Der Universum CTR 1505 Radio-Kassettenrecorder, © Melanie Tönies
29.11.2018

Madonna, Manta, Mauerfall

Eva von Holt ist die OldenburgBloggerin., © Eva von Holt Autor: Eva
Eva von Holt schnuppert seit 2011 Oldenburger Luft. Nach Donau und Ostsee hat sie die Liebe nun an die Hunte verschlagen. Und sie findet ihre neue Heimat wunderschön.

Besucher der Ausstellung "Madonna, Manta, Mauerfall" begeben sich im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte auf eine Zeitreise in die 80er Jahre. Für Kulturschnack haben unsere Bloggerinnen Eva und Mel sich auf diese Reise begeben und uns ihre ganz persönlichen Highlights daraus mitgebracht.

Das bürgerliche Wohnzimmer der 80er Jahre

Eva

Weiche Sofas in braun, beige oder schwarz, ein großer Röhrenfernseher und eine riesige Schrankwand aus dunklem Holz – so sah ein typisches Wohnzimmer vor 30-35 Jahren aus. Und genau das hat mich in der Ausstellung „Madonna, Manta, Mauerfall – Die achtziger Jahre in der Bundesrepublik“ magisch angezogen. Ich fühlte mich sofort an meine Kindheit und Besuche bei meiner Oma erinnert, die eine ähnliche Ausstattung hatte (abgesehen von der Fototapete). Ihre Schrankwand mit den vielen Schubladen und Türen fand ich immer am spannendsten, denn als Kind schien sie für mich unendlich viele Geheimnisse in sich zu bergen. Das Nützliche, wie Geschirr, alkoholische Getränke und Knabberkram war hinter dunklem Holz versteckt und nur einzelne Dekostücke hatten ihren Platz in den offenen oder verglasten Elementen. So wie im „Wohnzimmer“ der Ausstellung, wo mir diese auch gleich ins Auge fielen (z.B. das kleine schwarze Figurenpaar, die Pierrot-Puppe aus Porzellan und diverse Tassen und Vasen). Und eine Sache, die natürlich in keinem 80er-Zimmer fehlen darf, gehört auch zu einer Schrankwand: der Aschenbecher!

Wenn man sich diese Szenerie so anschaut, merkt man, gerade im Alltäglichen, wie viel Zeit seitdem doch vergangen ist, was heute anders ist (keine VHS und seltener Schallplatten, kein Schnurtelefon) und was doch noch gleichgeblieben (das Arrangement: Sofa, Sofatisch, Fernseher, Schrank). Alles in allem mag die Ausstattung für heutige Maßstäbe bieder wirken, aber ein paar Details (wie hier die Fototapete) lassen den Umbruch und die Moderne erahnen, die in die deutschen Wohnzimmer in den kommenden Jahren Einzug halten sollte.
Das war nur ein kleiner von vielen Aha-Momenten, die ich in der Ausstellung hatte. Manches kannte ich schon, aber einiges war neu für mich. Nächste Woche besuche ich sie mit meiner Mutter nochmal und bin gespannt, ob sie die gleichen Gedanken zum Wohnzimmer hat wie ich und was sie mir aus „ihren“ achtziger Jahren erzählen kann.

Mein Lieblings-Ausstellungsstück: Der Universum CTR 1505 Radio-Kassettenrecorder

Mel

Ich bin ein Kind der 1980er Jahre. Geboren im Jahr 1980, habe ich im Kindesalter so einige Elemente der „Madonna, Manta, Mauerfall“-Ausstellung selbst miterleben können, vor allem Dinge des alltäglichen Lebens, Mode und Spielzeug. Neben der Atari 2600-Spielekonsole, dem kniffligen Rubik’s Cube oder kunterbunten Wollpullovern mit Effektgarn hat es mir aber ein eher unauffälliges Exponat angetan: Der Universum CTR 1505, ein 1983 vom Versandhaus Quelle vertriebener Radio- und Kassettenspieler samt einiger Mixtapes. Ich kann mich daran erinnern, dass es auch in meiner Familie ein ähnliches Gerät gab. Waren es zunächst Kinder-Hörspiele in Form von Bibi Blocksberg-Kassetten, die damit abgespielt wurden, kamen nach einiger Zeit auch Musikkassetten hinzu, die ich von Verwandten oder Freunden aufgenommen bekam. Auch der beizeiten auftretende Bandsalat, den man mit einem Bleistift zum Aufwickeln des empfindlichen schwarzen Bandes beheben konnte, war mir natürlich ein Begriff. Als ich später meine eigene erste Anlage mit Kassettendeck bekam, konnte ich selbst Musik aufnehmen, überspielen und so Mixtapes weitergeben. Diese persönlichen Geschenke, oft liebevoll und detailliert beschriftet, gehören für mich als Musikfan zu einer der lebendigsten Erinnerungen an dieses Jahrzehnt.

Eva von Holt ist die OldenburgBloggerin., © Eva von Holt

Autor: Eva

Eva lebt seit 2011 im wunderschönen Oldenburg. Bevor sie hierher kam, hat sie schon vier Jahre (Ost)Seeluft in Rostock geschnuppert und Germanistik studiert. Aufgewachsen ist sie allerdings an einem viel kleineren Gewässer, nämlich an der Donau. Die Liebe brachte sie schließlich in den Norden und nun fühlt sie sich sehr wohl hier. An Oldenburg mag sie besonders die schöne Architektur, das reichhaltige Kulturprogramm und nicht zuletzt die vielen kreativen, engagierten, hilfsbereiten, offenen Menschen. Wenn sie nicht gerade schreibt, ist sie auf Kreativ- oder Flohmärkten unterwegs, besucht Konzerte oder erkundet die Stadt und ihre Umgebung. Über ihre Erlebnisse in Stadt und Region berichtet sie auch online, auf www.deroldenburgblog.de

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Mel ist ein echtes Oldenburger Kind und wurde nicht nur in der Stadt an der Hunte geboren, sondern kehrte nach der Kindheit auf dem Land auch für ihr Studium der Anglistik und Philosophie zurück zu ihren Wurzeln., © Melanie Tönnies

Autor: Mel

Mel ist ein echtes Oldenburger Kind und wurde nicht nur in der Stadt an der Hunte geboren, sondern kehrte nach der Kindheit auf dem Land auch für ihr Studium der Anglistik und Philosophie zurück zu ihren Wurzeln. Mittlerweile arbeitet sie als Online-Redakteurin für ein Apple-Magazin und steht in ihrer Freizeit am liebsten im Oldenburger Unikum/OUT auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Vom Probenstress erholt sie sich auf ihrem Rennrad, am Gamepad ihrer PS4 und vor allem am Meer - das ist ja glücklicherweise gleich um die Ecke.

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