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SOMMER? KINO!

Normalerweise bedeuten die Sommermonate für das Kino eine einzige große Flaute. Diese Regel wird derzeit zwar durch das „Barbenheimer“-Phänomen (gemeint ist damit das Anschauen der beiden sehr erfolgreichen Filme „Barbie“ und „Oppenheimer“) außer Kraft gesetzt. Aber dennoch bleibt die warme Jahreszeit schwierig für die Lichtspielhäuser. Es sei denn: Man geht einfach raus!


Barbie und Ken im Film Barbiie
Voller Hof statt volles Haus: Das Sommer Kino kommt bestens an - solange das Wetter passt. (Bild: Izabella Mittwollen)

Es war im Frühsommer 2020. Die Corona-Pandemie legte gerade weite Bereiche des Kulturbetriebs lahm, da reifte bei einigen findigen Kinobetreibern eine Idee: Die Wiederbelebung des Autokinos! Es war die ideale Lösung für die Zeit der Abstandsregeln: Jeder konnte in der sicheren Umgebung seines Autos einen Kinofilm gucken - und ein kleines Stück Alltag zurückerobern. In Oldenburg war das unter der Regie des Cine k auf dem Gelände der Weser-Ems-Hallen möglich - und funktionierte hervorragend,


Autos waren im Jahr darauf zum Glück nicht mehr zwingend nötig, um ins Kino zu gehen. Den Charme der Outdoor-Veranstaltungen war aber sowohl den Macher:innen als auch den Filmenthusiast:innen noch gut in Erinnerung. Und so entschied sich das Cine k dazu, weiterhin Filme unter freiem Himmel zu zeigen - dieses Mal aber im eigenen Hinterhof, begleitet von kleineren Events. Dieser Ort ist im Anschluss an de Kultursommer mittlerweile zu einer Institution geworden, die Open Air Screenings haben viele Fans gewonnen. Und dafür brauchte es bisher weder „Barbie“ noch „Oppenheimer“,


 

CINE K SOMMER KINO


28. JULI - 2. SEPTEMBER 2023


VERSCHIEDENE STARTZEITEN: 20:30 - 21:30 UHR


BAHNHOFSTRAßE 11

26122 OLDENBURG TICKETS

 

Fünf gute Gründe

Die positive Entwicklung überrascht, denn normalerweise verortet man Filme weiterhin in geschlossenen Räumen. Was ist das Gute daran, raus zu gehen? Warum funktioniert dieses Format so gut? Wir nennen euch fünf Gründe, warum ihr euch das Cine k Sommerkino nicht entgehen lassen solltet - selbst (oder gerade) wenn ihr die Filme nicht kennt.


Potenziell langweilig, tatsächlich dramatisch: „Das Lehrerzimmer“ mit Leonie Benesch als Carla Nowak wurde von der Kritik zurecht gefeiert. (Bild: ALAMODE)

GRUND 1: DRAUßEN GUCKT MAN SONST NIE


Normalerweise findet Kino in der intimen Atmosphäre eines Saals statt. Diese Nähe hat optisch und akustisch einige Vorteile. Und manchmal will man genau diese ***. Genauso schön ist es aber, wenn Leinwände atmen, der Ton sich ausbreiten kann und der eigene Blick auch mal abschweifen kann. In diesem Momenten spürt man: Der Saal mag technisch der allerbeste Ort für einen Film sein - doch draußen gewinnt das Seherlebnis anderen Qualitäten, die ebenfalls absolut erlebenswert sind.



GRUND 2: SELBER SUCHEN IST ERMÜDEND


Wer kennt es nicht? Wenn man vorher nicht genau weiß, was man gucken möchte, wird das Scrollen durch die Streamingportale zu einem entnervenden Alptraum. Mitunter beschleicht einen das Gefühl, dass ein sadistischer Algorithmus die wahren Perlen absichtlich verbirgt. Das kann beim Sommerkino nicht passieren: Die Filmexpert:innen des Cine k haben für euch ausnahmslos hervorragende Filme ausgewählt. Ihr müsst euch nur noch hinsetzen und zuschauen, Das schont die Nerven!

QUICK FACTS

DER (KINO-) SOMMER KANN KOMMEN


  • TON: Der Ton wird über Kopfhörer übertragen, die ihr von uns vor Ort bekommt.

  • EINLASS: Der Einlass beginnt jeweils eine Stunde vor Filmbeginn.

  • DJ-SET: Jeden Mittwochabend könnt ihr euch während des Einlasses mit einem DJ-Set auf den Film einstimmen

  • FILMSTART: Unsere Startzeiten orientieren sich am Sonnenuntergang. Für das beste Filmerlebnis startet der Film erst, wenn sich der Kulturplatz in Dunkelheit hüllt.

