns sehr geholfen.“

Etwas anders sieht es beim Staatstheater aus: „Das Programm ist in so einem großen Haus wie dem unseren wird lange vorab geplant, da können wir so spontan kaum reagieren“, stellt Christian Firmbach fest. „Aber natürlich sind wir froh, wieder alle Plätze besetzen zu können und unser Großprojekt, Wagners RING, nun tatsächlich im vollbesetzten Saal umsetzen zu können!“ Immerhin: Bei einem solch eimaligen Angebot bleibt die Nachfrage nicht aus.


Anders sah es auch im Unikum nicht aus. „Wir haben die Spielzeit mit weniger Terminen eingeplant, um die Bühnenbelegung etwas zu entzerren“, erinnert sich Jürgen Boese zurück. Darüber hinaus sei eine Produktion in eine andere Location ausgewichen. Auf den Punkt bringt es letztlich Pavel Möller-Lück: „Die Programmplanung konnte nur sehr abwartend gestaltet werden.“ Schließlich musste man mit sehr vielen Unsicherheiten arbeiten - und das hält in mancher Hinsicht bis heute an.





Wie reagierte das Publikum? Kam es in Scharen zurück? Oder ist es weiterhin vorsichtig?



Die Erinnerung ist für Jürgen Boese eher unangenehm. Das kleine Haus am Campus Haarentor der Carl von Ossietzky Universität war zu Jahresbeginn zwar sehr mutig - ausgezahlt hat sich das aber nur bedingt. „Im Dezember gab es erste Aufführungen unter 2G+ Bedingungen, mit sehr kleinem Publikum. Für die Kabarett Tage im Januar und Februar war es auch sehr schwierig“, blickt der Kulturreferent zurück. Die Corona-Auflagen seien dann ab März nach und nach fallen gelassen worden, das Publikum käme aber leider immer noch zögerlich: „Seit der Wiedereröffnung waren erst drei Veranstaltungen ausverkauft. Der Zuschauer:innendurchschnitt liegt bei unter 50 Prozent.“


Auch das Theater k der Kulturetage hat längst noch nicht wieder an vorpandemische Zeiten angeknüpft: „Wir hatten vor der Pandemie eine Auslastung von 75 Prozent. Das heißt, bei 80 Sitzplätzen waren so immer ca. 60 Besucher:innen da“, weiß Uwe Bergeest. „Während der Pandemie sank diese Zahl auf ca. 25% und hält bis heute an.“ Einen ähnlichen Trend beobachtet Pavel Möller-Lück: „Das Publikum wartet noch ab“, bilanziert er. “Es gab und gibt erfreuliche Momente. Aber wir haben trotzdem nur eine Auslastung von 65 Prozent.“ Das sei für ein Privattheater eine kritische Situation.


Der Start verlief im theater wrede + sehr positiv: „Kurz nach dem Lockdown im letzten Jahr und auch im Frühjahr dieses Jahres kamen viele zurück, was uns natürlich sehr gefreut hat“, erinnert sich Marga Koop zurück.


„Es war sehr schön zu sehen und zu hören, wie sehr sie die Theateratmosphäre und Inszenierungen vermisst haben. Wir waren sehr zufrieden mit den wieder steigenden Publikumszahlen.“

Leider seien im Mai dann aber deutlich weniger Personen gekommen. Dafür könne es nach Ansicht des Theaters viele Gründe geben: Neben dem guten Wetter auch die vielen Open-Air-Veranstaltungen, die es früher in der Fülle noch nicht gab, und die große Vielfalt an Veranstaltungen, die jetzt nachgeholt werden.


In dieser Form blieb das theater hof/19 von einem Einbruch verschont, dafür gab es aber andere Sorgen: „Bei den Veranstaltungen, die tatsächlich stattfanden, hatten wir kaum Publikumsrückgang“, freut sich Frauke Allwardt über die guten Resonanz in schwierigen Zeiten. Nicht vergessen dürfe man aber die abgesagten Termine wegen eigener Corona-Erkrankung und Komplett-Absagen von Zusatzvorführungen als geschlossene Veranstaltungen; „Das war wirtschaftlich schon sehr spürbar.“


Zwischen Optimismus und Pessimismus pendelte auch das Staatstheater. „Teils, teils“, lautet deshalb die Antwort von Christian Firmbach.


„Manche Gäste kommen nur, wenn sie die Maske absetzen können, andere fühlen sich mit Maske sicherer. Das spiegelt ganz gut die Unsicherheit in der Bevölkerung wider und natürlich auch beim Publikum.“

Und damit auch: die Stimmung im Theater. Dazu kam das gute Wetter, die Leute wollten draußen sitzen, sich unterhalten, Spaß haben. „Das kann man ihnen natürlich nicht verdenken. Aber da kommt vielleicht nicht sofort der Gedanke an einen Theaterabend. Und wenn, dann eher leichte, unterhaltsame Stoffe. Das merken wir schon! Ernste Themen haben es im Moment schwer, da bietet die Realität leider genügend Stoff...“







Hat es für Ihr Haus einen Mehraufwand bedeutet, die Gäste wieder in die Säle zu locken?



