Der Vogel ist in einem Fischernetz gefangen, was eine der häufigsten Todesursachen für Meeresvögel ist., © Laura Horstmann
11.04.2019

Unsere Meere und das Plastik

Laura Horstmann ist Studentin an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Dort studiert sie Tourismuswirtschaft., © Laura Horstmann Autor: Laura
Laura Horstmann ist Studentin an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Dort studiert sie Tourismuswirtschaft. Durch ein Praktikum in Oldenburg kam sie zum ersten Mal mit dem Bloggen in Berührung.

Ein regionales Problem

„Nur weil ich nicht hinschaue, heißt das nicht, dass es nicht da ist.“ Diese Aussage ist auf viele Situationen des Lebens anwendbar und hilft mir meine Gewohnheiten zu reflektieren und gegebenenfalls anzupassen. Aber warum erzähle ich euch davon?
Wir kennen die Bilder von Müllströmen in den Ozeanen. Bilder von Tieren, die unter dem Müll leiden. Doch dabei scheint alles so weit weg, so als wären wir nicht selbst betroffen. Aber ist euch bewusst, dass das Ganze auch unsere Region betrifft?

Das Landesmuseum Natur und Mensch setzt sich für die Sensibilisierung gegenüber dem Thema Plastikmüll in den Meeren ein. Ab sofort ist eine Vitrine speziell zu diesem Thema in der Cafeteria des Museums zu sehen. Ein erster  Bestandteil eines sehr aktuellen Themas, das jeden betrifft und bei dem jeder von uns entgegensteuern kann.

Ein Kooperationsprojekt

Was ihr dort sehen könnt erfordert im Vorfeld monatelange Vorbereitung und ist ein Projekt in Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen wie der Universität Oldenburg, dem NaBu, der Kunstschule Oldenburg, Privatpersonen und vielen mehr. Dabei arbeiteten die Akteure Hand in Hand. Ich stelle mir die Frage, wo die Exponate herstammen, wie das Landesmuseum in deren Besitz gelangt und was alles passiert, bevor die Vitrine fertig ist?

Der Vogel, den ihr hier seht, ist ein Basstölpel. Dieses Tier wurde im Wilhelmshaven am Strand aufgefunden und gelang über mehrere Beteiligte, wie z.B. der Seehundstation Norden-Norddeich zum Museum. Dort wird das Tier dann zunächst in mehreren Schritten präpariert. Auf den Fotos könnt ihr sehen, was einem sonst als Besucher entgeht. So kriegt ihr einen kleinen, exklusiven Einblick in den Präparationsprozess des Basstölpels.

By the way

Kein Tier stirbt, um als Präparat eines Museums zu dienen.
Der Vogel ist in einem Fischernetz gefangen, was eine der häufigsten Todesursachen für Meeresvögel ist. Den Müll, den ihr um den Basstölpel herum sehen könnt, wurde nicht extra für die Vitrine besorgt, sondern wurde von Bürgerinnen und Bürgern an regionalen Stränden gefunden und an das Museum übergeben. Das Museum ruft nämlich schon seit letztem Jahr auf seiner Webseite dazu auf, angeschwemmten und am Strand liegengelassenen Müll zu sammeln und zu übergeben. Dabei wurden auch Gegenstände gefunden mit denen man nicht rechnet. Aber zu viel möchte ich noch nicht verraten. Auch Ihr könnt Teil des Projekts werden.

Hier gelangt ihr zum Aufruf:
http://www.naturundmensch.de/

Save the date!
Ihr möchtet mehr über das Thema Plastik im Meer erfahren? Nutzt die Chance und nehmt die Angebote des Landesmuseums Natur und Mensch wahr. Verschiedene Veranstaltungen zu diesem Thema findet ihr, wenn ihr dem nachstehenden Link folgt. Nehmt am Freitag, dem 3.5.2019 an einem Vortrag von Dr. Lars Gutow vom AWI-Institut in Bremerhaven teil oder am Samstag, dem 4.5.2019 an einer Kreativwerkstatt.

http://www.naturundmensch.de/aktuelle-veranstaltungen.html?page_e3=2

Wir werden über soziale Netzwerke mit vielen derartigen Bildern konfrontiert, bei denen wir schnell weiterscrollen können. Aber wenn ihr die Chance habt so etwas „live“ zu sehen, solltet ihr diese nutzen. Hier entsteht eine vollkommen andere Wirkung, derer ich mich nicht so schnell entziehen kann.

Aktuelle Themen

Schaue ich mich in der Cafeteria des Museum um, fallen mir weitere Vitrinen auf. In ihnen sind Dinge zusehen, bei denen auf den ersten Blick kein Zusammenhang erkennbar ist. Frieda, Volontärin des Museums erklärt mir dann, dass hier in der Cafeteria abwechselnd Vitrinen zu aktuellen Themen vorgestellt werden, die unsere Gesellschaft beschäftigen und auch kontrovers sein können.

Ihr könnt hier u.a. auch bald noch eine fertige Vitrine zum Thema Wölfe in Deutschland begutachten. Aber auch jetzt ist er für euch schon sichtbar. Die Nadeln, die euch auffallen werden dienen nicht der Akupunktur, sondern sind Teil des Präparationsprozesses. Eine weitere Vitrine erzählt euch von einem Projekt, in dem das Museum sich kritisch mit seinen Sammlungsobjekten aus der Kolonialzeit auseinandersetzt und der Frage, ob solche Objekte an die Herkunftsländer zurückzugeben werden sollten.

Laura Horstmann ist Studentin an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Dort studiert sie Tourismuswirtschaft., © Laura Horstmann

Autor: Laura

Laura Horstmann ist Studentin an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Dort studiert sie Tourismuswirtschaft. Durch ein Praktikum in Oldenburg kam sie zum ersten Mal mit dem Bloggen in Berührung. Ihr Interesse war geweckt. „Durch das Bloggen habe ich die Möglichkeit hinter die Kulissen meiner Heimatstadt zu schauen. Ich lerne immer neue Blickwinkel kennen und bin fasziniert, was Oldenburg kulturell alles zu bieten hat.“

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