  • TICKETS: Tickets könnt ihr ausschließlich kaufen - online und vor Ort.

  • ABENDKASSE: Falls der Film online ausverkauft ist und draußen gezeigt wird, gibt es an der Abendkasse noch ein Restkontingent von 30 Tickets.

  • SCHIETWETTER: Kein Event fällt ins Wasser. Bis 18:00 Uhr erfahrt ihr auf der Cine k- Homepage, ob das Event nach drinnen ins Kino verschoben wird. Eure Tickets behalten ihre Gültigkeit.



Plötzlich (wieder) Superstar: Barbie (Margot Robbie) und Ken (Ryan Gosling) sind der Kinohit dieses Sommers. (Bild: Warner Bros.)



GRUND 3: ENDLICH ZEIT FÜR ANDERES


Viele Filmfans nehmen sich immer wieder vor, endlich mal echte Filmklassiker, ambitionierte Dokus oder internationale Indiehits anzuschauen - landen dann aber doch bei der neuesten Serie, die im Hero-Bereich der Streaming-App erbarmungslos beworben wird. Davon abgesehen stellt sich die Frage, welche Klassiker/Dokus/Indiehits überhaupt sehenswert und verfügbar sind. Die Antwort auf diese Fragen könnt ihr getrost in die Hände des Cine k legen. Wenn ihr in diesem Jahr z.B. „Vertigo“ oder „Bikes vs. Cars“ gesehen habt, dann wisst ihr warum.



GRUND 4: GEMEINSAM IST ES SCHÖNER


Klar: Zuhause im Jogger mit einer Schüssel Chips irgendwas zu streamen, ist auch schön und herrlich entspannt. Aber oft ist man dabei mehr mit dem Second Screen beschäftigt also mit dem Film - oder wir quatschen so viel dazwischen, dass wir die Handlung gar nicht mehr mitbekommen. Ein Film als bewusstes Erlebnis mit anderen macht etwas mit uns. Wir lassen uns mehr auf die Situation ein - und teilen die leisen und lauten Momente. Das hat, auch wenn es kitschig klingt, tatsächlich eine Art Magie.



DIE EVENTS

MEHR ALS (SOMMER-) KINO


Kino unter freiem Himmel ist eigentlich reizvoll genug, weitere Argumente bräuchte es gar nicht. Doch das Cine k wäre nicht das Cine k, wenn es sich nur auf Screenings beschränken würde. Als Kontext gibt es eine ganze Reihe an Veranstaltungen. Welche genau? Das verraten wir hier.



Zach Braff in Wish I was here beim Sommer Kino Oldenburg
Cool: „Wish I was here“ von und mit Zach Braff (Bild: Worldview Entertainment)

DONNERSTAG, 3. AUGUST, 21 UHR

JÜDISCHES UND UKRAINISCHES ESSEN

„Wish I was here“ ist eine munter sprudelnde Familienkomödie von Zach Braff mit unkoventioneller Frische. Der Film ist Teil der Reihe "Tacheles" Jewish Diversity Film Series". Bevor der Film um 21:45 Uhr startet, sind alle schon ab 21:00 Uhr zu einem lockeren Beisammensein willkommen. Es gibt jüdisches und ukrainisches Essen und am Getränkewagen kann der Durst gestillt werden.



SONNTAG, 13. AUGUST, 17 UHR

KLIMA-FESTIVAL „GEMEINSAM RICHTUNG ZUKUNFT“

Unter dem Motto „Gemeinsam Richtung Zukunft“ erwartet euch ein buntes Programm zum Thema Mobilität und nachhaltige Stadtentwicklung, u.a. Info- und Mitmachstände, Radakrobatik, Musik, Ausstellung, Podiumsdiskussion und der Film "Bikes vs Cars“. Er zeigt eine globale Krise, „über die wir uns längst bewusst sind und über die wir sprechen sollten.“



Szene aus Sara Martini - Gegen den Strom beim Sommer Kino Oldenburg
Bewegend: „Gegen den Strom“ erzählt die Geschichte der syrischen Schwimmerin Sara Mardini (Bild: mindjazz pictures)

MITTWOCH, 16. AUGUST, 21 UHR

SOLI-ABEND FÜR DIE SEEBRÜCKE

In Oldenburg engagiert sich eine lokale Gruppe mit verschiedenen Aktionen für die Kampagnen der Seebrücke. Aktuell ist in Kooperation mit der Stadt Oldenburg die Patenschaft für das Seenotrettungsschiff Humanity 1 übernommen worden. Das Schiff der Rettungsorganisation SOS Humanity ist im Mittelmeer im Einsatz, um auf der Flucht in Seenot geratene Menschen zu retten. Dabei stellt die Stadt Oldenburg 15.000€ für die Humanity 1 zur Verfügung und verdoppelt alle Spenden, die wir bis in den Herbst sammeln, bis zu einer Summe von 35.000€.



