MdKA: HANNA NABER (SPD)

Im Kulturausschuss werden viele wichtigen Entscheidungen getroffen, die unsere Kulturszene direkt betreffen und verändern. Aber wer sitzt überhaupt in diesem Auschuss? Wir stellen die Mitglieder in unserer Serie "MdKA" vor.

Ein Portrait der Politikerin Hanna Naber
Mitglied des Kulturausschusses: Hanna Naber (Bild: SPD)

Zum Aufwärmen: Ihr Name, gerne auch das Geburtsjahr, und die Partei

Hanna Naber, Jahrgang 1971, Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) – aus Überzeugung seit Februar 1988


Sie sind Oldenburger*in? Schon immer? Und wenn nicht, seit wann? Und von wo kamen Sie damals?

Aufgewachsen bin ich in Lage, Grafschaft Bentheim. 1990 bin ich für mein Studium der Interkulturellen Pädagogik nach Oldenburg gezogen und hier sehr gerne „hängen geblieben“.


Sind Sie neu im Ausschuss? Oder schon länger dabei? Haben Sie darüber hinaus Erfahrungen im Kultursektor?

Dies ist meine erste Legislatur im Rat der Stadt Oldenburg. Also auch meine erste Mitgliedschaft im städtischen Kulturausschuss. Dennoch bringe ich Erfahrungen und Wissen aus dem kulturpolitischen Bereich mit ein. Als Mitglied des Niedersächsischen Landtag bin ich im Ausschuss für Wissenschaft und Kultur. Eine besondere Freude ist es, dass ich Kulturpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion bin.


Kultur(politik) ist nicht nur eine private, sondern auch eine politische Leidenschaft von mir. Deshalb ist es besonders wertvoll und mir eine Ehre, dass ich durch meine Funktionen auf Landes- und Kommunalebene ganzheitliche, mehrere Ebenen umfassende Kulturpolitik gestalten darf.


Was bedeutet Kultur für Sie? Was schätzen Sie an ihr?


Kultur ist Freude und Reflexion. Die Einbettung von mir als Individuum in einen gesellschaftlichen Kontext. So kann ich Theater oder Kunst mit Freude betrachten, aber die Eindrücke und Erfahrungen wirken noch nach. Manchmal, Jahre später, erinnere ich mich an etwas, das plötzlich Sinn ergibt, auf eine neue Situation passt, oder einfach etwas erklärt. Das hat mein Leben auf vielen Ebenen bereichert und ist immer wieder neu und spannend.

Ich denke, so wird es vielen Menschen gehen.


Kultur geschieht nie im Vakuum, sondern in gesellschaftlichen Kontext(en). Umso wichtiger finde ich deshalb ein vielfältiges Kulturangebot, damit möglichst alle Menschen einen persönlichen Anknüpfungspunkt finden können.

Dazu gehört jedoch auch, dass Kultur allen Menschen zugänglich ist. Aus diesem Grund ist mir Jugendkulturarbeit unglaublich wichtig, damit schon Kinder und Jugendliche mit Kultur in Berührung kommen.


Was gefällt Ihnen kulturell in Oldenburg besonders?


Besonders gut gefällt mir die Vielfalt unseres kulturellen Angebots. Ob Blauschimmel oder Staatstheater, ob Jugendkulturarbeit oder Landesbibliothek, ob cine k oder Stadtmuseum, ob die Nacht der Kleinen Künste im Rahmen des CSD oder Theater Laboratorium, ob Klappstuhlkonzerte oder große Oper – ich gehe tatsächlich überall gerne hin.


Welche Kulturveranstaltung ist Ihnen in besonderer Erinnerung?


Premiere der „La Traviata“ bei den Salzburger Festspielen 2005. Diese Inszenierung von Willy Decker und Wolfgang Gussmann mit Anna Netrebko und Rolando Villazon löst heute noch Gänsehaut bei mir aus.


Haben Sie mit Blick auf die kommenden fünf Jahre bestimmte Ziele oder Wünsche?


Die Corona-Pandemie hat in bisher beispielloser Weise Unwuchten und Verwerfungen im Kultursektor offengelegt – im Besonderen die häufig prekären Arbeitsbedingungen, aber auch die strukturelle Unterfinanzierung in vielen Bereichen. Ich will meinen Beitrag leisten, diese Herausforderungen anzugehen.


Dabei ist es für mich in der Kommune wichtig, Kontakt zu den diversen Akteur*innen und Einrichtungen in Oldenburg zu haben. Ich bringe Engagement und ein offenes Ohr mit. Probleme muss man verstehen, um sie lösen zu können.

Auf landespolitischer Ebene pflege ich einen engen Kontakt zu den Verbänden der Kulturbranche. Dies ist mir wichtig, um Bedarfe und Bedürfnisse besser kennen zu lernen und um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Dabei habe ich auch die kommenden Landtagswahlen in Niedersachsen im Blick. Wir müssen es endlich schaffen, eine Kulturpolitik zu etablieren, die unser Bundesland aus dem Keller der Kulturförderung herausholt. Deshalb werde ich das Thema auch innerhalb der SPD verstärkt auf die Agenda setzen – wir brauchen einen Aufbruch in der kulturpolitischen Debatte.


Für die kommenden Jahre wünsche ich mir einen offenen Austausch. Gerne nehme ich mir Zeit für die Belange der Kultur und der Kulturschaffenden. Ich freue mich, viele von Ihnen in den kommenden Jahren persönlich kennenzulernen und auch viele „alte“ Gesichter wiederzusehen (hoffentlich live – und nicht in einer Kachel).