Die Ausstellung Borrowed Scenery läuft vom 05. Juli bis 30. September 2018 im Edith-Russ-Haus für Medienkunst., © Laura Horstmann
04.07.2018

Aufbau einer geborgten Szenerie

Laura Horstmann ist Studentin an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Dort studiert sie Tourismuswirtschaft., © Laura HorstmannAutor: Laura
Laura Horstmann ist Studentin an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Dort studiert sie Tourismuswirtschaft. Durch ein Praktikum in Oldenburg kam sie zum ersten Mal mit dem Bloggen in Berührung.

Ein Einblick vor der Eröffnung

Am 5. Juli ist es soweit, das Edith-Russ-Haus öffnet wieder die Türen und zeigt die Ausstellung BORROWED SCENERY der iranischen Künstlerin Shirin Sabahi. Doch was am 5. Juli zu sehen sein wird, ist nicht mit dem zu vergleichen, was ich ein paar Tage vor Ausstellungseröffnung im Edith-Russ-Haus zu sehen bekomme. Ich darf einen Einblick in den Aufbau der Ausstellung erhaschen. Aber was genau passiert hinter den Kulissen, von dem der Besucher nichts ahnt?
Quasi kurz vor der Eröffnung sieht das Innenleben des Hauses noch nach einer kompletten Baustelle aus. In diesem Moment kann ich mir gar nicht vorstellen, dass die fristgerechte Fertigstellung zeitlich zu meistern ist. Marcel Schwierin, Co-Leiter des Edith-Russ-Hauses, führt mich durch das Haus und erklärt mir, dass die Wochenenden vor Ausstellungsbeginn durchgearbeitet werden und viel Energie in den Aufbau gesteckt wird. Aber von vorn.

Wer, wie, was?

Zunächst geht es darum, welche Stücke ausgestellt werden, bzw. wie und wo diese zu positionieren sind. Die Entscheidung fällt letztendlich der Kurator, der sich im Austausch mit der Künstlerin befindet. Man kann sagen, ein Kurator ist der Ausstellungsmacher. Derjenige, der alles koordiniert, vieles entscheidet und sich um die Kommunikation nach außen kümmert. Es gibt aber noch weitere Akteure, die bei der Organisation und Ausführung involviert sind. Zu dem Team zählen zusätzlich Produktionsmanager, Techniker, Maler, Tischler und Aufbauhelfer.   

Der gesamte Aufbau inklusive aller Änderungen dauert ca. zweieinhalb Wochen. Auch Shirin Sabahi ist eine Woche vor Ausstellungseröffnung angereist und bewohnt während ihrer Zeit in Oldenburg ein Künstlerloft, das zum Edith-Russ-Haus gehört.    

Das große Ganze

Mit dem Aufbau der Ausstellung geht auch der Umbau des Hauses einher. Es wird zum Beispiel eine neue Wand gezogen und einzelne Räume an die Kunstwerke angepasst oder sie werden sogar ein Teil davon. Ziel ist es, dass Ausstellung und Gebäude am Ende eine Einheit bilden.
Als ich sechs Tage vor Eröffnung den Aufbau anschaue, ist von Kunstwerken noch nichts zu sehen. Auf beiden Etagen muss ich aufpassen wo ich hintrete, denn überall liegen und stehen Holz, Werkzeug und andere Materialien.
In einem der Räume wird gerade eine Spiegelfolie an eine Wand gebracht. Diese Spiegelfolie wird Teil eines Kunstwerkes. Ziel ist die optische Erweiterung des Raumes. Noch kann ich mir kein klares Bild schaffen, aber auf das Endergebnis bin ich gespannt.

Der Ölpool

Ein weiterer Arbeiter verspachtelt in der oberen Etage letzte Lücken auf einem riesigen Raumtrenner, auf dem ein Film gezeigt werden wird, der das Herzstück der Ausstellung bildet. Der Film Mouthful wurde erst vor Kurzem in Teheran, der Hauptstadt des Irans, fertiggestellt und zeigt die Restaurierung eines Kunstwerks eines japanischen Künstlers. Bei dem Kunstwerk handelt es sich um ein gebrauchtem Motor-Öl befülltes Stahlbecken, das fest in einem Museum installiert ist und mit der Zeit als Wunschbrunnen zweckentfremdet wurde. Neben dem Film werden auch Gegenstände in Oldenburg zu sehen sein, die in diesem Brunnen gefunden wurden. Was wohl gefunden wurde?

So wie die Oberfläche des Öls spiegelt, spielt die ganze Ausstellung mit spiegelnden Oberflächen. Apropos: Erst zum Schluss des Aufbaus, wenn jedes Stück einen Platz gefunden hat, wird  die Beleuchtung positioniert und so alles perfekt in Szene gesetzt. Auf das Ergebnis bin ich wirklich gespannt.  

Was man sich genau unter BORROWED SCENERY vorstellen kann, könnt ihr vom 5. Juli bis zum 30. September erleben. Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es unter www.edith-russ-haus.de

Laura Horstmann ist Studentin an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Dort studiert sie Tourismuswirtschaft., © Laura Horstmann

Autor: Laura

Laura Horstmann ist Studentin an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Dort studiert sie Tourismuswirtschaft. Durch ein Praktikum in Oldenburg kam sie zum ersten Mal mit dem Bloggen in Berührung. Ihr Interesse war geweckt. „Durch das Bloggen habe ich die Möglichkeit hinter die Kulissen meiner Heimatstadt zu schauen. Ich lerne immer neue Blickwinkel kennen und bin fasziniert, was Oldenburg kulturell alles zu bieten hat.“

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