Beim Schmuckdesignworkshop wird Schmuck anhand historischer Vorlagen gestaltet., © Landemuseum für Kunst und Kulturgeschichte
29.03.2018

Design it Yourself

Laura Horstmann ist Studentin an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Dort studiert sie Tourismuswirtschaft., © Laura Horstmann Autor: Laura
Laura Horstmann ist Studentin an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Dort studiert sie Tourismuswirtschaft. Durch ein Praktikum in Oldenburg kam sie zum ersten Mal mit dem Bloggen in Berührung.

Was ist hier los?

Es ist Freitag 16 Uhr. Aber dieser Freitag ist etwas anders. Ich stehe mit mehreren gespannten Frauen im Oldenburger Schloss, genauer gesagt im Kreativraum des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte. Angemeldet bin ich für einen Schmuckdesignworkshop, bei dem Schmuck anhand historischer Vorlagen gestaltet wird. Aber was designe ich eigentlich genau? Ich meine, historischer Schmuck kann ja viele Formen annehmen. Ketten, Armbänder, Broschen, Ringe oder vielleicht doch Dinge, die wir heute gar nicht mehr kennen?
Ich habe jedenfalls keine genaue Vorstellung davon, was mich erwarten wird, bin gespannt und freue mich auf die nächsten zwei Stunden. Über kunsthistorische Epochen und deren Stilelemente weiß ich nur noch, dass ich einmal etwas darüber wusste.
Der Workshop findet in einer Gruppe mit sieben Personen statt. Die Stimmung ist locker und so haben sich meine Bedenken, dass ich mich womöglich aufgrund meiner fehlenden Kenntnisse blamieren werde, sofort in Luft aufgelöst. Der Spaß daran, kreativ zu sein, steht definitiv im Vordergrund.

Vorbereitung ist alles

Um erst einmal in das Thema hineinzufinden, werden uns historischer Schmuck und kunsthistorische Gegenstände gezeigt, die für gewöhnlich im Depot sicher aufbewahrt werden. Dieses befindet sich an einem geheimen Ort, sodass wir nicht einmal erfahren dürfen, wo. Welche Geschichten und Werte dort wohl noch versteckt sind?

Zusammen mit dem Schmuck im Korb werden wir durch das Schloss geführt. Ziel ist es die schönsten Elemente jeder Epoche zu sammeln und daraus etwas Neues, Schönes zu gestalten. Im Fokus stehen hier die portraitierten Frauen mit ihren Accessoires, sowie die Säle und ihre Dekore. Parallel werden dann der Schmuck bzw. die Gegenstände im Korb gezeigt, die in die jeweilige Epoche passen. Auffällig ist, dass die portraitierten Damen meist nur dezente Schmuckstücke tragen und nicht wie erwartet funkelnde Mengen an Accessoires. Wir sehen Perlenketten, Broschen, Haarschmuck, Ringe aber auch faszinierende Tapeten, Wand- und Deckengestaltungen, bei denen man immer neue Details entdeckt.

Und hier wird noch einmal klar, wie wertvoll das alles ist, denn die alten Stücke dürfen nur mit Handschuhen aus dem Korb genommen und vorgeführt werden.
Von Raum zu Raum lassen sich verschiedene Stilepochen, Parallelen zu bereits gezeigten Sälen, wieder Aufgegriffenes und vermischte Stile erkennen. Ich sehe Pilaster, Blumendekore und vieles mehr. Umso länger ich mich in den einzelnen Räumen aufhalte, desto mehr Details entdecke ich. Ich weiß gar nicht so recht, wo ich als erstes hinschauen soll.

Jetzt zeigt sich auch, wofür ich damals den Kunstleistungskurs während des Abiturs belegte. Bruchteile des Gelernten kommen mir ins Gedächtnis zurück, wenn auch nur rudimentär.

Los geht´s!

All diese Eindrücke nehmen wir mit an unsere Arbeitsplätze, wo allerlei Material auf uns wartet. Von Bildmotiven über Federn und Steinchen hin zu Glitzer in allen Farben. Dieser darf bei Schmuck natürlich nicht fehlen. Alle Materialien liegen in großzügiger Ausführung bereit, sodass es an nichts fehlt.

Im ersten Schritt gestalten wir Schmuckanhänger. Nach einer kurzen Erklärung ist es für keine von uns ein Problem diese herzustellen. Hierfür nimmt man einfach einen Anhängerrohling, ein schönes Bildmotiv und eine Glaskuppel. Et voilà, das Motiv passend zugeschnitten und alles zusammengefügt ergibt ein kleines Geschenk für sich oder die Liebsten. Ich wähle unter anderem ein Motiv des Oldenburger Schlosses, denn so habe ich immer ein Stück Heimat bei mir.

Als zweites dürfen wir unserer Kreativität freien Lauf lassen und kleine Kunstharzmotive herstellen. Das Kunstharz ist eine klare Flüssigkeit, die man zusammen mit Dekoelementen in Dekorgussformen gießt und aushärten lässt. Nach anfänglichen Koordinationsschwierigkeiten ist dies dann aber auch kinderleicht. Diese fertig gegossenen Formen kann man dann wiederum in Schmuckanhängerhalterungen einfassen, sodass eine Kette oder ein Ring entsteht.

Mein Resümee

Wäre die Zeit nicht beschränkt, wären bestimmt noch eine Vielzahl weiterer Unikate entstanden. Die Zeit rennt allerdings, wenn man sich auf das Gestalten fokussiert.  
Am Ende dieses Workshops gehe ich nicht nur mit etwas Selbstgemachtem nach Haus, sondern habe auch die Stadtgeschichte noch besser kennengelernt. Das rundet alles ab und macht diesen Workshop deswegen zu etwas an das ich mich lange erinnere.
Das Zusammenspiel der extra auf den Workshop angepassten Kurzführung und dem eigenständigen Basteln ist eine schöne Kombination.

Aufgepasst – Attention please!

Zusätzlich zu diesem Schmuckworkshop wird im April an zwei Terminen jeweils ein Workshop unter dem Namen „Design it yourself: Spieglein, Spieglein“ stattfinden, bei dem es, wie der Name schon sagt, um Spiegeldesign gehen wird. Klingt super, oder?  

Ich persönlich verschenke zu Geburts- und Feiertagen gerne Dinge, die man gemeinsam unternehmen kann. So ein Workshop eignet sich perfekt dafür.  
Also macht einfach mal Augen und Ohren auf, denn in unserer schönen Stadt ist für jeden etwas dabei! Stöbert doch dafür einmal in den Veranstaltungskalendern der Oldenburger Museen.  

Hier geht es zu weiteren Veranstaltungen: www.landesmuseum-ol.de/veranstaltungen

Laura Horstmann ist Studentin an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Dort studiert sie Tourismuswirtschaft., © Laura Horstmann

Autor: Laura

Laura Horstmann ist Studentin an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Dort studiert sie Tourismuswirtschaft. Durch ein Praktikum in Oldenburg kam sie zum ersten Mal mit dem Bloggen in Berührung. Ihr Interesse war geweckt. „Durch das Bloggen habe ich die Möglichkeit hinter die Kulissen meiner Heimatstadt zu schauen. Ich lerne immer neue Blickwinkel kennen und bin fasziniert, was Oldenburg kulturell alles zu bieten hat.“

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