Pavel Möller Lück bejaht das: „Problematisch war natürlich die kurze Vorlaufzeit für den Vorverkauf. Wir haben dann alle Kanäle genutzt um das Programm zu präsentieren.“ Das bedeutete natürlich einen erheblichen Aufwand. „Gleichzeitig vermuten aber viele Zuschauer:innen , das es traditionell keine Karten mehr geben würde im Laboratorium“, konstatiert er. Das stellt das Figurentheater vor eine Herausforderung, die andere nicht haben - und macht die Sache nicht einfacher.


Die Frage nach dem Mehraufwand beantwortet auch Frauke Allwardt mit einem klaren Ja. Dabei geht es vor allem um kreative Arbeit: „Wir diskutieren viel über neue Formate und Programmatik. Für mehr Werbung haben wir praktisch keinen Etat.“ Für das theater wrede + war es beim traditionell starken Kinder-Programm bis Mai noch relativ einfach, weil die Nachfrage und das Vertrauen des Publikums groß war. „Für das Abendprogramm war die Nachfrage geringer und wir hatten mehr Mühe die Zuschauenden zurück zu gewinnen“, berichtet Marga Koop. Deshalb sei man aktiv geworden:


„Wir haben viele Gespräche mit unserem Publikum geführt und wertvolles Feedback erhalten.“

Zusätzliche Hilfe habe man sich von der Hamburger Agentur hyper_real geholt. Gemeinsam sei ein Konzept entwickelt worden, das die Sichtbarkeit erhöhen und den Zugang für neues Publikum erleichtern soll. „An dem Konzept und der Umsetzung arbeiten wir auch dieses Jahr weiter und werden unser Abendprogramm in diesem Rahmen umstellen. Es bleibt also spannend.“


Ein klares Ja kommt auch von Christian Firmbach, nicht zuletzt weil er eine wichtige Beobachtung gemacht hat: „In den letzten zwei Jahren hat auch das Publikum einiges „verlernt“, was früher selbstverständlich war.“ Das dürfe man nicht ignorieren. Mit besondere Aktionen wie die Sommerstart-Woche oder die wöchentlichen Lunch-Konzerte draußen und umsonst versucht das Staatstheater deshalb, auf sich aufmerksam zu machen. Und Hoffnung macht noch etwas: „Darüber hinaus freuen wir uns sehr, in der nächsten Spielzeit unsere Abonnenten nach zwei Jahren Abstinenz wieder begrüßen zu dürfen!“ Die gibt es beim Unikum freilich nicht, aber dennoch ist man für die Zukunft hoffnungsvoll. „Die ersten Monate hatten wir defintiv einen großen Mehraufwand“, erinnert sich Jürgen Boese.


„Wir mussten für jede Veranstaltung viel Werbung fahren. Außerdem wurde mehr Personal nötig, um die Kontrollen beim Einlass zu übernehmen.“

Mittlerweile schleife sich die Situation wieder besser ein. Wir hoffen, dass sich mit der Zeit der „Zustand“ wieder normalisiert und die Leute zurückkehren.



Auch in diesem Sommer passiert "Open Air" wieder viel mehr als früher. Ist das ein neues Standbein auch für die Theater?


„Wir haben viel darüber nachgedacht, inwiefern ‘Open Air‘ für uns in Frage kommt, weil es mehr Flexibilität bei Corona-Maßnahmen bieten und den Zuschauenden mehr Sicherheit geben könnte“, beschreibt Marga Koop die Diskussionen im theater wrede +. Dem Haus fehlten allerdings die Mittel, um eine eigene künstlerische Konzeptionierung und auch den logistischen Aufwand stemmen zu können. Bei einer entsprechenden Förderung würde das Theater „Open Air“ aber gerne umsetzen. „Das haben wir in der Vergangenheit bereits gemacht, beispielsweise beim Stück ‘Terror to go‘. Aktuell ist dieses Format aber leider nicht für uns machbar.“


Mit ähnlichen Herausforderungen sieht sich auch Frauke Allwardt vom theater hof/19 konfrontiert: „Im Sommer 2021 haben wir vier wunderbare Vorstellungen von ‘Land in Sicht‘ bei uns im Hof durchführen können“ Dabei handele es sich um ein Erzähl- und Musikprogramm mit geladenen Gästen aus der städtischen Kultur- und Politikszene.


„Die Aufführungen waren allesamt toll, aber der Aufwand ist bei 35 Gästen, die in unserem Hof Platz hatten, leider nicht wirtschaftlich.“

In Oldenburg sei das Wetter eben nicht verlässlich, so dass professionelles Theater nicht wirklich open air geplant werden kann, ohne enorm kostenaufwendige Vorkehrungen zu treffen.


