Ein Schnack auf dem grünen Sofa, © OTM I Stephan Walzl
27.12.2019

Ein Schnack auf dem grünen Sofa

Laura Horstmann ist Studentin an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Dort studiert sie Tourismuswirtschaft., © Laura Horstmann Autor: Laura
Laura Horstmann ist Studentin an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Dort studiert sie Tourismuswirtschaft. Durch ein Praktikum in Oldenburg kam sie zum ersten Mal mit dem Bloggen in Berührung.

Dr. Anna Heinze, Kuratorin im Landesmuseum und ich nehmen inmitten des Raumes Platz. Schnell merke ich, dass ich mit einer Expertin spreche. Sie ist hier im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Kuratorin in den Bereichen Bildende Kunst und Kunstgewerbe/Design.
Also bequem ist es auf jeden Fall. Was bei dem Sofa sofort auffällt ist die Verarbeitung verschiedener Stoffe, die sich jeweils als Rechtecke in die Form des Möbelstücks einfügen. Ich streiche mit der Hand über die verschiedenen Felder. Nicht nur die Farben auch die Strukturen unterscheiden sich. Insgesamt sind sechs unterschiedliche Elemente erkennbar.

Die Geschichte dahinter

Aber warum einen Beitrag über ein grünes Sofa schreiben? Ganz einfach – es geht um die Geschichte dahinter, die ich euch nun erzählen möchte.
Das Sofa wurde 2016 im Rahmen der Umgestaltung der Kunstgewerbeausstellung vom Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte angeschafft. Kunstgewerbe ist euch wahrscheinlich eher unter dem Begriff „Design“ bekannt. Die Ausstellung zeigt die Entwicklung von Design entlang verschiedener Epochen. Dabei handelt es sich im Grunde um Gebrauchsgegenstände. Hier beispielsweise die Entwicklung der Kaffeekanne vom 5. Jh. V. Chr. Bis 1987.

Grundsätzlich ist alles Design. Jeder Gebrauchsgegenstand wird während seiner Entwicklung gestaltet - schon immer. Dieses Sofa bildet eine Art Brücke zwischen Exponat und Gebrauchsgegenstand. Nach einer noch unbestimmten Zeit wird das derzeit genutzte Stück weggestellt und zu einem Teil der Ausstellung werden.
Aber warum genau dieses Sofa? – Weil das Museum damals schon daran glaubte, dass sein Design ein „Evergreen“ sein könnte. Und damit behielten sie Recht.
Es wurde bereits vor 10 Jahren designt und ist noch heute käuflich zu erwerben. Die Bezeichnung „Evergreen“ passt demnach. Entworfen hat es die Niederländerin Hella Jongerius im Auftrag der Firma Vitra. Das Sofa trägt den Namen „Polder“. Als Polder werden in den Niederlanden Ackerflächen bezeichnet. Vielleicht kennt ihr es, wenn ihr aus dem Flugzeug auf die Landschaft unter euch schaut und die klare Abzeichnung der Felder erkennt, die sich in verschiedenen Formen und Farbtönen aneinanderreihen. Fällt der Blick auf das Sofa sind eben diese Felder erkennbar. Angelehnt an das flache niederländische Land sind auch die einzelnen Teile des Sofas flach gestaltet. Die lederbezogenen Knöpfe stellen einen weiteren Bezug zur Natur dar. Und das ist es auch was gutes von schlechtem Design unterscheidet. Hinter dem sichtbaren Endprodukt stehen eine Geschichte, Gedanken oder persönliche Bezüge. An dieser Stelle sei noch eines von Jongerius Zitaten zu nennen: „Eine Farbe wird zur Farbe, weil sie Nachbarn hat“.  Seht ihr das auch so?

Der Zwilling

By the way: Das gleiche Sofa steht übrigens auch im Degodehaus. Dort befindet es sich an einer besonderen Stelle von der aus ihr auf ein Deckengemälde aus dem Jahre 1645 blicken könnt. Wer das nötige Kleingeld hat kann sich das Sofa auch in sein Wohnzimmer stellen. Das gute Stück kostet im günstigsten Fall lediglich etwas mehr als 5.000 Euro. Mittlerweile gibt es das beliebte Stück in vielen verschiedenen Farben. Der folgende Link führt euch direkt zu ihnen:https://www.vitra.com/de-de/product/polder
Zögert nicht und besucht die Kunstgewerbeausstellung des Museums im Schloss. Beeindruckt eure Freunde mit eurem Hintergrundwissen über diesen Design-Gegenstand und setzt euch beherzt drauf, denn ihr dürft es! Nicht alle Besucher trauen sich sofort, da das Sofa doch den Anschein eines Kunstobjekts hat.
 

Sammlerwert

Hella Jongerius hat übrigens auch eine Vase für IKEA designt, die es mittlerweile nicht mehr zu kaufen gibt. Heute ist die Vase PS Jonsberg zu einem echten Sammlerstück geworden. Was vor nicht allzu langer Zeit noch für ein paar Euro zu erwerben war, ist heute auf ebay ca. 100 Euro wert. Ob mein altes KALLAX - Regal auch irgendwann Sammlerwert erhält?

Laura Horstmann ist Studentin an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Dort studiert sie Tourismuswirtschaft., © Laura Horstmann

Autor: Laura

Laura Horstmann ist Studentin an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Dort studiert sie Tourismuswirtschaft. Durch ein Praktikum in Oldenburg kam sie zum ersten Mal mit dem Bloggen in Berührung. Ihr Interesse war geweckt. „Durch das Bloggen habe ich die Möglichkeit hinter die Kulissen meiner Heimatstadt zu schauen. Ich lerne immer neue Blickwinkel kennen und bin fasziniert, was Oldenburg kulturell alles zu bieten hat.“

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