Die Geschichte des Lappan“ ist nicht nur ein Stück über den Lappan, sondern veranschaulicht, was in rund 670 Jahren Oldenburger Stadtgeschichte so passiert ist., © Steffen Pilney
04.09.2018

Hingehört! Geschichte!

Steffen Pilney lebt seit 2011 in Oldenburg. Der gebürtige Ostfriese hat Kulturluft hinter den Kulissen des Filmfests geschnuppert. Oldenburg hat es ihm besonders wegen des kulturellen Angebots angetan., © PrivatAutor: Steffen
Steffen Pilney lebt seit 2011 in Oldenburg. Der gebürtige Ostfriese hat Kulturluft hinter den Kulissen des Filmfests geschnuppert. Oldenburg hat es ihm besonders wegen des kulturellen Angebots angetan.

Alle kennen ihn: den Lappan. Der Turm am Anfang der Innenstadt ist das neue Zuhause der Oldenburg-Info, bei der sich zum Beispiel Touristen über Stadtführungen, Sehenswürdigkeiten und vieles mehr in Oldenburg informieren können. Der Lappan hat eine lange und bewegte Geschichte: Er wurde im Mittelalter gebaut, erlebte die Reformation und den großen Stadtbrand, entkam mehrmals dem Abriss und wurde oft umgebaut. Ja, dieses denkmalgeschützte Bauwerk hat es in sich und deshalb war auch von Anfang an klar, dass die Geschichte des Lappan auf ganz besondere Art und Weise vermittelt werden muss: mit einem Hörspiel. Welcher Tag eignet sich besser, um das Hörspiel über den Lappan zu präsentieren, als der Tag des offenen Denkmals am 9. September?

Hörstücke gehören mittlerweile zum festen Angebot in der Wissensvermittlung, zum Beispiel als Audioguides in Museen, und sind dabei sehr wandelbar in der Darstellungsform von Geschichte(n). Vollkommen egal, ob Euch ein Erzähler über die Entstehung eines Kunstwerks aufklärt oder ihr mit den Künstlern selbst zu tun bekommt. Die perfekte Voraussetzung für das Hörspiel zum Lappan.

Mit Anna und Alex auf Zeitreise

„Die Geschichte des Lappan“ ist nicht nur ein Stück über den Lappan, sondern veranschaulicht, was in rund 670 Jahren Oldenburger Stadtgeschichte so passiert ist. Das Hörspiel nimmt Euch in rund 20 Minuten mit auf eine Reise durch die Jahrhunderte, vom 14. Jahrhundert, kurz nachdem Oldenburg das Stadtrecht verliehen wurde, bis heute. Anna und Alex sind die beiden Figuren, zwei „Reiseführer“, die Euch nicht nur alles über den Lappan spielerisch erzählen, sondern Euch auch die ein oder andere wichtige Persönlichkeit vorstellen, die mit dem Turm zu tun hatte.

Anna und Alex erklären Euch zum Beispiel, dass der Lappan eigentlich gar nicht bloß ein Turm ist. Mitte des 14. Jahrhunderts etablierte sich die „Stiftung zum Heiligen Geist“, die ein Armen- und Pflegehaus baute, in dem vor allem Opfer der Pest behandelt werden sollten. Um für das Seelenheil dieser Menschen sorgen zu können, sammelte die Stiftung ein paar Jahre später genügend Geld für den Bau der „Heiligen-Geist-Kapelle“. Und 1467 bekam die ihren Turm, der auch der erste richtige Kirchturm Oldenburgs war. Im Laufe der Zeit wurden die Nebengebäude und der Turm verändert. Im Zuge der Reformation wurden aus der Kapelle und dem Pflegehaus Wohnungen, eine Gastwirtschaft zog in den Turm, später eine Kunsthandlung und noch später ein Reisebüro. Und heute ist in diesem Oldenburger Wahrzeichen passenderweise die Oldenburg-Info zu finden.

Als Sprecherinnen und Sprecher haben mitgewirkt: Annika Blanke, Slam-Poetin und Wortakrobatin, Linc van Johnson, Sänger und Songwriter, Kai Janßen, Schauspieler  am Theater Unikum, Merle Strudthoff, Hörspielmacherin, und Julia Makowski, Redakteurin. Ich selbst durfte das Hörspiel schreiben, darin mitsprechen und es produzieren.

Was gibt es sonst noch am Tag des offenen Denkmals zu tun?

Am 9. September gibt es aber auch noch andere Aktivitäten: Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte bietet um 10.30 Uhr im Schloss und um 15 Uhr im Augusteum jeweils für 3 Euro eine Führung an. Im Landesmuseum Natur und Mensch gibt es um 11.15 Uhr eine Familienführung. Im Pulverturm, der von 11 bis 18 Uhr offen steht, ist die Videoinstallation „Hostel“ von Stefan Panhans zu sehen − Eintritt frei! Insgesamt haben 29 Denkmale in Oldenburg geöffnet.

Mehr Informationen dazu gibt es auf www.tag-des-offenen-denkmals.de.

Steffen Pilney lebt seit 2011 in Oldenburg. Der gebürtige Ostfriese hat Kulturluft hinter den Kulissen des Filmfests geschnuppert. Oldenburg hat es ihm besonders wegen des kulturellen Angebots angetan., © Privat

Autor: Steffen

Steffen Pilney zog 2011 nach Oldenburg, um Kunst und Germanistik zu studieren. Der gebürtige Ostfriese lebte zuvor ein Jahr lang in Göttingen und absolvierte ein Freiwilliges Kulturelles Jahr in einem Programmkino. Der Film- und Hörspielfan arbeitete unter anderem für das Internationale Filmfest Oldenburg. An seiner Wahlheimat gefällt ihm besonders das kulturelle Angebot, die Restaurants und das Casablanca Kino. Zurzeit ist Steffen im Pressebüro der Stadtverwaltung tätig. Sein Masterabschluss-Hörspiel „Tod auf der Kegelbahn!“ ist bei Soundcloud zu hören.

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