Auch für Christian Firmbach wird „Open Air“ kein fester Bestandteil des Spielplans sein: „Für besondere Aktionen wie die Theaterinsel kann ich mir das vorstellen, ja, aber nicht dauerhaft“, positioniert er sich eindeutig. Pavel Möller-Lück registriert druchaus, dass die Leute bei Freiluft-Veranstaltungen auf den Geschmack gekommen sind. Dennoch wird auch das Laboratorium perspektivisch in der Kleinen Straße bleiben: 


„Es gibt eine erfreuliche Nachfrage nach Open Air-Aufführungen. Aber ein Standbein wird es nicht werden.“

Auch beim Unikum finden Outdoor-Aktivitäten nur situativ statt: „Im Februar wurde eine Campus Schnitzeljagd unter freiem Himmel aufgeführt. Das war für die Zeit sehr ungewöhnlich“, berichtet Jürgen Boese. „Das OUT, der AStA und das Studentenwerk kooperieren zudem mit dem Kultursommer. Dort finden drei Konzerte und ein Open Air Theaterstück statt.“ Auf dem Campus sei zur Zeit allerdings nichts Open Air geplant.




Wie sieht angesichts all dessen der Blick in die Zukunft aus? Und was überwiegt: Unsicherheit oder Zuversicht?


Bei der abschließenden Frage kristallisiert sich schnell und deutlich ein roter Faden heraus. Grundsätzlich blicken alle hoffnungsvoll nach vorn. Doch völlig ungetrübt ist dieser Blick nicht: Zum einen ist er mehr Bauchgefühl als Kopfsache. Zum anderen gäbe es da durchaus noch die eine oder andere Unwägbarkeit.


„Die Planungen für die Winterspielzeit sind in vollen Gange. Wir planen ganz normal, jedoch immer mit einem Gefühl von Skepsis“, fasst Jürgen Boese die aktuelle Lage zusammen. Der Winter sei die Hauptsaison von Kulturveranstaltungen, aber auch von Corona. Man wisse sehr wohl, dass die Pandemie nicht vorbei sei:


„Also planen wir in der Hoffnung, dass keine neuen Schließungen kommen. Ausfälle von Aufführungen müssen aber wahrscheinlich einkalkuliert werden.“

Generell sei das Theater Laboratorium optimistisch eingestellt, erzählt Pavel Möller-Lück. „Wir glauben auch, das unser Publikum uns wieder entdecken wird“, ist er überzeugt. Allerdings habe man jetzt zwei Spielplaneröffnungen erlebt, die wieder abgebremst werden mussten. „Vielleicht können wir von einer kontrollierten Offensive sprechen. Über einen neuerlichen Lockdown wollen wir hier noch nicht nachdenken.“


Finanziell auf dünnem Eis sieht dagegen Frauke Allwardt das theater hof/19. „Das wird gerade in solchen Zeiten deutlich spürbar", berichtet sie. Die freie Kultur verliere großartige Kolleg*innen, weil Corona ihnen das Genick gebrochen hat und z.B. das Lehrer:innen-Dasein verlässlicher ist. Das mache ihr Sorgen:


„Ein Generationswechsel ist unter diesen Bedingungen kaum machbar. Wir Gründer:innen müssen es schaffen, das Haus ökonomisch besser aufzustellen, damit eine kompetente Nachfolge gefunden wird.“

Nicht ganz anders ist die Situation beim theater wrede +: „Bezüglich Corona sind wir grundsätzlich optimistisch“, stellt Marga Koop klar. „Bisher wurden wir in dieser Zeit finanziell gut unterstützt und wir sind auch sehr froh über unsere Zuschauer:innen. Herzlichen Dank an dieser Stelle!“ Jedoch hätten die Publikumszahlen in diesem Jahr noch nicht das Vor-Corona-Niveau erreicht; deshalb werde man weiter daran arbeiten, die Sichtbarkeit des Theaters weiter zu erhöhen. „Wir hoffen, dass die Unterstützung so weiter geht, falls es auch im Herbst nochmal schwierige Corona-Situationen geben sollte.“ Allerdings müsse man als ein Freies Theater immer wieder große Anstrengungen betreiben, um überhaupt langfristig planen zu können. „Der Blick in die Zukunft ist also optimistisch, aber immer auch etwas sorgenvoll.“


Kurz aber kraftvoll fällt dagegen die Antwort von Christian Firmbach aus. Er hatte bereits bei der Pressekonferenz zur Spielzeit 22/23 - natürlich mit einem theatralischen Augenzwinkern - die Pandemie für beendet erklärt. Daran hält er sich auch jetzt: “Ich bin optimistisch“, erklärt er voller Überzeugung. „An eine neue Welle im Herbst mag, glaube ich, keiner denken!Grundsätzlicher wird Uwe Bergeest vom Theater k. Seine Blick auf die Theaterlandschaft hat sich durch die vergangenen zwei Jahre spürbar verändert:


Der Philosoph Ernst Bloch hat mal gesagt: ‘Man muss in das Gelingen verliebt sein, nicht in das Scheitern.‘ Nach diesem Credo habe ich mich für die Theaterarbeit der Kulturetage immer gerichtet. Und jetzt habe ich zum ersten Mal Zweifel.

Mit den Hilfen wie Neustart Kultur, Back to stage habe zwar einiges auffangen lassen. Aber: „Wenn die Leute ab September wieder nur spärlich kommen, dann haben wir ein Problem. Dann hilft uns im Sommer ‘Umsonst und draußen‘ nichts und mit der Verliebtheit ist es dahin.“