Reisespiel „Heil dir o Oldenburg, © Franziska Boegehold
18.03.2019

Ein Gesellschaftsspiel für Oldenburg

Franziska Boegehold erzählt als Mitarbeiterin des Stadtmuseums Oldenburg von spannenden Entdeckungen in „ihrem“ Museum., © Franziska Boegehold Autor: Franziska
Franziska Boegehold erzählt als Mitarbeiterin des Stadtmuseums Oldenburg von spannenden Entdeckungen in „ihrem“ Museum.

Kindheitserinnerungen

Im Depot des Stadtmuseums Oldenburg gibt es eine Menge zu entdecken. Viele Objekte warten hier auf ihren Einsatz in einer Ausstellung oder für ein anderes Projekt. Dazu gehört auch jede Menge Spielzeug, das in verschiedenen Zeiten unzählige Kinderaugen leuchten ließ und mit vielen Erinnerungen verbunden ist. Denn wer erinnert sich nicht an ein geliebtes Kuscheltier, die Fahrten auf dem Autoteppich oder das gute Gefühl nach einem Sieg beim Mensch ärgere dich nicht-Spiel.

Das alte Gesellschaftsspiel mit dem merkwürdigen Namen „Heil dir o Oldenburg“ in der Museumssammlung erzählt von (Kindheits-)Erinnerungen aus einer anderen Zeit. Mit diesem Würfelspiel konnten Kinder um 1930 eine Reise durch verschiedene Orte der Region machen.

Eine Reise durch das demokratische Oldenburg
Damals war Oldenburg ein sogenannter Freistaat (wie es auch auf dem Spielbrett zu lesen ist). Nach der Auflösung des Großherzogtums am Ende des Ersten Weltkriegs hatte sich 1918 mit der Weimarer Republik in Deutschland zum ersten Mal eine Demokratie gegründet. Was für uns heute völlig normal ist, war für die Menschen etwas ganz Neues und Ungewohntes. Leider hielt die Demokratie nicht lange, denn mit der Machtergreifung durch Adolf Hitler 1933 setzte sich der absolut antidemokratische Nationalsozialismus durch.

Was ist das eigentlich für ein Name für ein Spiel: „Heil dir o Oldenburg“? Das war einmal die inoffizielle Landeshymne des Großherzogtums Oldenburg. Entstanden ist dieser Lobgesang in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Melodie stammt von der Großherzogin Cäcilie (1807-1844), nach der beispielsweise auch die Cäcilienbrücke benannt ist. Heute singt aber wohl kaum noch jemand dieses Lied, das beginnt mit: „Heil dir, o Oldenburg! Heil deinen Farben! Gott schütz' dein edles Ross, er segne deine Garben!“

Was Heimat bedeutet

Spiele rund um die heimatliche Region waren beliebt in der Zeit, als das Würfelspiel auf den Markt kam. In der Sammlung des Stadtmuseums befindet sich mit dem Memory-Spiel „Kenne und liebe die Heimat“ noch ein weiteres Spiel mit regionalem Bezug aus der gleichen Zeit. Aktuell wird über den Begriff Heimat wieder mehr denn je gesprochen. Vielleicht habt Ihr auch schon mit Freunden darüber diskutiert. Für die einen spielt das Wort in unserer globalisierten Welt überhaupt keine Rolle mehr oder ist sogar negativ besetzt. Für andere hat der Begriff einen hohen Stellenwert mit Blick auf die eigene Identität. Was bedeutet eigentlich Heimat? Darauf hat wohl jede und jeder eine ganz eigene Antwort.

Franziska Boegehold erzählt als Mitarbeiterin des Stadtmuseums Oldenburg von spannenden Entdeckungen in „ihrem“ Museum., © Franziska Boegehold

Autor: Franziska

Während des Studiums der Kunstgeschichte hat Franziska Boegehold die Arbeit im Museum für sich entdeckt. Nach einigen Jahren in Süddeutschland lebt die gebürtige Niedersächsin seit inzwischen mehr als sechs Jahren in Oldenburg. Als Mitarbeiterin des Stadtmuseums entdeckt sie jeden Tag spannende Geschichte(n), die sich immer wieder mit dem Hier und Jetzt der Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt verbinden lassen und so zu neuen Geschichten werden.

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