MITTWOCH, 23. AUGUST, 21 UHR

STUMMFILMKONZERT VON WE STOOD LIKE KINGS

„Koyaanisqatsi“ ist ein Experimentalfilm von Godfrey Reggio, der sich mit der Beziehung zwischen Natur und Mensch beschäftigt. Der Titel stammt aus der Sprache der Hopi und bedeutet „Leben aus dem Gleichgewicht“. Der dialogfreie Film reiht eindrucksvolle Zeitlupen- und Zeitrafferaufnahmen aneinander, die die Welt mit und ohne Einfluss des Menschen zeigen: Moderne Gesellschaft und Technologie auf der einen Seite, unberührte Natur auf der anderen. Wir sehen zunächst Landschaften, dann plötzlich hektische Menschenmassen in Städten wie Ameisen umherirren.



Szene aus Einzeltäter Hanau beim Sommer Kino Oldenburg
Nah dran: Drei betroffene Familien werden in „Einzeltäter: Hanau“ portraitiert. (Bild: Julian Vogel)

SAMSTAG, 26, AUGUST, 14 UHR:

SOLI-FEST FÜR HANAU

Ein Ziel der Veranstaltung ist es, möglichst viele Spenden für die Bildungsinitiative Ferhat Unvar zu sammeln. Daher gilt das Prinzip "Eintritt gegen Spende". Euch erwarten u.a. Musik, Vorträge, Infostände, Siebdruck, die Ausstellung "Tell their stories - Erinnerung an junge Opfer rechter Gewalt" und der Film "Einzeltäter Teil 3: Hanau" mit Regiegespräch mit Julian Vogel.


GRUND 5: DER RAHMEN SPIELT EINE ROLLE


Gut: Ins Kino geht man in erster Linie, um einen Film zu sehen. Als Rahmenprogramm müssen das Anstehen am Popcornstand und die aktuellen Trailer ausreichen. Wer aber mal etwas anderes erlebt hat - beispielsweise einen Talk zum Film - kennt die Vorteile. Der zusätzlicher Kontext bietet echte Mehrwerte und lässt uns den Film noch intensiver und emotionaler erleben. Und sowieso: Zuhause mag es zwar am entspanntesten sein, aber genau wie Theater will auch Film ein wenig gefeiert werden. Das richtige Ambiente sorgt für eine ganz andere Atmosphäre - und macht einen guten Film noch besser!



ABER: WAS IST MIT DEM WETTER?


Jetzt haben wir fünf gute Gründe für den Filmgenuss unter freiem Himmel genannt - und draußen regnet es gerade in Strömen. Zumindest zum Start des Sommer Kinos am 28. Juli könnte das Wetter besser sein. Also doch lieber daheimbleiben? Nein, auf keinen Fall! Denn: Wenn das berühmte Oldenburger Schietwetter tatsächlich kein Erbarmen zeigen sollte, wandert der Film einfach nach drinnen. Dann müsste ihr zwar auf die fünf Argumente für das Open Air verzichten - habt technisch aber die optimale Lösung. Und außerdem sind wir guter Hoffnung: Lieber jetzt nochmal Wolkenbrüche - und dafür dann einen warmen August!



Brutal real: Fatih Akins „Rheingold“ zeigt das Leben des Rappers Xatar (Emilio Sakraya) - und lässt viele fiktionale Stoffe verblassen. (Bild: Warner Bros.)


Frischluft für den Kopf


Die Corona-Epidemie war ohne jeden Zweifel eine äußerst bescheidene Zeit für uns alle. Dennoch gab es auch positive Entwicklung - wie zum Beispiel den Erfindungsreichtum der Kulturszene. Einige Formate waren weit mehr als eine Realtion auf die Situation, es waren gute Ideen, die unsere Stadt nun dauerhaft bereichern.


Neben einigen andere gehört auch das Sommer Kino des Cine k dazu. Hier hat sich ein Angebot entwickelt, dass viele Filmfans nicht mehr missen möchten - und da mit seinem hevrorragenden Programm auch immer wieder neue Fans hinzugewinnt. Die Mischung aus alten Klassikern, Dokumentationen mit wichtigen Anliegen, anspruchsvollen Arthouse-Filmen und den spektakulärsten Hollywood-Hits lässt keine Wünsche offen. Und deshalb heißt es auch in diesem Jahr: Sommer? Kino!

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