MdKA: JUTTA SCHOBER-STOCKMANN (BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN)

Im Kulturausschuss werden viele wichtigen Entscheidungen getroffen, die unsere Kulturszene direkt betreffen und verändern. Aber wer sitzt überhaupt in diesem Auschuss? Wir stellen die Mitglieder in unserer Serie "MdKA" vor.


Jutta Schober-Stockmann von Bündnis 90 / Die Grünen
Kam mit viel Kulturerfahrung aus Düsseldorf: Jutta Schober-Stockmann (Foto: soul-photo, J. Bichmann)

Zum Aufwärmen: Ihr Name, gerne auch das Geburtsjahr, und die Partei


Jutta Schober-Stockmann, 1961, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN


Sie sind Oldenburger*in? Schon immer? Und wenn nicht, seit wann? Und von wo kamen Sie damals?


Seit Januar 2021, Geburtsstadt Düsseldorf, kurze Station - vier Jahre - in Aurich, dann u.a. wegen der Kultur nach Oldenburg.


Sind Sie neu im Ausschuss? Oder schon länger dabei? Haben Sie darüber hinaus Erfahrungen im Kultursektor?

Neu im Kulturausschuss seit 1.11.21. Ich habe vor Jahren am Düsseldorfer Kulturkonzept mitgearbeitet, indem ich die Entwicklung der Kulturvision begleitet, qualitative Interviews mit allen Institutsleitungen geführt, ausgewertet und den Prozess bis zur Verabschiedung der Vision anlässlich einer Klausurtagung moderiert habe.


Was bedeutet Kultur für Sie? Was schätzen Sie an ihr?


Mein Opa war Opernsänger und die Opernhausbesuche gehörten seit meinem siebten Lebensjahr zur normalen Alltagsgestaltung dazu, waren dennoch immer etwas ganz besonderes. Mein Onkel hat an der Düsseldorfer Kunstschule in einer Beuys Klasse gelernt und zeigte mir viele verschiedene Facetten von Kunst und Kultur.


Kultur war deshalb schon immer ein Teil meines Lebens und ist aus meiner Sicht identitätsstiftend. Für mich bedeutet Kultur Spiegelung und Weiterentwicklung: von Gesellschaft und Individuen. Ich schätze Kreativität und Mut, Vielfalt und Ästhetik.

Was gefällt Ihnen kulturell in Oldenburg besonders?


Seit einigen Jahren habe ich ein Abo am Staatstheater, weil das von Aurich aus mein erster kultureller Anker hier in der Stadt war. Auf den Rest bin ich sehr neugierig, da ich Pandemie bedingt bisher nur einen kleinen Ausschnitt erleben durfte. Ich schaue mir gerne Ausstellungen an. Ich mag die vielfältige kulturelle Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Themen wie Zeitgeschichte, Literatur und Musik.


Welche Kulturveranstaltung ist Ihnen in besonderer Erinnerung?


Das sind zwei: In Düsseldorf "Die Zauberflöte" von Mozart in der Comic-Inszenierung mit der Komischen Oper Berlin und hier in Oldenburg im letzten Jahr "The Rocky Horror Show", die ich seit der filmischen Premiere in den 70er-Jahren kannte, mit Übersetzung in Gebärdensprache im Staatstheater.


Haben Sie mit Blick auf die kommenden fünf Jahre bestimmte Ziele oder Wünsche?


Mir sind Vielfalt und Entwicklungspotenzial wichtig; der Blick "out-of-the-box" ebenso.


Der Zugang zur Kultur muss für die gesamte Stadtgesellschaft selbstverständlich und niedrigschwellig sein. Kultur hat als ihr Bindeglied eine soziale, integrierende und inspirierende Funktion.

Ich sehe die Oldenburger Szene als Impulsgeberin für das Forschen in und Sammeln von Kulturaspekten und möchte gern mehr Cross-over-Projekte erleben - denn die Stärke von Kultur liegt nicht in der Separierung, sondern in der gemeinsamen gesellschaftlichen Aufgabe.